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Serienkritik: Modus Staffel 1

© Edel Germany GmbH

Story


Während der Weihnachtszeit ereignet sich eine Reihe verstörender Todesfälle in Schweden. Als Stina, die autistische Tochter der ehemaligen FBI-Profilerin Inger Johanne Vik (Melinda Kinnaman), unfreiwillig zur Zeugin eines Mordes wird, gerät sie ins Visier des Serienmörders. Um ihre Tochter zu schützen, schließt Inger sich den Ermittlungen der Stockholmer Polizei an. Während Kommissar Ingvar Nyman (Henrik Norlén) den schockierenden Mord an der Bischöfin Elisabeth Lindgren in Uppsala untersucht, tauchen in Stockholm weitere Leichen auf. Trotz unterschiedlicher Todesursachen dauert es nicht lange, bis Inger Johanne ein Muster bemerkt: Die Morde haben eine Verbindung zu einem fundamentalistischen internationalen Netzwerk. Eine verzweifelte Jagd nach dem Mörder beginnt.
© Edel Germany GmbH

Blogparade: Stadt, Land, Fluss

Die Serienparade bei Frau Margarete hab ich jetzt aus mir selbst unerfindlichen Gründen ein paar Runden aussetzen lassen, doch nach dem Urlaub ist vor dem bloggen, also bin ich in Runde sieben wieder mit dabei. Das Thema dieses Mal: Stadt, Land, Fluss. Jetzt denkt ihr sicher "Hä? Das ist doch ein Spiel, was soll das mit Serien zu tun haben?". Die Fragestellung hilft aber weiter: 

Die meisten bzw. die bekanntesten Serien kommen aus dem englischsprachigen Raum – welche Serien kannst du empfehlen, die nicht aus den USA oder aus Großbritannien kommen? Welche deutschen Serien sind deine Favoriten? Oder hast du vielleicht sogar ein paar Exoten in deiner Watchlist?

Zunächst hab ich echt lange überlegt, aber an deutschen Serien die ich richtig gut finde fällt mir echt nichts ein. Klar, als Kind hat man "Kommissar Rex" geschaut, und irgendwann mit 12 hab ich mal bei "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" reingezappt. Aber ansonsten hab ich da seit Jahren nichts auf dem Schirm. Wenn man mal irgendwo reinschaut sieht alles einfach immer aus wie der schlechte Versuch irgendwas amerikanisches zu kopieren. 

Ansonsten ist das echt schwer. Alle meine Lieblingsserien kommen aus dem UK oder den USA. Mir ist bewusst dass die Skandinavier erstklassige Krimis aus dem Hut zaubern, aber Krimi ist so gar nicht mein Genre, da verirre ich mich nur selten hin. Letztens habe ich die schwedische Dramaserie "Blutsbande" angeschaut, die hat mir ziemlich gut gefallen. Und im Schwedischunterricht hatten wir es am Ende häufiger mal mit Wallander zu tun. Aber ob das so richtig zählt?

Was bleibt sind Animes. Wer sich jetzt hier im Blog genauer umschaut wird vermutlich sagen "aber hier sind ja gar keine Animes vertreten!". Stimmt. Weil ich selten welche schaue. Aber so ein oder zwei sind dann doch dabei, und ich stelle euch deshalb mal meinen jüngsten Favoriten vor, der eigentlich schon ein bisschen älter ist. Die Rede ist von "Samurai Champloo". 
Beschäftigt: Jin, Mugen und Fuu aus "Samurai Champloo" © Nipponart
Die Produktbeschreibung bei Amazon sagt folgendes: "Die 26-teilige TV-Serie schildert die Suche der unbedarften Fuu nach dem Samurai, der nach Sonnenblumen duftet. Begleitet wird Fuu bei ihrer Reise durch die Edo-Zeit vom aufbrausenden und coolen Samurai Mugen und von Jin, einem ruhigen und besonnenen Krieger, der das genaue Gegenteil von Mugen verkörpert. Diese Konstellation sorgt bei der abenteuerlichen Reise durchs antike Japan für allerlei Zündstoff."

