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Serienkritik: Killjoys Staffel 1

© Pandastorm Pictures
Story: Das actiongeladene Weltraumabenteuer folgt einem Trio hartgesottener Kopfgeldjäger durch das Planetensystem Quad, das am Rande einer Revolution steht. Sie haben geschworen in interplanetarischen Konflikten unparteiisch zu bleiben und halten sich als treue Crew stets den Rücken frei. Doch ein dunkles Geheimnis droht das Trio für immer auseinanderzureißen…

Kritik: Mit "Killjoys" gibt es endlich eine weitere Sci-Fi Serie, die so richtig schnell ein hohes Level an Suchtpotential entfalten kann. Michelle Lovretta, die bereits "Lost Girl" schuf, liefert hier gemeinsam mit den Produzenten von "Orphan Black" eine in gleich mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte erste Staffel ab. Appetit angeregt? Dann erzähle ich euch, warum das so ist.
© Pandastorm Pictures
Zunächst wäre da die Hauptfigur. Hannah John-Kamen spielt Dutch, und sie steht absolut im Zentrum. Ihr zur Seite stehen die Brüder John (Aaron Ashmore), der ein ziemlicher Technikfanatiker ist und Frauenheld D'avin (Luke Macfarlane), und zusammen sind sie wirklich ein eingeschworenes Team. Die Dialoge sind locker flockig, ein bisschen frech, hier und da wird unverbindlich geflirtet. Aber im Ernstfall sind die drei knallhart unterwegs. So entsteht von der ersten Minute an Sympathie, die sich verstärkt, sobald man tiefer in die Geschichte vordringt. Denn natürlich hat jede der Hauptfiguren ihr eigenes Geheimnis und ihre eigene Vergangenheit, die es zu ergründen gilt. Dieses Vordringen dauert ein wenig, denn es gibt eine große Welt zu entdecken, mit all ihren komplexen Geflechten. Wer nur auf Fast Food aus ist, der ist hier möglicherweise an der falschen Adresse.
© Pandastorm Pictures
Optisch orientiert sich "Killjoys" ziemlich offensichtlich an den großen Vorbildern wie "Blade Runner", die CGI hinkt hier und da aber ein wenig hinterher. Dies wird durch das liebevolle Setdesign aber größtenteils gut aufgefangen und rückt so in den Hintergrund. Es kann sich voll und ganz auf das Erkunden der fremden Welten konzentriert werden. Diese sind recht detailreich, so dass man sich gerne und auch schnell darin verliert. Eine der zentralen Themen von Sci-Fi, nämlich das Spinnen einer Zukunftsversion und die gleichzeitige, damit einhergehende Kritik an den aktuellen Zuständen, vermischt "Killjoys" ebenso gekonnt. Klasse, Rasse, soziale Schichten und Unfairness sowie Benachteiligung sind allesamt Themen, die immer wieder angesprochen werden. Das führt hier und da dazu, dass vorhersehbar wird, wie die Figuren interagieren, aber so richtig böse kann man der Serie deswegen nicht sein, dazu ist sie am Ende einfach viel zu sympathisch.

Fazit: "Killjoys" genießt den Underdog Status, und im Vergleich mit den aktuellen Hochglanzproduktionen fällt ihr das Mithalten, zumindest rein objektiv betrachtet, etwas schwer. Wer sich aber auch nur ansatzweise für Sci-Fi begeistern kann, sympathische Helden mit Gewissen mag und den Verlust der Crew der Serenity noch immer nicht verkraftet hat, der findet hier kurzweilige, knackige Unterhaltung, die sich angenehm schnell schauen lässt und sich dabei heimlich, still und leise ins Herzchen einnistet. Und dort hat sich "Killjoys" seinen Platz dann auch redlich verdient.

