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Review: True Detective 2.8: Omega Station

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Und da wären wir auch schon durch mit der zweiten Staffel "True Detective". Und weil Abschiede ja so schön sind bekommen wir gleich 90 Minuten serviert. Die, soviel kann man direkt festhalten, absolut nicht nötig gewesen wären. Schauen wir zunächst mal, was in der Folge passiert ist und diskutieren dann, ob man dafür wirklich 90 verdammte Minuten gebraucht hätte.

Frank hat nach seinem Ein-Mann-Aufräumkommando der letzten Woche schon vorgesorgt. Mit seinem letzten verbliebenen Angestellten, Nails, will er Jordan schonmal nach Venezuela schicken. Denn die Dame muss in Sicherheit gebracht werden. Letzte Zweifel an Jordans Loyalität werden gemeinsam mit dem Ehering aus dem Fenster geworfen. Jordan ist übrigens auch nicht schwanger, wie man nach der letzte Woche durchaus annehmen konnte. Die Gute bricht also nach Venezuela auf, nachdem sich noch ein bisschen über das erste Treffen (weiße Kleider und rote Rosen, Romantik pur) unterhalten wurde. Sehr süß.

Ray und Ani tauschen derweil postkoitale Geschichten aus, bis sie auf die Idee kommen mal bei Paul anzurufen. Da geht aber Burris ans Telefon und übermittelt die Nachricht von Pauls Ableben. Irgendwie schaffen es die beiden dann, nach diesem Anruf den restlichen Fall zusammenzupuzzeln. Natürlich waren es die beiden Waisenkinder des Raubüberfalls, die sich nun rächen wollen. Aber auf diese Tatsache kommt man nicht mittels anständiger Detektivarbeit, sondern die Erleuchtung kommt einfach so. Man reist also fix zum Haus der Geschwister. Dort finden sie Laura (vorgestellt wurde sie als Erica) an den Kamin angekettet vor. Ihr Bruder Lenny ist schon unterwegs, um den Polizeichef umzubringen. Lenny befindet sich nämlich mitten in seinem eigenen, kleinen Rachefeldzug. Falls ihr euch wundert: die Geschwister waren zuletzt in der dritten Folge zu sehen, ist also eine Weile her. Ani verfrachtet Laura in den nächstbesten Bus, Ray bricht zum Treffpunkt von Lenny und Holloway auf.
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Am Bahnhof angekommen sieht es zunächst auch ganz gut aus. Wir erfahren dass Casperes Leiche einmal durch die Stadt kutschiert wurde, weil "es lustig war". Wieso man ihm die Augen verätzte und ihn nachträglich kastriert hat? Spielt keine Rolle mehr. Schätze, Lenny war echt wütend. Doch natürlich hält die Ruhe nicht lange an, und am Ende sterben Lenny und Holloway, Burris (der sich irgendwie im Bahnhof aufhielt, Ray aber nicht entdeckt hat) kassiert einen Streifschuss. Ray kann entkommen. Lenny rastet übrigens aus, weil Holloway erzählt dass Laura die uneheliche Tochter von Caspere war.

Nun befinden sich theoretisch alle auf der Flucht. Wie gut und praktisch dass die Barkeeperin in der Stammkneipe nebenbei Menschen aus dem Land schleust. Nachdem wir aus heiterem Himmel ihre Hintergrundgeschichte erfahren sitzt Ani auch schon mit ihr in einem Boot und cruist in den Sonnenuntergang. Vorher ist sie noch bei Doktor Pitlor eingebrochen, um mehr Beweise zu sammeln, aber der Doktor lebt schon nicht mehr. Ohne Frage wurde er ermordet, doch der Mörder lies es nach Selbstmord aussehen. Ray findet ganz ähnliche Verhältnisse in der Villa der Chessanis vor, dort treibt der Bürgermeister tot im Pool umher. Seine verstörte und verwirrte Frau verdächtigt ihren Sohn, der vor fünf Folgen mal kurz durchs Bild gehuscht ist.

Frank und Ray verhindern dann noch eine Geldübergabe, deren genauere Abläufe wir an dieser Stelle nicht hinterfragen wollen. Danach gehen die beiden getrennte Wege. Frank wird auf dem Weg nach Venezuela von einer Bande abgefangen, über deren Herkunft ich jetzt auch nichts weiter zu berichten habe. In der Wüste wird er dann stilecht hingerichtet, geht aber mit seinen Illusionen noch ein wenig in der Wüste spazieren. Hätte er den Anzug mit den Diamanten drin mal besser rausgerückt. Als dann Jordan in ihrem weißen Kleid auftaucht ging das ganze Spiel auch schon ein paar Minuten zu lang, und wir erfahren dass Frank schon eine ganze Weile tot in der Wüste lag. Drama, Baby, Drama.

Ray wird ebenfalls verfolgt, ihm hat sich Burris an die Fersen geheftet. Doch als echter Vater (wie wir später erfahren) verabschiedet er sich noch von seinem Sohn. Jeder aufmerksame Zuschauer weiß spätestens an dieser Stelle, dass Ray die Folge nicht überleben wird. Und so stirbt Ray wenig später im Kugelhagel im Wald. Die letzte Nachricht an seinen Sohn konnte sein Handy nicht mehr hochladen, und die daran anknüpfende Montage zeigt uns, dass die Bösen gewonnen haben. Die Bahnstrecke wird gebaut, Chessani Junior ist Bürgermeister.

Doch irgendwo in Venezuela haben sich Jordan und Ani gefunden. Ani hat aus der kurzen Affäre mit Ray sogar ein Kind als Souvenir mitnehmen dürfen. Und sie hat all ihre gesammelten Dokumente und Beweise gesammelt und dem Journalisten übergeben, den Ray in der ersten Folge zusammengeschlagen hat. Way to go!
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Und das war es auch schon. Angereichert wurde das Finale mit zahlreichen Hintergrundgeschichten zu Figuren, die bisher kaum zu sehen waren. Zahlreiche angeschnittene Themen wurden unterwegs fallen gelassen wie heisse Kartoffeln. Die Detektivarbeit bestand hauptsächlich daraus, dass Paul auf Akten gestarrt hat, in Zimmern verschwunden ist und so auf Lösungen kam. Oder es erfolgte eine göttliche Eingebung. Jordan und Ani überleben am Ende, und im ersten Moment bin ich durchaus gewillt das als Reaktion auf die Kritik nach Staffel 1 durchgehen zu lassen. Dort kamen die weiblichen Figuren ja deutlich schlechter weg. Und doch missfällt mir, dass Ani einfach so in Sicherheit gebracht wird. Über die ganze Staffel hinweg hat sie gute Leistungen gezeigt, was ist da naheliegender als sie auf ein Schiff zu verfrachten und wegzuschaffen? Davon dass Jordan als Figur völlig verschenktes Potential war will ich gar nicht erst anfangen.

Auch der Fall war am Ende einfach zu verworren. So sehr ich das Neo-Noir Genre schätze, und so sehr ich für eine gute Mystery-Story zu begeistern bin: hier wurde zu dick aufgetragen. Ich setze mich gerne mit einem Film oder einer Serie hin und sammle Versatzstücke, um mir meine eigene Theorie zurecht zu legen. Doch dafür braucht man vor allem Puzzelteile. Und die gab es hier nicht, man musste sie sich in acht mühsamen Folgen aus Nebendialogen zusammensuchen, um am Ende festzustellen dass 3/4 der gesammelten Teile eh wertlos war.