Empfohlen wurde mir die Serie vor etwas weniger als zwei Jahren von einem Kollegen, nachdem ich ihm lang und breit erklärt hatte dass Anime echt so gar nicht mein Ding ist. Eine leichtsinnige Wette später saß ich nachmittags in meiner Wohnung und fing mit der ersten Folge an. Spätestens als Mugen auftaucht und von David Nathan gesprochen wird hatte mich die Serie, und ich hab einfach alle 26 Folgen hintereinander weg geschaut. Die Vermischung aus traditioneller Samuraigeschichte und Hip Hop Elementen zündet, die Figuren sind allesamt grundsympathisch. Man kann gar nicht anders als mitzufiebern, und die Figuren wachsen einem schneller ans Herz als man "Nudelsuppe" sagen kann. 
Nicht so gut gelaunt: Piccolo und Son Goku ©AV Vision GmbH
Überhaupt, Animes. Ich erinner mich noch lebhaft an die Nachmittage nach der Schule, die jahrelang einem festen Ritual folgten. Zuerst wurde "Pokémon" geschaut, dann kamen "Onepiece" und Konsorten, und Abends gab es "Dragonball (Z)". Auf MTV liefen "Hellsing" und "Angel Sanctuary", aber immer erst abends, und ich war ziemlich froh dass mein Fernseher in meinem Zimmer MTV empfing. Tja, damals hatte man noch richtige Sorgen, schätze ich.  

Welche Serien aus dem nicht-englischsprachigen Ausland schaut ihr gerne?

Serienkritik: Blutsbande


© Edel:Motion
Dass die Skandinavier ein Händchen für mitreissend erzähltes Kino besitzen ist nichts neues. Doch was für das Kino funktioniert klappt im Norden auch für den Serienmarkt erstaunlich gut. Zuletzt begeisterte neben den beinahe schon als Klassikern geltenden "Wallander" Krimis und "Komissarin Lund" vor allem "Real Humans" die Zuschauer. Kurze Zeit nach der Ausstrahlung im schwedischen Fernsehen lief letztere Serie auch bei uns auf Arte, da legen die Schweden schon nach. Mit "Blutsbande" zeigte Arte im Juli die zehn Folgen der ersten Staffel jeweils im Doppelpack aus. Und seit einer Weile kann man sich die mehrfach ausgezeichnete Serie, deren zweite Staffel schon in der Vorbereitung steckt, dank der Verleihfirma Edel:Motion auch ins Regal stellen. Ob die schwedische Dramaserie, deren korrekter Titel "Tjockare än vatten" sich mit "dicker als Wasser" übersetzten lässt, aber tatsächlich überzeugen kann?  




Story: Auf einer wunderschönen Insel in den schwedischen Schären betreibt Anna-Lisa Waldemar zusammen mit ihrem Sohn Oscar und dessen Familie ein altes Gästehaus. Als sie pünktlich zum Beginn der Sommersaison Oscars Geschwister Lasse und Jonna auf die Insel einlädt, hält sich seine Begeisterung mehr als in Grenzen. Doch bald erschüttert ein noch größerer Schock Oscars Welt: Anna-Lisa wird tot aufgefunden. Und damit nicht genug. In ihrem Testament verfügt sie, dass ihre Kinder nur dann erben, wenn sie die Pension eine Saison lang gemeinsam betreiben.

Der letzte Wille der Mutter ist ein verzweifelter Versuch, die Geschwister wieder zusammenzuführen und miteinander zu versöhnen. Das allerdings ist leichter gesagt als getan. Denn das Wiedersehen von Oscar, Lasse und Jonna bringt jede Menge verborgene Wahrheiten und dunkle Familiengeheimnisse ans Tageslicht, die ihre Leben für immer verändern. Sie müssen sich den verdrängten Konflikten der Vergangenheit ebenso stellen, wie den aufgewühlten Emotionen der Gegenwart. Und alle werden herausfinden, ob Blut wirklich dicker als Wasser ist.
© Edel:Motion
Kritik: Mehr über die Geschichte von "Blutsbande" zu verraten wäre vermutlich ein gigantischer Spoiler. Soviel sei aber gesagt: wer auf Charakterdrama steht, der kommt hier voll auf seine Kosten. Gestaltet sich der Anfang noch recht zahm und nett, wird schnell klar, dass hier einige Geheimnisse begraben liegen. Natürlich versuchen die Kinder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich für den einen Sommer zusammenzuraufen. Doch je mehr Zeit vergeht, desto mehr Geheimnisse kommen an Tageslicht, wollen aufgearbeitet werden. Alle drei Geschwister haben ihre eigene Vergangenheit, die sie einfach nicht loslassen will.