Die Blu-ray: Die Blu-ray im Vertrieb von Pandastorm und Universal ist seit dem 23. September 2016 im Handel. Ins Haus kommt sie in einem schicken Hochglanzschuber geflattert, der fiese FSK-Flatschen ist außen auf der Plastikverpackung angebracht und hinterlässt so auch keine Rückstände auf dem Schuber selbst. Im Inneren wartet dann noch ein Wendecover für all diejenigen, die sich mit Schubern nicht anfreunden können. Die beiden Discs sind stabil untergebracht, in der Hülle befindet sich auch noch ein kleines Booklet mit kurzen Beschreibungen der Episoden. Auf Bonusmaterial auf den Scheiben selbst wurde leider verzichtet.
Das Bild kann sich sehen lasst, es gibt keine Unschärfen, die Farben und Kontraste überzeugen. Hier und da schimmert ein ganz leichter Grünstich durch, dies stört den guten Gesamteindruck aber keineswegs. Körniger wird es allein dann, wenn die Farben sehr dunkel werden, dies trägt aber durchaus zur Atmosphäre bei. Der Sound ist sowohl in der englischen als auch der deutschen DTS-HD MA 5.1 Tonspur sauber, das Verhältnis zwischen Dialogen und Geräuschen sowie Musik ist ausgewogen. Ein bisschen mehr Bass hätte die Sache vertragen dürfen, ansonsten gibt es beim Ton nichts zu bemängeln. Alles in allem eine sehr solide Veröffentlichung, die sich nicht verstecken muss.

Infos zur Serie

Originaltitel: Killjoys
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Sci-Fi
FSK: 16
Laufzeit:10 Folgen mit je 42 Minuten = ~ 420 Minuten Gesamtlaufzeit
Regie: Michelle Lovretta
Drehbuch: Michael Foster, Jeremy Boxen, Annmarie Morais
Darsteller: Hannah John-Kamen, Aaron Ashmore, Luke Macfarlane u.a.

Trailer

Filmkritik: X-Men: Apocalypse

© 20th Century Fox

Story: Seit Anbeginn der Menschheit wurde er als Gott verehrt: En Sabah Nur, genannt Apocalypse, der erste und mächtigste Mutant des Marvel X-Men Universums, vereint die Kräfte vieler verschiedener Mutanten und ist dadurch unsterblich und unbesiegbar. Nachdem Apocalypse nach tausenden von Jahren erwacht, ist er desillusioniert von der Entwicklung der Welt und rekrutiert ein Team von mächtigen Mutanten – unter ihnen der entmutigte Magneto (Michael Fassbender) – um die Menschheit zu reinigen, eine neue Weltordnung zu erschaffen und über alles zu herrschen. Als das Schicksal der Erde in der Schwebe ist, muss Raven (Jennifer Lawrence) mit Hilfe von Prof. X (James McAvoy) ein Team junger Mutanten anführen, um ihren größten Erzfeind aufzuhalten und die Auslöschung der Menschheit zu verhindern.

Kritik: Und da sind sie wieder, unsere liebsten Mutanten. Dieses Mal geht es zurück ins Alte Ägypten, wo Oscar Isaac in Gottgestalt über die Erde herrschen will. Doch wer große Ziele hat, der macht sich auch Feinde, und so geht der Übermutant erst einmal verschütt. Zeit für einen Auftritt der X-Men. Die haben sich nach den Ereignissen aus "Days of Future Past" aufgeteilt. Raven sucht nach anderen Mutanten, Charles bildet junge Mutanten aus, und Eric lebt zurückgezogen und als normaler Mensch getarnt mit seiner Familie in Polen. In ihren jeweiligen Einführungsszenen wird dann auch schnell klar, dass diese Darsteller selbst die dünnste Geschichte mühelos schultern könnten, denn sie sind allesamt fast schon gespenstisch überzeugend. Besonders Michael Fassbender liefert eine Gänsehautperformance ab. Dazu ist der selbst in 3D überzeugende Film herrlich bunt und geht in seinen Comicwurzeln voll auf.
© 20th Century Fox
Doch auch die Neuzugänge schlagen sich wacker. Sophie Turner als junge Jean Grey sticht besonders heraus, aber auch der Rest muss sich nicht verstecken. Der heimliche Favorit aus dem letzten Teil, Evan Peters als Quicksilver, bekommt eine gesteigerte Version seiner coolen Zeitlupensequenz spendiert. Das mag ultimativer Fanservice sein (wie er an einigen Stellen im Film passiert, mit bestem Gewissen wird stellenweise auf die Kontinuität innerhalb der Reihe geschissen), aber es macht eben auch Spaß, zuzusehen. Letztendlich liegen die Probleme des Films, und die hat er eindeutig, an anderer Stelle.

