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Filmkritik: Stolz und Vorurteil und Zombies

© Square One Entertainment / Universum
Story: England, 1811. Das Land ist im Begriff, von einer neuen Zombie-Welle überrannt zu werden. Für Mrs. Bennet besteht jedoch das größere Problem darin, ihre fünf heiratsfähigen Töchter unter die Haube zu bringen. Eine davon ist Liz (Lily James), die wie der Rest ihrer Schwestern die Kampfkunst der Shaolin beherrscht und eine leidenschaftliche Kämpferin ist. Neben den Zombies ist ihre größte Herausforderung wiederum, der seltsamen Anziehung zu dem Kämpfer Mr. Darcy (Sam Riley) und dem Charme des manipulativen Mr. Wickham (Jack Huston) zu widerstehen. Liz und Darcy müssen erst persönliche Vorurteile überwinden, bevor sie im Kampf gegen die Zombies die wahre Liebe füreinander entdecken...

Kritik: Leicht ist es vermutlich nicht, einer so oft verfilmten und erzählten Geschichte wie "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen noch etwas Neues hinzuzufügen. Da muss schon tief in die Trickkiste gegriffen werden. Dachte sich auch ein findiger Autor und fügte der ganzen Sache kurzerhand ein paar Untote hinzu. Das klappte seinerzeit bei "Abraham Lincoln, Vampire Hunter" nur leidlich gut, doch hier macht man sich den übernatürlichen Gegner gut zu Nutze. 
© Square One Entertainment / Universum
Die Grundprämisse des Romans bleibt dabei erfreulich unberührt. Trotz der Zombies handelt es sich in erster Linie um eine weitere Adaption von Austens Gesellschafts- und Beziehungsdrama. Auch hier geht es in erster Linie darum, die zahlreichen Bennett-Töchter möglichst aussichtsreich zu verheiraten. Doch die anhaltende Zombieplage zwingt alle zu besonderen Maßnahmen, und so können die jungen Frauen gut auf sich selbst aufpassen. Es ist auch eine willkommene Umkehr der angestammten Rollen, die Frauen behaupten sich gegen die Untoten und die männlich geprägte Gesellschaft gleichermaßen. Dies irritiert natürlich die Männer das eine oder andere Mal, aber es wird als Normalität akzeptiert. Hier wartet jedenfalls keine hilflose Maid auf Rettung. 

Lily James stattet ihre Version der Liz Bennett mit einem kühlen Eifer aus. Schlagfertig in jeder Hinsicht, vor allem in den (Wort-)Gefechten mit Sam Rileys Mr. Darcy. Alle Darsteller gehen mit einer gehörigen Portion Ernst an die Sache, was dem Film ebenfalls gut tut. Niemand wirkt dabei ungewollt unsympathisch, selbst der Mutter nimmt man die aufrechte Sorge um die Zukunft ihrer Töchter als Motivation ab. Einzig Lena Headey ist ein bisschen verschenkt in ihrer Rolle, von ihr hätte ich gerne mehr gesehen. Doch der Fokus liegt woanders. So sind dann auch die Zombies mehr als nur ekliges Schauwerk. Sie zeigen uns den Umgang einer Gesellschaft mit dem Anderen, dem Fremden. Sie funktionieren aber auch als permanente, unterschwellige Bedrohung in alltäglichen Situationen. Ein spannender Twist, wenn man sich darauf einlassen kann. 
© Square One Entertainment / Universum
Die schönen Kulissen und die wundervollen, detailreichen Kostüme machen es jedenfalls leicht, in diese Welt einzutauchen. Es ist vermutlich der Umsichtigkeit des Regisseurs und einer gewissen Harmonie unter den Darstellern zu verdanken, dass dieses Experiment (und sind wir ehrlich, die Ausgangslage ist irgendwie dreist) nicht nur nicht scheitert, sondern stellenweise wirklich unterhaltsam ist, der Geschichte etwas neues hinzufügen kann und eine ziemlich gelungene Adaption von "Stolz und Vorurteil" ist. Wenn man Zombies allerdings nicht ausstehen kann, dann sollte man wohl einen Bogen um die ganze Angelegenheit machen, denn wenn sie auftauchen, dann sind sie wirklich fies anzusehen.

Fazit: Lily James und vor allem Sam Riley glänzen in dieser eigenwilligen Adaption des Kultromans von Jane Austen. Überraschend dialogtreu am Originalwerk gibt es allerhand fiese Zombiebrut zu eliminieren. Matt Smith sorgt für ein paar willkommene Lacher zwischendurch, andere Darsteller sind vom Potenzial her arg verschenkt. Doch falls hier keine hochtragende Literaturverfilmung erwartet wird, sondern eben wunderschön ausgestattetes 18. Jahrhundert, gepaart mit Ärsche tretenden Protagonistinnen und ein oder zwei Liebschaften, so macht "Stolz und Vorurteil und Zombies" sicherlich glücklich. Näher an Austens Vorlage als an einem richtigen Gruselstück kommt den Zombies hier die besondere Aufgabe zuteil, anderweitig für Horror zu sorgen. Ihre unterschwellige Bedrohung zieht sich dann auch durch den ganzen Film und ergänzt die eigentliche Aussage des ursprünglichen Werkes treffend. 

Die DVD: Die DVD im Vertrieb von Square One Entertainment / Universum Film ist seit dem 28. Oktober 2016 im Handel erhältlich.  Neben der deutschen Tonspur befindet sich auch die englische Originaltonspur mit auf der Scheibe. Beide kommen in einem guten Klangverhältnis daher, wobei die synchronisierte Fassung ein leicht besseres Verhältnis von Dialogen zu Geräuschen aufweisen kann. Insgesamt ist der Ton bei beiden Dolby Digital 5.1 Spuren aber gut ausbalanciert. Das Bild ist dem Format entsprechend scharf und auch farblich stimmig. Die Kontraste sowie Schwarzwerte überzeugen. Als Extras gibt es ein paar entfallene Szenen, einige Featurettes die sich mit den Hintergründen der Produktion auseinandersetzen sowie ein paar Interviews mit den Darstellern und der restlichen Crew.

Infos zum Film

Originaltitel: Pride and Prejudice and Zombies
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Horror, Drama, Komödie
FSK: 16
Laufzeit: 108 Minuten
Regie: Burr Steers
Drehbuch:  Burr Steers
Darsteller: Lily James, Sam Riley, Jack Huston, Matt Smith, Charles Dance, Lena Headey, Bella Heathcote u.a.

Trailer


Filmkritik: The Forest


© Tobis / Splendid
Story: Schreckliche Dinge erzählen sich die Menschen über Aokigahara, den berüchtigten Selbstmordwald am Fuße des Fuji. Als die junge Amerikanerin Sara (Natalie Dormer) erfährt, dass ihre Zwillingsschwester Jess dort unter mysteriösen Umständen verschwunden ist, fliegt Sara ohne zu zögern nach Japan und begibt sich sofort auf die Suche. Trotz aller Warnungen, keinesfalls vom Waldweg abzukommen, zieht es Sara immer tiefer ins finstere Dickicht. Dort wird sie mit den gequälten Seelen der Toten konfrontiert, die es auf alle abgesehen haben, die ihren Weg kreuzen ...

Kritik: Der Aokigahara-Wald fasziniert die Menschen, soviel lässt sich sicher sagen. Am Fuße des Fuji gelegen ist der Wald eine letzte Zufluchtsstätte für Menschen, die nicht länger weiterleben wollen (wer Lust hat kann sich dazu die wirklich gute Vice-Doku auf Youtube anschauen, lohnt sich!). Eigentlich das optimale Setting für einen Horrorfilm, wenn man mal vom leicht geschmacklosen Ausschlachten der Tatsachen absieht. Denn dass in Japan ein kulturelles Problem besteht, in einer Umgebung in der es eine Schande ist über die eigenen Probleme zu sprechen und in der Suizid eine praktikable Lösung ist, würde den Rahmen dieses Blog sprengen. Aber ihr, liebe Leser, seid kluge Leute, ihr dürft also gerne recherchieren. Aber darum soll es hier nun nicht weiter gehen, zumal nicht im Aokigahara-Wald gedreht wurde, sondern einfach in einem ganz normalen Wald. Also konzentrieren wir uns auf den Film.
© Tobis / Splendid
"The Forest" macht tatsächlich gerade zu Beginn vieles anders und richtig. Statt gleich zu Beginn aus allen Jumpscare-Kanonen zu feuern und den Zuschauer mit lauter Musik zu betäuben wird subtiler vorgegangen. Spannung wird vor allem durch die ruhige Kameraarbeit aufgebaut, Geräusche sind angenehm zurückgehalten. Klar, wenn mal etwas Gruseliges auftaucht macht es natürlich auch laute Geräusche. Aber die ohrenbetäubende Musik, die selbst dem abgestumpftesten Zuschauer signalisiert dass er sich jetzt zu erschrecken hat, die bleibt aus. Leider verläuft sich dieser angenehme Schrittwechsel im Verlauf des Filmes vollständig im Sand. Regisseur Jason Zada, der hier sein Debüt gibt, verlässt sich gegen Ende immer mehr auf die altbekannten und ausgelutschten Tricks, die nun wirklich niemand mehr in einem Horrorfilm sehen möchte. Hier ist das noch eine Spur ärgerlicher, weil der Anfang so vielversprechend war und gezeigt hat, dass es auch anders geht.