Auch zu den Figuren konnte man eher schlecht eine Bindung aufbauen. Stattfindende Entwicklung wurde mit dem Tod von drei Hauptfiguren unterbrochen, und sind wir mal ehrlich, bis auf Pauls Ableben war nichts davon irgendwie nachvollziehbar. Ray verabschiedet sich, weil er seinen Sohn noch einmal sehen will. Anfängerfehler. Frank stirbt, weil er irgendeine verdammte Bande nicht entschädigt hat. Viel zu konstruiert. Charaktere einfach sterben zu lassen ist immer die Billigstmögliche Effekthascherei, und hier wurde damit übertrieben. Wären die Figuren einem noch irgendwie ans Herz gewachsen, dann hätte man hier noch irgendeine Form von emotionalem Gewicht gespürt. Doch nach acht Folgen in denen jede kleinste Handlung zehn Minuten lang besprochen und erklärt werden musste damit man sie einordnen konnte zieht das nicht.

Dabei ist anzumerken dass es auf keinen Fall an den Schauspielern liegt. Ausnahmslos alle Hauptdarsteller liefern gute bis sehr gute Arbeit ab, aber nur weil man einen Misthaufen vergoldet wird er nicht wertvoll. Die Lovestory zwischen Ani und Ray wirkt konstruiert, und dass die traumatisierte Männerhasserin nur mal geschwängert werden muss und dann zur liebenden Mutter mutiert, die nachträglich den Namen ihrer großen One-Night-Stand Liebe klären will...einfach nein.

Ich könnte jetzt noch ein paar Zeilen über Symbolik in dieser Folge schreiben, darüber dass es um Vergebung und Wiedergutmachung geht, dass viele Figuren so aussehen als wären sie beim letzten Gebet in der Kirche. Aber ehrlich, mir fehlt die Lust dazu. Die Grundaussage der Staffel, dass das politische System hochgradig abartig und zerstört ist, ist sicher lobenswert. Visuell wusste die Staffel ebenfalls zu überzeugen, keine Frage. Doch das Gesamtbild ist dann doch zu matschig, um mich zu begeistern. Ich werde die Staffel sicher ein zweites Mal ansehen und hoffentlich ein bisschen zufriedener sein, aber bis dahin wird es wohl noch eine Weile dauern.

Letzte Notizen bevor die Akte geschlossen wird:
  • Nails zeigt echt Engagement: sicher bezahlen ihn Ani und Jordan so viele Monate später nicht mehr, aber er bleibt trotzdem da. 
  • Paul hat also einen Memorial Highway bekommen. Wie schön. 
  • Asoziale, mobbende Kinder mobben also den Jungen, den sie immer gemobbt haben, auf einmal nicht mehr, weil er eine Polizeimarke mit sich herumträgt?  
  • Bittere Ironie das Holloway am Ende vermutlich nicht stirbt weil Leonard auf ihn eingestochen hat, sondern weil seine eigenen Männer ihm ins Herz geschossen haben. 
  • Am Ende macht auch der Titelsong Sinn, er erzählt quasi Anis Geschichte nach. 
  • Jordan stellt fest, dass Frank ein schrecklicher Schauspieler ist. Meine Theorie, dass Frank also innerhalb seiner Figur den Harten markieren wollte, fühlt sich bestätigt. Geben wir bitte Vince Vaughn einen Award für Awesomeness. 
  • Wie immer an dieser Stelle: vielen Dank dass ihr mitgelesen habt, mitdiskutiert habt oder auch einfach geschwiegen habt. Wir sehen uns hoffentlich in naher Zukunft bei weiteren Recaps. Falls ihr Wünsche habt, welche Serien besprochen werden sollen, teilt euch ruhig mit, vielleicht krieg ich ja dank euch was Neues auf den Schirm :)

Review: True Detective 2.7: Black Maps and Motel Rooms

Diese Woche bei "True Detective": eine ganz neue Show, und ich will verdammt sein, aber das war anständiges Fernsehen. Ein bisschen spät wenn man bedenkt dass nur noch eine Folge übrig ist, aber besser spät als nie, würd ich meinen. In dieser Woche wurden viele Dinge endlich aufgelöst, gleichzeitig zieht sich die kollektive Schlinge um die Hälse der Protagonisten zu. Und nicht alle erreichen das Finale lebendig. Aber versuchen wir der Reihe nach vorzugehen. Außerdem in diesem Recap: die genaue Erklärung, was eigentlich los ist. Ihr dürft mir später danken.

Zuerst möchte ich diese Zeilen allerdings nutzen um mich in aller Form (die er niemals mitkriegen wird, aber egal) bei Vince Vaughn zu entschuldigen. Vier Folgen lang habe ich angenommen dass er mit den teilweise bescheuerten Dialogen überfordert war, dass er für Dramen einfach nicht so geeignet ist. Das würde ich gerne zurücknehmen. Diese Episode hat gezeigt dass er als Frank seine Sache durchaus im Griff hat, vor allem aber sorgt sie dafür dass das bisher gesehene überdacht werden muss. Ich gehe davon aus dass Frank massive Zweifel daran hatte, dass der Weg in die Legalität der richtige Weg sei. Diese Unsicherheit schimmerte dann durch, eben in Form eines etwas wackligen Schauspiels. Doch "Black Maps and Motel Rooms" wischt all das vom Tisch. Legalität ist keine Option mehr, also kann man den ganzen Laden auch direkt niederbrennen. Im wahrsten Sinne des Wortes. 
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Klären wir, zur besseren Übersicht, kurz auf was zur Hölle eigentlich los ist. Dafür müssen wir zurück ins Jahr 1992. Dort wurde ein Juwelengeschäft in LA ausgeraubt, die beiden Besitzer wurden dabei ermordet, die Kinder konnten sich im Schrank verstecken. Paul untersucht die Akte dieses Falls und findet heraus dass Detective Teague Dixon, Lt. Burris und Chief Holloway(der in dieser Folge am Ende im Tunnel unterwegs war) die diensthabenden Beamten in diesem Fall waren und schließt daraus, dass sie sich damals abgesetzt haben müssen und die Diamanten an sich nahmen. Ben Caspere, unsere Leiche aus Folge 1, arbeitete ebenfalls damals für die Polizei und war in den Fall verwickelt. Später stiegen dann alle vier in hohe Positionen in Vinci auf.

Dann ist da noch die Sache mit dem Land. Da sieht es folgendermaßen aus: Die Catalyst Corporation, Frank Semyon, der Bürgermeister, Ben Caspere und Osip (der russisch-israelische Typ) haben alle günstiges Land in Californien gekauft. Das Land wurde absichtlich vorher vergiftet, um den Preis zu drücken. Alle haben untereinander einen Deal geschlossen, sie wollten ihr Land an die Regierung verkaufen, damit eine Bahnstrecke gebaut werden kann. Kurzum: eine Menge Kohle für alle Beteiligten.