Denn nach mittlerweile 14 Jahren kommt das Franchise nicht mehr vom Fleck. Bereits zu Beginn wurde prinzipiell immer der gleiche Konflikt neu aufgerollt: Einige Menschen sind anders, verstecken sich, werden an die Hand genommen und ermutigt und stehen dann für sich (und die Menschheit) ein. Ein löblicher Ansatz, der gewiss auch so schnell nicht an gesellschaftlicher Relevanz verlieren wird. Doch das immer gleiche Thema wird auf Dauer eben auch langweilig. Bestes Beispiel hierfür ist die Figur des Magneto. Brillant gespielt, keine Frage. Doch wie oft muss man als Zuschauer noch mit ansehen wie Magneto gute Ziele hat, von irgendwem davon abgebracht wird, sich auf einen ausgiebigen Rachetrip begibt um dann am Ende doch wieder klare Gedanken zu fassen? "Apocalypse" bringt diese Redundanz auf ein ganz neues Level, wenn Gespräche zwischen Magneto und Professor X aus den beiden vorherigen Filmen zusammengeschnitten werden und im ersten Moment gar nicht klar wird, dass es sich um verschiedene Filme handelt.
© 20th Century Fox
Auch die Figur des Apocalypse selbst ist viel zu generisch geraten. Vom Talent des Oscar Isaac merkt man unter all der Maske so gut wie gar nichts, dazu kommt eine teilweise fies übertriebene Stimmverzerrung. Eine Rolle, die eigentlich auch jeder Statist aus der zweiten Reihe hätte übernehmen können. Dafür haut der alte Gott dann wenigstens ordentlich auf den Putz wenn es darum geht, die Menschheit zu bestrafen, bringt aber auch dabei nicht mehr als lahme Plattitüden heraus. Als Adaption der Comics wird ein einziger Film, zumal er so vollgepackt mit Figuren ist, dem Charakter sowieso niemals gerecht werden, und es stellt sich die Frage, wie viel Bösewicht man von einem knapp zweistündigen, in sich abgeschlossenen Werk man als Zuschauer überhaupt erwarten darf.

Diese Austauschbarkeit zieht sich durch den restlichen Film, denn die meisten Szenen sind so in sich abgeschlossen, dass man sie alle zusammen in den Mixer stecken könnte und nach kräftigem Durchschütteln immer noch einen funktionierenden Film hätte. Die persönlichen Momente funktionieren dabei tatsächlich am besten, denn der Rest ist zwar nett anzusehen, aber selbst für einen solchen Film am Ende zu viel. Das Ausmaß der Zerstörung ist so groß, so umfassend, dass unweigerlich die Frage im Raum steht, wie die Welt jemals wieder zur Normalität zurückkehren soll. Dieser Gedankengang wird vermutlich irgendwie in Vergessenheit geraten, spätestens mit dem nächsten Teil der Reihe. Doch es stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit, wenn immer wieder die gleiche Geschichte erzählt wird, ohne dass jemals Konsequenzen daraus folgen.
© 20th Century Fox
Fazit:  "X-Men: Apocalypse" erfindet das Superheldengenre nicht neu. Muss er tatsächlich aber auch nicht, denn mittlerweile ist die Reihe so etabliert, dass Fans eh auf ihre Kosten kommen. Visuell ist "Apocalypse" ein Spektakel, auch die Darsteller überzeugen. Sie sorgen auch für die stärksten Momente im Film: Die, in denen es persönlich wird. Denn Apocalypse als Bösewicht bleibt trotz blauer Farbe schrecklich blass. Und auch die Mutanten leider unter der im Superheldengenre weit verbreiteten Krankheit der Konsequenzlosigkeit. Denn hier hat wirklich fast nichts Auswirkungen auf irgendwas, und das macht "Apocalypse" am Ende nett anzusehen, aber eben auch ein wenig zu irrelevant, um innerhalb der Hauptgeschichte wirklich mitreißen zu können.


Infos zum Film

Originaltitel: X-Men: Apocalypse
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Western, Drama, Action
FSK: 12
Laufzeit: 145 Minuten
Regie: Bryan Singer
Drehbuch: Simon Kinberg
Darsteller: Michael Fassbender, James McAvoy, Oscar Isaac, Sophie Turner, Jennifer Lawrence u.a.