So darf dann Nathalie Dormer gegen den restlichen Film ankämpfen. Ihr Charakter entfernt sich dabei zwar vom leidigen "Frauen müssen immer sympathisch sein" Thema, fällt dann aber doch zu sehr ins andere, negative Extrem. Besonders Horrorfilme leben davon dass man mit der Hauptfigur mitfühlt, das ist hier aber nur selten der Fall. Sara ist naiv, viel zu leichtgläubig, stur wie ein Bock und zu sehr auf ihrer eigenen kulturellen Schiene festgefahren. Alles Eigenschaften, die sich in einem japanischen Selbstmordwald nicht besonders gut machen. Dormer holt aus dieser flachen Charakterisierung aber doch noch ein bisschen heraus, und so schaut man zu, ist aber nicht sonderlich mitgerissen. Dazu kommt dann noch ein bisschen hintergründiges Familiendrama, und fertig ist die Mischung. Aufgewogen wird vieles durch das atmosphärische Setting. Nebeldurchzogener Wald, mal in satten Grüntönen, mal in eher unterkühlten Blautönen, wird effektiv mit der Kamera eingefangen. Gespenstisch ziehen sich Seile und Absperrbänder zwischen den Bäumen entlang: es sind Hinweise der Toten, die gefunden werden wollen. Je mehr Zeit Sara im Wald verbringt, desto unklarer wird die Lage. Was ist real, was ist nur Schein? "The Forest" versucht, seine Zuschauer an der Nase herum zu führen, scheitert in den meisten Fällen aber leider recht offensichtlich. So bleibt es bei einem netten Versuch, bei dem das Potential an allen Ecken und Enden durchschimmert, aber nie genutzt wird.
© Tobis / Splendid
Fazit: Nathalie Dormer überzeugt in ihrer Doppelrolle und das Setting ist wunderbar gruselig in Szene gesetzt. Leider verstrickt der Film sich nach einem erfreulichen Auftakt in seiner eigenen Geschichte, setzt zu sehr auf Wiederholungen und kann sich dem klischeemäßigen Ende eines jeden x-beliebigen Horrorfilms nicht entziehen. Richtig eindrucksvolle Szenen werden leider immer wieder durch Belanglosigkeiten abgelöst, so dass am Ende ein wirklich unrunder Film entsteht der so viel mehr hätte sein können. Das macht "The Forest" allerdings bei weitem nicht zu einem schlechten Film, und wer sich im Horrorgenre wohlfühlt dürfte hier einen unterhaltsamen und kurzweiligen Abend verbringen können.

Infos zum Film

Originaltitel: The Forest
Erscheinungsjahr: 2016
Genre:Horror, Thriller
FSK: 16
Laufzeit: 94 Minuten
Regie: Jason Zada
Drehbuch:Ben Ketai, Sarah Cornwell, Nick Antosca
Darsteller: Nathalie Dormer, Taylor Kinney, Yukiyoshi Ozawa, Rina Takasaki u.a.

Trailer


Filmkritik: The Human Centipede 1 - 3


© Six Entertainment Company


Ab und an soll man sich ja etwas vornehmen. Zum Beispiel, alle drei "Human Centipede" Filme anzuschauen. Das habe ich in den letzten Wochen gemacht, und meine Eindrücke hab ich ausnahmsweise mal in einem Sammelpost zusammengefasst. An Bildmaterial erwarten euch jeweils die Poster zum Film, sowie je eine Szene aus jedem der drei Teile. Es handelt sich dabei nicht um blutiges Bildmaterial, auch auf Nahaufnahmen habe ich verzichtet. Die Trailer sind wie immer eingefügt, wer neugierig ist kann sich dort umschauen. Ich wünsche viel, äh.... Spaß beim lesen. Weiter geht es nach dem Jump Break, einerseits weil der Post recht lang ist, andererseits weil ich davon ausgehe, dass nicht jeder Bock auf diese Filme / diese Bilder hat. 

Filmkritik: The Witch

© Universal
Story: Neuengland, 1630. Farmer William (Ralph Ineson) findet, gemeinsam mit Frau Katherine (Kate Dickie) und den fünf Kindern, ein neues Zuhause auf einem abgelegenen Stück Land, nahe eines düsteren Waldes.
Bald kommt es zu beunruhigenden Vorfällen: Tiere verhalten sich aggressiv, eines der Kinder verschwindet, während ein anderes von einer dunklen Macht besessen zu sein scheint. Misstrauen und Paranoia wachsen und die älteste Tochter Thomasin (Anya Taylor-Joy) wird der Hexerei beschuldigt. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, werden Glaube, Loyalität und Liebe jedes einzelnen Familienmitgliedes auf eine schreckliche Probe gestellt …

Kritik: Wenn ich mir die Liste mit Schlagworten rechts in der Leiste neben diesem Beitrag anschaue, dann rangiert "Horror" mit über 30 Beiträgen recht weit oben. Und tatsächlich bin ich diesem Genre sehr zugetan. Vielleicht, weil ich besonders schreckhaft bin. Vielleicht, weil ich eine doch recht beflügelte Fantasie habe und Horrorszenarien bei mir so gleich auf doppelt fruchtbaren Boden fallen. Der nächste große Hype in Sachen Horrorfilm ist für das laufende Jahr 2016 der beim Sundance Festival bereits ausgezeichnete "The Witch", das Regiedebüt von Robert Eggers, der gleichzeitig auch das Drehbuch verfasste. Als unkonventionell gilt der Film, gelobt wird er für seine Andersartigkeit so wie zuletzt beispielsweise der österreichische Genrebeitrag "Ich seh, ich seh". Aber was ist dran am Hype?
© Universal
Gleich in den ersten Minuten wird klar: zumindest das Setting kann auf voller Länge punkten. Mit einer Liebe für das Detail, die ihresgleichen sucht, eröffnen sich eindrucksvolle Kulissen und wunderschöne Kostüme (von Linda Muir), so dass es leicht fällt, sich in die Zeit einzufinden. Immersion ist überhaupt ein gutes Stichwort. Die Dialoge scheinen, besonders im Originalton (zur deutschen Fassung kann ich keine Angaben machen) geradewegs aus dem 17. Jahrhundert herausgezaubert. Das ist nicht immer leicht zu verstehen, trägt aber ebenfalls zur Stimmung bei. Auch dank der sattelfesten Kameraarbeit verdichtet sich die Atmosphäre enorm, jede Einstellung, in der Wald zu sehen ist, wirkt auf ihre Weise bedrohlich und zutiefst beunruhigend. Der stellenweise brutal kratzige, atonale Soundtrack von Marc Korven liefert den Rest und lässt "The Witch" stellenweise zur richtigen Folter für den Gehörgang werden.  

Auch die Darsteller spielen nahe an der Perfektion. Ralph Ineson und Kate Dickie, die den Zuschauern von "Game of Thrones" bestens bekannt sein dürften, zerreiben sich als tiefgläubige Eltern aneinander, an der Umgebung und an den Umständen, die draußen in der Einsamkeit unweigerlich entstehen. Hilflosigkeit, die Unfähigkeit die eigenen Kinder schützen zu können und das Unverständnis über die Sache an sich stürzen die Elternfiguren in einen tiefen Konflikt. Ausgebadet wird dieser von den Kindern. Neben einem herrlich gruseligen, kleinen Geschwisterpaar sind es vor allem Harvey Scrimshaw und Anya Taylor-Joy, die hier die Grundsteine für hoffentlich lange, erfolgreiche Karrieren legen. Das Spiel der beiden ist intensiv, und spätestens ab der zweiten Hälfte des Films stellt sich die Frage, wie einige Szenen mit so jungen Darstellern überhaupt gedreht werden konnten.
© Universal
Wer allerdings bei "The Witch", und der Trailer leistet in dieser Hinsicht mal wieder ganze Arbeit, einen lupenreinen Horrorfilm im aktuellen Sinne erwartet, der wird sicher enttäuscht. Blut und Gedärme fließen, wenn überhaupt, dann sehr verhalten. Jumpscares sind zwar hier und da eingestreut, fügen sich aber so harmonisch in das Geschehen ein, dass sie nicht negativ auffallen. Der Horror kommt für heutige Sehgehwohnheiten wohl eher banal daher. Ein Hase und ein Ziegenbock spielen wiederkehrende Rollen, beide sorgen für eine Menge Unbehagen. Auch im Alltag der Familie auf der kleinen Farm passieren Dinge, die sich dort niemand erklären kann, Dinge, die im zeitlichen Kontext die absolute Hölle gewesen sein müssen. Darauf muss man sich als Zuschauer einlassen, sonst funktioniert der Film schlicht nicht. Und doch gibt es vereinzelt auch ganz klassische Horrormomente zu entdecken.