An diesem Punkt setzt die zweite Staffel ein. Caspere wird von dem Mann in der Rabenmaske ermordet. Franks Investment bricht zusammen. Am Ende läuft es darauf hinaus dass reiche Leute noch reicher werden wollen. Dafür morden und erpressen sie. Wer genau Caspere allerdings umgebracht hat ist unklar, denn dass seine Mitverschwörer dahinter stecken ist dann doch unwahrscheinlich. Wie praktisch dass unsere Ermittler herausgefunden haben dass die Tochter des Ladenbesitzers von 1992 nun als Eskortmädchen arbeitete und irgendwann Casperes Assistentin wurde. Sie ist auf den Fotos von den Sexparties zu sehen. Sie hat einen Bruder, um die 30 Jahre alt, dunkelhaarig, arbeitet als Setfotograf für kleinere Filmproduktionen. Eventuell besitzt er auch eine Rabenmaske. Näheres erfahren wir hoffentlich in der kommenden Woche
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Garniert wurde diese Auflösung des Falls mit einer ganzen Menge Action und Drama. Frank hat endlich die Schnauze voll von so ziemlich allen Personen in seinem Umfeld. Er konfrontiert Blake, der den wirklich durchdachten Vorschlag hat, die Leute in deren Auftrag er Frank hintergeht gemeinsam mit Frank zu hintergehen (soll ihm da noch mal jemand folgen...). Franks Antwort darauf ist stilsicher: ein Whiskyglas, mitten ins Gesicht. Dicht gefolgt von einem gezielten Schuss in den Bauch: "Look me in the eyes, I want to watch your lights go out". Dass Blake ihn seit Jahren hintergeht, ihm damals den falschen Typen als Vergewaltiger von Rays Frau präsentiert hat und dann auch noch seinen Teppich versaut ist eben einfach eine Spur zu viel. Seine Frau Jordan scheint darüber hinaus schwanger zu sein, und so ist es an der Zeit alte Brücken abzubrennen. Frank zündet also das Casino an, denn wenn er kein Geld hat sollen die Russen gefälligst ebenso auf dem Trockenen sitzen bleiben. Frank scheint zum Schluss zu kommen dass seine ehrlichen Pläne nicht zielführend sind, aber immerhin wäre er ein Gangster mit Moralvorstellungen. Ob man das gleiche von Jordan behaupten kann? Sie war auffällig schnell an Ort und Stelle. Jedenfalls hat Frank jetzt eine Menge Geld und viele Waffen, was in Vinci definitiv keine schlechte Ausgangslage ist.

Die Arschkarte der Episode geht definitiv an Paul. Halten wir an dieser Stelle kurz einen Moment inne und lassen sein Leben nochmal durchlaufen: Die Mutter ist ein Fall für irgendeinen Beratungsdienst. Paul kriegt sein ganzes Leben eingetrichtert, wie ein Mann zu sein hat. Dementsprechend unterdrückt er, was er eigentlich ist und eifert einem Idealbild nach. Am Ende wird er so durch die Fotos, die Dixon vor seinem Ableben angefertigt hat, erpressbar. Dass es sein ehemaliger Kollege und Liebhaber ist, der ihm sagt "hättest du mal offen dazu gestanden, dann wäre das hier nicht passiert", tut doppelt weh und ist auch ein wunderbarer Seitenkommentar auf unsere eigene Gesellschaft. Während diese zwar anteilig immer offener und akzeptierender wird werden einzelne Stimmen immer lauter, die nicht in der Lage sind andere Menschen zu akzeptieren. Alle naselang wird einem eingeredet, man sei unnormal, man sei selbst schuld daran, man könnte sich ändern, wenn man nur wollen würde. Ich will nicht wissen, wie viel Leid daraus entsteht.

Vor seinem Ableben hat er allerdings noch einmal mächtig aufgeräumt. Das Konglomerat aus Catalyst Corporation, dem Polizeichef und den Blackrock-Sölndern hat am Ende einige Opfer zu beklagen. Doch dann ist es Lt. Burris, der zur falschen Zeit am falschen Ort auftaucht und Paul hinterrücks erschießt. Hätte man durchaus mit rechnen können. Von allen damaligen Beteiligten sind ja nur noch zwei übrig, und Holloway tauchte schon im Tunnel auf. Doch Paul bettelt nicht, sondern geht mit einem fetten "Fuck you" aus diesem Leben. Hoffen wir, dass sein Kind in einer besseren Welt aufwachsen wird. Taylor Kitsch verdient wirklich eine große Portion Lob für seine Rolle hier. Auch wenn ich mir nach all dem Drama ehrlich gewünscht hätte, dass er da lebend rauskommt. 

Ani beginnt die Episode mit dem herunterkommen von ihrem Drogentrip. Wie gut, dass Ray da ist, an den macht sie sich im Rausch noch schnell heran. Aber nicht mit Ray, denn er gehört zu den guten Jungs. Nach dem Ausnüchtern kriegt Ani dann Gelegenheit, mit der Frau zu sprechen, die sie mitgenommen hat. Doch die zeigt sich wenig kooperativ. Als es dann Zeit wird, die Familie in Sicherheit zu bringen, bekommt sie Gelegenheit sich mit ihrem Vater auszusprechen. Wie sich herausstellt hat der mit dem Fall wirklich nichts zu tun, und ihm tut es unendlich leid was mit seiner Tochter damals passiert ist. Details erfahren wir nicht, aber wir wissen dass sie vier Tage lang weg gewesen ist, in der Gewalt des Typen an dessen Gesicht sie sich nun erinnert. Ihr ehemaliger Kollege hilft der Familie dann bei der Flucht, und Ani stellt einen neuen Rekord in Sachen "Umarmungen an einem Tag" auf. Ob man ihrem ehemaligen Kollegen trauen kann wird sich zeigen, sicher bin ich mir da nicht.
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Ray läuft ebenfalls in eine Falle, doch er reagiert blitzschnell und macht sich wieder auf die Flucht. So langsam wird klar, dass es für unsere Detectives wirklich nicht gut aussieht, denn es ist einfach niemand mehr da, der ihnen helfen könnte. Dafür kommen er und Ani sich am Ende der Folge dann völlig nüchtern ein wenig näher. So sehr mir dieses "ich überkomme meine schwere Vergangenheit und das Trauma des Missbrauchs und entdecke den "guten" Typen Klischee auf die Nerven geht, die beiden passen gut zusammen. Auch die Art der Annäherung gefällt mir. Dafür, dass beide so viel durchgemacht haben gehen sie langsam vor, Ani legt ihre Hände in die von Ray, beide zeigen sich, dass sie sich vertrauen. Irgendwie fühlt es sich noch immer an wie "wir brauchen eine Lovestory, die beiden sind grad da", aber naja.

"Black Maps and Motel Rooms" kommt dabei nicht ohne Fehler daher. Zwischen den einzelnen Szenen ist alles so vollgepackt mit Erklärungen, dass man die Folge am besten zweimal schaut, um wirklich alles mitzukriegen. In vielen Fällen sind mir die Figuren noch immer nicht sympathisch genug um wirklich mitzufühlen. Und bei einigen habe ich einfach auch noch immer keine Ahnung, wer sie eigentlich sind. Ich weiß jetzt, dass eine Frau namens Tasha in der kleinen Hütte gestorben ist und vorher Fotos gemacht hat. Aber wer Tasha war? Keine Ahnung. Immerhin hab ich rausgefunden wer Stan war. So bin ich mir recht sicher, dass wir kommende Woche ein zufriedenstellendes Finale bekommen werden. Doch der Weg dahin hat zu lange gedauert, zu viel Zeit wurde mit Nichtigkeiten vergeudet. Bei all den Nichtigkeiten ist man als Zuschauer gefordert, jederzeit alles im Blick zu behalten, aber wenn ich mich so im Internet umsehe, dann scheine nicht nur ich damit massive Probleme gehabt zu haben. Dass nun am Ende alles zusammenfindet ist eine schöne Angelegenheit, aber ich frage mich, ob das Chaos im Vorfeld nötig war.