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Serienkritik: Doctor Who - Sechster Doctor, Volume 2

© Pandastorm
Story: So bunt sein neues Kostüm, so farbenfroh sind auch die neuen Abenteuer des Doktors: Auf seinen Reisen durch Raum und Zeit trifft er diesmal auf seine persönliche Vergangenheit in Form seiner zweiten Inkarnation und seines damaligen Begleiters Jamie. Zusammen treffen sie auf die menschenfressende Rasse der Sontaraner und einen verrückten Wissenschaftler, der den Doktor für seine Zwecke missbrauchen will. Keine Zeit zum Durchatmen: In weiteren Folgen geraten der Doktor und die amerikanische Studentin Peri in einen Zeitkorridor zwischen der Erde des 19. Jahrhunderts und dem Planeten Karfel, auf dem der entstellte Borad eine Schreckensherrschaft führt. Und im spannenden Staffelfinale entdeckt der Doktor hinter der Fassade einer kryogenetischen Einrichtung ein teuflisches Komplott seiner Erzfeinde, der grausamen Daleks und ihres skrupellosen Schöpfers Davros. 
© Pandastorm
Kritik: Nach der Originalzählweise befinden wir uns jetzt mitten in Staffel 22. Diese war für die BBC in mehrerer Hinsicht ein Experiment. Man reduzierte die Anzahl der Folgen auf 13, dafür dauerte eine Episode 45 Minuten. Dies brachte seinerzeit allerdings nicht mehr Zuschauer, und so stand für kurze Zeit sogar im Raum "Doctor Who" abzusetzen. Nach ausufernden Protesten der Fans entschied man sich dann aber für 18 Monate Pause. Volume 2 umfasst insgesamt sieben Episoden die in drei übergeordneten Geschichten angesiedelt sind. "Androiden in Sevilla", oder "The Two Doctors" bringt den letzten offiziellen Auftritt des zweiten Doctors Patrick Throughton in der klassischen Ära. Auch die Sontarans tauchen zum letzten Mal in Classic Who auf, gleichzeitig besuchen sie hier zum ersten Mal die Erde. Die Geschichte ist eine der brutalsten: Menschen und Aliens werden mit Messern attackiert, es fließt eine Menge Blut und der Kannibalismus der Sontarans ist ebenfalls, zumindest für die damalige Zeit, recht explizit. Allerdings ist das Pacing recht unausgeglichen und man sieht recht wenig von Sevilla und dem zweiten Doctor.

© Pandastorm
"Das Amulett" ("Timelash") ist die letzte Classic Folge die sich um eine historische Persönlichkeit dreht. Persönlich stellt sie für mich die schwächste der drei Geschichten dar. Das liegt aber sicherlich daran dass sie zwischen zwei guten bis starken Erzählungen eingebettet ist. Und Fans kennen das ja bereits aus anderen Staffeln: einige Folgen zünden, während andere eben einfach nett anzuschauen sind, aber nicht so lange in Erinnerung bleiben. "Timelash" lässt sicher den einen oder anderen Zuschauer mit der Frage zurück warum Peri überhaupt mit dem Doctor unterwegs ist. Sie jammert die ganze Zeit, er ist furchtbar gemein zu ihr. Auf Dauer ist das wirklich nervig. Das große Finale gehört dann Davros und seinen Daleks. Ihr kennt mich ja, ich liebe die Daleks einfach, und so ist "Planet der Toten" aka "Revelation of the Daleks" ganz klar mein Favorit in der Box. Es gibt zum ersten Mal einen transparenten Dalek zu sehen, außerdem wird hier zum ersten Mal gezeigt dass die Daleks und Davros schweben können. Wenn ihr bei New Who ganz am Anfang eingestiegen seid (wie man das machen sollte, Christopher Eccleston al #9 ist fantastisch!) erinnert ihr euch vielleicht daran wie überrascht der Doctor war das Daleks plötzlich Treppen benutzen können. Vorher war es ja unter Fans immer wieder für einen Lacher gut, dass die Daleks einfach nicht vom Boden wegkommen. Insgesamt machen natürlich auch diese Folgen mit Colin Baker richtig Laune. Die Special Effects sind für die damalige Zeit betrachtet anständig, die Kostüme waren schon vor 30 Jahren bei der BBC enorm aufwändig. Colin Baker ist sicher nicht der von Anfang an zugänglichste aller Doktoren, aber er wächst einem doch ans Herz. Er ist übrigens auch heute noch sehr aktiv, besucht liebend gern Conventions, ist fleißig bei Twitter unterwegs und gegenüber Fans wirklich extrem freundlich.