Seine volle Kraft entfaltet "The Witch" dann in den Teilen der Geschichte, die sich eher dem Drama als dem Horrorfilm zuordnen lassen. Beinahe schon nebenbei erforscht Robert Eggers hier die Geschichte eines jungen Mädchens, welches langsam zur Frau wird. Die aufkommende Sexualität darf natürlich wegen der religiösen Umstände nicht thematisiert werden. Eine Spur mehr als heute noch ist die Religion der Familie durch Männer geprägt, es gilt, das Weibliche zu unterdrücken, zu kontrollieren. Und immer dort, wo etwas nicht verstanden wird, sind die Menschen so schnell mit dem Wort "Hexe". Diese Anschuldigung löst in Thomasin etwas aus. Wie kann und soll sie ihre Unschuld beweisen? Wie soll sie damit umgehen, dass die Welt so anders ist, als es stets vom Vater gepredigt wurde? Hier manifestiert sich der wahre Horror dieses Films. Die Religion und der strenge Glaube ist maßgeblich am Zerfall dieser Familie beteiligt, und zu keinem Zeitpunkt wird (und das ist erfreulich) Thomasin die Schuld an der Misere gegeben. Für jeden Zuschauer sollte klar sein, dass sie am wenigsten für all das kann, was passiert. "The Witch" bleibt dabei konsequent nah an seinen Figuren und verbreitet so Unruhe, denn wer will schon so tief in die Privatsphäre einer solchen Familie eindringen? Die Rolle des Voyeurs, welche der Zuschauer einnimmt, ist hier stärker herausgearbeitet und deutlich unbequemer einzunehmen.
© Universal

Fazit: "The Witch" ist kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Großartig gelungen ist er trotzdem, vielleicht gerade deswegen. Das intime Portrait einer Familie, die an ihrem eigenen Glauben zugrunde geht, die sich aus Hilflosigkeit gegen die eigene Tochter stellt und tiefer in den Glauben flüchtet als es gesund wäre, zieht unweigerlich in seinen Bann. Regisseur und Autor Robert Eggers spricht ein paar spannende Themen an, liefert in erster Linie aber ein atmosphärisch dichtes Portrait einer Zeit an, die einerseits längst vergangen, andererseits in manchen Teilen der Gesellschaft auch heute noch aktuell ist. Zutiefst beunruhigend, grandios geschauspielert und eine klare Empfehlung für all diejenigen, die bereit sind, sich auf einen Horrorfilm der etwas anderen Art einzulassen. 

Infos zum Film

Originaltitel: The Witch
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Horror, Drama
FSK: 16
Laufzeit: 87 Minuten
Regie: Robert Eggers
Drehbuch: Robert Eggers
Darsteller: Anya Taylor-Joy, Ralph Ineson, Kate Dickie, Harvey Scrimshaw u.a.

Trailer


Filmkritik: Victor Frankenstein

© 20th Century Fox
Story: Der radikale Wissenschaftler Victor Frankenstein (James McAvoy) und sein ebenso brillanter Schützling Igor Strausman (Daniel Radcliffe) teilen eine noble Vision: durch ihre bahnbrechenden Forschungen wollen sie der Menschheit zur Unsterblichkeit verhelfen. Aber Victors Experiment geht zu weit und seine Obsession hat grauenvolle Konsequenzen. Nur Igor kann seinen Freund am Rande des Wahnsinns erreichen und ihn vor seiner monströsen Kreation retten.

Kritik: Im Zuge des anhaltenden Revivals klassischer Horror-Literaturvorlagen bekommt nun auch der gute Doktor Frankenstein ein Make-Over. Und wie schon bei beispielsweise Guy Ritchies "Sherlock Holmes" ergibt sich auch hier eine Mischung aus quirligem viktorianischem Setting, gesprenkelt mit ein paar modernen Einschüben. Aber taugt dieser Ansatz etwas?
© 20th Century Fox
Die klare Antwort darauf lautet: Jein. "Victor Frankenstein" hat einige Aspekte, die wirklich wunderbar funktionieren. Wer auch immer James McAvoy für die Hauptrolle besetzte sollte ein dickes Lob dafür bekommen, der gute ist ganz und gar entfesselt. Nichts ist ihm zu cheesy, nichts zu überdreht. Mit einer leichten Überdosis Wahnsinn brüllt und zürnt er sich durch den Film, nur um im nächsten Moment einen manischen Lachanfall zu bekommen. Seine Schwächen und Stärken werden von einem zurückhaltenden, aber ebenso überzeugenden Daniel Radcliffe vollumfänglich gespiegelt. Die beiden haben sich klar gesucht und gefunden. Auch wenn Radcliffe leider nicht zu den begabtesten Darstellern gehört und über die Mitleidsschiene nicht hinauskommt. Und dann ist da noch Andrew Scott, meine liebste Inkarnation von Moriarty in "Sherlock" von der BBC. Als fanatischer Polizist erdet er das Geschehen, macht Dinge greifbar und dient als Ankerpunkt für die Zuschauer. Und natürlich ist er überzeugend, wie könnte es auch anders sein. In einer Nebenrolle taucht Charles "Tywin Lannister" Dance auf, um die Hauptfigur mit einem wohldosierten Maß an Verachtung zu strafen. Was er eben am besten kann. Und irgendwo rennt Jessica Brown Findlay herum und...naja, macht gar nichts außer nett auszusehen.

Das Script von Max Landis hat ebenfalls seine Momente. Der Aspekt des Menschen, der sich anmaßt Gott zu spielen, wird schön ausgespielt. Auch der wissenschaftliche Fortschritt im Angesicht religiöser Überzeugungen findet seinen Platz. Dies alles spielt sich in merklich handgemachten Sets und mit schönen, praktischen Effekten ab. Leider fällt der Einsatz von CGI dann umso mehr auf, doch ein erschaffenes, kleines Monster kann trotzdem auch optisch überzeugen. Das Londoner Stadtbild muss sich nicht verstecken, und die liebevollen und detailreichen Kostüme sind eine Augenweide. Der Soundtrack ist ebenfalls angenehm im Ohr, leicht verspielt stellenweise und an den richtigen Ecken gehörig dramatisch. Nein, handwerklich ist hier wirklich nichts zu bemängeln.
© 20th Century Fox
Doch wo viel Licht ist, ist naturgemäß auch eine Menge Schatten. Jessica Brown Findlays Rolle hätte man sich sparen können, die wahre Romanze läuft (natürlich getarnt als Bromance) zwischen Igor und Frankenstein ab, die Dame stört da nur. Zumal zwischen ihr und Radcliffe exakt null Chemie herrscht. Die Rolle des Antagonisten ist im wahrsten Sinne des Wortes farblos und hätte komplett gestrichen werden können. Darüber hinaus ist der Film ein wenig zu lang geraten. Vorhersehbarkeit möchte ich einer Frankenstein-Variante allerdings nicht vorwerfen, auch wenn der Erzähler gleich zu Beginn deutlich macht, dass diese Geschichte anders ist. Natürlich muss Igor auch genormt werden, um in die Gesellschaft zu passen. Und auch wenn die Darsteller das Beste aus dem Script herausholen, bleiben die Figuren doch zu blass gezeichnet, um wirklich Tiefe entstehen zu lassen. So fällt es dann auch schwer, sich wirklich für das Schicksal der Beteiligten zu interessieren, und "Victor Frankenstein" erliegt dem unerträglichen Dasein im absoluten Mittelmaß.

Fazit:"Victor Frankenstein" sieht famos aus, die Sets, Kostüme und das Feeling sind stimmig. Auch die Darsteller geben ihr Bestes. Doch das Drehbuch ist zu vorhersehbar, die Figuren bleiben zu oberflächlich und stellenweise gleich ganz überflüssig. Wer die Geschichte um den Doktor mag, sich für steampunkiges, viktorianisches London und einen völlig entfesselten James McAvoy interessiert, könnte hiermit aber glücklich werden.

Infos zum Film

Originaltitel: Victor Frankenstein
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Horror, Abenteuer
FSK: 16
Laufzeit: 106 Minuten
Regie: Paul McGuigan
Drehbuch: Max Landis
Darsteller: James McAvoy, Daniel Radcliffe, Andrew Scott, Jessica Brown Findlay  u.a.

Trailer

Filmkritik: Houses of Terror

© Ascot Elite
Story: Clowns mit Reißzähnen, Zombies in der Dunkelheit, Monster, die aus Wänden kommen und Sargdeckel, die sich unwiderruflich über dir schließen - zur Halloweenzeit konkurrieren Hunderte von Horror-Attraktionen um den grausigsten Auftritt. Doch die Brüder Bobby und Mikey und ihre Freunde suchen den einen ganz besonderen Ort, der weiter geht als alle anderen. Der Regeln außer Kraft setzt und Grenzen nicht anerkennt. Der das Blut wirklich in den Andern gefrieren lässt. Nie hätten sie erwartet, dass das bedingungslose Grauen stattdessen sie suchen und finden würde. Dass ihre tiefsten Ängste zum Leben erwachen und aus dem Gruselspiel ein mörderisches Labyrinth ohne Notausgang werden könnte...