Notizen für die Akten: 
  • Willkommen im Internet. Der Ort, an dem Screenshots von ALLEM angefertigt werden. Auch von Shoppinglisten, die sich einfach wiederholen. Ehrlich, hatte niemand 2 Minuten Zeit um eine verdammte Liste zu schreiben? 
  • Paul Woodrugh, Wortakrobat. "These pictures. Pictures of me". Da hab ich 'nen Song parat
  • Regie führte diese Episode Daniel Attias. Danke an dieser Stelle für die schicke Aufnahme von Colin Farrell, der das größte "Nope" des Jahres liefert. Rein ins Auto, anfangen zu reden, realisieren dass die Lady tot ist, raus aus dem Auto. Pure Effizienz. Außerdem hätte ich bitte gerne viele Bilder von Leuten, die sich diese Staffel irgendwo gegenüber saßen.
  • Überhaupt, good guy Ray Velcoro, nutzt nicht aus dass Ani unter Drogeneinfluss stand. Stattdessen bietet er Hilfe an: "You want me to roll a joint?". Hach. 
  • James Frain ist auch nur in Serien, um anderen gegenüber möglichst asozial zu sein, oder? Verdammte Camper immer. Lernen die Leute nie, dass man die Ecken überprüfen muss?
  • Der Frank der Woche: "In the midst of being gang banged by forces unseen, I figure I’d drill a new orifice, go on and fuck myself for a change.". Eigentlich aber auch jeder andere Satz, den er in dieser Folge loswurde. 
  • Pauls Freundin und seine Mutter müssen jetzt für immer in diesem Motelzimmer bleiben, richtig?

Review: True Detective 2.06: Church in Ruins

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Da ich die fünfte Folge gestern erst gesehen habe und der Terminplan so dermaßen voll war dass ich nicht dazu kam, etwas zu schreiben, machen wir heute mal planmäßig mit der sechsten Folge weiter. Eventuell reiche ich das Recap für Folge Fünf nach, aber vermutlich wird mich in den nächsten 45 Minuten die Motivation dazu völlig verlassen. Ich werde also die Ereignisse aus Folge fünf hier mit aufgreifen, denn sind wir mal ehrlich: so wirklich viel passiert in dieser Serie eh nicht. 

Nachdem in der letzten Woche die Scherben des Vinci-Massakers aufgesammelt wurden und wir einen kleinen Zeitsprung von knapp drei Monaten hinter uns brachten, sind unsere Detectives erneut im Einsatz. Denn dass sich die ganze Geschichte mit dem Massaker von selbst beendet hat glaubt nun wirklich niemand. Offiziell gehen die drei zwar nun anderen Jobs nach, doch undercover geht die Arbeit weiter. Ray erfuhr außerdem, dass Frank ihn damals auf eine falsche Fährte brachte und der Vergewaltiger seiner Frau noch immer lebt. Was uns einen Cliffhanger in Form eines Rays beschaffte, der vor Franks Tür aufgetaucht ist. Und wenn wir uns an den Staffelbeginn zurückerinnern, dann ist ein wütender Ray vor der Tür niemals eine gute Sache. 

Effektiver wäre dieser Cliffhanger natürlich gewesen, wenn ich irgendwie Sympathien für Frank hegen würde. Aber der Zug ist nach 5 Folgen abgefahren. Da dies also nicht der Fall ist ging ich an diese Folge mit Erwartungen irgendwo knapp über Null. Letzte Woche ließ sich im Gesamtpaket zwar ein leichter Aufwärtstrend festmachen, aber ein bisschen Skepsis schadet ja nie. Doch es geschehen noch Zeichen und Wunder, und Vince Vaughn kann im Zusammenspiel mit Colin Farrell endlich mal zeigen, dass er was draufhat. Befreit von prätentiösen Dialogen und dem Zwang, den bösen Macker raushängen zu lassen, liefern die beiden sich ein verbales Duell am Küchentisch. Und ich saß tatsächlich hier und war fasziniert. 
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Frank selbst weiß entweder selbst nicht, welchen Fehler er vor Jahren begangen hat, oder er verbirgt das ziemlich gut. Die beiden einigen sich vorläufig darauf, sich nicht gegenseitig umzubringen und stattdessen zum normalen Prozedere zurückzukehren. Ich kann ja nicht oft genug betonen dass ich Vince Vaughn wirklich gerne mag, umso mehr freut mich nun diese gelungene Szene. Es sind diese Momente, in denen das Character-Building glaubhaft stattfinden kann. Und Frank und Ray bieten zwei völlig verschiedene Ansätze im Umgang mit ihrer Vergangenheit. Der eine schaut nach vorn und will etwas ändern, während der andere in seiner Vergangenheit gefangen scheint und stetig auf der Flucht ist. 

Diese Vergangenheit scheint Ray dann auch zu überwältigen. Nachdem er seinen Sohn nur unter Aufsicht besuchen darf und seine Exfrau nach wie vor auf einem Vaterschaftstest besteht, brennt ihm gleich der ganze Sicherungskasten durch. Nach ein paar saftigen Lines Kokain, ein paar anständigen Drinks und den obligatorischen Zigaretten muss die Energie erstmal wieder aus dem Körper. Also wird ein bisschen trainiert. Zum runterkommen entschließt Ray dann, ganz auf das Sorgerecht für sein Kind zu verzichten. Seine einzige Bedingung: seine Exfrau darf ihrem Sohn nicht sagen, dass er das Produkt einer Vergewaltigung ist. Nach einigem Zögern stimmt sie dieser Bedinung zu, und Ray kann sich ans ausnüchtern begeben. Sicher bin ich mir noch nicht, ob diese Entscheidung nun endgültig war, oder ob Ray sich das anders überlegen wird. Doch es könnte ein riesiger Schritt in die andere Richtung sein, und der Beginn einer Ruhephase. 

Paul verfolgt die Spur der Diamanten weiter, und Ani hat einen irgendwie so gar nicht durchdachten Plan ins Auge gefasst. Sie will sich auf eine der exklusiven Parties einschleichen. Gesagt, getan. Im erlesenen Kreis all dieser Männer findet sich dann auch die Riege der Vinci-Verantwortlichen. Leider werden die Eskort-Damen mit Drogen in Spray-Form gefügig gemacht, und Anis undurchdachter Plan eskaliert. In einer weiteren, von Drogen verzerrten Sequenz (die sich von Rays Erlebnissen visuell fundamental unterscheidet) begleiten wir Ani durch die scheinbar unzähligen Räume voller kopulierender Körper. Immer wieder taucht ein Gesicht auf, und schnell wird klar, dass Ani als Kind einer Form von Missbrauch zum Opfer fiel. Unter der Aufsicht ihres Vaters. Nun, woher die Differenzen zwischen den beiden kommen dürfte klar sein, und auch für Anis Verhalten Männern gegenüber scheint ein Grund gefunden zu sein. 
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Dem irgendwie ausgetretenen "Rape as Backstory"-Trope stehe ich ja dann doch kritisch gegenüber. Dass es dann gleich eine ganze Orgie braucht, um dieses Erlebte wieder zu triggern...naja, HBO halt. Dass die Szenen funktionieren liegt wohl hauptsächlich daran, dass Rachel McAdams so großartig ist. Der Kontrast der Emotionen die sich in ihren Augen und um ihren Mund herum spiegeln könnte größer nicht sein. Und es zerbricht mir das Herz dass es irgendein Typ war, der einem kleinen Mädchen etwas von Einhörnern im Wald erzählt hat, und so ein Leben nachhaltig negativ beeinflusst hat. Als ob Ani nicht sonst schon genug durchgemacht hätte. 

