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Blogparade: All you need is love

Bei Frau Margarete findet momentan eine Blogparade in Serie und zum Thema Serie statt. Pünktlich zum vierten Teil hab ich das endlich auch entdeckt, und fühle mich nun gezwungen, ordentlich Senf dazu zu geben. Das Thema? "All you need is love". Der Stein des Anstoßes formuliert sich so:

Welche sind deine liebsten Liebespärchen im Film? Welche Liebesgeschichte findest du besonders romantisch? Oder auch: In welchen Seriencharakter bist du (heimlich?) verliebt? Vielleicht aber auch: Welche Serienpärchen nerven dich besonders? Braucht eine gute Serie auch eine tolle Liebesgeschichte oder meidest du Romantik eher?

 

Liebesgeschichten. Schwieriges Thema, ehrlich. Die meisten davon finde ich nicht gut erzählt. Alles ist immer Kitsch und Regenbögen-kotzende Einhörner und so. Aber wenn ich sage "die meisten", dann bedeutet dass ja automatisch auch dass es Liebesgeschichten und Paare gibt, die ich gerne mag. Paare, die anders sind, Paare bei denen ich sagen kann: wow, die finde ich wirklich klasse. Vielleicht auch ein bisschen Paare, in denen ich Eigenschaften von mir und meinem Freund wiedererkenne. Meine fünf Favoriten habe ich euch herausgesucht, und ich stelle sie nachfolgend vor und erkläre, wieso ich gerade diese Paare ganz besonders mag.

Amy und Rory, Doctor Who

Ich breche jetzt an dieser Stelle mal keine Diskussion vom Zaun, in der ich mich darüber aufrege was für dämliche Rollen die weiblichen Companions bei "Doctor Who" so haben. Stattdessen möchte ich über Amy und Rory reden. Die beiden machen unglaublich viel zusammen durch: Rory wird ausgelöscht, in der Zeit zurückgeschickt, er erschießt aus Versehen die Liebe seines Lebens, wartet dann 2000 Jahre auf sie, und Kinder kriegen ist nochmal ein ganz anderes Thema. Doch die beiden macht so viel mehr aus. Sie sind die perfekten Gegenstücke zueinander. Und sie vervollständigen sich. Rorys Unsicherheit wird durch Amy abgefedert, und er glaubt unnachgiebig an sie, selbst wenn sie fest davon überzeugt ist ein wandelnder Haufen Chaos zu sein. 


April und Andy, Parks and Recreation


Ah, April und Andy. Was so seltsam anfing entwickelte sich zu einer meiner allerliebsten Liebesgeschichten überhaupt. Ever! Beide bringen jeweils das Beste am anderen zum Vorschein. Andy schafft es, dass wir erkennen dass hinter Aprils dickem Schutzschild aus Ablehnung und Sarkasmus eine tiefe, innere Verletzbarkeit liegt. Und April vollbringt das Wunder und macht aus einem am Anfang wirklich nutzlosen Charakter einen der liebenswertesten Typen im Fernsehen. Sicher, die beiden sind ein bisschen verrückt. Aber wer ist das nicht? Und am Ende will jeder nur, dass der andere glücklich ist. Und beide würden alles dafür tun, ihren Partner glücklich zu machen. Oftmals ist bei Fernsehpaaren am interessantesten, wie sie zusammenfinden. Sobald dann das Paar als solches existiert, werden sie oft sterbenslangweilig. Aber nicht mit April und Andy. 


Leslie und Ben, Parks and Recreation


Noch ein Paar aus Parks and Recreation, ja. Aber mal ehrlich: die Serie ist voll von wundervollen Paaren. Und was sie so besonders macht ist die Tatsache, dass die Serie an sich um ihre Figuren besorgt ist. Niemand wird je der Lächerlichkeit preis gegeben, und alle Figuren werden dabei unterstützt ihr Glück zu finden. Für Leslie, die am Anfang immer irgendwie etwas zu verrückt wirkte, kam das passende Gegenstück in Form von Ben. Ben fing an als eine Person ohne jede Art von Selbstvertrauen, mit mehr Stöcken im Hintern als tatsächlichem Rückgrat. Doch die beiden finden zueinander. Leslie macht Ben selbstbewusster, Ben sorgt dafür dass Leslie ein kleines bisschen weniger verrückt ist. Beide vervollständigen sich, runden sich ab und werden zusammen einfach immer besser. Dass sie ihre kleinen Macken jeweils voll unterstützen macht sie noch liebenswerter als sie eh schon wären.
Lily und Marshall, HIMYM
Irgendwo da draußen rennen vermutlich Leute rum, die Ted bei "How I met your Mother" am meisten mochten. Die sich auch nach neun Staffeln noch ernsthaft dafür interessiert haben, mit wem er nun am Ende zusammen ist. Da gehör ich nicht dazu. Sogar Barney hat irgendwann mein Interesse nicht mehr halten können. Die einzigen Figuren in dieser Serie, die ich von der ersten bis zur letzten Folge wirklich mochte waren Lily und Marshall. Klar, die beiden sind manchmal ein bisschen nervig, wenn sie es mit ihrem Paar-Gehabe mal wieder übertreiben. Aber verdammt, eigentlich ist es total süß. Aber sie nehmen Rücksicht aufeinander, sorgen dafür dass der andere glücklich ist. Erinnert ihr euch, als Marshall jahrelang auf Oliven verzichtet hat, weil Lily sie so gerne mag? Und sie lieben sich nicht nur, sie mögen sich auch. Und im Verlauf der Serie entwickeln sie sich weiter, und jeder Schritt in dieser Entwicklung macht sie zusammen stärker. Wenn das nicht romantisch ist, was dann? 
Zoe und Wash, Firefly
 Zoe und Wash sind ein weiteres Beispiel für ein Paar, dass auch nach der Paarbildung interessant bleibt. Die beiden starten die Serie und sind schon lange verheiratet, und sie beenden sie auch verheiratet. Dazwischen gibt es kein Drama. Also, außer die Angriffe von den ganzen Weltraumbarbaren und Piraten und zwischendurch mal ein Kidnapping. Aber die beiden sind verrückt nacheinander, respektieren und akzeptieren sich. Angenehm finde ich auch, dass die beiden nicht zusammengekommen sind nachdem Wash in guter, alter Heldenmanier die Jungfrau in Nöten gerettet hat. Die beiden fanden sich einfach ansprechend, und zack - man wird ein Paar. Die stabile Verbindung der beiden kontrastiert dann auch wunderbar mit dem Chaos und der Ungewissheit auf dem Schiff. Da findet man kein Beziehungsdrama, und das ist extrem angenehm. Dass die beiden ohne diese ganzen, elenden Klischees auskommen (man braucht ewig bis man zusammenfindet - es gibt Stress - man trennt sich - oh, man findet wieder zusammen...) ist dann das Sahnehäubchen auf der Beziehungstorte.


Ist euer liebstes Paar auch dabei, oder habt ihr andere Favoriten? Lasst doch einen Kommentar da :)


 

Blogparade: Die 10 legendärsten Serienepisoden

© Fox
Miss Boolena hat eine ganz wunderbare Blogparade zum Thema "legendäre Serienepisoden" ins Leben gerufen. Und weil sich an meiner Vorliebe für Listen noch immer nichts geändert hat, präsentiere ich euch jetzt meine 10 liebsten Serienepisoden, die mich entweder zutiefst erfreuten oder tränenüberströmt in der hinterletzten Ecke meines Bettes zurückließen. Nie war es hier im Blog so angebracht wie zuvor, aber: Spoiler. Ich hab euch jeweils direkt im Namen der Episode auch die Staffel mit angegeben, ihr könnt also auch nur die Texte lesen, zu denen ihr die Folgen schon kennt.

Nochmal, deutlicher: Spoiler

This article is dark and full of spoilers!

Also, legen wir los.

Lost - The Constant (Season 4, Episode 5)

Ohh, right in the feels. Lost war die erste Serie, die ich so richtig durchgesuchtet habe. Kurz vor der letzten Staffel bin ich eingestiegen, und weil ich mich zwischen zwei Jobs befand, habe ich eine ganze Woche genutzt um ALLES nachzuholen. "The Constant" wird für mich auf ewig einen ganz besonderen Platz im Seriengedächtnis haben. Einfach, weil es grandios gespielt und grandios geschrieben war. Weil es so viel Belohung für die Figuren war. Und weil ich zum ersten Mal so richtig mit Figuren mitgeweint habe.



Parks and Recreation - One last Ride (Season 7, Episode 12)

Parks and Recreation habe ich erst entdeckt, als die sechste Staffel bereits gelaufen war. In Windeseile habe ich also alle Folgen angeschaut, und dann auf die finale Staffel gewartet. Und was soll ich sagen? Selten habe ich eine letzte Staffel von irgendwas erlebt, die so aus allen Kanonen feuert. Die all ihren Figuren ein wunderschönes Ende beschert. Die sich so viel Mühe gibt, allen gerecht zu werden. Parks and Recreation war für eine Weile wie ein guter Freund. Mit Figuren, in denen man sich wiedererkennen kann. Mit einer tollen Botschaft. Und natürlich mit Leslie Knope, einer der besten Frauen im Fernsehen. Ich vermisse diese Freunde. Statt eines Clips aus der letzten Folge gibt es ein überall einsehbares Best-of Video von meiner heimlichen Seelenschwester April Ludgate. Bedankt euch bei Youtbe.





Breaking Bad - Ozymandias (Season 5, Episode 14)

Statt einer Szene aus der Episode möchte ich hier lieber den Trailer zeigen. Bryan Cranston liest das gleichnamige Gedicht von Percy B. Shelley. Und weil ich Gedichte mag, vor allem wenn sie aus der britischen Romantik stammen, gibt es an dieser Stelle das Gedicht für euch:
I met a traveller from an antique land 
Who said: — Two vast and trunkless legs of stone 
Stand in the desert... Near them, on the sand, 
Half sunk, a shattered visage lies, whose frown, 
And wrinkled lip, and sneer of cold command, 
Tell that its sculptor well those passions read 
Which yet survive, stamped on these lifeless things, 
The hand that mocked them, and the heart that fed: 
And on the pedestal these words appear: 
‚My name is Ozymandias, king of kings: 
Look on my works, ye Mighty, and despair!‘ 
Nothing beside remains. Round the decay 
Of that colossal wreck, boundless and bare 
The lone and level sands stretch far away.