Kritik: "The Houses October built" scheint für den deutschen Markt mal wieder nicht eindrücklich genug zu sein, da liegt natürlich nahe aus einem englischen Titel einen viel einprägsameren, ebenfalls englischen Titel zu machen. "Houses of Terror" bringt dann auch ein recht schickes Artwork mit und informiert gleich auf dem Cover, dass die Produzenten von "Insidous" und "Paranormal Activity" hier am Werk waren. Was ja zunächst gar nicht mal übel klingt, beide Reihen können zwar nicht durch die Bank weg überzeugen, aber besonders die Erstlinge machten mir jeweils Spaß. Und Spaß kann man auch in "Houses of Terror" finden, wenn auch an Ecken, an denen man ihn nicht vermutet hätte. 
© Ascot Elite
Zunächst aber hat man es hier mit einem Found Footage Streifen zu tun. Und der kommt mit den typischen Merkmalen daher: Die Kamera wackelt sich einen ab, die Darsteller sind auf unterem Laienniveau unterwegs und Spannung kommt erst gegen Ende auf. Zu viel Zeit wird damit verschwendet, in einem Wohnmobil quer durch die USA zu fahren. Die Gespräche sind belanglos, dafür aber kurz. Andere Genrevertreter ziehen ja jede mögliche Szene bis in die Unendlichkeit, hier sind die Schnitte ein wenig schneller angesetzt. Interessant wird es, wenn die Freunde dann tatsächlich mal ein Spukhaus besuchen. Die Gespräche, die sie teilweise mit den Darstellern führen sind spannend, und als Dokumentation mit genau diesem Thema wäre "Houses of Terror" sicherlich richtig gut geworden. Man erfährt ein wenig von der Hintergrundgeschichte der Darsteller in solchen Attraktionen und über die Haunted-House-Industrie und deren Schattenseiten, die in den USA herrscht. Rund 2500 solcher Spukhäuser gibt es, und die Mitarbeiter werden nicht immer vor Arbeitsantritt gründlich überprüft. Hier, und das kann man nicht genug betonen, hätte wirklich Potenzial geruht, und ich würde zu gerne eine richtige Doku zu diesem Thema sehen. Mein Interesse an "Blue Skeleton" ist jedenfalls nun in gesteigertem Maß vorhanden.
© Ascot Elite
In manchen Momenten kommt dann auch Spannung auf, beispielsweise wenn der Wohnwagen plötzlich umstellt wird. Doch hier begeht die Regie dann einen wirklichen Patzer: sobald sich Spannung aufzubauen beginnt, wird geschnitten und die Crew sitzt am nächsten Tag wohlbehalten im Bus. Dieses Schema wird ausgereizt bis es wirklich keinen müden Hund mehr hinter dem Ofen hervorlockt. Erst in den letzten 10 Minuten findet dann ein Umbruch statt, an dieser Stelle ist es dann aber auch zu spät. Die Figuren bieten über grundlegende Schemata hinaus keinerlei Identifikationspotenzial. Der Dicke ist automatisch der lustige, die Frau ist da um ein bisschen sexy zu sein und weil irgendwer ja den Job der nervigen, rumschreienden Idioten machen muss. Gähn, heutzutage darf man von Horrorfilmen schon ein bisschen mehr erwarten.

Fazit: "Houses of Terror" hat durchaus interessante Momente, und zwar genau dann wenn ein Einblick in die Spukhaus-Industrie gewährt wird. Hätte man diesen Aspekt stärker ausgereizt wäre eine richtig spannende Doku dabei herausgekommen. So bleibt ein müder Vertreter des Found Footage Genre, der ohne Überraschungen, überzeugende Darsteller oder wirklichen Horror auskommt. Wer sich für Spukhäuser interessiert könnte Gefallen daran finden, und Hardcore-Found-Footage Fans werden sicherlich auch auf ihre Kosten kommen. Alle anderen können "Houses of Terror" aber getrost am Straßenrand liegen lassen.

Die Blu-ray: Wie bereits gewohnt liefert Ascot Elite die am 22. April im Handel erschienene Blu-ray mit einem Wendecover aus. Der Film liegt in deutscher und englischer DTS-HD MA 5.1 Tonspur vor, diese ist in beiden Sprachen gut abgemischt, Dialoge und Geräusche sowie Musik halten sich gut die Waage. Die deutsche Synchro lässt allerdings doch arg zu wünschen übrig. Untertitel liegen leider nur in Deutsch vor. Das Bild ist angenehm scharf, auch die Schwarztöne überzeugen und man sieht trotz genereller Dunkelheit in den Spukhäusern genug. Als Extras gibt es neben den obligatorischen Trailern zu aktuellen Veröffentlichungen aus dem Verleih noch ein paar entfernte Szenen, den Originaltrailer zum Film, einen Einblick hinter die Kulissen und eine Dokumentation zum Thema Horrorhäuser.

Infos zum Film

Originaltitel: The Houses October built
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Horror
FSK: 16
Laufzeit: 92 Minuten
Regie: Bobby Roe
Drehbuch: Zack Andrews, Bobby Roe u.a.
Darsteller: Brandy Schaefer, Zack Andrews, Bobby Roe u.a.

Trailer

Filmkritik: Little Dead Rotting Hood


© Edel
Story: Großmutter Winfield (Marina Sirtis) ist vertraut mit Flüchen und Hexenkünsten. Da sich eine Werwolfsippe in ihrem kleinen amerikanischen Ort gnadenlos auszubreiten droht, sieht sie nur eine Möglichkeit alle zu retten: Sie verwandelt ihre Enkelin Samantha (Bianca A. Santos) in eine mörderische Untote, in Little Dead Rotting Hood. Zusammen mit Sheriff Adam (Eric Balfour) macht diese sich auf, die Werwolfbrut zu vernichten.

Kritik: Mit "Little Dead Rotting Hood" wird eine weitere Trash-Perle aus dem Hause Asylum auf die Zuschauer losgelassen. Asylum verdanken wir unter anderem spaßige Hai-Trashfilmchen wie Sharknado. Wie so oft gilt also auch hier: Kenner wissen, was sie vom Film erwarten können. Und eigentlich bekommt man auch genau das, was auf dem Cover versprochen wird. Schauen wir uns also an was gut gelungen ist, und wo Verbesserungspotential gewesen wäre. 
© Edel
Zunächst einmal verdient die Idee Lob. Die Märchen der Gebrüder Grimm sind teilweise extrem gruselig und es ist mir schleierhaft, wieso daraus nicht reihenweise Horrorfilme gemacht werden. In dieser Hinsicht ist "Little Red Rotting Hood", eine deutliche Anspielung auf Rotkäppchen (die im englischen Little Red Riding Hood genannt wird) ein Schritt in die richtige Richtung. Es geht dann auch direkt schön matschig und saftig los und die ersten 30 Minuten meucheln sich die Wölfe richtig schön durch die Dorfbevölkerung. Hier wartet dann schon das erste Bündel an Überraschungen. Das Setting ist liebevoll dekoriert, die Kleinstadtatmosphäre ist überzeugend und mit Eric Balfour hat man ein relativ bekanntes Gesicht als zentrale Figur. Ein bisschen weniger Verweildauer im Dorf hätte dem Film aber vermutlich gut getan. Auch außerhalb des Dorfes sind die Sets schön ausgewählt und der Wald wirkt richtig lebendig. Auch die Effekte gehen in Ordnung. Wieso man es für erwähnenswert hielt zu betonen dass die Hauptdarstellerin in "Ouija" mitgespielt hat ist mir allerdings ein Rätsel. Der Film wäre nun wirklich nichts, womit ich persönlich angeben wollen würde.

Natürlich gibt es ein paar Dinge, die auf den ersten Blick negativ auffallen. Man merkt den Darstellern an dass sie nicht so wirklich Lust auf das Projekt hatten. Dementsprechend wirken die Dialoge runtergeleiert und lustlos. Aber hey, Hauptsache es gibt keine Lücke im Lebenslauf. Was für das reale Leben gilt, gilt eben auch für Schauspieler und Regisseure. Die restliche Zeit ist "Little Red Rotting Hood" peinlich genau darauf bedacht eine imaginäre Checkliste abzuarbeiten. Slow Motion Striptease-Szene? Kommt natürlich vor. Dämliche Sprüche die cool sein sollen, aber eher daran erinnern wie alle peinlich berührt lachen wenn Opa mal wieder einen Witz erzählt? Gibt es reichlich. Die Figuren sind wandelnde Klischees und so bleibt einem nur stumpfes Zuschauen ohne das Gesehene zu hinterfragen. Aber hier schließt sich der Kreis dann auch wieder, denn wer von einer Asylum-Produktion mehr erwartet, der sollte seine Prinzipien schnellstens überdenken. Insofern ist das hier ganz unterhaltsam gelungen, tut niemandem weh, hätte aber das Potential gehabt ein richtig cooler Film zu werden.
Der will nur spielen! © Edel
Fazit: Demotivierte Darsteller, debile Dialoge, aber ein schickes Setting, eine gute Ausgangsidee und eine anständige Portion matschiger Gummigedärme machen "Little Red Rotting Hood" zwar nicht zu einem Meilenstein im Horrorgenre. Für einen unterhaltsamen Abend im Kreise trash-affiner Freunde taugt der Film aus dem Hause Asylum aber allemal.

Die Blu-ray: Sowohl die Deutsche als auch die Englische Tonspur liegen in sattem DTS-HD Master Audio 5.1 vor. Stellenweise übertönt die Musik die Dialoge minimal. Mit dem Bass hat man es wohl sehr gut gemeint, die Nachbarn werden sich vermutlich bei euch bedanken wenn ihr den Film nachts oder am Wochenende einlegt. Untertitel haben es nicht auf die Blu-ray aus dem Hause Edel geschafft. Wer den Spaßfaktor erhöhen möchte darf sich mit einer katastrophalen deutschen Synchronisation herumschlagen. Das Bild der Blu-ray ist in Naheinstellungen scharf und die Farben überzeugen. Auch die Kontraste sind gut ausbalanciert, die schönen, satten Schwarzwerte sind erfreulich. Das verblasst, sobald die Kamera sich ein wenig weiter weg vom Geschehen befindet, dann leidet das Bild an Unschärfen. Wer mag kann sich den Film als 3D Blu-ray ins Haus holen, es gibt ein paar nette Effekte zu sehen. Als Extras locken der originale Trailer sowie ein paar weitere Trailer. Ein knapp acht Minuten langes Featurette lässt Einblicke in die Dreharbeiten zu und es gibt ein Gag Reel mit witzigen Szenen die beim Dreh schiefgelaufen sind. Ein Wendecover liegt leider nicht bei. Erfreulich: der Film hat es in der ungeschnittenen US-Unrated Version zu uns herüber geschafft.


Infos zum Film

Originaltitel: Little Dead Rotting Hood
Erscheinungsjahr: 2016
FSK: 18
Laufzeit: 88 Minuten
Regie: Jared Cohn
Drehbuch: Gabriel Campisi
Darsteller: Bianca A. Santos, Marina Sirtis, Eric Balfour, Patrick Muldoon u.a.