Immerhin hat sie das vermisste Mädchen aus der ersten Folge auf der Party gefunden und gerettet. Oh, und sie hat einen Typen ziemlich eindrucksvoll und routiniert gemessert. Hat sich das Training also gelohnt. Während Ani auf der Party unterwegs war hat Paul ein paar Unterlagen entwendet, die Truppe war also alles in allem diese Woche effizient und erfolgreich. Zusammen mit der blutverschmierten Hütte im Wald (auf welche die örtliche Polizei schon wieder höchst verdächtig reagiert) ergibt sich so langsam ein Bild, und ich hoffe auf Aufklärung in den letzten zwei Episoden. 

Doch ich bin mir nicht sicher, ob wir die überhaupt bekommen werden. War es in Staffel 1 noch die weird fiction, die ihren Platz in der Narrative hatte, so ist es diesmal eine Form der Heimsuchung, die sich durch die Staffel zieht. Alle Figuren werden verfolgt: von ihrer Vergangenheit, ihren möglichen Versionen einer Zukunft. Von einer Version ihrer selbst, die sie gerne wären, aber niemals sein können. Denn so funktioniert Vinci nicht. Ehrlich unf aufrichtig sind zwei Arten, die in dieser Stadt ausgestorben sind. Von innen verrottet und korrupt. Unfruchtbar. Vielleicht ist nicht der überdimensionale Schatten von Staffel eins das Problem. Vielleicht ist es eher die Tatsache dass Form und Inhalt sich zu sehr angenähert haben. Dreckig und unschön, aber irgendwie realistisch. Mit kleinen Fehlern versehen, klar. Doch "Church in Ruins" hat mich das erste Mal in dieser Staffel richtig gepackt, auch weil die langweiligen Geschichten ausgelassen wurden. Zwar geht noch immer zuviel Zeit dafür drauf, dass die Figuren Dinge weitergeben, die schon längst bekannt sind. Doch das Tempo wurde maßgeblich angezogen, nun brettern wir hoffentlich ungebremst diesen korrupten, hässlichen Berg herunter.


Notizen für eure Akten
  • Wer zur Hölle ist Stan? Ernsthaft. Ich erinner mich doch nicht sechs Wochen lang an jeden Hannes, der da vor sechs Folgen mal im Hintergrund durch das Bild gehuscht ist. Immerhin hatte Vaughn so die Chance, einen weiteren Dialog gut rüberzubringen.
  • Ja ok, Paul wurde in einem Trailerpark großgezogen. Gibt es da keine Verträge? Dass da viele Namen draufstehen gehört irgendwie dazu. Oder meint er, dass viele relevante Namen auf dem Vertrag stehen? 
  • Den Namen der eigenen Schwester anzunehmen mag ja vordergründig betrachtet Sinn machen. Hoffen wir, dass Athena jetzt irgendwo in Sicherheit ist, denn diese ganzen Typen sahen nicht so aus als ob sie das witzig gefunden hätten
  • Ani verspricht dass jeder, der Hand an sie legt, unterhalb einer Minute verblutet. Die Dame kann zählen!
  • Die Regie übernahm diese Woche Miguel Sapochnik. "Game of Thrones" Zuschauer kennen ihn von Folge 8 der fünften Staffel, "Hardhome". Dürfte niemanden wirklich überraschen dass er einen ziemlich guten Job gemacht hat.


Media Monday #213


Ich bin aus dem Urlaub zurück, und wie das nun so ist: Der Schreibtisch quillt über vor Arbeit. Rezensionsexemplare, Serienfolgen die geschaut und besprochen werden wollen... aber für den Media Monday vom Medienjournal ist natürlich Zeit. Wie ihr vielleicht bemerkt habt leidet momentan vor allem "True Detective" unter meinem Urlaub, aber sich dafür aufzuraffen ist wirklich besonders anstrengend... Ab den nächsten zwei, drei Tagen sollte dann alles wieder im normalen Tempo laufen. Also, bis zum nächsten Urlaub dann :D

1. Joss Whedon einmal im wahren Leben zu treffen, wäre vermutlich zuviel für mich, denn ich würde vor lauter Aufregung kein einziges Wort herausbekommen. "Buffy" hat mich wöchentlich durch die Teenagerzeit gebracht, allein dafür gebührt ihm eine Menge Dank. 

2. Zeitreisefilme finde ich aus Prinzip sowieso immer schonmal großartig. Da ist mir auch egal ob es sich um eine Komödie, eine Lovestory oder einen Actionfilm handelt. Nicht nur deswegen gehört "Doctor Who" zu meinen liebsten Serien.

3. "Ant-Man" ist für einen Marvel-Film zwar untypisch, dadurch aber nicht gleich schlecht, denn immerhin ist er charmant wie kein anderer und hat diesen schrägen, leicht zynischen Humor, der mich immer wieder zum lachen bringt. Solltet ihr dem Ameisenmann skeptisch gegenüberstehen, so lasst euch versichern: der Gang ins Kino lohnt. 

4. Durch "Firefly" erst bin ich auf Nathan Fillion gestoßen, der sich auf direktem Weg in meine Fangirl-Zentrale geschlichen hat. Ernsthaft, ich liebe ihn. Dieser wunderschöne, tropische Regenbogenfisch. Er wirkt auch immer so grundsympathisch. Und das Aussehen ist auch nicht ohne. 

5. "Eat, Pray, Love" als Buch (und Film) ist zwar seicht, aber mir hat das Buch damals echt dabei geholfen, einen Neuanfang zu wagen. Klingt furchtbar kitschig, ich weiß. Aber manchmal muss auch ein bisschen Kitsch sein. Den Film mag ich auch total gerne :D

6. Filme, die sich mit Literatur/Literaten beschäftigen können spannend oder langweilig sein, genau so wie es auch Bücher können. Ab und an schau ich mir solche Filme ganz gerne an, auch wenn ich momentan auf Teufel komm raus keinen beim Namen nennen kann. 

7. Zuletzt habe ich die Verfilmung eines Stephenie Meyer-Romans namens "Seelen" gesehen und das war so unglaublich schlimm dass ich die zwei Stunden Lebenszeit gerne einklagen würde , weil die an sich interessante Grundidee (Aliens übernehmen menschliche Körper und leben danach friedlich in ihnen, aber ein Mädchen leistet Widerstand und "teilt" sich seinen Körper mit dem Alien) so dermaßen in den Sand gesetzt wurde. Den ganzen Film über passiert nichts. Gar nichts. Niente, nada. Das Mädchen streitet mit der Stimme in seinem Kopf, geht in die Wüste wo ein paar Menschen die Rebellion durch Nichtstun anführen, eine böse Alienfrau folgt ihr und steht rum. Alle warten darauf das etwas passiert, aber nichts passiert. Vermutlich der Film für all diejenigen, denen bei Twilight deutlich zuviel Action und Story vorhanden war. D'uh. 