True Detective - Who goes there? (Season 1 Episode 4)

In dieser Episode wird das Doppelleben von Hart aufgedeckt. Und True Detective hat in der ganzen ersten Staffel sowieso keinerlei Schwachpunkte. Nachdem ich also fast vier Folgen lang gaaaaanz langsam in die tiefen Abgründe dieser Serie hineingezogen wurde, endet die vierte Folge. Und nicht nur irgendwie, nein. Sie endet mit einem fast sechs Minuten langen One-Take Tracking-Shot. Was bedeutet das? Sechs gottverdammte Minuten ist die Kamera an Matthew McConaughey dran, es gibt keinen einzigen Schnitt. Das war der Moment in dem ich wusste: ich werde Zeugin von absoluter Ultrakunst. Am Ende saß ich auf der Bettkante und war sprachlos. 



Leftovers -The Prodigal Son Returns (Season 1, Episode 10) 

"Leftovers" spaltete die Serienzuschauer. Einige (so auch ich) sind begeistert und haben das Geschehen Woche um Woche mitverfolgt. Andere haben sich zu Tode gelangweilt. Die in meinen Augen treffendste Auseinandersetzung mit Depression und Verlust, die ich je in einer Serie erlebt habe, gipfelte in einem fulminanten Ende. in der Katharsis für die Figuren. Ich bin jetzt schon auf eine zweite Staffel gespannt.



Buffy - Once More with Feeling (season 6, Episode 7)

Joss Whedon, die erste. Dass der Meister aller Serien hier vertreten sein *muss*, ist ja klar. Buffy wird für mich immer einen besonderen Platz im Herzen haben, und "Once more with Feeling", die Musical-Episode, ist mit Abstand meine liebste Folge. Ich hab euch den Song von Spike, "rest in peace" herausgesucht. Die Beziehung zwischen Buffy und Spike war alles andere als einfach, das ist in diesem Song perfekt herausgearbeitet. Nebenbei ist James Marsters ein wirklich toller Sänger. Wer noch nie in dieser Hinsicht gesucht hat: Sucht bei Youtube nach "Ghost of the Robot".



Firefly - Out of Gas (Season 1, Episode 8)

Und Joss Whedon, die zweite. Firefly habe ich erst kürzlich entdeckt, aber die Liebe entwickelte sich wie ein Waldbrand. Fox bewies hier vermutlich am deutlichsten, wie kurzsichtig sie sind. Die erste Staffel wurde nicht einmal zu Ende ausgestrahlt. Und trotzdem werden auch nach 10 Jahren noch immer Neulinge zum Fan der wundervollen Crew um Captain Mal Reynolds. Episode 8 fällt aus dem restlichen Rahmen der Serie durchaus raus, denn hier gibt es vor allem eines: Hintergrundgeschichte. So ist die Crew der Serenity in der Gegenwart in einen Unfall verwickelt. Flashbacks erzählen dann, wie es zu diesem Unfall kam. In einem weiteren Rahmen erzählen andere Flashbacks, wie die Crew zusammenkam. Nicht dass die komplette Crew nicht vorher schon liebenswert gewesen wäre. Aber diese Folge zeigt das ganze Potential, welches "Firefly" gehabt hätte, wenn Fox nicht wieder dumm gewesen wäre. Curse you and your sudden but inevitable betrayal, Fox!



Doctor Who - Vincent and the Doctor (Season 5, Episode 10)

Nicht-Whovians Doctor Who nahe zu bringen ist eine Herausforderung. Normalerweise wird bei "ein 900 Jahre altes Alien in Menschengestalt, dass in einer Telefonzelle durch Raum und Zeit...." ihr wisst schon. Meine Episode um Neulinge zu überzeugen ist "Vincent and the Doctor". Nicht nur ist mit Amy Pond mein liebster Companion dabei, die Geschichte hat alles, was Doctor Who so großartig macht. Eine spannende Zeit, in der sie spielt. Ein faszinierendes Alien. So unendlich viel Herz. Und Vincent van Gogh. Und verdammt nochmal, Bill Nighy. Mit Abstand einer meiner liebsten Momente in der ganzen Serie ist das Ende der Folge. Denn zwischen all den Aliens, den verrückten Reisen und den Eigenartigkeiten des Doctors ist es das Herz, was die Serie besitzt. Dieses unendlich große Herz (manche sagen, es sind zwei), in dem Platz für jeden ist.



House of Cards - Chapter 14 (Season 2, Episode 1)

Mit House of Cards bin ich momentan noch beschäftigt und am Ende der dritten Staffel. Nachdem ich Staffel 1 schon grandios fand und mich fröhlich-motiviert auf die zweite Staffel stürzte, erlebte ich den bis dato größten "wtf-Moment" meines Serienlebens zu Beginn von Staffel 2. Franks unschöne Auseinandersetzung mit Zoe verfrachtete mich in eine Schockstarre. Als ich dann dort saß, ein kleiner Haufen Elend, wollte ich nichts weiter, als dass Frank mit mir spricht. So schrecklich dieser Mensch auch ist, ich wollte tröstende Worte. Doch es kam nichts, Frank schwieg mich an. Enttäuscht und allein gelassen saß ich also dort, um in letzter Minute doch erlöst zu werden. Und ich war Frank so dankbar. Dankbar, dass er mich nicht vergessen hat. Doch ich schämte mich auch. Für die Aufmerksamkeit, die ich von diesem Menschen haben wollte. Für mein beleidigt-sein, weil er mich eine ganze Stunde ignoriert hat. Ich hoffe, er wird mich nie wieder ignorieren. 



Game of Thrones - Mountain vs. Viper (Season 4, Episode 8)

Als Buchleser wusste ich ja, was kommt. Ich hatte allerdings zu Beginn der Staffel nicht damit gerechnet, dass mir Oberyn so sympathisch werden würde. So hatte ich dann also bis zum Ende des Kampfes noch einen Restfunken Hoffnung, dass irgendjemand sich erbarmen würde und hier die Serie vom Buch abweichen lassen würde. Aber keine Chance. Als ich die Folge angesehen habe, konnte ich am Ende nicht mehr hinsehen. Zwei Wochen später überraschte mich jemand mit einem Bild von Oberyn nach dem Kampf, und ich brach auf der Stelle in Tränen aus.


Recap: Parks and Recreation Finale: One last Ride

© NBC
Nun ist es also soweit: die Waffeln sind gegessen, hier liegen ein paar Taschentücher herum und meine Augen sind ganz seltsam rot innendrin. Tut irgendwie auch ein bisschen weh im Hals. Natürlich weiß ich ganz rational darum, dass die Serie niemals ganz verschwinden wird. Die letzten Wochen habe ich abends damit verbracht, mit meinem Freund, der zum ersten Mal Parks geschaut hat, viele Folgen nochmal zu sehen. Und es war wundervoll, wir haben viel gelacht, konnten den Figuren oft zustimmen, und zumindest bei mir ist auch beim zweiten Mal schauen die ein oder andere Träne geflossen. Weil "Parks" eben nicht nur irgendeine Comedyserie ist. Es ist eine Show, klar. Aber gefüllt mir Figuren, mit denen man sich identifizieren kann. Nicht auf diese "ich wär heimlich auch gerne Iron Man"-Weise, nein. Jede Figur war in erster Linie zutiefst menschlich, das hat sie besonders gemacht. Wir haben sieben Staffeln lang Höhen und Tiefen durchgemacht, haben mitgefiebert, mitgelacht, mitgelitten. Und weil es sich grad richtig anfühlt, kann man ja auch ruhig mal persönlich werden: Parks and Recreation hat mir viele Dinge gezeigt. Viele der Figuren tragen Charakterzüge, die ich in mir wiedererkenne. Vor allem April war für mich immer die Person, mit der ich mich am meisten identifizieren konnte. Und so hat ihr Weg in der siebten Staffel mich oft zum nachdenken gebracht. Ich sehe nun vieles gelassener, mache mir weniger Gedanken. Geichzeitig bin ich weniger besessen von dem Gedanken, niemals etwas fertig zu stellen, damit alles irgendwie "cool" bleibt. April, und auch Leslie, haben mir gezeigt wie wichtig es ist, Ziele zu haben. Wie wichtig es ist, diese zu verfolgen, und dass man sich dabei nicht komplett umkrempeln muss. Und ja, das ist mega kitschig und peinlich, aber es passt so wunderbar und zeigt, wieviel mehr als nur "Comedy" diese Show ist. Und so ist dies ein Abschied, der wehtut. Aber es ist auch ein versöhnlicher Abschied, und "Parks" verlässt uns auf dem absoluten Höhepunkt. Vielleicht mit zu wenigen Lachern wenn man die Tatsache, dass es sich um eine Comedyshow handelt, mit einbezieht. Aber auf jeden Fall mit dieser leckeren, viel zu süßen Extraportion Sahne auf dem großen Stapel voller "Trost-Waffeln", die erst so richtig zufrieden macht. Und vielleicht noch ein bisschen Puderzucker oben drüber, wenn wir schonmal dabei sind. Kommt also mit auf eine letzte Reise nach Pawnee, und lest ein letztes Recap zu einer Show, die sicher nicht nur mich sehr oft sehr glücklich gemacht hat. 
© NBC
Am Ende der Folge können wir Pawnee mit ruhigem Gewissen verlassen. Gab es zum Beginn der Staffel noch einen verhältnismäßig kleinen Zeitsprung von drei Jahren, gehen wir nun bis ins Jahr 2048, um zu sehen wo alle Figuren Jahre später stehen. Und es überrascht kaum, aber alle sind glücklich, zufrieden und führen das Leben, das sie haben wollten. Donna und Joe leben in Seattle. Sie ist erfolgreiche Maklerin, er ist noch immer Lehrer. Als sein Unterrichtsfach, Mathe, abgeschafft wird (ich will bitte in diesem Jahr und in Seattle leben!!!), erkennt Donna, dass ihr Leben auch mit ein bisschen weniger Luxus auskommt. Sie ruft also Satan's Nichte an, und April hilft ihr, eine Non-Profit aufzuziehen: Teach Yo-Self. Tom findet das zwar alles wenig cool, muss aber zugeben dass Donna sich trotzdem noch teure, diamantbesetzte Uhren leisten kann. Er selbst ist immernoch mit Lucy zusammen, doch seine Pläne, sein Bistro zu einem Franchise zu machen, wurden von der Wirtschaft torpediert. Doch Tom wäre nicht Tom, wenn er nicht auch daraus noch eine rettende Idee ziehen würde. Und so ist er in der Zukunft ein gefeierter Schriftsteller, der sein scheitern zum Erfolg macht. Was übrigens mehr Leute thematisieren sollten, scheitern ist ein enorm wichtiger Prozess in der Weiterentwicklung, wird aber häufig genug tabuisiert. 