Die DVD: Wie bereits bei anderen Classic-Who Veröffentlichungen wurden Bild und Ton sorgfältig digital remastered. Wer auf deutsch schaut bekommt sauberen Dolby Digital 2.0 Sound auf die Lauscher, die englische Tonspur kommt zusätzlich zum 2.0 noch in klangstarkem Dolby Digital 5.1 daher. Das Bild ist konstrastreich und die Farben sind satt, hier wurde ganze Arbeit geleistet. Untertitel liegen in deutsch und englisch vor. Wie schon in Volume 1 sind auch hier die Extras eine wahre Freude. Mehr als fünf Stunden Bonusmaterial wurden auf die insgesamt fünf Discs gepackt. Audiokommentare, Bildergalerien, Deleted und Extended Scenes oder doch lieber eines der zahlreichen Featurettes? Mit den Extras lässt sich ein ganzer Nachmittag sinnvoll verbringen. Zusätzlich gibt es wieder ein dickes Booklet obendrauf. Ein Vorwort von Niola Bryant gibt Einblicke in die Wirkung von "Doctor Who" auf das Bewusstsein der Menschen. Die einzelnen Episoden werden vorgestellt und es gibt, wie immer, Wissenswertes aus der Tardis-Datenbank. Pandastorm zeigt erneut, wie viel Herzblut in eine DVD-Veröffentlichung fließen kann wenn man nur mit genug Hingabe am Thema bleibt. Diese DVDS sollten wirklich in keiner Sammlung fehlen.

Infos zur Serie
Originaltitel: Doctor Who
Erscheinungsjahr: 1984/85
Genre: Sci-Fi
FSK: 12
Laufzeit: 7 Episoden mit je 45 Minuten + 328 Minuten Bonusmaterial

Regie: Peter Moffatt, Pennant Roberts, Graeme Harper
Drehbuch: Anthony Steven, Paula Moore 
Darsteller: Colin Baker, Patrick Troughton, Nicola Bryant, Frazer Hines, John Stratton, Robert Ashby, Denis Carey, Paul Darrow, Terry Molloy, Eleanor Bron, Hugh Walters u.a.

Trailer

Filmkritik: Ex Machina


© Universal

Story: Der 24-jährige Web-Programmierer Caleb gewinnt einen firmeninternen Wettbewerb - sein Preis: eine Woche Aufenthalt im privaten Bergdomizil des zurückgezogen lebenden Konzernchefs Nathan. Vor Ort muss Caleb allerdings an einem ebenso seltsamen wie faszinierenden Experiment teilnehmen und mit der weltweit ersten, wahren künstlichen Intelligenz interagieren: einer bildschönen Roboterfrau. Die packende Story verwickelt Caleb in ein kompliziertes Liebesdreieck, in dem es um die großen Fragen der menschlichen Natur geht: Worin unterscheiden sich Wahrheit und Lüge? Was ist das Wesen von Bewusstsein, Emotion und Sexualität?

Kritik: Wie investiert man knapp über 10 Millionen Euro möglichst beeindruckend? Klare Sache, zumindest wenn man Alex Garland fragt. Der hat sich bisher eher als Romanautor (The Beach) und Drehbuchautor von Filmen wie "28 Days Later" betätigt, und mit "Ex Machina" liefert er nicht nur das Drehbuch, sondern führt auch gleich Regie. Nun könnte man ja theoretisch hingehen und sagen dass zum Thema Künstliche Intelligenz schon alles gesagt wurde. Und in den letzten Jahren taucht das Thema ja auch vermehrt im Film auf. Was nicht verwundern muss, ist künstliche Intelligenz doch in unserem Alltag mittlerweile recht präsent. Unser Smartphone versorgt uns mit klugen Antworten, Sprachsoftware generell hat einen riesigen Sprung nach vorne gemacht und in zahlreichen Universitätslaboren spielen Roboter alle möglichen Spiele. Während Kubricks "2001" noch Intelligenz an sich behandelte stellte beispielsweise Spielberg die Frage nach den Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz in "AI". "Her" lässt einen einsamen Typen und ein Betriebssystem zusammenkommen, "Transcendence" stellt Singularität her und die Avengers kloppten sich kürzlich ebenfalls mit einer künstlich erschaffenen Intelligenz.. Braucht es da wirklich noch einen Film der sich mit den Befindlichkeiten eines Roboters befasst? Die Frage kann man, zumindest nachdem man "Ex Machina" gesehen hat, nur mit einem klaren Ja beantworten. 