Den speziellen visuellen Stil der Skandinavier findet man auch hier vor. Die Farben scheinen ihrer Leuchtkraft beraubt, dunkle Töne dominieren. Das passt natürlich zur rauen Landschaft, und man erwischt sich beim Anschauen vermutlich das ein oder andere Mal beim Gedanken, doch mal Urlaub hoch oben in Schweden machen zu wollen. Dem passt sich der Soundtrack an, der die dramatischen Momente gekonnt untermalt und maßgeblich zum Spannungsaufbau beiträgt. 

Letzten Endes wird ein Drama aber zu großen Teilen von den Darstellern getragen. Johanna Ringbom als Nachbarin bereitet diebische Freude beim Zuschauen. Auch die anderen Darsteller sind gut gewählt und überzeugen. Ab der Mitte der Staffel leiden die Darsteller dann unter dem Drehbuch, welches sich zu gerne in irrelevanten Nebenschauplätzen verläuft. Die Spannung kippt zwar nie ganz, doch das anfangs hohe Tempo wird ein ums andere Mal arg gedrosselt. Wer mit ruhigem Erzähltempo keine Schwierigkeiten hat, der dürfte sich hier wohlfühlen. Wer auf schnell und effizient erzählte Geschichten steht, der dürfte sich an der einen oder anderen Stelle ein wenig langweilen. Doch an sich sind genug Wendungen vorhanden, und mittels Rückblenden wird vieles aufgearbeitet was die Figuren in ihrer heutigen Zeit beschäftigt.
© Edel:Motion
Fazit: "Blutsbande" ist eine schöne Abwechslung von den durchaus stylischen und packenden Thrillern und Krimis, welche die Skandinavier wie am Fließband liefern. Hie erwartet den Zuschauer ein Familiendrama, welches seine Sogwirkung langsam entwickelt, um dann umso fester zupacken zu können. Die Darsteller überzeugen im Rahmen des Möglichen, die raue Landschaft lädt zum Verweilen ein und die Musik tut ihr Übriges um eine rundum stimmige, mitreißende Serie zu erschaffen. Wer gerne seine Zeit damit verbringt, eine Handvoll komplexer Figuren immer besser kennen zu lernen und sich nicht daran stört dass das Tempo nach hinten heraus bisweilen arg verlangsamt wird, der ist hier goldrichtig und sollte der Serie eine Chance geben.

Infos zum Film

Originaltitel:Tjockare än vatten
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Drama
FSK: 12
Laufzeit: 583 Minuten
Regie: Erik Leijonborg, Molly Hartleb, Anders Engström
Drehbuch: Niklas Rockström, Morgan Jensen, Henrik Jansson-Schweizer, Charlotte Lesche
Darsteller: Joel Spira, Björn Bengtsson, Aliette Opheim, Jessica Grabowsky, Molly Nutley, Tanja Lorentzon, Johanna Ringbom, Conrad Stenberg

Die DVD: Die 10 Folgen, die mit knapp 583 Minuten Laufzeit angegeben werden, kommen auf vier DVDs verteilt an. Leider gibt es kein Wendecover. Die Extras fallen arg mau aus, außer 3 Trailern ist leider nichts zu finden. Neben der deutschen Synchronisation gibt es auch den schwedischen Originalton, Untertitel fehlen allerdings. In beiden Sprachfassungen ist der Ton in Dolby Digital 2.0 zu hören, die Abmischung von Musik und Dialogen ist dabei gut ausgewogen. Das im 16:9 Format vorliegende Bild besticht durch gute Kontraste und überzeugt mit guter Qualität. Generell sehr schön ist die Option im Menü auszuwählen, alle Folgen einer DVD hintereinander abzuspielen.