Trailer

Serienkritik: Hemlock Grove Staffel 2

© Concorde
Story: Peter kehrt in die Kleinstadt Hemlock Grove zurück. Währenddessen macht Roman seine Verwandlung in einen Vampir zu schaffen - er gewöhnt sich nur schwer an die veränderten Umstände. Peter leidet derweil erneut unter Visionen, die Schlimmstes prophezeien - die einstigen Freunde müssen alleine und getrennt gegen ihre inneren Dämonen und Biester kämpfen.

Kritik: Die erste Staffel von "Hemlock Grove" entpuppte sich rasend schnell als absolut guilty-pleasure-würdig. An drei Abenden hab ich die 13 Folgen weggesuchtet, schön allein zu Hause, eingekuschelt im Bett. Und was gab es nicht alles zu bewundern: gut aussehende Hauptdarsteller, viel nackte Haut, literweise Blut und eimerweise Gedärme. Yummy! Der Stoff aus dem Träume gemacht werden, oder jedenfalls so ähnlich. Dabei war die erste Staffel bei Weitem nicht frei von Ungereimtheiten. Die Geschichte entwickelte sich extrem langsam, vieles wurde einfach irgendwann links liegen gelassen und Logik war auch eher ein seltener Gast. Aber für Staffel 2 hat man bei der Netflix-Produktion, die von niemand geringerem als Eli Roth mitproduziert wird, auf die Zuschauer gehört und fleißig Fehler korrigiert.

© Concorde
Da wäre zunächst einmal die Straffung der Episodenanzahl. In 10 Folgen wird eine temporeiche Geschichte erzählt, bei der die Zusammenhänge teilweise erst im Verlauf klar werden. Im Vordergrund stehen nach wie vor Peter und Roman, die beide mit ihren Veränderungen zurechtkommen müssen. Die Freundschaft der beiden war schon in der ersten Staffel das absolute Highlight, nun werden die Dinge komplizierter und als Zuschauer darf man wieder ordentlich mitfiebern. Beide Figuren werden komplexer, und wenn Roman mit seiner Menschlichkeit hadert und Peter dem inneren Biest immer mehr Kontrolle zugesteht wird es durchaus spannend. Romans Abnabelungsprozess von seiner Mutter wird ebenfalls thematisiert, erneut greift die Serie hier also realistische Probleme auf und verpackt sie in ein übernatürliches Setting. 

Ein riesiger Pluspunkt sind auch die weiblichen Rollen. In der ersten Staffel hatte ich mich maßlos darüber aufgeregt: Olivia war ätzend, die Auflösung um den mysteriösen, mordenden Wolf war dämlich und Frauen waren generell nur dazu da um nackt zu sein und zu sterben. Staffel zwei weitet die Rolle von Destiny (Tiio Horn, meine Favoritin aus Staffel 1) aus. Shelley, nun gespielt von Madeleine Martin (man kennt sie wohl am ehesten als Hanks Tochter aus "Californication") nimmt ebenfalls eine größere Rolle ein, und ohne spoilern zu wollen: ihre Geschichte in Staffel zwei geht wirklich zu Herzen. Miranda (Madeline Brewer) ist neu in Hemlock Grove und wird direkt in die Ereignisse reingezogen. Sie hat zwar hier und da Momente die wirklich dämlich sind, macht aber insgesamt einen guten Eindruck. Leider gibt es nicht so wirklich ein Wiedersehen mit Peters Mutter. Die anwesenden Damen haben aber im Schnitt keine Zeit für Bullshit, und das ist erfreulich. Frauen können eben auch in Hemlock Grove mehr sein als nur ein leichtbekleideter Plot Device. 

© Concorde
Hier und da verliert "Hemlock Grove" sich in seiner eigenen Geschichte, einige Nebenschauplätze werden aufgegriffen und dann nie wieder besucht. Der Fokus auf die Hauptfiguren ist aber ungemein schärfer als noch in der ersten Staffel. Die Dialoge triefen teilweise vor Kitsch, nur um im nächsten Moment scharfzüngig die Situation zu analysieren. So ganz ausgewogen ist das alles noch nicht, aber die Verbesserungen sind überdeutlich spürbar. Weiterhin auf hohem Niveau ist die Optik. Die Werwolfverwandlungen sind wirklich ekelerregend gut in Szene gesetzt. Die Kulissen sehen verträumt und immer ein bisschen gruselig aus. Nach den zehn Folgen steht fest: "Hemlock Grove" erneut zu besuchen war kein Fehler, das verschlafene Städtchen hat sich zwischen zwei Staffeln enorm gemausert. So macht Wiedersehen wirklich Freude. Da verzeiht man auch das etwas holprige Ende der Staffel.

Fazit: Offensichtlich hat man bei Netflix auf die Zuschauer gehört. Zahlreiche Mängel der ersten Staffel wurden ausgemerzt, die Straffung bei der Anzahl der Folgen ist ebenfalls erfreulich. Die Geschichte nimmt schnell Fahrt auf, einige Handlungsorte verlaufen zwar im Sande, im Großen und Ganzen macht die zweite Staffel aber in jeder Hinsicht Laune. Der Appetit auf die finale dritte Staffel ist in jedem Fall geweckt. 

Die Blu-ray: Die wichtigste News zuerst: alle 10 Folgen liegen auf der Blu-ray von Concorde ungeschnitten vor. Wer Wert auf die Optik im Regal liegt freut sich über ein Wendecover, leider gibt es aber sonst keine Extras. Das Bild ist kristallklar, die Farben sind satt und die Kontraste fallen messerscharf aus. Sowohl die deutsche als auch die englische Tonspur liegen in DTS-HD MA 5.1 vor. Erfreulich: Dialoge und Musik sowie Hintergrundgeräusche sind sauber abgemischt und man muss nicht dauernd Angst haben dass die Nachbar wegen plötzlich einsetzender Lautstärkedifferenzen an die Tür klopfen.

Infos zur Serie

Originaltitel: Hemlock Grove
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Horror, Mystery
FSK: 16
Laufzeit: ~ 505 Minuten verteilt auf 10 Episoden
Regie: Spencer Susser, Vincenzo Natali, Peter Cornwell u.a.
Drehbuch: Evan Dunsky, Jennifer Haley, Peter Blake u.a.
Darsteller: Landon Liboiron, Bill Skarsgård, Famke Janssen, Madeleine Martin, Madeline Brewer, Joel de la Fuente, Dougray Scott, Tiio Horn u.a.

Trailer

Filmkritik: Baskin

© Capelight
Story: Unterwegs auf einer routinemäßigen Nachtstreife wird eine Polizeieinheit als Verstärkung zu einem verlassenen Haus gerufen, über das so einige beunruhigende Geschichten kursieren. Auf dem Weg dorthin provoziert eine merkwürdige Kreatur einen Unfall, der die Gruppe zwingt, ihr Ziel zu Fuß zu erreichen – wo sie nur noch auf einen leeren Polizeiwagen trifft. Von den Kollegen fehlt jede Spur. Auf der Suche nach ihnen arbeiten sich die Männer immer tiefer in das Gebäude vor und finden sich plötzlich als ahnungslose Ehrengäste inmitten einer schwarzen Messe wieder: in einer Welt der Finsternis und unvorstellbaren Qualen, aus der es kein Entkommen gibt. In dieser Hölle auf Erden wünschen sie sich bald nur noch den Tod, aber auch der bringt nicht immer die erhoffte Erlösung ...

Kritik: Die Türkei ist nun nicht gerade für ihre florierende Horrorfilmlandschaft bekannt. Wenn ich ganz ehrlich bin hatte ich die Türkei filmisch bisher so gar nicht auf dem Radar. Vermutlich eine Lücke, die ich wie so viele andere mal schließen sollte. Und nein, Fatih Akin zählt nicht, der kommt aus Hamburg. Jedenfalls tauchte scheinbar aus dem Nichts "Baskin" auf den Plan. Bereits beim Toronto International Film Festival zog der Film die Aufmerksamkeit an sich, und die Aufregung darum ist durchaus nachvollziehbar. Bereits der Trailer verspricht alptraumhaftes, ohne wirklich viel zu verraten. So wie es eigentlich sein sollte.

© Capelight
Der Film selbst nimmt sich dann vor allem erst einmal eines: Zeit. Bis es wirklich blutig wird vergeht beinahe die halbe Laufzeit. Verschenkt ist sie aber auf keinen Fall. Wir lernen ausgiebig die Protagonisten kennen, die sich deutlich von den sonstigen Stereotypen in Horrorfilmen unterscheiden. Statt besoffener Teenager oder dümmlicher halbnackter Damen haben wir es mit einer Gruppe Polizisten zu tun. Die hängen im Kollektiv in der Nachtschicht fest und führen in einem etwas heruntergekommenen Diner Gespräche weit unterhalb der Gürtellinie. Sympathisch ist das nicht unbedingt, aber irgendwie fühlt sich das realistischer an als das fünfzigste Gespräch von planlosen Frühzwanzigern die ja so ein schweres Leben führen weil oh mein Gott Mama will mir die Miete nicht länger zahlen, wie soll ich nun meinen Alkoholkonsum finanzieren? Aber ich schweife ab. Bereits zu Beginn wird eine drückende Atmosphäre aufgebaut, leichtere Halluzinationen machen deutlich dass hier nicht Alles mit rechten Dingen zugeht. Mit Eintreffen eines seltsamen Hilferufs geht es dann in die Wälder hinaus, und schon hier wird klar dass daraus nichts Gutes entstehen kann. Aber die extrem männlich charakterisierten Protagonisten sind ja hart im Nehmen, und so wird eine verlassene Polizeistation zum Schauplatz unvorstellbarer Qualen. Vielleicht ist es in dieser Hinsicht ganz gut dass die Männer relativ unsympathisch daherkommen, würde man sich mit ihnen identifizieren wäre "Baskin" wohl um einiges schwerer erträglich.