Andy und April befinden sich in ihrer Zukunft zunächst in der Misere. Andy will unbedingt Kinder, April sträubt sich aber dagegen. Nicht falsch verstehen, die körperlichen Aspekte wie Schwangerschaftsstreifen und alle anderen Arten von Horror, die damit einhergehen, findet sie klasse. Nur das Endergebnis, also das Baby, ist zunächst nicht so ansprechend. Sie spricht mit Leslie darüber, und ein Jahr später bringt sie, als Zombie verkleidet, zu Halloween und begleitet von der Musik aus "Monster Mash" ihr erstes Kind zur Welt: Burt Snakehole Ludgate Karate Dracula Macklin Demon Jack O’Lantern Dwyer, oder einfach nur: Jack. Und etwas später ist ein zweites Mitglied für Team Ludgate-Dwyer schon unterwegs. Leslie hat ihr dabei keinesfalls die Entscheidung abgenommen, die hat April allein getätigt. 

Garry wird nach seiner Zeit als Aushilfsbürgermeister tatsächlich zum Bürgermeister gewählt. Brandi Maxxx, immernoch im Geschäft der Erwachsenenfilme und nun auch Vorsitzende des Stadtrates von Pawnee (das nenn ich mal erfolgreiche Kopie von Leslie, sogar überholt hat sie sie), nimmt seinen Eid bei der vierten Amtszeit in Folge ab. Garry stirbt im Alter von 101 Jahren, immernoch Bürgermeister. Gayle ist keinen Tag gealtert, die Familie ist um zahlreiche Enkelkinder gewachsen, und die Vereinigung der Notare von Indiana ist bei seiner Beerdigung für den Salut zuständig. 

Jean Ralphio und seine Schwester sind auch im Jahre 2022 noch immer irgendwie nicht so ganz zurechnungsfähig, aber wenigstens erfahren wir, dass Jean Ralphio immer nur Leslie geliebt hat. Da dieser Traum aber unerfüllt bleibt, täuscht er seinen eigenen Tod vor um mit dem Geld von der Versicherung ein Casino in Tadjikistan zu eröffnen. Wieso auch nicht. 
 
© NBC
Craig und Typhoon kommen nun auch endlich in der Zukunft zusammen. Ron ist bei der Hochzeit Trauzeuge, den Verlust seines ersten Friseurs hat er also wohl überwunden. Die beiden haben ein erfülltes Leben und Typhoon kommt wunderbar mit Craigs gelegentlichen emotionalen Ausbrüchen zurecht.  Und wo wir schon bei Ron sind: seine Firma hat die Krise, der Toms Business zum Opfer gefallen ist, gut überstanden. Das nimmt Ron zum Anlass, zu kündigen. Aber ich bin mir recht sicher, dass einer seiner Brüder einen wunderbaren Job als Nachfolger machen wird. Ron sucht nun Rat bei Leslie, und die verspricht alles daran zu setzen, einen neuen Job für ihn zu finden. Ron hat zwischenzeitlich sogar auf Ben's Rat gehört und sein Portfolio erweitert: ihm gehören nun 51% der Lagavulin-Distillery. Falls ihr übrigens gerne Whisky mögt und überlegt, ob Lagaulin was für euch ist: 16 Jahre alter Lagavulin ist sehr rauchig, den für den schottischen Whisky typischen Torf schmeckt man auch klar heraus, aber es handelt sich da um einen wirklich feinen Tropfen. Nichts für schwache Kehlen, aber sehr, sehr fein. 

Leslie findet natürlich auch den perfekten Job für Ron: er darf in Zukunft den neuen Nationalpark in Pawnee überwachen. Ein paar Ranger arbeiten für ihn, und sein Job ist es, allein durch den Park zu gehen, aufzupassen dass niemand diesem wunderbaren Stück Land Schaden zufügt, und gelegentlich mit Bären zu sprechen. Rons Lächeln, als er in seinem Kanu auf den See paddelt, ist sicherlich einer der schönsten Momente des Finales. Und ich würde ein großes Steak-to-Go darauf verwetten, dass Nick Offerman dieses Kanu selbst gebaut hat. 

Leslie und Ben haben sich in Washington sehr gut eingelebt und sind reguläre Gäste bei Joe Bidens Parties. Auf einer dieser Parties werden beide separat von einander darauf angesprochen, dass der Governor von Indiana nicht nochmal kandidieren wird, und dass sie jeweils eine Kampagne starten sollten. Beide beschließen, dass sie darüber erstmal nachdenken wollen, nachdem selbst eine Sammlung von Pro und Contra auf einem Flipchart keine Lösung bringt. Hier kommt es dann zum Wiedersehen mit allen Freunden im Jahr 2025. Und wirklich alle sind da, sogar Chris und Anne. Zahlreiche Kinder sind ebenfalls vorhanden und freunden sich untereinander an, sehr zur Freude der Eltern. Als die beiden dann ankündigen wollen, dass einer von ihnen eine Kampagne machen wird, kommt Ben seiner Frau zuvor und kündigt an, dass Leslie um den Posten als Governor ins Rennen gehen wird. Und wie genial war dieser kurze Moment bitte? Es war immer irgendwie absehbar, dass die beiden irgendwann aufeinandertreffen würden. Doch Leslie legt ihre Verbissenheit ab, will das Ganze dem Zufall überlassen. Und Ben reagiert, in dem er ihr bei ihrem Traum zur Seite steht. Die beiden sind ein wundervolles Paar, ergänzen sich, lieben sich, mögen sich und respektieren sich. Jahre später sehen wir Leslie, die Ehrendoktorin der Indiana University wird, und sogar eine Bibliothek wird nach ihr benannt. Für einen kurzen Moment hatte ich Panik, dass eine aufgebracht Tammy erscheinen wird, aber das blieb uns erspart. Und als Garry beerdigt wird, sind Leslie und Ben da, umgeben von einer ganzen Meute Secret Service - Agenten. Hat sich am Ende Leslies Traum der Präsidentschaft erfüllt? 

So endet für unsere liebgewonnene Mannschaft also alles gut, jeder Einzelne erreicht seine Ziele. Ist das so absolut realistisch? Wer weiß das schon. Ist das ein verträgliches und schönes Ende? Auf jeden Fall. Über die Staffeln hinweg hat man die Figuren lieb gewonnen, und es erscheint mir äußerst befriedigend nicht nur zu wissen, dass es ihnen in der Zukunft gut geht, sondern diese Zukunft auch zu sehen. Viele der Figuren haben ihren Kreis geschlossen und haben sich so sehr weiterentwickelt. Wer hätte je gedacht, dass Ron erkennt, dass es mehr gibt als seinen Code, dass er erkennt dass es keine Schande ist, Freunde zu haben und diese um Hilfe zu bitten? Wer hätte gedacht das Leslie sich von der nervigen Person, die sie in Staffel 1 war, zu einer solchen Ikone entwickeln wird? "Parks" schafft es dabei auch ganz wunderbar, seine Figuren nichtmal in sehr kitschigen Momenten der Lächerlichkeit preis zu geben. Garry hat sein erfülltes Leben mit seiner Familie, und man freut sich ehrlich und aufrichtig mit ihm. Zu viele Sendungen machen sich über ihre Figuren irgendwie lustig und verlieren den Respekt vor ihnen. Das ist hier niemals der Fall gewesen, und es ist einer von vielen Gründen, aus denen heraus ich diese Show so sehr schätze. 

Am Ende der Folge gab es dann noch ein tragisches In Memoriam. Harry Wittels, bekannt als eine Hälfte des Animal Control Teams, Schreiber und Co-Executive Producer von Parks and Recreation, verstarb am 19.2. mit nur 30 Jahren. Wie die wenigsten von uns habe ich Harry Wittels persönlich gekannt, und Beleidsbekundungen sind nicht grad meine Stärke. Doch ich möchte diese Stelle kurz nutzen, um "danke" zu sagen. Danke für dein Talent, deinen Humor und die Wärme, die du vielen Menschen mit dieser Serie gebracht hast. Aziz Ansari hat einen ganz wundervollen Nachruf geschrieben, ihr könnt ihn hier lesen, wenn ihr mögt. 

So, und nun werden tausend Gedanken zum Schluss folgen, damit ich nicht aufhören muss, dieses Recap zu schreiben. Es ist selten, dass Fiktion sich so real anfühlt wie es hier der Fall ist, und ich bin mir sicher dass es an all der Liebe und dem Herzblut steckt, welches die Beteiligten in ihr Projekt haben fließen lassen. Bye bye, Parks and Recreation, miss you in the saddest fashion...

Wahllose Gedanken zum Schluss:
  • Jean Ralphio wurde von Leslie gehansoloed: "I love you". "I know".
  • Cones of Dunshire: Winds of Tremorrah ist "punishingly intricate" und das neunbest-verkaufte Multiplayer Figuren-basierte Strategie-Fantasy Sequel-Spiel in der Geschichte. So langsam will ich das auch spielen.
  • Donna war Teil der Band "En Vogue" und hat, technisch gesehen, alle anderen Mitglieder rausgeworfen. Donna wurde außerdem Neunte in der Show "Italy's got Talent", war DJ auf einer Bootsparty in Venezuela, war Teil einer NASCAR Pit-Crew und hat eigenhändig den Türknauf-Ohrring Trend gestartet. 
  • Amerika hatte eine Wirtschaftskrise und es gibt kein Fleisch mehr. Armer Ron. 
  • Der Typ, der zu Beginn der Folge Hilfe mit der Schaukel wollte, ist bereits in der allerersten Folge aufgetaucht. Damals hat Leslie ihn von der Rutsche vertrieben, man sieht das in dieser Episode auch kurz in einer Rückblende. Da hat sich eindeutig jemand weiterentwickelt. 
  • Shauna Malwae-Tweep taucht auch kurz auf, um die Story mit der Schaukel abzudecken. Und natürlich schlägt Leslie ihr Schlagzeilen vor. 
  • Chris Traeger, literally keinen Tag gealtert. Und Ann, die wundervolle Prinzessin. Irgendwie hab ich die beiden ja doch vermisst. Außerdem beweist April ganz wunderbar, dass man nicht automatisch beste Freunde wird, nur weil man Mutter ist. 
  • Kyle, der einzige Mensch auf den sogar Garry herunterschauen kann, taucht auch nochmal auf. 
  • Sgt. Thunderfist, M.D. 
  • Wie entsetzt Tom war, als Ben zugegeben hat dass er den Persönlichkeitstest in Toms Buch gemacht hat, und da einmal bei herauskam, dass auch er ein Tom ist. Ich hätte bitte gerne diesen Test.
  • Chip Traeger. Oh Andy...