© Universal
Schauplatz ist ein abgelegenes Haus in Island. Was Sinn macht, denn Island ist nicht nur atemberaubend schön sondern vor allem landschaftlich größtenteils unberührt. In diese Unberührtheit, diese Perfektion tritt nun ein scheinbar ebenso perfektes, aber künstliches Gebäude. Nathans Haus scheint auf den ersten Blick perfekt durchgeplant, doch der Schein, der scheint zu trügen. Hier und da befinden sich Ungereimtheiten im Gebäude, die schnell den Eindruck entstehen lassen dass es sich weniger um ein Haus als vielmehr um ein Gefängnis handelt. Doch für wen eigentlich? Vielleicht für Ava, die im Keller "lebt". Ava ist eine künstliche Intelligent, erschaffen von Nathan. Caleb soll anhand von Gesprächen herausfinden ob sie über ein Selbstbewusstsein verfügt oder eben doch nur eine Maschine ist. Es ist nur eine von vielen Fragen, die "Ex Machina" stellt: was ist Leben, wo fängt es überhaupt an? Lässt es sich über die Intelligenz definieren, und wie darf man als Erschaffer damit umgehen? Darf, sollte man überhaupt eingreifen? Man lässt der Natur ihren Lauf, aber Ava ist nicht natürlich. Oder ist künstliche Intelligenz nur der nächste Schritt in der Evolution, der die Menschen langfristig vom Spitzenplatz vertreiben wird? Wohin führt das Streben nach Perfektion? All diese Fragen werden aufgeworfen, beantworten muss man sie selbst. In gewisser Weise ist es die Rückkehr zum Ursprung von Science Fiction, denn Ideen stehen hier im Vordergrund. 

© Universal
Aber "Ex Machina" hört an dieser Stelle noch lange nicht auf. Hinterfragt wird auch die Rolle von Mann und Frau, und wie letztere durch erstere geformt, beeinflusst werden. Nathan agiert aus niederen Beweggründen, spielt Gott und ist doch die denkbar falscheste Person dafür. Garland behandelt dieses Thema nicht zum ersten Mal, man denke nur an das Ende von "28 Days Later" und den Umgang der Männer mit den Frauen, die sie auf einmal als in ihrer Macht befindlich betrachten. Nathan benimmt sich wie ein übereifriger Student, der eine Verbindung leitet. Eigentlich zu alt für den Job, aber solange man die anderen Jungs "Dude" oder "Bro" nennen kann passt das schon irgendwie. Er hat zu viele Männerzeitschriften gelesen und Ava nach den sorgsam recherchierten Mittelwerten der perfekten Pornodarstellerinnen erschaffen. Ein einziger Alptraum, präsentiert als die einzig richtige Fantasie jedes einzelgängerischen Kellerkindes, was natürlich niemandem irgendwie zweckdienlich ist. Dem steht Caleb gegenüber: unscheinbarer, auf jeden Fall. Nathan ist trainiert, trinkfest, selbstsicher, gutaussehend. Caleb ist auf den ersten Blick sympathisch, aber eben auch ein bisschen blass. Hilflos. Und doch ist er es, der Mitgefühl für Ava entwickelt. Der die ganze Angelegenheit hinterfragt. Ist Weiblichkeit, wie wir sie betrachten, nicht letzten Endes auch nur ein Konstrukt, etwas Künstliches? Macht Ava vor diesem Hintergrund nicht beinahe schon pervers viel Sinn? Die großen Augen, die scheinbare Hilflosigkeit, diese perfekte, als solche erschaffene Frau? Sinnbild der Erotik, wenn sie scheinbar erwachsen wird, beginnt sich für Caleb zu interessieren, wenn doch gleichzeitig so ein Alphatier wie Nathan anwesend ist? Wunschvorstellung? Oder doch manipulativ und bösartig? Wenn man Frauen hasst, dann besteht eine große Chance diesen Film zu feiern, natürlich aus gänzlich falschen Gründen, aber wer so denkt, der denkt eh nur recht begrenzt, wenn überhaupt. 