© Capelight
Im Inneren des verfallenen Gebäudes wird dann im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle entfesselt. Erfreulich ist der Verzicht auf Jumpscares, Regiedebütant Can Evrenol nimmt sich alle Zeit der Welt in einer Seelenruhe die Kamera über die Qualen gleiten zu lassen. Da schneiden fiese Ketten ins deformierte Fleisch, Löcher werden geschaffen an den unmöglichsten Stellen, Augen auf kreative Art und Weise entfernt. Wer einen empfindlichen Magen hat dürfte hier keine Freude haben. Am besten ist es auch sich gar nicht zu sehr über den Inhalt zu informieren, in dieser Hinsicht gehört der Trailer erneut gelobt. Reden wir also stattdessen über die Effekte. Die sind nämlich handgemacht, und das mit einer fast schon unverschämten Liebe zum Detail. Hier geht Alles Hand in Hand: zu den großartigen Effekten gesellt sich ein Soundtrack der die Nerven ordentlich strapaziert. Die Beleuchtung ist ebenfalls recht eigen, trägt aber enorm zur Atmosphäre ein. Wer sich also gerne mal so richtig bei einem Film unwohl fühlt ist hier an der richtigen Adresse. In einem solchen Fall ist es auch verschmerzbar dass die Geschichte irgendwann für lange Zeit zum Stillstand kommt, denn es geht von Anfang an nicht darum eine kohärente Story zu liefern. Auch Charakterentwicklung sucht man vergeblich, dafür regiert eben der Terror. Evrenols Vorbilder sind streckenweise klar zu erkennen, dennoch befreit er sich größtenteils von Fremdeinflüssen, nimmt sie stattdessen auf und formt etwas eigenes daraus. Das ist so richtig schön verstörend anzusehen und macht ganz klar neugierig auf mehr.

Fazit: Das kam überraschend! Ein Horrorfilm aus der Türkei, ein Regiedebüt noch dazu, und dann so enorm stilsicher? "Baskin", was soviel heißt wie "Überfall" wird seinem Namen gerecht. Statt sich an totgelaufenen Mustern des Genres abzuarbeiten geht Regisseur Can Evrenol ein paar Jahrzehnte zurück und zaubert die Hölle geradewegs auf die Leinwand. Identifikation mit den Figuren? Gibt es nicht. Rücksicht auf den Magen des Zuschauers? Kann man woanders suchen. Es tropft, trieft und quellt aus allen Löchern, selbst aus neu geschaffenen. Nach einer sinnvollen Geschichte sollte man besser nicht suchen, aber wenn man sich vollends auf diesen Höllentrip konzentrieren kann, dann wird man auf jeden Fall belohnt. Ausdrücklich nichts für Zartbesaitete!

Infos zum Film

Originaltitel:Baskin
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Horror
FSK:
Laufzeit: 97 Minuten
Regie: Can Evrenol
Drehbuch: Cem Ozoduro, Can Evrenol, Ogulcan Eren Akay, Ercin Sadikoglu
Darsteller: Mehmet Cerrahoglu, Fatih Dokgöz, Gorkem Kasal, Ergun Kuyucu, Sabahattin Yakut u.a.

Trailer


Filmkritik: Knock Knock

© Universum

Story: Evan hat allen Grund glücklich zu sein. Er ist erfolgreicher Architekt, seine Frau ist erfolgreiche Künstlerin und die beiden Kinder sind auch gut geraten. Als die Familie sich am Vatertag zu einem kleinen Trip verabschiedet bleibt Evan zu Hause um an einem Projekt zu arbeiten, mal durchzuatmen und zu entspannen. Ein Unwetter zieht auf und plötzlich stehen zwei völlig durchnässte junge Frauen vor der Tür. Evan will hilfsbereit sein, lässt die beiden hinein und ruft ihnen ein Taxi. Doch der Abend verläuft anders als Evan es geplant hat, denn die beiden Frauen haben eigene Pläne.

Kritik: Neuen Projekten von Eli Roth sehe ich ja immer freudig entgegen. In meinen Augen ist er ein überaus fähiger Regisseur, einer der Horrorfilme verstanden hat, der sie besser macht als sie sein müssten, einer der oft etwas zu sagen hat. Ist ja heute auch selten, zu viele Regisseure gehen lieber auf Nummer sicher. Da mutet es schon spannend an wenn Roth sich am Home Invasion Genre versuchen will. Dann handelt es sich noch um ein Remake des 1977 erschienenen "Tödliche Spiele", dessen Hauptdarstellerinnen hier mitproduzierten. Home Invasion ist ja immer eine zweischneidige Sache: kann gut sein, kann aber auch unerträglich schlecht sein. Aber generell mag ich die Prämisse, den Grundgedanken dass man sich in den eigenen vier Wänden, die ja oft eine Art letzter Rückzugsort sind, nicht mehr sicher fühlen kann. Wenn man nicht einmal mehr zuhause sicher ist, wo dann?
Diejenigen die klopfen © Universum
Und die ersten 40 Minuten überzeugen auch. Die kleine Familie ist purer Zucker, Streitereien werden mit Humor abgelenkt und alle sind wirklich zufrieden. Ist ja auch mal schön eine zufriedene Familie zu sehen. Doch Frau und Kinder fahren in den Kurzurlaub, und Daddy bleibt alleine zuhause. Und Daddy ist wirklich ein netter Typ. Keanu Reeves spielt nicht nur sympathisch, sondern vor allem auch überzeugend. Als die beiden jungen Frauen auftauchen will er helfen, einfach weil er ein netter Mensch ist. Die beiden sind allerdings furchtbar offensiv. Knapp eine halbe Stunde kann Reeves den optischen und verbalen Reizen widerstehen. Dabei wird nie tief in die Trickkiste gegriffen und eigentlich sind die Dialoge auch lachhaft. Aber dahinter steckt eine Ehrlichkeit die entwaffnend ist, und so wünscht man sich irgendwann dass die beiden Damen einfach verschwinden, damit Daddy in Ruhe seinen Joint zu Ende rauchen kann und noch ein bisschen die Musik genießen darf. 

Ist aber natürlich nicht der Fall. Es kommt, wie es kommen muss. Irgendwann werden die Brüste entblößt und, das ist ja altbekannt, Mann kann sich nicht beherrschen. Hätte die Ehefrau am Morgen vielleicht mal besser Zeit für Sex gehabt während die Kinder brüllend durchs Haus laufen, dann wär das vielleicht nicht so gekommen, weiß man ja nicht. Erfreulich ist das Roth die Sexszenen tatsächlich geschmackvoll inszenieren kann. Überhaupt, dem lüsternen Blick des Zuschauers wird sich entzogen. Nicht nur beim Sex, sondern auch später. Wer hier Splatter erwartet oder literweise Blut, der wird enttäuscht sein. Es geht zahm zu. Eine Gabel in der Schulter ist das höchste der Gefühle.

Lesestunde mit Daddy © Universum
Diese Gabel leitet dann auch den endgültigen Untergang des Films ein. Denn am nächsten Morgen ist natürlich nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Wobei, es gibt Pancakes, aber die beiden Ladies haben die Küche verwüstet, ärgern den Hund und benehmen sich wie zwei kleine Kinder. Evan will die beiden loswerden, es gibt ein kurzes hin und her, dann fährt er sie nach Hause. Weil er ja ein netter Kerl ist. Haben wir kapiert. Weil die beiden Mädels aber mit netten Kerlen Erfahrung haben stehen sie kurze Zeit später wieder vor seiner Tür, fast wie ein halbnackter Boomerang, nur doppelt so nervig. Also viermal, weil es ja zwei Mädels mit je zwei Brüsten sind. Himmel! Und das Drama beginnt, denn wir müssen uns jetzt anschauen wie Evan nicht in der Lage ist sich gegen zwei Frauen durchzusetzen, die er bequem je auf einem Arm tragen könnte. Evan treibt nämlich Sport und achtet auf sich, deswegen ist er eigentlich ganz stark. Nur hier nicht. Bühne frei für die hirnamputierte Version von "Funny Games". 

Nicht so wehrhaft wie er aussieht © Universum
Dass Genesis und Bel ihre Medikamente seit einer ganzen Weile nicht genommen haben wurde schon vorher impliziert, aber die zweite Hälfte setzt dem noch eins drauf. Die beiden spielen ein ganz besonders bescheuertes Spiel, hängen Evan nicht nur Pädophilie, sondern gleich noch hunderte von Beweisen gegen sie selbst an. Evan regt sich zwischendurch mal mächtig auf, denn immerhin sind die beiden dreckigen Schlampen in sein verdammtes Haus gekommen und haben ihn verdammt noch mal verführt, und zefix! Ein Mann KANN im Angesicht von gleich vier Brüsten nicht einfach den Schwanz wieder einziehen. Der pseudofeministische Alptraum jedes Mannes manifestiert sich in den beiden und ihrer schlechten Ausrede für ihr dämliches Verhalten, und am Ende ist die Auflösung dann so dermaßen hohl das man eigentlich nicht mal mehr drüber lachen kann. Was auch immer Eli Roth da geritten hat, bleibt zu hoffen dass es beim nächsten Mal für ein bisschen mehr Kreativität sorgt. Oder wenigstens für ein Drehbuch das nicht aus mehr Löchern als Sinn besteht. Oder Figuren, die wenigstens ansatzweise erahnen lassen dass sie irgendwo in ihrem Selbst eine voll ausgeformte Charaktereigenschaft besitzen. Also, abseits von "ist nett", "denkt nur mit dem Schwanz" oder "ist eine verbitterte Schlampe die zeigen will wie scheisse alle Männer sind".