Ein letztes Schmankerl hab ich noch: Ich war am Wochenende in Galway, und dort gibt es ein kleines Claddagh-Museum. Jetzt fragt ihr euch: was ist das? Es handelt sich um sehr schöne Ringe, die Liebe, Freundschaft und Loyalität symbolisieren sollen. Über dem Eingang hing ein Schild mit einem Spruch, und der hat mich sehr an Ron Swanson erinnert. Ich möchte euch das also nicht vorenthalten. Und hiermit bedanke ich mich dann auch bei euch für's lesen. Ich hoffe, wir sehen uns bei einer anderen Show wieder, und ich hoffe ihr hattet Gefallen an den Recaps, auch wenn NBC die letzte Staffel echt stiefmütterlich behandelt hat. Also, vielen Dank an euch :)

© S. Scholz







 


Recap: Parks and Recreation Season 7 Episode 10/11: The Johnny Karate Super Awesome Musical Explosion Show / Two Funerals

© NBC

Da muss ich mir doch glatt die flüssig gewordenen Gefühle aus den Augen wischen... ja verdammt, ich hasse es wenn gute Dinge enden müssen :(

Wir nähern uns dem Ende, und ich will verdammt sein wenn diese Show nicht die wildeste und beste Abschlussstaffel überhaupt hat. Ich meine, John Cena und Bill Fucking Murray, anyone?  Aber gehen wir der Reihe nach, auch wenn zumindest die erste der beiden Folgen eher ein absolutes Durcheinander war. Fast so, als ob man für 20 Minuten in Andys Kopf geschaut hätte.

"The Johnny Karate Super Awesome Musical Explosion Show" war genau das, was der Titel verspricht, inklusive verändertem Intro zur Show. Als Abschiedsgeschichte für Andy war die Folge wunderbar, aber auch sonst verbargen sich hier einige Highlights. Angefangen bei Aprils Teil der Show, in der sie Tiere vorstellt (ich mag keine Spinnen, dementsprechend bin ich hier erstmal ausgeflippt) die dann gerne auch mal im Studio verschwinden, bis hin zum Wassertank, in dem Stargast John Cena am Ende mit der entlaufenen Spinne konfrontiert wurde, bevor es ins Wasser ging. Und wer hätte gedacht dass John Cena ein Talent für Comedy hat? Garry hat einen sicherlich wundervollen Brief verfasst, der von Karate Chops unterbrochen wurde. Ron ist für handwerkliche Dinge zuständig (nein, Kirschholz schmeckt nicht nach Kirschen und nein, man sollte nicht alles ablecken, bevor man es probiert) und Leslie ist in der Show, um neue Dinge auszuprobieren. Und nicht nur war das alles wirklich witzig. Da befindet sich ein zumindest im Ansatz wirklich gutes Konzept für eine Kindersendung. Lernen, neues ausprobieren, freundlich sein, aber eben auch Karate im Herzen behalten. 

© NBC
Ein weiterer Handlungsstrang war April's schlechtes Gewissen. Während der ganzen Show fühlt sie sich deutlich unwohl, und am Ende erfahren wir auch, wieso. Andy liebt diese Show und hat sie aus allem erschaffen, was er mag, und sie hat das Gefühl dass sie ihm das Einzige wegnimmt, woran er wirklich Spaß hat, und das tut ihr weh. Doch Andy reagiert verständnisvoll: Er ist zufrieden, egal wo und womit, solange April bei ihm ist. Hab ich schonmal erwähnt dass ich finde, dass die beiden das absolut süßeste und beste Paar sind, das jemals im Fernsehn zu sehen war? Die beiden sind gleichzeitig die besten Freunde, die sich blind verstehen, obwohl sie unterschiedlich sind, und ein richtig aufrichtig liebevolles Paar. 

Ein weiteres Highlight waren die Werbespots, angekündigt von niemand geringerem als Perd Hapley. Coiny der Wolf, die Indianer die sich ihr Geld Münze für Münze zurückholen? "Hire Very Good Construction for all your building needs. Or do not, I am not a beggar." Paunch Burger und Verizon/Exxon/Chipotle, eine von 8 Firmen im Jahr 2017? Aber auch sonst war einiges los: Burt Tyrannosaurus Macklin? John Cena, der dachte dass die Show von einem Kind gehostet wird? Die Rückkehr von Lord Edgar Covington, der Andy zum Ritter schlägt? Ben, der auch gerne ein Ritter wäre? Und diesen Wunsch auch erfüllt bekommt, weil Lord Covington "So reich ist, dass die Queen ihn machen lässt, was er will"? Und wie süß war es bitte, als er während der "Zeremonie" vor sich hinflüstert "Winter is Coming" und danach auf seine Hände schaut, als ob die jetzt magische Fähigkeiten besitzen würden? Oh, und natürlich die sofort einsetzende Langeweile, mit der Covington das Schwert danach einfach wegwirft, und sein Diener, der sich so sehr beeilt es wieder aufzuheben. Und hab ich erwähnt, dass auch Champion noch lebt?

Die zweite Folge der Nacht, "Two Funerals" hat mich ja vorher ein wenig in Angst versetzt. Ganz einfach weil ich nicht wusste, wer sterben würde. Doch es trifft glücklicherweise niemanden aus der Truppe. Stattdessen stirbt Mayor Gunderson, hauptsächlich berühmt geworden durch seinen Hund. Im Sarg liegt dann niemand geringeres als Bill Murray, mit dem wunderschönsten Grinsen welches je eine Leiche im Gesicht hatte. Teile der etwas schrägen Abschiedsrede werden von Ethel Beavers gehalten, die sich letztendlich mit den wundervollen Worten "Good Night, you animal" verabschiedet. Ron erfährt währenddessen, dass sein Friseur gestorben ist. Das stürzt ihn natürlich in eine direkte Krise. Jeden ersten Dienstag im Monat hat er seinen Friseur besucht, acht Dollar gezahlt und sich dann über Nichts unterhalten. Mit der Angst, in wenigen Tagen auszusehen wie ein Rockstar mit langen Haaren, lässt es sich für Ron nur schwer leben. Und dann taucht auch noch Eagleton Ron auf, um seine esoterischen Weisheiten und die Tatsache, dass sein Haar sich von selbst abwirft, wenn seine Zeit gekommen ist, um Salz in Rons Wunden zu reiben. Doch Donna kennt die Lösung, und sie heißt Typhoon. Was auf den ersten Blick so klingt, als wäre es zum scheitern verurteilt, erweist sich als Ideallösung. Denn Typhoon und Ron haben eines gemeinsam: sie verabscheuen Europa und Fahrräder.  
© NBC
Die Suche nach einem Ersatzbürgermeister führt zu einem recht unterhaltsamen Casting. Da der Kandidat ein paar Auflagen erfüllen muss, beispielsweise älter sein muss als 30, fällt Joan Calamezzo leider aus, denn sie ist erst 27. Bobby Newport hätte zwar Spaß an der Sache, aber andere Sachen machen auch so viel Spaß! Mister Saperstein scheint auch nicht der Richtige zu sein, Mona Lisa will wieder einmal nur Geld. Und der Douche wäre zwar an sich sehr qualifiziert für den Job, verscherzt es sich aber dann doch. April drängt Ben, die Sache selbst zu übernehmen, damit er endlich das Ice Town Debakel hinter sich lassen kann. Doch Ben hat eine bessere Idee, und so sehen wir, was wohl niemand vermutet hätte: Garry Gergich wird Bürgermeister von Pawnee, wenn auch zunächst nur befristet. 

Tom ist auch wieder zurück, scheinbar war er in New York. Geschenke hat er auch mitgebracht, auch wenn niemand etwas damit anfangen kann und er sie am Ende lieber gleich behält. Aber hey, der Gedanke zählt, richtig? Seine Aufgabe für die Episode ist dann schon etwas schöner: Er will Lucy einen Heiratsantrag machen. Leslie hilft natürlich wo sie nur kann, und die beiden drehen kurzerhand einen actiongeladenen Kurzfilm. Hier gibt es dann ein Wiedersehen mit Jean Ralphio, dessen Namen ich in meinem Kopf nurnoch singen kann... Jean Ral-phioooo! Wir erfahren außerdem später dass er so seltsam ist, weil er zu viele Pillen bekommen hat. Mister Saperstein hat das mit der Kindererziehung irgendwie nicht so ganz raus, wie mir scheint. Doch Tom hat im letzten Moment einen Sinneswandel und legt sein ganzes Gehabe für einen kurzen Moment auf Seite. Den Antrag macht er mit einer Blume, einem Teller Pfannkuchen und einem Kartentrick, und es ist soooo süß! Natürlich sagt Lucy auch "Ja", und das Happy End ist perfekt. 

Nächste Woche ist dann also Schluss mit Parks and Recreation. Taschentücher und ein Stapel Comfort Waffles stehen auf meiner Einkaufsliste für Dienstag ganz oben. Und ich kann nicht oft genug betonen wie froh ich bin, dass diese Serie auf diesem hohen Niveau von uns gehen wird. Bereitet ihr euch auch schon auf das Ende vor, oder habt ihr vielleicht sogar extra gewartet, um nächste Woche die komplette Staffel durchzusehen? Was natürlich auf keinen Fall genau das ist, was ich nächsten Mittwoch tun werde...das wäre ja vollkommen verrückt.