Oscar Isaac spielt Nathan herrlich ambivalent. In seltenen Momenten wirkt er beinahe sympathisch, in anderen kommt eine wirklich ekelhafte, abschätzige Ader zum Vorschein. Gewürzt wird das Ganze mit einer großzügigen Portion Wahnsinn, und die Szene in der er mit der anderen, schweigsamen Frau im Haus zu überdrehter Musik tanzt ist an Absurdität kaum zu überbieten. Domhnall Gleeson haucht seinem sympathischen Charakter durch subtile Mimik ein ganz eigenes Leben ein, beide sind beinahe perfekte Gegensätze zueinander. Doch die Show wird ihnen von Alicia Vikander gestohlen. Den Drahtseilakt zwischen kalter, berechnender KI und emotionaler, menschlicher Wucht meistert sie grandios, und es ist nie ganz klar in wessen Auftrag, und ob überhaupt in irgendjemandes Auftrag, Ava handelt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die makellosen Special Effects. Eingangs erwähnte ich die knapp 10 Millionen Dollar, und man sieht hier, wie gut man eine solche Summe anlegen kann. 

© Universal
Der Soundtrack von Ben Salisbury und Geoff Barrow passt sich dem visuellen Spektakel an. Ruhig fließt er dahin, beinahe schon lasziv, so wie der Fluss neben Nathans Haus. Nur langsam baut sich ein bedrohlicher Unterton aus, den man nie so ganz festmachen kann. Die Bilder gleichen sich dem an, die Kamera ist ruhig, genau wie das Erzähltempo. Man nimmt sich Zeit alles sorgsam zu erkunden, und zu keinem Zeitpunkt wird man als Zuschauer gehetzt oder ausgegrenzt. Es ist eine kleine, aber besondere Stärke des Drehbuchs, auch komplexe Sachverhalte simpel zu erklären. Nicht nur liefert Isaac mit seiner Darstellung einen glaubhaften klugen Kerl ab, die Dialoge sind darauf angelegt auch dem technisch eher unbewanderten Zuschauer die Dinge verständlich zu machen. Wer Action erwartet, der ist hier gänzlich an der falschen Adresse. Wer Antworten vorformuliert haben will darf sich gerne woanders umschauen. Am Ende stellt sich dann ein Gefühl der Befriedigung ein, denn dass eine Geschichte so schlüssig und vor allem konsequent erzählt wird ist mittlerweile selten geworden. Noch seltener sind Filme, die direkt dazu einladen, sie noch einmal anzusehen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, aus allen erdenklichen Winkeln. So ein Film ist "Ex Machina".

Fazit: Science Fiction, so wie es sein sollte. Im Vordergrund steht eine Idee, gestellt werden alle erdenklichen Fragen, die damit einhergehen. Doch man bekommt hier nichts serviert, man muss seine eigenen Antworten finden. "Ex Machina" ist klug, ohne auf den Zuschauer herabzublicken. Wundervoll inszeniert, mit einem tollen Drehbuch und großartigen Schauspielern. Ein Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte, weil er genau die richtigen Fragen stellt. 

Infos zum Film

Originaltitel: Ex Machina
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Thriller
FSK: 12
Laufzeit: 108 Minuten
Regie: Alex Garland
Drehbuch: Alex Garland
Darsteller: Alicia Vikander, Oscar Isaac, Domhnall Gleeson, Sonoya Mizuno u.a.

Trailer

Serienkritik: Doctor Who - Sechster Doctor, Volume 1

© Pandastorm
Für meine liebsten Kollegen, den magischen Meeresfrüchten bei den Drei Muscheln, hab ich mir die seit Ende November erhältliche "Doctor Who" Box mit den ersten Folgen des sechsten Doctors mal genauer angeschaut. Schaut doch bei den Muscheln mal vorbei, sie sind sogar ohne Zitronensaft äußerst genießbar.

Story: Der neue Doctor zeigt sich von seiner düstersten Seite. Nach seiner traumatischen Regeneration ist er emotional unausgeglichen und unberechenbar. Dennoch muss er sich neuen Herausforderungen und alten Widersachern stellen.


Kritik: Mit Colin Baker geht es nun wieder einen Doctor weiter zurück in die Vergangenheit. Seinerzeit wurden einige der Folgen heftig kritisiert, da für damalige Verhältnisse ein recht hohes Maß an Brutalität herrschte. Das sorgte für einen schönen Zufall, denn die Doppelfolge „Revolte auf Varos“ beschäftigt sich dann prompt auch mit Folter als Unterhaltungsinstrument. „Doctor Who“ zögerte schon in den 80ern nicht wenn es darum ging kritische Themen anzusprechen. 

