Posts mit dem Label Fantasy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fantasy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Filmkritik: Hercules

© Paramount
Machen wir uns nix vor, Dwayne "The Rock" Johnson hat sich vom Wrestler hin zu einem durchaus akzeptablen Schauspieler gemausert, der vor allem eines ist: ein richtiger Charmebolzen. Zahlreiche Interviews und Auftritte von ihm können dies bezeugen, der Mann wirkt einfach immer tiefenentspannt und freundlich. Die Rolle des antiken Helden Hercules scheint ihm wie auf den trainierten Leib geschneidert, trotzdem musste The Rock scheinbar ein acht Monate langes Trainingscamp durchlaufen. Das macht Sinn, denn die sagenumwobenen 12 Aufgaben (die bei weitem nicht seine einzigen Abenteuer darstellen) des Hercules löst man vermutlich nicht eben in der Mittagspause vom Schreibtisch aus. Als Regisseur holte man Brett Ratner an Bord. Der ist für gewöhnlich ja eher der Mann fürs Mittelmäßige, was keinesfalls beleidigend gemeint ist, ich mag viele seiner Filme sehr gerne. Aber das Besondere fehlte dann doch häufig. Ob "Hercules" dies ändern kann? Und ob wir es hier mit einem mythologischen Film zu tun haben, oder doch eher mit einem klassischen Sandalenfilm? Findet es in der Kritik heraus! 


Story: Der legändere Hercules (Dwayne Johnson) führt seine Söldner und die Armee von König Cotys (John Hurt) in die Schlacht um Thrakien. Sie wollen das Reich vom teuflischen Centaur Rhesus (Tobias Santelmann) befreien, der das Land in einem blutigen Bürgerkrieg in Schutt und Asche gelegt hat. Ihr Ziel: den rechtmäßigen Throninhaber Cotys wieder an die Macht bringen. Sein größter Kampf, der alles von ihm fordern und seine sagenumwobenen Fähigkeiten auf die Probe stellen wird, steht unmittelbar bevor.
© Paramount
Kritik: "Hercules" beweist vor allem eines, nämlich Mut. Die mythologische Vorlage wird ein ums andere Mal in Frage gestellt, und Hercules selbst hadert kräftig mit seiner Herkunft. Am Ende geht es dann weniger darum ob man tatsächlich von den Göttern abstammt. Stattdessen wird betont dass man manchmal in erster Linie an sich selbst glauben muss. Auch die Idee, Hercules als eine Art PR-Gag aufzuziehen funktioniert erstaunlich gut. Um ihn herum befindet sich ein schlagkräftiges Team aus hoch spezialisierten Elitekämpfern. Sie alle arbeiten gemeinsam, Hercules dient dabei stellvertretend als eine Art Posterboy für Imagezwecke. Ein eigener Barde reist ebenfalls mit und wird nie müde, die edlen Taten des Helden anzupreisen. Ohne die Graphic Novel Hercules: The Thracian Wars von Steve Moore zu kennen würde ich sagen: hier handelt es sich definitiv um eine erfrischende Herangehensweise. Statt einfach einen Helden zu präsentieren wird sich mit der Frage beschäftigt was einen Helden eigentlich ausmacht und was ihn letztendlich zu einem Helden macht. 

Das Ganze funktioniert hauptsächlich aus einem Grund so gut: Dwayne "The Rock" Johnson. Nicht nur bringt er ganz eindeutig die angemessene Physis für diese Rolle mit, er ist auch charmant genug um die Rolle mit Leben zu erfüllen. Wenn es darauf ankommt macht er in Kampfszenen eine verdammt gute Figur, geht es ruhiger zur Sache fehlt ihm keineswegs das ironische Augenzwinkern. Ergänzt wird er von einem tollen Team. Ian McShane bekommt endlich mal mehr zu tun als zwei Sätze zu sagen. Als schlagkräftiger Seher Amphiaraus berät er die Truppe, weiß ob alle lebend aus der nächsten Schlacht zurückkehren und er hat immer einen lockeren Spruch auf Lager. Rufus Sewell ist nach wie vor in meinen Augen prädestiniert für alles was zwischen Antike und Mittelalter so passiert, und auch hier bringt er sich gut ein. Ingrid Bolsø Berdal begeistert als Amazone Atalanta und Aksel Hennie spielt einen animalischen Kämpfer, dessen Hintergrundgeschichte zumindest mich enorm interessieren würde. Leider wird sie im Film nur ansatzweise angerissen. Zusammen ergibt sich daraus eine wirklich liebenswürdige und schlagkräftige Truppe, der man einfach gerne zuschaut. Ebenfalls schön ist, dass John Hurt als Lord Cotys endlich mal wieder eine etwas präsentere Rolle bekommen hat. Sicher, am Ende sind wirklich alle Figuren hier eine illustre Sammlung von Stereotypen, aber zusammen harmonieren sie dann doch und sind wirklich leicht zu mögen.