  • Wer gerne die komplette Dokumentation über MouseRat sehen möchte, kann dies hier auf der Homepage der NBC machen. Wer nicht auf die Seite zugreifen kann, weil die NBC ihr Zeug nur Amerikanern zur Verfügung stellt, sollte Youtube im Auge behalten. Youtube bietet auch die Producer's Cut-Folgen, die sehr sehenswert sind. Wer beispielsweise gerne noch mehr davon sehen will, wie Leslie Ron ausfragt, der wird hier fündig. Amy Poehlers Version von Robert de Niro in "Taxi Driver" ist ziemlich gut :D
  • Der Legal Disclaimer für die Karate Show kann bei Twitter angesehen werden: Ein User namens Mike Tunison hat sich die Mühe gemacht.Wer lieber bei Reddit lesen möchte: Hierlang, bitte. Es ist die Zeit sowas von wert.
  • Andy lernt schnell: "Was he killed by a younger, stronger barber?"
  • Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie sehr Ron sein Gegenstück aus Eagleton verabscheut.
  • Mich beruhigt, dass Shia LaBeouf wirklich einen guten Job gefunden hat mit seinem Dasein als Designer. 
  • April Ludgate-Karate-Dwyer.
  • Ach, Garry. Ich freue mich aufrichtig darüber, dass er am Ende mal ein bisschen Liebe bekommen hat, auch wenn selbst da wieder geschnitten wurde. Sieben Staffeln lang wurde er abgewürgt und fertig gemacht, und immer hat er das Ganze mit Humor genommen, auch wenn teilweise wirklich fiese Dinge dabei waren. Seine Ernennung zum Bürgermeister macht mich persönlich glücklich. 
  • Star Lord und Ant-Man in einer Folge. Mein Marvel-Fanherz ist zufrieden.




Serien-Recap: Parks and Recreation Season 7 Episode 8/9: Ms. Ludgate-Dwyer goes to Washington / Pie-Mary

© NBC
Leute, so langsam macht sich hier Panik breit. Es sind nurnoch zwei Wochen, und dann ist Schluss mit meiner Lieblingsbehörde! Wie ich damit klarkommen soll weiß ich jetzt noch nicht, aber ich hab das Gefühl das Waffeln helfen könnten...

Tom durfte in beiden Folgen aussetzen, ich hoffe das bleibt nicht dauerhaft so. Er ist jetzt nicht unbedingt mein Lieblingscharakter, aber er gehört halt doch dazu. Ansonsten gab es diese Woche zwei Folgen, die nicht inhaltlich miteinander verwoben waren. Während "Ms. Ludgate-Dwyer goes to Washington" sich mit April und der Suche nach ihrem Traumberuf beschäftigt, kümmert "Pie-Mary" sich um die absurden Erwartungen, mit denen Frauen in Wahlkämpfen konfrontiert werden. Aber gehen wir der Reihe nach. 

April und Leslie begeben sich auf einen Ausflug nach Washington (die Stadt, die gefüllt ist mit Politikern, deswegen haben unzählige davon einen Cameo in der Folge), und spannenderweise wird die Folge aus April's Sicht erzählt. Nicht nur bietet das Einblicke in die Gefühlswelt der einen Hälfte meines liebsten Paares in einer Show ever. Nein, wir bekommen auch einen detaillierten Eindruck davon, wie stressig Leslie manchmal sein kann. Nicht falsch verstehen, ich liebe Leslie und sie ist wundervoll, enthusiastisch, lieb, zielstrebig...ich könnt ewig weitermachen. Aber mit ihr befreundet zu sein kann auch wirklich Arbeit bedeuten. Erinnern wir uns nur mal an die Folge, wo Ben und Ann ein Waffeleisen jagen müssen. So hatte April in dieser Folge wirklich Angst davor, mit Leslie zu reden, was mir unheimlich Leid getan hat. 
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Als sie dann doch ihren Mut zusammennimmt, reagiert Leslie zunächst völlig über, kriegt sich aber im Verlauf der Folge wieder ein und eilt April natürlich auch zur Hilfe. Mit Erfolg, denn April hat am Ende einen Job, der besser nicht sein könnte: Sie kann Leuten sagen, was sie tun sollen und sie dann weit, weit weg schicken. 

In Pawnee versuchen Ben, Ron und Andy derweil ebenfalls, einen Job für April zu finden. Ron würde sie gerne in einem Handwerksbetrieb unterbringen, Ben hat eine bessere Idee. Auftritt Barney von Tilton&Randomski Accounting. Der ist zwar wieder begeistert von Ben's nicht ganz so witzigen Wortspielen, ziert sich aber zunächst weil April nicht die nötigen Qualifikationen mitbringt. Und obwohl Andy sein bestes gibt (Feuerwerk, Feuerwerk!) bekommt April am Ende eine Chance. Die sie, natürlich durch Ben, absagt. So langsam tut mir diese Firma wirklich und aufrichtig Leid. 

"Pie-Mary" kümmert sich dann um ein ganz anderes Thema. Die Ehefrauen von Senatskandidaten treten jeweils bei einem Backwettbewerb an. Und so gerne Leslie auch in der Küche steht und wunderschöne Kekse und Torten zaubert, so sehr widerstrebt ihr dieser Wettbewerb. Jen, die mittlerweile gelernt hat und im Haus der beiden nurnoch mit einem Plastikponcho unterwegs ist, steht mit Rat und Tat zur Seite, verpufft aber ungehört. Doch Ben sieht seine Chance: es ist an der Zeit, die Calzone zurückzubringen. Niemand macht so gute Calzone wie er, und wenn man ehrlich ist, dann geht auch Calzone als Kuchen durch. Ist auch nur gefüllter Teig. Also geht es auf den "Highway to the Calzone...Zone" und zum Wettbewerb. Leslie wird vorher noch von einer Organisation für Frauenrechte abgefangen und unterschwellig bedroht. Beim Wettbewerb selbst ist es aber eine Organisation für Männerrechte, die Stress macht. Der einzig sinnvolle Ort, um diese Debatte auszutragen, ist natürlich eine Fernsehshow. Hier gibt es ein Wiedersehen mit Marcia und Marshall, den beiden schrägen, irgendwo im Mittelalter hängen gebliebenen...was machen die beiden eigentlich genau??? Dazu gesellen sich verschiedene Gruppierungen: Feministen, Feministen-hassende-Frauen und Männer, die für mehr Rechte für Männer kämpfen und schrecklich genervt sind, wenn die Feministen-hassenden-Frauen ihnen zustimmen, weil sie dann wieder unterdrückt werden. Klingt kompliziert? Ist es auch. 

Eine anschließende Pressekonferenz, bei der sich die beiden entschuldigen sollen, wir dann auch gleich dazu genutzt, der Presse mal die Meinung zu geigen. Hier leistet Parks sich dann einen Rundumschlag, der sich gewaschen hat. Ich bin mir relativ sicher, dass nicht alle Zuschauer ihre Freude daran hatten, aber die Nachricht hat gestimmt. Und Ben bekommt am Ende den schicken "Woman of the Year" Award, sehr zum Leidwesen von Leslie. Erst Ron, nun Ben. Doppelt bitter da sie die Dankesrede in ihrer Tasche mit sich herumträgt. 
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In der restlichen Folge kriegen wir einen genaueren Einblick in Garrys Leben. Der hat mal wieder seinen Ehering verloren, und Donna schaut sich genüsslich an, wie er versucht, ihn wiederzubekommen. Gayle mag anscheinend garnicht, wenn Garry seinen Ring verliert. Auf Beleidigungen wie "Mister Forgetful" oder (Gott bewahre!) "Bozo" reagiert Garry nämlich sehr empfindlich. Da bleibt Donna auch nicht mehr übrig, als festzustellen dass die beiden sehr unterschiedliche Leben führen. Sie bestellt dann trotzdem Essen für die beiden und bringt Garry am nächsten Tag seine Sachen aus dem Abwasserkanal nach Hause. 

April bekommt die Gelegenheit, sich von Ron zu verabschieden. Dieser Abschied fällt zunächst etwas harsch aus, und Ron fordert seinen Schlüssel zurück. Den hat er April nämlich gegeben, vor vielen Jahren. April hat den Schlüssel allerdings sehr gut vor sich selbst versteckt und macht Ron damit indirekt das beste Abschiedsgeschenk: Eine Schnitzeljagd, die unlösbar erscheint. Natürlich wird sie am Ende gelöst, und die Verbindung zwischen den beiden wird noch einmal so richtig schön herausgearbeitet, April hat den Schlüssel nämlich unter einem Baum vergraben, der sie an Ron erinnert. Ron hat unter dem gleichen Baum außerdem Gold vergraben...oder hat er das tatsächlich? Dass der Schlüssel an sich wertlos war, weil Ron alle 16 Tage die Schlösser in seinem Haus austauscht? Nebensache.

Damit wären effektiv nur noch vier Folgen vor uns, Vielleicht sollte ich mich um einen Termin bei Doktor Nygard bemühen. Wie gefällt euch die finale Staffel bisher?

Wahllose Gedanken zum Schluss:
  • Nick Offermans Bruder, Matt Offerman, spielt Rons Bruder Don. Er hat ja nur einen. Sorry, Lon und Bob. Das beinahe enttäuschte seufzen, als die anderen Brüder aus dem Bild schleichen war grandios.
  • Team Voldemort!!!
  • “I do not compare people to Mary J. Blige lightly.” Oh Craig, du wunderschöner wilder Sonnenfisch. 
  • Mike Patterson's Show "No, you're wrong" ist auf so vielen Ebenen falsch, und auf so vielen Ebenen ein Spiegel für Medien, wie sie aktuell zumindest teilweise funktionieren. 
  • Brandi Maxxx, heute in "69 Jump Street" und "50 Shaved old Gays". 
  • Ex Animal Control in der Form von Brett und Harris lebt jetzt also im Keller und glaubt, von Ghostbustern besessen zu sein. 
  • Andy's erster Arbeitsplatz, der Shoe Shine Stand, steht jetzt im Büro von Councilman Milton. Der auch irgendwo im letzten oder vorletzten Jahrhundert hängen geblieben ist.
  • 2017-Facts: Nicht nur das Star Wars Episode 7 bereits existiert, Twin Peaks ist auch bereits fortgesetzt. 
  • "Creativity is for people with glasses who like to lie."
  • Andy, ab sofort Count Chocula, möchte gerne einen Mathepreis für das lösen einer komplizierten Gleichung: x=y. 
  • Wie sich alle, inklusive Andy, darüber lustig machen dass April sich vor 8 Jahren in ihn verliebt hat. Andy, du bist einfach zu naiv für diese Welt :D
  • Ich möchte ein Ron Swanson Spin-Off vorschlagen. Diese AMAs auf Reddit sind nicht annähernd ausreichend. 
  • Aprils Lebenslauf in schicker .pdf-Form, bevor ihre Freunde optimiert haben: Lebenslauf 
  • Wenn ihr es hinkriegt euch Videos auf der Parks-Homepage von NBC anzuschauen, haltet Ausschau nach den Producer's Cut-Videos.