Aus heutiger Sicht kommt das natürlich alles recht harmlos daher. Aber fangen wir von vorne an. Geht man nach der englischen Aufteilung der Staffeln, so findet man hier das Ende der 21. Staffel und die ersten sechs Folgen der 22. Staffel. Im Vierteiler „Zweimal Einstein“ trifft der Doctor auf recht skurrile Schneckenmonster, die natürlich gleich die ganze Galaxie übernehmen wollen. In „Angriff der Kybermänner“ geht es zurück nach London, wo die Cybermen wieder recht unheilvolle Pläne in die Tat umsetzen wollen. „Revolte auf Varos“ setzt sich, wie eingangs erwähnt, mit dem Thema Reality TV auseinander und „Die Rache des Meisters“ bringt einen der ikonischsten Gegner des Doctor zurück.  
© BBC
Nachdem der fünfte Doctor, gespielt von Peter Davison, eher ruhig und zurückhaltend war erwartet den Zuschauer hier nun das absolute Gegenteil. Colin Baker ist bunt, und seine Persönlichkeit ist so schillernd wie seine Kleidung. Besonders in den ersten Folgen wirkt er aber eindeutig unsympathischer, vor allem sein Umgang mit seinem Companion, Peri, ist häufig herablassend. Das wird im Verlauf der Staffel nachlassen, dürfte aber besonders auf Neulinge abschreckend wirken. Auch sonst wirkt er sehr überheblich und hat auch deutlich weniger Probleme sich notfalls mit Gewalt zur Wehr zu setzen. Dazu kommen Stimmungsschwankungen, kleinere und größere Ausraster und teilweise beinahe schon manisches Verhalten. Nein, einfach ist dieser sechste Doctor auf keinen Fall. Wer aber schon immer besondere Freude an der Schlagfertigkeit und Redegewandtheit des Doctors hatte darf sich hier auf einiges gefasst machen.
© BBC

Wie generell in der Serie, sowohl bei Classic als auch New Who ab 2005 zünden nicht immer alle Folgen. Highlight dieser Box dürfte ganz klar „Die Rache des Meisters“ sein, nicht zuletzt auch weil die Kombination aus Master und Rani zu den klassischsten Begegnungen des Doctors zählt. Aber seit jeher waren die Folgen von „Doctor Who“ so vielseitig wie die Anhänger der Serie, und so wird auch in dieser Box jeder Fan der langlebigen Sci-Fi Serie seine Lieblingsgeschichte selbst entdecken. Neueinsteiger werden es, wie gewohnt, schwer haben und auch auf die oftmals improvisierten Kulissen wird man sich einlassen müssen, alle haben aber über die Extras eine Chance den Einstieg zu finden. Obwohl der sechste Doctor besonders zu Beginn nicht die sympathischste Inkarnation des Time Lords ist heizt diese Box den Appetit auf weitere Folgen mit Colin Baker mächtig an. Der genießt sein Dasein als Doctor auch heute noch, besucht fleißig Conventions und ist auch auf Twitter sehr aktiv. So ganz wird man eine der ikonischsten britischen Rollen scheinbar nie los. 

Die DVD: Besonders positiv stechen bei der DVD, wie auch schon bei früheren Veröffentlichungen von Pandastorm, die Extras heraus. Zu jeder Folge gibt es zahlreiche Audiokommentare und unzählige Featurettes, mit denen die Episoden bis in den letzten Winkel ergründet werden können. Bild und Ton wurden digital remastered und können begeistern. Abgerundet wird das stimmige Gesamtpaket durch ein Booklet, das randvoll mit Infos gepackt wurde. Ein persönliches Statement von Colin Baker, eine Vorstellung der Hauptdarsteller, Infos zu den einzelnen Folgen und wissenswerte Fakten laden zum Schmökern ein. Hier bleibt wirklich kaum ein Wunsch des Zuschauers unerfüllt.




Infos zur Serie

Originaltitel: Doctor Who

Erscheinungsjahr: 1984/85
Genre: Sci-Fi, Abenteuer
FSK:12
Laufzeit: ~ 370 Minuten
Regie: Peter Moffat, Mattheew Robinson, Ron Jones, Sarah Hellings
Drehbuch: Anthony Steven, Paula Moore 
Darsteller: Colin Baker, Nicola Bryant, Maurice Denham, Edwin Richfield, Anthony Ainley, Kate O'Mara