Fazit: Besonders die erste Hälfte von "Knock Knock" kann sich sehen lassen, die Atmosphäre stimmt und die Darsteller, allen voran Keanu Reeves, überzeugen. Doch irgendwo rund um die 40 Minuten verliert der Film sich. Die beiden Damen werden so hysterisch dass es nervt, der Film gerät völlig aus dem Konzept. Ein letztes Aufbegehren findet statt wenn Reeves' Figur sich rechtfertigen will, doch dann fährt der Karren endgültig vor die Wand, denn die Auflösung der Geschichte ist so dermaßen substanzlos, so dermaßen blöd in ihrer Aussage dass es wehtut. Mehr als "Männer sind schwanzgesteuerte Schweine" und ein paar Frauen die es solchen Männern dann heimzahlen hat "Knock Knock" nicht zu bieten. Wie man so dermaßen hanebüchen beide gegeneinander ausspielen kann und sich dabei vermutlich noch "starke Frauenrollen" auf die Fahne geschrieben hat gehört ebenso mit der Kuchengabel malträtiert wie es Evan hier im Film passiert. Ärgerlich, vor allem da der Anfang so gut war. 

Infos zum Film

Originaltitel: Knock Knock
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Thriller
FSK: 16
Laufzeit: 99 Minuten
Regie: Eli Roth
Drehbuch: Eli Roth, Nicolás López, Guillermo Amoedo
Darsteller: Keanu Reeves, Lorenza Izzo, Ana de Armas, Ignacia Allamand, Dan Baily, Colleen Camp, u.a.


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Filmkritik: Demonic

© Tiberius Film


James Wan hat sich in relativ kurzer Zeit zu einem richtigen Schwergewicht im Horrorbereich entwickelt. "Saw" geht auf seine Kappe, später folgten "Insidious" und "The Conjuring". All seine Filme sind sichere Hits dank ihres geringen Budgets und der enorm hohen Einspielergebnisse, Fortsetzungen, Sequels und Prequels sind so gut wie sicher, noch bevor eine neue Reihe startet. Für "Demonic" wurde er immerhin als Produzent mit ins Boot geholt, und so darf man also auf dem Cover mit seinem Namen werben. Inszeniert wurde "Demonic" von Will Canon, der immerhin mit seinem Erstlingswerk "Brotherhood" seinerzeit die Fans überzeugen konnte. Ob dabei mehr herauskommt als der nächste, generische Haunted House Gruselstreifen? Findet es in der Kritik heraus!



Story: Polizei-Ermittler Mark wird nachts zu einer einsamen und leerstehenden Villa gerufen. Dort findet er den Tatort eines schrecklichen Massakers vor. Fünf Studenten sind in der Nacht ums Leben gekommen, nur einer der Gruppe hat überlebt. Mit Hilfe der Polizei-Psychologin Elizabeth verhört er den Überlebenden: er berichtet, dass die Gruppe, Amateur-Geisterjäger, auf der Suche nach Geistern war. Denn in dem Haus wurden bereits vor über 20 Jahren mehrere Menschen getötet. Er behauptet auch, das Haus hätte seine Freunde getötet.
© Tiberius Film
Kritik: James Wan ist als Regisseur seit elf Jahren am Werk und schon zu einer Art Phänomen geworden. Egal ob "Saw", "Conjuring" oder "Insidious", der Mann hat das Horrorgenre fest im Griff. Nebenbei produziert er ab und an auch mal, und so steht sein Name also nun auf der Verpackung von "Demonic". Das lockt Zuschauer an, aber so richtig glücklich wird man damit wohl am Ende nicht sein. "Demonic" präsentiert sich über weite Teile hinweg nämlich als Versatzstück von Wans Werken. Da gibt es ein Gruselhaus, einen Wald und natürlich die obligatorischen, altersmäßig nie so ganz eindeutig festgelegten jungen Leute, die aus Gründen das zuvor erwähnte Spukhaus untersuchen wollen. Natürlich haben sie Kameras dabei, denn was wäre der moderne Horrorfilm ohne Found Footage? 

So weit, so banal. Doch "Demonic" kann dann doch mit ein paar Ideen aufwarten. Man verzichtet beinahe komplett auf langweilige und allzu vorhersehbare Jumpscares, was wirklich angenehm ist. Stattdessen sind ein paar Schockmomente beinahe schon nebensächlich im Bild eingestreut, was erfrischend und auch recht effektiv ist. Natürlich kommt kaum ein Film ohne Jumpscares auf, wer sie mag wird hier seine Freude haben, und wer ihrer überdrüssig ist kann sich hier an anderen Dingen erfreuen. Lobenswert ist auch der Versuch zwei Erzählebenen miteinander zu verknüpfen. So wird der einzige Überlebende von der Polizei verhört, das Haus wird abgesichert und in Flashbacks erfahren wir, was sich im Haus zugetragen hat. Dabei sind die Übergänge nicht immer glatt und der Erzählfluss leidet bisweilen ein wenig darunter, doch die Idee an sich ist nicht schlecht und überzeugt im Großen und Ganzen. Besonders erfreulich ist, dass man immer weiß wann und wo man sich gerade befindet, man hat innerhalb der Handlung immer genug Orientierungspunkte. Auch die knappe Laufzeit von 80 Minuten ist gut gewählt, denn so bleibt wirklich keine Zeit für Überflüssiges. "Demonic" ist kompakt geraten und wird so niemals richtig langweilig.  Einzig das heischen nach einer möglichen Fortsetzung durch offenes Ende ist eine ganz, ganz fiese Angelegenheit die eigentlich verboten gehört.

Besonders gefallen hat mir der Umgang mit der übernatürlichen Thematik. Man ist recht schnell mit den Ermittlern am überlegen was nun vorgefallen ist, ob es tatsächlich etwas Übernatürliches im Haus gibt oder doch nur ein Jugendlicher ausgeflippt ist. Die alternativen Versionen der Jugendlichen im Haus verfehlen ihre Schockwirkung nicht, es fließt aber wenig Blut und Morde geschehen meist im Dunklen oder gar nicht erst vor der Kamera. Wer Splatter mag bleibt unbefriedigt zurück, doch insgesamt baut sich so eine wirklich unangenehme Atmosphäre auf. Ergänzt wird das durch den Soundtrack, der sich angenehm zurückhält und seinen Beitrag zur Atmosphäre leistet. Man merkt dass der Regisseur sich von zahlreichen Horrorfilmen inspirieren lies, und einige Momente kommen dank der Orientierung an den Vorbildern auch durchaus richtig gut rüber. Darunter leiden dann aber die Figuren, die wirklich unangenehm blass bleiben. Das fällt bei den jungen Darstellern auf, aber auch Maria Bello und Frank Grillo kriegen viel zu wenig zu tun und können die schablonenhaften Figuren kaum mit Leben füllen. Es ist einfach kein Material da, mit dem sie hätten arbeiten können.
© Tiberius Film
Fazit: "Demonic" kann man sich durchaus anschauen, da gibt es zahlreiche weitaus schlechtere Filme im Horrorgenre. Ein Meisterwerk ist er allerdings nicht, und auch an die offensichtlichen Vorbilder kommt er nicht heran. Dass auf dem Cover allerdings fett mit "Vom Regisseur von The Conjuring und Insidious" geworben wird, ergänzt durch "James Wan präsentiert", wobei man das "präsentiert" mit der Lupe entziffern muss, ist ein unschöner Zug, den der Film so auch wirklich nicht nötig gehabt hätte.

Das Limited Steelbook: Optisch weiß das Steelbook von Tiberius Film auf jeden Fall zu überzeugen. Man wählte ein alternatives, schickes Cover, das auch nicht durch irgendwelche fest angebrachten Logos verunstaltet wird. In der Verpackung warten Blu-ray und DVD auf den Zuschauer. Bild und Ton sind in beiden Fällen sauber. Leider geizte man bei den Extras, so gibt es nur ein paar Trailer zu bewundern. Da wär mehr drin gewesen, im Regal macht sich das Steelbook aber auf jeden Fall gut. 
© Tiberius Film

Infos zum Film

Originaltitel: Demonic
Erscheinungsjahr:2015
Genre: Horror
FSK:16
Laufzeit: 83 Minuten
Regie: Will Canon
Drehbuch: Will Canon, Max La Bella, Doug Simon
Darsteller: Maria Bello, Frank Grillo, Cody Horn, Dustin Milligan, Megan Park, Aaron Yoo, Scott Mechlowicz

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Filmkritik: Paranormal Activity 5: Ghost Dimension

© Paramount
Während "Paranormal Activity" 2007 mit wenig Mitteln effektiv zeigte wie furchteinflößend das eigene Heim sein kann und, genau wie die weiteren Nachfolger, zeigte dass man das Monster nicht immer sehen muss, um Angst zu haben, schlicht sich irgendwann die Langeweile in das Franchise ein. Nun sind wir schon bei Teil fünf beziehungsweise sechs angekommen. Zur Auffrischung: Teil eins drehte sich um Katie und ihren Freund Micah, Teil zwei erzählte die Geschichte von Katies Schwester Kristie und ihrer Familie. Mit Teil drei ging es in die Vergangenheit, Teil vier führte dann eine neue Familie inklusive Adoptivkind ein. Danach folgte ein Spon-off mit dem Zusatztitel "Die Gezeichneten", dessen angekündigte Eigenständigkeit auch nur von kurzer Dauer war. Nun gibt es also den offiziellen fünften Teil zu bewundern. Auf dem Regiestuhl nahm der Cutter der ersten Teile, Gregory Plotkin, Platz. Für ihn ist es der erste Spielfilm, den er selbst drehte. Gleichzeitig ist Teil fünf auch der erste Teil der Reihe, der im Kino in 3D zu sehen war. Ob sich aber ein erneuter Ausflug in die Welt der paranormalen Ereignisse lohnt? Und auch wenn angekündigt wurde dass es sich um den letzten Teil der Reihe handeln wird gibt es schon Gerüchte, dass die Fortsetzung bereits in der Mache ist. Müssen wir uns auf ewigen Found Footage Grusel light einstellen?