Serien-Recap: Parks and Recreation Season 7 Episode 7: Donna and Joe

In dieser Woche ist man doch glatt vom bisherigen Fahrplan abgewichen. Macht ja auch Sinn, bei 13 Folgen hätte auch eine dauerhafte Zweiteilung nicht so recht funktioniert. So gab es in dieser Woche nur eine Folge, auch wenn meine Episode mit am Ende aus lauter Gewohnheit mitteilte, dass ich für eine weitere Folge dranbleiben soll. Allerdings kam dann doch nichts mehr. Was auch nicht weiter schlimm war, denn so konnte die wunderschöne Hochzeit von Donna und Joe noch ein wenig heller strahlen. Lest hier noch einmal die Highlights der Episode nach. 

Eigentlich hatten wir es in dieser Folge ja mit drei füllenden Geschichten zu tun. Da wäre zum einen die Hochzeit von Donna und Joa. Dann aber auch das Verhalten von Ron, der Tom und Lucy ein klein wenig Ärger beschert. Und da war ja auch noch die Sache mit Jen und Ben. Und weil das nicht reicht, gab es direkt einen ganzen Haufen Meagles obendrein. Sechseinhalb Staffeln hat Donna immer wieder Anmerkungen über ihre wirren Familienverhältnisse gemacht, und nun konnten wir das ganze Chaos endlich live beobachten. Und ich bin ehrlich, die Szene in der April in der Küche steht und die ausfallenden Familienmitglieder anbrüllt wandert direkt in meine Top 10 Parks-Momente. Aber auch sonst hat die Hochzeit einiges geboten: Ginuwine, in der vierten Staffel bereits als Verwandschaft erwähnt, hat endlich seinen Auftritt. Und Questlove, seines Zeichens Mitglied von "The Roots", die unter anderem Hausband von Jimmy Fallon sind, gab einen hinreißenden Auftritt als Lavondrius hin. Inklusive Mikrowelle. Denn manchmal muss es eben einfach ein bisschen Drama sein. 

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Leslie und Ben kriegen derweil Besuch von Jen Berkeley. Wir erinnern uns, sie half damals Bobby Newport bei seiner Kampagne gegen Leslie. Und weil es langweilig wäre, Leslie schon wieder eine Kampagne durchziehen zu lassen, ist diesmal Ben an der Reihe. Für ihn eine wirklich gute Gelegenheit, sich mal mit dem ganzen Ice Town Dilemma auseinanderzusetzen. Damit hätten wir dann auch ein Thema für die zweite Hälfte der Staffel, welches ich wirklich geschickt gewählt finde. Ben for Congress!

Ansonsten gab es zahlreiche Nebenschauplätze, in denen wir ein paar alte Bekannte treffen konnten oder neue Seiten an den Hauptfiguren entdecken durften. April beweist Folge um Folge, dass sie auch mit Menschen klarkommt, Andy unterstützt sie und macht sogar weitestgehend wirklich Sinn. Tom und Lucy haben in dieser Folge mit Ron zu tun gehabt. Dieser hat sich durch die Beziehung zu Diane (wann kommt sie wohl wieder? Xena fehlt mir ein bisschen) doch sehr verändert, versteht aber trotzdem nicht wieso seine Worte nicht sonderlich gut gewählt sind. Verdammt, alles was der Mann will sind die kleinen Hamburger! Auch gab es einen detaillierten Einblick in das Privatleben von Ben und Leslie. Ich fand es bisher sehr angenehm, dass man sich gegen drei kleine Kinder, die dauerhaft zu sehen sind, entschieden hat. Doch dieser kleine Einblick war abschreckend genug. Das arme Kindermädchen (Rachel Dratch, awesome wie immer) durfte sich über Zuneigung von Leslie freuen, und Jen war mehr als entsetzt über diese großes Wesen, die durch's Haus huschen. Dass ihr Leben besser ist konnte sie dann die restliche Folge den beiden genüsslich vorhalten. 

Der wirklich größte Sieg von allen dürfte aber Garry gehören. Wer das ist? Na, Gerry/Terry/Larry natürlich. Donna hat es mit einem ganz simplen Trick geschafft, dass man ihn bei seinem richtigen Namen nennt. Eine Auflösung dieses kleinen Dramas wurde vor langer Zeit versprochen, und das Versprechen wurde eingehalten. Weiterhin macht diese Staffel einfach alles richtig.

Wahllose Gedanken zum Schluss:
  • “Hi, I’m Typhoon.” “Typhoon, I am interested, but now is not the time.”
  • Pearl Jams "Vitalogy" wurde also wegen Donna geschrieben?
  • Außerdem: Andys Gesicht, nachdem das gesagt wurde.
  • Der Moment, in dem Ginuwine dachte, er müsse jetzt singen, zur Tat schreiten will und dann von Craig einfach abgedrängt wurde. 
  • Therapie bei Dr. Nygard scheint wirklich was zu bringen.
  • "Let the little man dance." So sweet, Donna.
  • Leslie, die 100 Mal bei 867-5309 angerufen hat. 
  • "Say what you want about organised religion, but those bastards knew how to construct an edifice." Ron, ich werde dich vermissen
  • Wir leben in einer Welt, in der es scheinbar Taschen gibt, in denen man speziell Mikrowellen tragen kann. 
  • Entweder bin ich sehr, sehr nerdy, oder Ben hat ein bisschen verloren. Aber die ganzen Meagles auf einer Hochzeit, da hätte so ne Red Wedding-Reference doch gut drin sein können. 
  • Bleiben wir dabei: "The Royal Archduke Sultan Emperor of all Inhabitable Lands on Earth" ist ein supercooler Titel, an dem sich selbst die Khaleesi noch ein Scheibchen abschneiden könnte. 
  • Ich möchte bitte das Bobby Newport zurückkommt. Star Lord UND Ant Man in einer Serie würde mich sehr glücklich machen.

Recap: Parks and Recreation Season 7 Episode 5+6: Gryzzlbox / Save JJs

"I've never heard of a more worthy cause to fight for than bacon and eggs"

Nachdem auch in dieser Woche bei Parks and Recreation Probleme zeitnah und effizient gelöst werden, stellt sich mir die Frage, womit die restliche Staffel gefüllt werden soll. Aber irgendwie hab ich auch das Gefühl, dass den Schreibern da schon einige Dinge eingefallen sind. Und wenn diese Staffel das bisherige Niveau hält, dann muss sich auch sicher niemand Gedanken darum machen, dass sich nicht im besten Licht verabschiedet wird. In dieser Woche bahnte sich jedenfalls eine Lösung für den Konflikt zwischen Gryzzl und Leslie an, Treat-Yo-Self 2017 fand statt und wir haben Jonathan Karate, den älteren Bruder von Johnny Karate, kennengelernt. 
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Gryzzlbox hat sich nicht nur mit der Art, wie wir via Social Media kommunizieren, befasst, sondern auch noch ein paar treffsichere Hiebe in Richtung Hipster unternommen. Ich meine, Leslie und Ben in ihren Verkleidungen waren einfach nur Gold wert. Gryzzls Motto "Wouldn't it be tight if everyone was chill to each other?" zieht sich durch beide Folgen durch, aber so tight und chill ist Gryzzl garnicht. Eiskalt haben sie Bens Vorfreude über Star Wars Episode 7 ausgenutzt, um in die 27. Auflage ihrer Nutzungsbedingungen eine Klausel über das ungestörte Ausspionieren ihrer Kunden zu integrieren. So bekommt also eines Morgens jeder Bürger in Pawnee per Drohne eine Gryzzlbox geliefert, mit personalisierten Geschenken. Zur Überraschung sämtlicher Leute sind die Bürger von Pawnee aber dieses Mal nicht gegen Leslie, sondern finden diese Überwachung genauso suspekt. Auftritt Perd Hapley, der nun eine eigene Gerichtsshow hat, in der er über kleinere Fälle entscheiden darf. Und Auftritt Hamuel L. Jackson aus dem Film "Pork Fiction". Gryzzl bewegt sich zwar rechtlich auf der sicheren Seite, hat aber nun mit einem massiven Imageverlust zu kämpfen. Und Ron, der bisher ganz im Zeichen des Libertarismus der Meinung war dass die Bürger selbst Schuld sind, wenn sie ausspioniert werden, eskaliert als sein vier Jahre alter Sohn eine Gryzzlbox bekommt. Die Tatsache, dass er mit Flinte und abgeschossener Drohne vor Leslies Haustür steht, ist sowas von Gold wert!

Tom beschließt derweil, ab jetzt Andy's Agent zu sein, und macht sich direkt an die Arbeit. Andy, der für mich nun offiziell die Person ist, die am schnellsten Pasta verschlingen kann, hat danach zwar nicht wirklich mehr Finanzen, aber immerhin gehören ihm nun die Rechte an Johnny Karate als Figur. April leidet weiterhin darunter, dass sie langweilig ist. Wie gut, dass Craig sie bittet, sich um potentielle neue Praktikanten zu kümmern. April vertreibt sie ohne große Mühe alle, will aber die demotivierteste unter ihnen gerne adoptieren. Craig bringt sie aber wieder auf die richtige Spur. Und da er jetzt auch bei Dr. Nygard (hello, Chris Traeger!) in Behandlung ist, klappt es auch mit der Ruhe und Entspannung deutlich besser. 
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"Save JJs" knüpft nahtlos an die vorherige Folge an. Donnas Hochzeit steht kurz bevor, und Tom macht ihr ein ganz besonderes Geschenk: Treat Yo-Self 2017 Beverly Hills Edition! Da Tom immernoch Lucy hinterhertrauert, hat Donna diesmal sogar nicht nur Geschenke, sondern einen von Herzen kommenden Rat für Tom. Tom nimmt diesen auch an, freut sich aber im ersten Moment eindeutig mehr über die Schuhe von Jaden Smith aus "Hitch 2: Son of a Hitch". Zuvor schafft Craig es, für wenige Sekunden die Küche in Toms Restaurant zu managen, bevor Tom es sich nochmal anders überlegt. Craig ist trotzdem zufrieden, und vor allem ruhig. Ich hätte langsam auch gerne einen Termin bei Dr. Nygard... Und wo wir bei Küchen sind, wie cool ist bitte ein Sushi-Restaurant, in dem man Fisch bestellen kann, der vorher irgendwelchen Prominenten gehört hat? Und wie cool ist bitte Josh Groban, der Soft Shell Crab aus seinem eigenen Teich bestellt? Zumindest in Toms Augen: obercool. 
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Leslie und Ron gehen derweil vereint gegen Feinstein vor. Wir erinnern uns, der seltsame Typ der andauernd dubioses Parfum auf den Markt bringt. Der hat nämlich JJs Diner aufgekauft und will es abreissen lassen. Das können Leslie und Ron natürlich nicht geschehen lassen, denn ihre Liebe fürs Frühstück ist grenzenlos. Andy holt kurzerhand sein zweites Alter Ego zur Hilfe: Jonathan Karate. Der kümmert sich um ernstere Probleme, wie Mobbing oder das Einhalten von Blähungen. Schnell sammelt sich eine Gruppe Bürger vor Feinsteins Büro, welches von Andy und seinen kleinen Ninjas gestürmt wird. Feinstein lässt daraufhin die "Hunde" auf die Menschen los, ein Parfum welches nach nassem Hund riecht. Wer jemals einen Hund besessen hat, darf sich nun besonders ekeln, allen anderen sei gesagt: einer der fiesesten Gerüche überhaupt. Aber es gibt ja noch die heruntergekommene Nachbarschaft, in der April und Andy zuletzt ihr Haus gekauft haben. Leslie lädt Roscoe vom Gryzzl-Team ein und macht ihm einen Vorschlag: Gryzzl überlässt ihr das Land für den Park, und baut den Campus in der Stadt. Damit würden sie nicht nur eine Menge Geld sparen, sondern auch ihr angeschlagenes Ansehen bei der Bevölkerung wieder verbessern. Und JJs Diner könnte ebenfalls dort neu aufgebaut werden. Und da ist es auch schon 4:20, auf der Gryzzlwatch ertönt "Hits from the Bong", ein Hanfblatt wird eingeblendet und wir müssen alle ganz schnell zu einem dringenden Termin. Wo man uns beibringt, wie die Sache mit dem High Five nun funktioniert. Ein Tipp: Kopftätscheln und Bauchrubbeln ist nicht der richtige Weg.