Review: True Detective 2.4: Down will Come

Donnerstag ist ja eigentlich nicht der Tag, an dem die Recaps zu "True Detective" hier erscheinen, aber da ich mich noch immer im Urlaub befinde und Recaps sich nun wirklich schlecht schreiben lassen bevor man die Folge gesehen hat, geht momentan alles mit ein bisschen Verspätung an den Start. In einer Woche läuft dann aber alles wieder wie gehabt. Kümmern wir uns also um die aktuelle Folge mit dem schicken und ominösen Titel "down will come".

Regie führte Jeremy Podeswa, der durchaus als Mann für's Grobe durchgehen kann. Nicht nur kümmert er sich hier um ein Massaker, dessen Ausmaß in jeder anderen Serie als Parodie durchgegangen wäre, er hat auch bei "Game of Thrones" diese eine Folge in Staffel 5 inszeniert, über die wir noch immer reden. Dass er ein Händchen für Action besitzt schimmert hier aber durchaus ab und an durch.

Reden wir also zuerst mal über das Ende der Folge, denn da gibt es eine Menge Gesprächsstoff. Der Aufbau dafür, die Tatsache dass sich in dem Sweat Shop einer der Typen befindet, die gestohlenen Schmuck unter's Volk bringen, ist ein solider Grundbau. Doch dann folgt das vermutlich beste Beispiel für "that escalated quickly" in der jüngeren Fernsehgeschichte. Im großen Finale trifft es Alles und Jeden. Polizisten sterben, darunter auch Dixon, der das erste Mal in dieser Staffel etwas sinnvolles gemacht hat und dafür mit einer Kugel im Kopf belohnt wird. Ein Protest gegen die neue Bahn wird ebenfalls aufgemischt, zahlreiche andere Zivilisten sind am Ende ebenfalls tot.
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Und in all dieser Zerstörung, in all diesem Wahnsinn ist es Paul, der zum Fixpunkt für den Zuschauer wird. Die ganze Folge über, eigentlich ja schon die ganze Staffel hindurch ist er mit allem überfordert. Die Vergangenheit nagt an ihm, und mit der Selbstfindung ist es auch nicht all zu gut bestellt. Eigentlich befindet er sich permanent auf der Flucht, sowohl vor sich selbst als auch vor anderem. Als man ihm sein Bike klaut, nimmt man ihm damit auch sein liebstes Fluchtmittel. Doch der gehetzte und getriebene Paul findet im bleihaltigen Finale seine innere Ruhe wieder. Dies sind die Momente, für die er ausgebildet wurde. Der Ruhepol inmitten der stattfindenden Krise. 

Hier findet sich dann auch mein größtes Problem mit der Folge, abseits von dem was Vince Vaughn und Kelly Reilly sich da so leisten. Mal ehrlich, Franks Probleme mit dem Kinderkriegen, das Dilemma seiner hölzernen Frau, dieses ewige Schuldgeschiebe interessiert mich in etwa so sehr wie das nicht-gedeihen seiner Avocadobäume. Da das Thema auch vermutlich nicht zur Lösung des Falls beitragen wird frage ich mich also: wieso wird wertvolle Zeit damit verschwendet uninteressante Figuren aus allen Winkeln zu beleuchten? Wenn selbst Ray Velcoro dir Lebenshilfe liefert, dann stimmt ja was mit dir nicht, dann solltest du in dich gehen und nachdenken. Aber Frank benimmt sich wie ein wütender kleiner Junge, dem man seinen Lutscher geklaut hat. Ich behalte im Hinterkopf nach wie vor die Möglichkeit dass es sich dabei nur um einen Menschen handelt, der seine wütende Seite unterdrücken muss, damit er in der harten Geschäftswelt ernst genommen werden kann. Das Motiv der Augen, die ja in einer vorherigen Folge an der Decke auftauchten (bevor sie nahtlos in Casperes Augen überblendeten) kehrte ja auch diese Woche in Form einer Tischdecke zurück. Aber möglicherweise interpretiere ich auch nur hoffnungsvoll zu viel in eine weniger gute Darstellung. Oder es sind wirklich die Dialoge, die nun anhand der Performance als lächerlich entlarvt werden. Ich meine, Frank kann auf keine einzige Frage wie ein normaler Mensch antworten. Alles artet entweder in einer Bedrohung oder in einem Monolog über Schuld und Sühne aus.

Aber ich schweife ab, und im besten Fall sind es ja nur noch vier Folgen, in denen ich mich über Familie Semyon aufregen muss. Paul hat ein bisschen detektivische Arbeit geleistet und einen Zwischenhändler entdeckt. Ani wurde wegen der Affäre mit ihrem Kollegen vom Dienst suspendiert, darf aber weiterhin das Kommando über den Spezialeinsatz haben. Wieso auch immer. Doch das aufspüren des Zwischenhändlers Ledo Amarillo endet in einem Fiasko. Unsere drei Detectives wurden vermutlich in eine Falle gelockt, doch wir stehen nun gemeinsam vor einem Problem: irgendwie lebt niemand mehr, den man direkt verdächtigen könnte. 

Erst der zweite Blick zeigt neue Möglichkeiten auf. Und im Zentrum all dieser Möglichkeiten steht Ani Bezzerides. Ihre Schwester erwähnt irgendwelche Parties, auf denen sie selbst sich niemals herumtreiben würde. Chessani kannte ihren Vater bereits als Jungen, und er hat Verbindungen zu dessen Kult. Dort wiederum ist vor Beginn der Staffel ein Mädchen verschwunden. Und dann ist da noch Doktor Pitlor, der sowohl Anis Vater kannte, als auch ihre Mutter betreute, die Selbstmord beging. Chessanis Frau erlitt das gleiche Schicksal und war ebenfalls bei ihm in Behandlung. Es sind scheinbar wieder die Kinder, welche die Fehler ihrer Eltern später ausbaden müssen. 
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Sicher, besonders neu oder einfallsreich ist das Thema der belasteten Beziehung zwischen Eltern und Kindern nicht. Aber es bietet Raum zur Analyse, und dafür sind wir ja hier versammelt. Franks verdammte Avocados wollen auf dem toten Boden nicht wachsen, ein Kind zeugen klappt aber auch nicht. Adoptieren ist keine Alternative für ihn, er will nicht die Trauer und das Leid anderer Leute aufziehen. Ray hat möglicherweise genau das getan, da nicht sicher ist ob sein Sohn nicht das Produkt einer Vergewaltigung war. "Eines Tages wird wichtig sein, wo du herkommst". Also entweder war der Vater ein Vergewaltiger, oder das Kind darf auf eine lange Linie von Alkoholikern zurückblicken. Aufmunternd. Auch die Töchter haben es nicht einfach. Ani gibt ihrem Vater die Schuld am Suizid ihrer Mutter, und Chessanis Tochter lässt kein gutes Haar an ihrem Vater. Und auch Paul darf sich Gedanken machen, denn er nutzt sein ungeborenes Kind als neuen Deckmantel, unter dem er seine Homosexualität verbergen kann. Dass seine extrem schräge Mutter zumindest in Teilen für sein seltsames Männerbild verantwortlich ist dürfte auf der Hand liegen. 