Story: Eine Familie zieht von New York nach Palo Alto, nachdem vor rund einem Jahr eine ihrer Töchter gestorben ist. Der Vater, Ryan, arbeitet als Spieleentwickler und auch die Mutter freut sich, denn Palo Alto passt so viel besser zu ihrem gesunden Lifestyle. Nur Leila, die verbliebene Tochter des Paares, ist skeptisch. Leilas Onkel Mike schließt sich der Familie ebenfalls an, um ein bisschen zu entspannen. Doch der Frieden hält nicht lange. Die Familie findet eine Kiste voller Videokassetten, auf denen die beiden Schwestern Katie und Kristie zu sehen sind. Und schon bald passieren unerklärliche Dinge im Haus. Also stellt die Familie Kameras auf, um der Sache auf den Grund zu gehen. 
© Paramount
Kritik: Ich selbst liebe den ersten Teil der Reihe. "Paranormal Activity" kommt mit wenigen Mitteln aus, hält seinen Geist schön versteckt und erklärt das eigene Haus zur unsicheren Zone. Eine Grundlage auf der so ziemlich jeder Home Invasion Thriller aufbaut, und eine ganz bittere Erfahrung. Nicht umsonst sind Menschen, bei denen eingebrochen wurde, oft noch lange danach traumatisiert und kommen in den eigenen vier Wänden nicht mehr klar. Auch das Thema "Found Footage" war 2007 noch nicht so abgenutzt wie es heute der Fall ist. Leider verkam das Franchise immer mehr zu einer sich stetig wiederholenden Angelegenheit. Immer wird eine Familie in einem Haus von etwas bedroht, nie kriegt man "Toby", so nennt die Entität sich, zu sehen. So weit, so langweilig. Der als Abschluss der Reihe angepriesene "Ghost Dimension" schickte sich an, dies zu ändern. 

Nun müsste man ja theoretisch loben wenn Filmemacher sich etwas Neues einfallen lassen. Leider besteht "neu" hier aus komplett unbrauchbaren Features. Die erste Hälfte des Films ist 3D effektiv nicht vorhanden, in der zweiten Hälfte täuschen die wenigen Pop-outs nicht darüber hinweg dass "Ghost Dimension" jedwede Form von Substanz fehlt. Da es nun eine neue Form von Kamera gibt, mit der Geister und andersweltliche Dinge sichtbar gemacht werden können wird der 3D-Effekt einzig und allein dafür genutzt. Wie spannend, man darf für den Aufpreis zwei oder drei Male nach schwarzem Rauch fassen und sich über ein paar Blitze im Bild erschrecken, wenn paranormale Dinge passieren. Problematisch ist auch die Tatsache dass diese Szenen nachts spielen, mit "alten" Kameras gefilmt werden und man effektiv bei den meisten Szenen einfach beinahe nichts sieht. Selten war ein Ticketaufpreis so schmerzvoll zu spüren. Über die Sinnhaftigkeit von 3D in einem verdammten Found Footage Film will ich mir da gar keine Gedanken machen, denn dann bekomme ich einfach nur Migräne. Aber da hört das Elend ja nicht auf, und sowieso wird die ganze Found Footage Sache gleich zu Beginn durch eine objektive Kamera untergraben. Mit Dan Gill hat sich dann auch schon zum dritten Mal (Sprague Grayden war im zweiten Teil anzutreffen, Johanna Braddy im dritten) ein halbwegs bekannter Darsteller in die Reihe verirrt und führt die bisherige und durchdachte Komponente des "es trifft normale Leute von nebenan" ad absurdum.

Da wären zum Beispiel sämtliche Figuren im Film, die kombiniert in etwa so klug sind wie drei Reihen Feldsalat auf dem Acker. Wozu wird reihenweise Material aufgenommen wenn alle nur damit beschäftigt sind die bereits vorhandenen VHS-Kassetten anzusehen? Erwarten die Leute hinter diesem Film ernsthaft dass man sich auf der Leinwand, im Film, Szenen aus den vorherigen Filmen ansieht? Wieso lässt man ein kleines Kind, das offensichtlich von einem Geist verfolgt wird, alleine in seinem Zimmer schlafen? Während man also die Aufnahmen aus den vorherigen Filmen anschaut darf man sich auf das übliche Spiel freuen. Dinge springen entweder durchs Bild, in die Kamera, oder werden vor der Kamera aus dem Bild gerissen/geworfen/gezogen. Wem das nach den ersten fünf Filmen noch nicht zu einseitig war, der wird hoffentlich hier dann endlich genug davon bekommen. Im Übrigen muss man schon fast zu so viel Dreistigkeit gratulieren, spart man sich doch auf diese Weise enorm viel Arbeitszeit. So dumm wie die Figuren sind auch die Dialoge. Wann immer es nötig ist hat jemand einen Geistesblitz, würde man die Schimpfworte aus dem Film entfernen wäre allerdings gar kein Dialog mehr da. Die stressige Prämisse des ganzen Found Footage Spektakels wird hier auf die Spitze getrieben, statt sein Kind aus dem Raum zu tragen wird munter gefilmt. Lichtschalter gibt es im ganzen Haus übrigens auch keine. Und wieso man überhaupt so lange in einem Haus bleibt, in dem man die Geister sogar sehen kann ist eine Frage die wohl niemals beantwortet wird.
© Paramount
Nun kann man ja debattieren ob die Wiederholung nicht auch das ist, was die ganze Reihe ausmacht. Alle Filme verfahren nach dem gleichen Muster, wieso sollte man also etwas so erfolgreiches ändern? Und sicher wird man der ganzen Reihe hoch anrechnen müssen dass man versucht, eine überspannende Geschichte zu erzählen, in der die Filme aufeinander aufbauen. Auch die Idee dass die Entität sich im Grunde genommen davon ernährt dass die Bewohner des Hauses Angst haben ist eine Idee, die Found Footage irgendwie rechtfertigt, wenn man das filmen als Ventil für die Angst interpretiert. Die Abwendung von all dem erfolgt hier allerdings dann seitens des Drehbuches, denn dieses Mal bekommt man "Toby" tatsächlich zu sehen und die Komponente des Unbekannten geht flöten. Gegen Ende des Films klaut man sich das Portal zur Geisterwelt im Kinderzimmer von "Poltergeist" und bringt den fiesen Geist mit dem putzigen Namen in unsere Welt. Natürlich will Toby die Welt beherrschen, irgendwo wird noch eine Verbindung zu biblischen Ereignissen hergestellt und flugs ein Priester herbeizitiert, der hat aber mit seinem geweihten Bettlaken auch keine Chance. Die Vorgänger hatten den Vorteil dass "Toby" sich komplett frei bewegen konnte, und prinzipiell in jeder Szene hätte sein können. Theoretisch hätte er in jeder Sekunde des Films anwesend sein können, am Rand eines Bildes stehen können und über die aufgestellten Kameras lachen können. Deswegen war "Toby" so eine effektive Entität, jedenfalls für diejenigen die wirklichen Horror im Unsichtbaren entdecken können. Und jetzt? Jetzt ist Toby wahlweise eine schillernde, glibberige schwarze Masse oder etwas das nach gewöhnlichem Mensch aussieht, plus ein bisschen wohldosierter Glibber. In den letzten zehn Minuten gibt es dann ein paar Tote zu beklagen, da man aber zu keiner einzigen Figur sowas wie Sympathie aufbaut ist das eigentlich auch egal. Die Jumpscares überzeugen dank der Lautsärke und nichts weiter. Wie unterwältigend.

Fazit: "Paranormal Activity 5: Ghost Dimension" dürfte selbst für Fans der Reihe schwer zu ertragen sein. Wieso Found Footage mit 3D kombiniert werden muss wird ein ewiges Rätsel bleiben, vermutlich wird sich eher aufklären wieso sämtliche Figuren im Film maximal einen IQ auf Zimmertemperatur haben. Mit dem sichbarmachen des spukenden Geistes verliert der Film dann vollends. Eine Enttäuschung auf der ganzen Linie, bei der nur zu hoffen bleibt dass ein weiterer Teil niemals in die Kinos gelangen wird. Vermutlich wird aber auch dieser Film genug Geld einspielen um dann für ein ganz überraschendes Sequel zu sorgen. Wünschenswert wäre es zwar nicht, aber schlimmer als dieser Teil kann es auch nicht mehr werden.

Infos zum Film

Originaltitel: Paranormal Activity: The Ghost Dimension
Erscheinungsjahr:2015
Genre: Horror
FSK:16
Laufzeit: 88 Minuten
Regie: Gregory Plotkin
Drehbuch: Jason Pagan, Andrew Deutschman, Adam Robitel, Gavin Heffernan
Darsteller:Chris J. Murray, Brit Shaw, Dan Gill, Ivy George, Chloe Csengery, Jessica Tyler Brown

Trailer