Wahllose Gedanken zum Schluss: 
  • 2017: Jesse Eisenberg und Nicki Minaj haben Streit. Nicki Minaj hatte außerdem einen Grund, bei den BAFTAs anwesend zu sein. Bruce Willis und Christina Aguilera leben zusammen. Ellbogen-Kunst ist nun offiziell ein Ding. Tablets können sich in Skateboards verwandeln. LeBron James ist wieder bei Miami Heat. Jaden Smith war in "Hitch 2" dabei und führt vermutlich die ruhmlose Karriere im Schatten seines Vaters weiter. 
  • Star Wars ist NICHT die Filmreihe mit dem kleinen Jungen, der zaubern kann. 
  • "You put farts in my lunch!!!"
  • Löcher im Boden sollten abgedichtet werden, da könnten Leute herauskommen.
  • Wenn wir Stress haben und schreien wollen, sagen wir ab sofort jeweils drei Dinge, die uns glücklich machen. Danke, Dr. Nygard.
  • Ben's "Karma Police" Shirt war irgendwie auch cool. 
  • Voldemort Putin. Oh yeah! War gestern auch ein Trend auf Twitter, wer sich da mal umschauen möchte...
  • "The Perdples Court". I see what you did there, Perd.
  • Ein kleiner Teil von mir wäre auch gerne im Jahr 2017, einfach nur um zu wissen wie geil Star Wars Episode 7 wirklich wird.
  • Kiffen ist 2017 scheinbar in noch mehr Staaten legal. 
  • Mein neuer Deckname wird jetzt auch Les Vegetables.
  • Leute, die unbedingt vor dem Finale nochmal zurückkommen müssen: Chris Traeger, Jean Ralphio und Janet Snakehole.



Parks and Recreation Season 7 Episode 3+4: William Henry Harrison / Ron and Leslie

So ganz nachvollziehbar ist das ja nicht, was die NBC da treibt. Parks and Recreation läuft schließlich nur im Doppelpack, damit die Serie schnellstmöglich vom Sendeplan verschwindet und Platz für neues machen kann. Dafür schauen ziemlich viele Menschen zu, wenn man den Einschaltquoten glauben kann. Auch diese Woche gab es wieder zwei Folgen, die sich wirklich wunderbar ergänzt haben. Müsste ich ein Urteil abgeben, dann würde ich sagen: beide Folgen zusammen gehören auf jeden Fall mit zum besten, was Parks je gebracht hat. Wenn danach Schluss gewesen wäre: Perfektes Ende. Aber lest selbst:
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In der ersten Folge stehen sich Ron und Leslie weiterhin gegenüber. Ben und Terry, der auf einmal Notar ist, brauchen dringend eine Unterschrift von beiden, aber immer wieder kommt etwas dazwischen. Da Terry auch noch immer nicht gelernt hat, den Mund zu halten, sind sowohl Ron als auch Leslie immer bestens über die Pläne des anderen informiert. April versucht weiterhin, Dinge zu finden die sie nicht hasst, und Andy versucht natürlich ihr dabei zu helfen. Im Konflikt um das Stück Land zieht Leslie alle Register und greift beinahe verzweifelt nach jedem erdenklichen Strohhalm. Da kommt ihr ein großer Anhänger von Präsident Harrison gerade recht. Dieser behauptet, dass auf dem Stückchen Land die Überreste einer Jagdhütte stehen. Der Besuch besagter Hütte könnte langweilig sein, aber Andy ist mit dabei. Er entdeckt zuerst eine Tüte voller alter Burger (yummy), und während er die Inhalte verspeist, findet er noch ein totes Opossum (weniger yummy). Oh Andy, du wunderschönes regenbogenfarbenes Einhorn. Daraus resultiert ein Besuch in einem ziemlich abgedrehten Museum. Da der gute Mann knappe 30 Tage im Amt war, gibt es nicht so wirklich viel, was man ausstellen könnte. So verlässt sich das Museum ganz darauf, Assoziationen zu schaffen. Wir kommen so in den Genuss, Andy zu "Tubthumping" tanzen zu sehen (in einem Raum voller Dinge, die nur für einen Monat berühmt waren). Auch April liebt das Museum, da es in ihren Augen absolut unnötig ist. Leider muss sie feststellen, dass sämtliche Jobs von Freiwilligen erledigt werden. Leslie jedenfalls hat nun ihre Strategie zurechtgelegt und will eine Pressekonferenz halten. 

Diese wird allerdings nach wenigen Minuten von Ron's Team gesprengt. Sowohl Tom als auch Donna sind mit dabei, fühlen sich aber sichtlich unwohl. Und Ron hat sämtliche Prinzipien hinter sich gelassen: auf der Bühne befindet sich die Tanzgruppe "Somebody's Daughter Dancers" und Annabel, die mit ihrem Bloosh-Blog Trends vorgibt, wirft mit wahllosen Marketingsprüchen um sich.Als Ron dann noch die ultimative Beleidigung, die ich hier keinesfalls wiederholen will, fallen lässt, reicht es allen anderen. Leslie ist sicherlich manchmal zu stur, aber Ron steht ihr da momentan in Nichts nach, und beide machen absolut keinen Sinn. Kurzerhand werden Leslie und Ron im alten Büro der Parks-Behörde eingesperrt, mit der Auflage sich auszusprechen, bevor sie den Raum wieder verlassen dürfen. So endet die erste Folge mit einem Cliffhanger, den man freundlicherweise aber keine 15 Sekunden aushalten muss, denn es geht direkt mit "Ron and Leslie" weiter. 

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"Ron and Leslie" widmet sich ausschließlich den beiden titelgebenden Personen. Wir erfahren endlich, was es mit Morningstar auf sich hat, und wieso die beiden sich so verbittert gegenüberstehen. Leslie gibt ihr bestes, um Ron endlich zum reden zu bringen, der ist aber zunächst damit beschäftigt, einen Weg aus dem Büro zu finden. Als diese Aufgabe scheitert, verspricht er Leslie, nicht mit ihr zu reden. Doch die Rechnung hat er ohne Leslie gemacht, und die läuft zu Hochform auf. Wer schon immer mal sehen wollte, wie Ron aussieht wenn er komplett mit Post-Its bedeckt ist: Tadaa! Nach zahlreicher Folter ist er bereit für drei Minuten mit Leslie zu sprechen. Und bereits in diesen drei Minuten spürt man, dass Ron wirklich und tatsächlich zutiefst verletzt ist. Leider erfahren wir zunächst nicht mehr, denn Ron ist auch immernoch extrem fähig im Umgang mit Holz und hat sich einen Schlüssel für sein altes Büro geschnitzt. Das gibt Leslie Zeit, um durch all die alten Akten und Erinnerungen zu wühlen. Ron kommt irgendwann auch wieder aus seinem Büro, und die beiden setzen sich endlich hin und reden. Und am Ende ist es alles so traurig. Morningstar ist der Name für einen Apartmentkomplex, der neben Leslie's Park gebaut werden sollte. Dafür musste unter anderem Ann's Haus abgerissen werden, mit dem Leslie so viele positive Erinnerungen verbindet. Gleichzeitig wurde Leslie befördert, April, Andy und Terry hat sie auch mitgenommen und Tom und Donna sind selbstständig unterwegs. So sitzt Ron eines Tages in seinem Büro und kennt niemanden mehr. Das hat ihn so weit gebracht, dass er bei Leslie nach einem Job fragen wollte. Man stelle sich vor, Ron will tatsächlich für die Regierung arbeiten, nur damit er bei seinen Freunden sein kann. Doch Leslie hat die Verabredung zum Mittagessen einfach vergessen. Es ist ein eigentlich so ein banales Missverständnis, aber es hat beide zutiefst verletzt. Und eigentlich konnte es ja auch nichts anderes sein, denn diese beiden hätten sich im Leben nicht absichtlich so verletzt, dazu haben sie zuviel Respekt voreinander. 

Nach dem Gespräch gibt es dann noch den großen Abschied vom Büro. Die beiden dekorieren alles so, wie es vor drei Jahren ausgesehen hat, inklusive "Camel" und eindeutig zuviel Whisky. Als die Freunde sie am nächsten Morgen abholen wollen, schließt sich auch der Kreis des Frühstücks endlich, und beide verlassen Arm in Arm das Gebäude. Und nein, das sind keine Tränen auf meinem Shirt, ich bin mir sicher dass in der Wohnung über mir ein Wasserschaden ist!