Reden wir noch kurz über die Inszenierung. Sicher, Ani könnte niemals mit einem SUV Schritt halten, und niemand redet ernsthaft so, wie es die Figuren in dieser Serie tun. Alles ist ein wenig zu unwirklich, ein bisschen zu entrückt. Mich würde es nicht wundern wenn in dieser Staffel der Fall völlig ins Hintertreffen geraten würde, und dafür diese Beziehungen zwischen Eltern und Kinder noch deutlicher herausgearbeitet werden. Denn alles, was jetzt noch an Hinweisen vorhanden ist, spielt in diese Richtung herüber. Das wäre dann etwas anderes, etwas unerwartetes. Aber wäre es wirklich schlechter? 

Notizen für die Akten: 
  • You know what one of those dog fuckers said to me once: I'd rather be wrong first than right second. Tells you all you need to know" Nic Pizzolatto scheint die Presse nicht zu mögen.
  • Frank Semyon scheint also wirklich gute Zähne zu haben. 
  • "Better safe than something else". 
  • Mir vergeht langsam auch die Lust, Staffel 2 immer zu verteidigen. Ja, ich würde sie gerne getrennt von Staffel 1 betrachten. Aber wie soll ich das machen, wenn mir jede verdammte Folge wie ein nasser, stinkender Hund irgendwas präsentiert was vor einem Jahr schon genau so zu sehen war? Soll ich jede Folge loben und ihr sagen wie toll sie das gemacht hat? Was will HBO von mir???
  • Der Fallout der Schlusssequenz könnte gigantisch sein. Zahlreiche Tote, eine Kamera die live filmen konnte was passiert, eine Szene die an sich einwandfrei gemacht war. Aber ALLES an ihr schrie "schau mal, 6 Minuten Tracking Shot my ass! Wir sind besser, weil wir mehr von allem haben". 
  • Nic Pizzolatto hat diesmal das Script nicht allein geschrieben. Scott Lasser hat ihm geholfen, und er ist auch sonst halt so ein Autor. Freuen wir uns auf einen unfähigen und doofen Autor in Staffel 3, der in einer Nebenszene durch den Kakao gezogen wird. 
  • Ich wünsche mir mehr humorvolle Elemente. Wenn Velcoro Lebenshilfe leistet, nur um danach die Sirene anzuschalten weil ihm das langsame Tempo auf den Zeiger geht, dann hat das mehr Potential als Monologue über Avocadobäume. Auch Pauls Ruhe innerhalb der Krise erzählt mehr über ihn als es die meisten seiner bisherigen Szenen gemacht haben. Wieso nicht mehr davon?
Auch kommende Woche bin ich noch im Urlaub, das Recap wird also vermutlich nicht direkt am Montag erscheinen. Danach ist aber erstmal wieder business as usual geplant :)






Recap: True Detective 2.2: Night finds you





Die aktuelle Folge „True Detective“ endete, in jeder erdenklichen Weise, mit einem Knall. Zwar stehen alle Zeichen auf Wiederkehr, doch ein Cliffhanger dieser Qualität ist schon eine Nummer für sich. 

Die Rede ist natürlich vom scheinbaren Ableben von Ray Velcoro. Da genug Grund besteht, dieses tatsächlich zu glauben gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass wir ihn nächste Woche mehr oder weniger wohlbehalten wiedersehen werden. Denn die Idee, Colin Farrell nur für zwei Episoden zu verpflichten und dann damit groß zu werben, die gefällt mir gar nicht. Denn in vielerlei Hinsicht ist es sein Charakter, der diese Staffel mit Leben füllt. Sicher, die nächtliche Aktion auf dem Rasen war ein wenig übertrieben, aber sie bot eine willkommene Abwechslung zum eher lethargischen Ton der restlichen Episode. Und auch in dieser Episode hatte er wieder seine kleinen Momente, doch er schafft es mühelos, den darunter liegenden und leidenden Menschen ebenso zu erfassen. 
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In der zweiten Episode kommen dann auch das erste Mal Zweifel der Beteiligten auf. Soll dieser Mordfall überhaupt gelöst werden? Dass alle unterschiedliche Interessen verfolgen trägt zur Spannung zwischen den Figuren bei. Herunterbrechen lässt sich das folgendermaßen: Der Staat überprüft die Ereignisse in Vinci, deswegen sind unsere drei Polizisten mit dem Mordfall betraut worden, obwohl kein einziger von ihnen im Bereich Tötungsdelikte arbeitet. Darüber hinaus soll sich natürlich gegenseitig ausspioniert werden. Velcoro spioniert für Vinci, Bezzerides und Woodrugh für den Staat. Velcoro hat darüber hinaus Semyon im Nacken sitzen, der zu gerne wissen möchte wieso sein potentieller Geschäftspartner mit weggeätzten Augen und weggeballerten Genitalien aufgefunden wurde. Hier zeichnet sich ein weiterer Unterschied zur ersten Staffel ab: wir kriegen tatsächlich mal so richtig Polizeiarbeit zu sehen und nicht nur zwei Personen, die in mehreren Zeitebenen einen Fall scheinbar nebenbei lösen, während sie philosophische Gespräche führen. Dieser Staffel tut das außerordentlich gut, denn so haben wir wirklich einen Fall, den wir mitverfolgen können. Der Fokus erweitert sich, und das ist in jedem Fall eine Verbesserung. 

Die Chemie zwischen Bezzerides und Velcoro empfinde ich hierbei als besonders stimmig. Beide schätzen sich zunächst aus der Distanz ab, und es ist klar dass sie sich nicht unbedingt mögen. Doch der Mordfall will gelöst werden, und so werden persönliche Abneigungen hinten angestellt. Rachel McAdams bringt ihr bestes Können mit in diese Produktion, und zumindest ich bin davon mächtig überrascht. Aber ich kenne sie bisher auch nur aus eher seichten Liebesfilmchen. Colin Farrell ist eh über jeden Zweifel erhaben. Doch das solide Spiel dieser beiden wirft seinen Schatten über die anderen Beteiligten. Wenn Taylor Kitsch in seiner Rolle nichts weiter will als wieder auf seinem Motorrad zu sitzen, dann schleicht sich schnell mal der fiese Gedanke ein, dass er mit allem anderen ja auch überfordert sei. Dass sämtliche Figuren mit dem, was ihnen vorgesetzt wird, überfordert sind wirkt in diesem Kontext direkt doppelt komisch. Kitsch spricht wenig, und er ist meistens von den anderen isoliert, was auch nicht sonderlich hilfreich ist. Dass er mit der abgenutzten Trope des Mannes, der schwul ist und sich dies nicht eingestehen will beschrieben wird, tut ebenfalls nicht gut. Er reiht sich somit in die Gruppe der Figuren ein, die zu oberflächlich charakterisiert werden. Inwieweit man ihm das allein anlasten kann ist diskussionswürdig, bisher gibt ihm die Serie jedenfalls nicht viel zu tun. 

Und auch Vince Vaughn, so gerne ich ihn in sämtlichen Rollen sehe, kämpft in dieser Woche. Ihm gehört der Auftakt der Folge, und die Kamera- und Schnittarbeit ist wirklich herausragend. Seine Augen liegen im Bild an der gleichen Stelle wie die Wasserflecken an der Wand, und später dann an der gleichen Stelle wie die herausgeätzten Augen von Caspere. Die Überblendung ist nahtlos, und sie ist effektiv. Auch seine Geschichte, wie er als kleiner Junge im Keller eingesperrt wurde, von seinem Vater vergessen wurde und schließlich von Ratten angeknabbert wurde, hat sämtliches Potential um den Zuschauer runterzuziehen. Und doch fehlt die Ernsthaftigkeit, die Eindringlichkeit. Als Semyon später einen anderen Mann am Straßenrand bedroht ist Vince Vaughn hingegen voll in seinem Element. Man wird wohl auf weitere Folgen warten müssen um zu sehen, wie er sich im Gesamteindruck macht. Die physische Präsenz ist auf jeden Fall vorhanden, doch die Dialoge, die überfordern zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Vaughn schafft es nicht immer, sich diese zu eigen zu machen. Um aber fair zu sein: Nic Pizzolattos Art zu schreiben dürfte nicht wenige Schauspieler überfordern. 
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Nach zwei Episoden scheint das größte Problem dieser Staffel darin zu liegen, dass zu viel unter einen Hut gebracht werden muss. Zu viele Hauptfiguren, denen zwei bis drei Minuten Screentime zuteilwerden bevor gewechselt wird. Manche Dialoge sind furchtbar hölzern und kommen gestelzt daher, einige Figuren grenzen bisweilen ans Lächerliche. Ein Arzt der seine Sonnenbrille im Haus trägt? Ein Gangster, dessen vergoldete Zähne ein freundliches „Fuck You“ eingraviert haben? Von den Politikern und dem Polizeichef mit Alkoholproblem will ich gar nicht anfangen. Kalifornien ist ein Ort voller Verrückter, und unsere Protagonisten stecken mitten drin.
Dazwischen findet man wichtige Momente, die emotionale Schwerstarbeit von den Figuren verlangen. So ist „Night finds you“ dann am besten, wenn die Referenzen an Staffel eins am deutlichsten sind: beim Gespräch im Auto zwischen Velcoro und Bezzerides, und beim Zusammenstellen des Profils für den Mordfall. Und wenn Hintergrundgeschichten für die Protagonisten erzählt werden. So überfordert mir Taylor Kitsch scheint, seine im Trailer Park hausende, von Clint Eastwood besessene Mutter spricht Bände über seine Kindheit. 

Am Ende der Folge darf sich Justin Lin dann zum Abschied so richtig austoben. Die Kamera verfolgt Velcoro in das Innere des Hauses, bleibt dicht an ihm dran. Die Beleuchtung ist meisterhaft gelungen, die Szene tropft aus jeder Pore vor lauter Suspense. An der Wand sind Trophäen aufgereiht, das Radio läuft. Die Wände sind schalldicht, eine Kamera ist auf eine Sexschaukel gerichtet. Doch eine der Trophäen fehlt. Velcoro bemerkt dies, doch es ist zu spät: ein Mensch mit einer Vogelmaske hat sich an ihn herangeschlichen. Auf Bodenniveau zieht die Kamera heraus, wenn Velcoro, am Boden liegend, die zweite Runde Munition in den Oberkörper kassiert. Ein mutiger Cliffhanger, keine Frage.
Reden wir noch ein bisschen darüber ob es sinnvoll wäre, ihn nun sterben zu lassen. Als das Casting für Season 2 losging wurden sämtliche Vorgänge mit Argusaugen von den Fans überwacht. Nun ist nicht jeder ein Fan von Colin Farrell, aber einen solchen Namen an Bord zu holen, um ihn dann nach zwei Folgen über den Jordan gehen zu lassen? Schwierig. Andererseits wäre es wirklich die perfekte Falle. Prinzipiell erwarten die meisten von uns nun wohl, dass Ray erkennt dass er auf einem falschen Weg unterwegs ist, sich im Verlauf der Staffel bessern wird und am Ende wenigstens ansatzweise geläutert dastehen wird. Die ersten beiden Folgen brachten für ihn Konflikte mit beinahe jeder anderen Figur. Sein Sohn hat Angst vor ihm, seine Exfrau mag ich nicht. Seine Kollegen respektieren ihn kaum, Semyon nutzt ihn aus. Vielleicht wären alle besser dran, wenn Ray nicht da wäre. Soll dass unsere Lektion aus dem Angriff sein? Und könnten die anderen seine Fußstapfen füllen? Klar, kaputt sind sie alle, jeder auf seine Art. Aber Velcoro war bisher für mich die interessanteste Figur, jedenfalls was die innere Zerstörung angeht. Sein Ableben würde potentiell auch mehr Screentime für Semyon und Woodrugh bedeuten, und ich bin mir nicht sicher ob das eine gute Idee wäre.
Natürlich bleiben aber auch tausend Möglichkeiten, wie man sowas überleben kann. Traumsequenz? Falsche Munition? Absichtlich inszenierter Mord, weil er ja aus seinem Leben ausbrechen will? Wir werden es nächste Woche erfahren. Bis dahin lässt sich festhalten, dass Staffel zwei langsam in die Gänge kommt, und das ist immerhin ein gutes Zeichen.

  • Gaststars und Neuzugänge in dieser Woche: Rick Springfield, Abigail Spencer, Michael Hyatt, C.S. Lee, Yara Martinez, Lolita Davidovich.
  • Die Sängerin in der Bar ist Lera Lynn.
  • Die Puppe in der Milchschale war diesmal nicht zu sehen. Wurden wir reingelegt?
  • In der Bar, die Velcoro und Semyon so gerne aufsuchen hängt Werbung für das „Lone Star“ Bier. Das kann man zwar in Kalifornien finden, aber recht selten. Ein netter kleiner Hinweis auf Staffel 1?
  • Der Ray der Woche: "It got a little too close to sucking a robot's dick."
  • "Well, just so you know, I support feminism; mostly by having body image issues.". Staffel 1 litt extrem unter schlecht geschriebenen Frauenfiguren. Entweder waren sie nett anzusehen, dafür da die Geschichten der Männer voranzubringen oder eine Mischung aus beidem. In diesem Licht wirkt Rays Aussage ein wenig seltsam, denn die gut gemeinte Positionierung wird durch den nachfolgenden Witz direkt wieder ins Lächerliche gezogen.
  • Der neue, wöchentliche Award für passiv-agressives Ärschetreten geht an Ani Bezzerides. Erst starrt sie den schrägen Arzt mit seinem Vagina-lastigen Bürotisch gekonnt nieder, dann raucht sie eine verdammte E-Zigarette ohne dabei auszusehen wie ein Trottel. Außerdem bin ich mir sicher dass sie all diese Messer nicht brauchen würde, weil ihr Blick allein so bedrohlich ist dass niemand gegen sie antreten wollen würde. Kurzum, ich liebe sie. Akzentuierte One-liner, die sie absolut für die Nachfolge von Matthew McConaughey qualifizieren, sind die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. 

  • Jemand hat sich die Mühe gemacht den Song des Intros der ersten Staffel über das aktuelle Intro zu legen. Wie gefällt es euch?