Wahllose Gedanken zum Schluss:
  • 2017: Artikel in Listenform bekommen nun Pulitzer-Preise, Morgan Freeman und Shailene Woodley haben Streit (schlimmer als Tupac und Notorious BIG), Elton John hat Chick-fil-A gekauft, die Khaleesi und Jack Sparrow heiraten und wir alle würden es verstehen, wenn wir die Bücher gelesen hätten, verdammt! Oh, und Craig leitet das Parks-Büro und praktiziert Yoga.
  • HAIL ZORP!
  • Workplace proximity associates, nicht Freunde. 
  • Beef Milk, also prinzipiell just fucking milk. Danke Ron, dass du das klargestellt hast. 
  • Lonely Island Gastauftritt Nummer 2: Jorma Taccone.
  • Dinge, die wir aus vergangenen Episoden kennen: Die Landmine von Ron's Schreibtisch und ihr Inhalt, "Camel", das Poster mit Eiern und Speck
  • Leslie's Version von "We didn't start the fire" ist mindestens legendär.
  • Der Hausmeister hört noch immer Shania Twain.
  • Ron hat scheinbar auch Fargo geschaut, jedenfalls zitiert er Lorne Malvo wenn er Terry dazu bringen will, die Tür zu öffnen. 
  • Dinge, die Ron ungern tun würde: einen ausländischen Film schauen, mit einem Mann reden, der die Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden hat. 
  • Wenn Harrison einen Mantel getragen hätte, hätte "The Wire" Emmys bekommen?

Recap: Parks and Recreation Season 7, Episoden 1+2: "2017" / "Ron and Jammy"

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"Thank you Commissioner Gordon, People of Gotham!". Parks and Recreation ist aus den Ferien zurückgekehrt und geht nun in seine letzte Staffel. Ich bin erst im letzten Jahr in die Serie eingestiegen, habe mich allerdings sofort verliebt in all diese wunderschönen Regenbogenfische, die so in Pawnee leben. Deswegen gibt es zur finalen Staffel hier Recaps. NBC zeigt jeden Dienstag abend direkt zwei Folgen im Doppelpack, ich werde daraus dann jeweils ein Recap für zwei Folgen zaubern. Also, schnappt euch eure Portion Waffeln, los geht's. Wie immer gilt: Spoiler, Spoiler und noch mehr Spoiler, falls ihr die Folgen also noch nicht gesehen habt, hört *jetzt* auf zu lesen.

Drei Jahre sind in Pawnee vergangen, wir schreiben das Jahr 2017. Es gab ein Reboot der Bourne-Reihe, mit Kevin James in der Hauptrolle, und Hitch 2 hat es geschafft, im Kino zu laufen. Shia LaBeouf designt Hochzeitskleider. Joan Callamezzo ist jetzt so richtig berühmt. Und für viele Figuren hat sich so einiges verändert. Andy und April haben nun beide einen Job, planen essenstechnisch ihre Woche im Voraus und nähern sich auch sonst immer mehr ihrem eigenen Alptraum vom langweiligen, alten Paar an. Tom konnte endlich seine Träume verwirklichen und ist zum Mogul geworden, Donna ist ebenfalls mit ihrer eigenen Firma selbstständig. Jerry heißt jetzt Terry, glaube ich, und Leslie hat es endlich geschafft, einen Teil des National Parks Department zu leiten. Ben ist immernoch City Manager und die drei Kinder der beiden...tja, die kriegt man nicht zu sehen. Ron ist nun auch im privaten Sektor unterwegs, und was viel wichtiger ist: er ist zu Leslies persönlichem Voldemort geworden: er, dessen Name nicht genannt werden darf. Was genau es mit dem Vorfall, den Leslie nur "Morning Star" nennt, auf sich hatte, werden wir hoffentlich noch herausfinden. Auch einen neuen Pit-Plot gibt es, diesmal will Leslie einen Nationalpark errichten. 

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Zeitsprünge in Serien sind immer eine komplizierte Angelegenheit. Im schlimmsten Fall ist auf einmal alles anders, man kennt die Hälfte der Figuren nicht mehr, und von der anderen Hälfte sind nur die übrig, die man eh nie so besonders mochte. Parks and Rec umgeht dieses Problem, alle liebgewonnenen Charaktere sind noch da. Doch ihre Lebenssituation hat sich teilweise sehr verändert. April und Andy sind in den ersten beiden Folgen auf jeden Fall meine Favoriten. Verzweifelt versuchen beide, irgendetwas durchgedrehtes, spontanes zu machen. Doch spätestens wenn Andy Medikamente gegen Sodbrennen nehmen muss, bevor er so gewagte Dinge wie ein ganzes Glas Oliven essen kann, und wenn Altersvorsorge auf einmal ein Thema ist, dann ist die Verwirrung groß. April macht sich sogar auf den Weg, ihren potentiellen Traumjob (Bestatterin, was auch sonst) zu bekommen, doch auch dafür muss man zur Schule gehen und dann besteht die Arbeit hauptsächlich aus Papierkram. Wie gut, dass Werner Herzog (ja, genau der) zur Stelle ist und den beiden ein altes Haus verkaufen will. Es hat eine Treppe, die ins Nichts führt, eine Feuerwehrstange, Geister, keine Küche, dafür drei Schutzbunker, und viele Leute sind darin wahnsinnig geworden. April und Andy lieben es, was auch sonst.

Doch auch die anderen haben weiterhin ihre Problemchen. Tom ist immernoch furchbar auf sich selbst bezogen, doch ab und an flammt so etwas wie Menschlichkeit in ihm auf. Beispielsweise wenn er eine Rede für Ben hält, oder wenn er den ganzen Weg nach Chicago fährt, um mit Lucy (willkommen zurück!) zu reden. Der Großteil der Tanzfläche gehört aber Leslie und Ron. So unterschiedliche Einstellungen wie die dieser beiden sind ja nahezu vorbestimmt, irgendwann zu kollidieren. Dazu ist es nun also gekommen, und wir ersparen uns dank des Zeitsprungs viele Folgen, in denen die beiden nicht miteinander sprechen. Stattdessen treffen wir beide in dem Moment wieder, wo sie gegeneinander gestellt sind. Leslie möchte ein Stück Land in einen Nationalpark verwandeln, Ron arbeitet für eine Firma die dort einen Campus errichten will. Besagte Firma, Gryzzle, dominuert den Social Media Markt und macht sehr coole Tablets. Auch wenn sie deine Haut haben wollen. So führen Leslie und Ron also ihren Kleinkrieg mit allen möglichen Mitteln (Kekse!), bis ein unerwarteter Zwischenfall die beiden zwingt, miteinander zu arbeiten. Und wir alle wissen, dass diese Macht nur eine einzige Person haben kann. Tammy. Um die geht es dann auch in der zweiten Folge mit dem klangvollen Titel "Ron and Jammy". 
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Aber Moment, wieso auf einmal Jammy? Leslie wird im Zuge einer Abstimmung mit ihrem ältesten Feind konfrontiert. Councilman Jamm. Dieser soll für ihren Plan stimmen, doch da gibt es ein Problem: seine aktuelle Freundin ist niemand geringeres als Tammy. Die immernoch total verrückt ist. Und Jamm leidet wirklich. Er darf nurnoch Steak und Whisky essen, dauernd ist er krank, Sex gibt es auch keinen. Um ihn zu retten schließt Leslie sich mit Ron zusammen, der sich natürlich mit der Problematik bestens auskennt und niemand diesem Schicksal überlassen will. Dies bringt einige der besten Szenen der beiden Folgen mit sich, in denen Leslie Jamm jedes Mal eine scheuert, wenn er Tammys Parfum riecht, der "Crotch Blender" seinen Einzug in die Serie hält und Amy Poehler am Ende die perfekte Impression von Megan Mullally liefert. Tammy bietet ihr sogar an, in ihrem Sinne zu stimmen, oder vielmehr stimmen zu lassen, wenn man ihr nur ihr Spielzeug lässt. Doch Am Ende ist Leslie eine aufrichtige Person, und sie lehnt das Angebot ab. Uns als Zuschauer überrascht das vielleicht weniger, wir kennen Leslie. Die größere Überraschung war, dass Ron überrascht ist. Was die Frage aufwirft: was genau ist zwischen den beiden passiert?

Nach genügend Exposition gab es in den 40 Minuten also einiges zu lachen. Die Grundsteine für die letzte Staffel sind gelegt, mal sehen wo wir am Ende landen. Ich freu mich jedenfalls auf ein paar weitere Stunden in Pawnee. 

Wahllose Gedanken zum Schluss: 
  • Jon Hamm als Ed wurde also schon wieder gefeuert. Ihr könnt ihn bei Subway finden, falls ihr ein bisschen chillen wollt.
  • Shrimps, eingewickelt in Bacon. Rons drittliebstes Essen, eingewickelt in sein liebstes Essen. Ich frage mich, ob Pasta mit Waffeln...
  • Trevor's Firma voller Anwälte hat Zuwachs bekommen und heißt jetzt: Fwar, Dips, Winshares, Critt, Babip, Pecota, Vorp&Eckstein. 
  • Werner Herzogs Charakter zieht nach Orlando, damit er näher an Disneyland sein kann. Können April und Andy ihn nicht adoptieren, sozusagen als Großvater? Hat mit Ethel damals doch auch prima geklappt. 
  • Andy hat seine eigene Show im Kabelfernsehn: The Johnny Karate Super Awesome Musical Explosion Show . 
  • Terry, Jerry, Larry, Gary. Heißt jetzt Terry, weil es im Department schon einen Larry gab. 
  • Frisbees als Teller benutzen. Klappt übrigens auch prima im Campingurlaub. 
  • Chateau Marmont ist kein Wein, auch wenn Miss Callamezzo das anders sieht. Stattdessen handelt es sich um ein Hotel am Sunset Boulevard, in dem beispielsweise Britney Spears und Lindsay Lohan Hausverbot haben. 
  • Joan denkt scheinbar auch, dass sie sich in "Batman" befindet, anders kann die hier im Recap verwendete Einleitung ihrer Dankesrede nicht zu erklären sein. 
  • Ihre neunten Memoiren heißen "A Game of Joans"
  • Tammy überlebt sechs Tage lang und lebt in dieser Zeit von Ratten und Regenwasser. Du musst dein Haus unbedingt absichern. 
  • Megan Mullally (Tammy) ist übrigens tatsächlich die Ehefrau von Nick Offerman (Ron). 
  • Donna ist in Deutschland von jedem Riverboat verbannt? Was ist da passiert? Die Legende breitet sich aus. 
  • Wo wir bei Tammy sind: Das war unüblich viel nackte Haut, und viel Gefluche in diesen beiden Folgen. Andy, Tammy...aber was will NBC machen, die Show absetzen können sie ja eh nicht mehr. In diesem Sinne, weitermachen, bis nächste Woche.