Nun bringt das ja aber alles nichts, wenn der Film dann chaotisch ist. Storytechnisch folgt "Hercules" letztendlich ausgetretenen Pfaden, aber eine bekannte Geschichte kann ja trotzdem Freude bereiten, wenn sie spannend erzählt ist, oder im Falle eines Films gut aussieht. Letzten Endes kommt auch hier wieder der "The Rock"-Faktor zum Einsatz, denn der fängt im Alleingang die meisten dramaturgischen Schwächen durch reine Sympathie wieder auf. Besonders erfreulich ist die Ordnung und Übersicht, die bei den Kampfszenen herrscht. Statt sich im Getümmel zu verlieren werden die Schlachtfelder groß aufgezogen und aus angemessener Distanz gefilmt. So weiß man immer, wer sich gerade wo befindet, man behält ganz leicht die Übersicht. Auf visuelle Überladung im Stile von beispielsweise "300" hat man ebenfalls verzichtet, zwar gibt es CGI-Blut, der Film erfreut aber hauptsächlich durch sein enorm sauberes Bild. Angemessen brutal geht es aber, vor allem im Extended Cut, definitiv zu. An der einen oder anderen Stelle hätte man vielleicht die normale Fassung in Sachen Brutalität nach oben hin anpassen müssen, aber insgesamt kommt der Zuschauer hier auf seine Kosten. Die Special Effects sind manchmal ein wenig zu offensichtlich als solche zu erkennen, vor allem aber die animierten Monster können sich sehen lassen. Untermalt wird all das vom Soundtrack von Fernando Velasquez, der dem Thema angemessen recht episch daherkommt. 
© Paramount
Fazit: Hier wird genüsslich der Heldenmythos dekonstruiert, und das allein macht schon Freude. Ausgestattet mit ein paar schicken Schlachtszenen lebt "Hercules" am Ende aber von der Chemie zwischen den Darstellern. Dwayne Johnson ist nach wie vor ein unheimlich sympathischer Kerl, hier findet er ein wortgewandtes und ebenso schlagkräftiges Ensemble um sich herum. Das tröstet darüber hinweg dass einige Aspekte des Films sich eher im Mittelmaß ansiedeln. Mit knackigen 98 Minuten kriegt man hier kompaktes, schnell erzähltes und schick aussehendes Actionkino im antiken Gewand. Wer das mag sollte einen Blick riskieren, Fans von The Rock hingegen haben hier einen Pflichtfilm vor sich, den sie nicht verpassen sollten.

Infos zum Film

Originaltitel: Hercules - The Thracian Wars
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Abenteuer, Action, Fantasy
FSK: 16
Laufzeit: 98 Minuten
Regie: Brett Ratner
Drehbuch: Evan Spiliotopoulos, Ryan Condal
Darsteller: Dwayne Johnson, John Hurt, Ingrid Bolsø Berdal, Joseph Fiennes, Rebecca Ferguson, Peter Mullan, Ian McShane, Rufus Sewell

Die Blu-ray:In diesem Doppelpack aus dem Hause Paramount kommt man sowohl in den Genuss der 2D- sowie der 3D Fassung, die mit einigen eindrucksvollen Popouts begeistern kann. Auch die Hintergründe bleiben in 3D schön scharf und klar. Die englische Tonspur kommt als klangstarke
DTS-HD Master 7.1, deutsch fanzösisch, italienisch und spanisch kommen in 5.1 Surround Dolby Digital daher. Besonders sehen lassen können sich die Extras, denn die 2D Variante kommt im Extended Cut daher. Es gibt insgesamt 15 erweiterte und neue Szenen und dazu jede Menge Extras: eine Einführung in den Film und zahlreiche Featurettes über die Dreharbeiten, die Beteiligten und beispielsweise die Special Effects. So wünscht man sich das!

Trailer

Filmkritik: Prinzessin Mononoke

© Universum Film GmbH
2,4 Milliarden Yen, soviel hat "Prinzessin Mononoke" damals gekostet. Rechnet man das in Dollar um sieht man sich einem Budget von knapp 23 Millionen gegenüber. Doch der Film, an dem 16 Jahre lang gearbeitet wurde hat sich gelohnt. 18,6 Milliarden Yen spielt er in Japan wieder ein (mehr als beispielsweise "Titanic"), man wird auch im Ausland auf die Filmperle aufmerksam. Auch in Deutschland erfolgte ein Kinostart im Jahr 2001, allerdings waren  landesweit nur knapp 35 Kopien im Umlauf. Nicht einmal 100.000 Zuschauer strömten ins Kino um den größtenteils handgemalten Film (Computereffekte wurden nur eingesetzt um Übergänge fließender zu gestalten) zu bewundern. Eine anständige Veröffentlichung für das Heimkino erfolgte 2006, und 2014 erschien der Film dann hierzulande erstmalig auf Blu-ray. Als einer der wenigen Filme des Studio Ghibli mit einer FSK 12 Freigabe zeigt "Prinzessin Mononoke" einen erstaunlich vorurteilsfreien Blick auf das Zusammenleben von Mensch und Natur. Dafür hagelte es sowohl positive Kritiken als auch haufenweise Auszeichnungen. Höchste Zeit also, den Film genauer unter die Lupe zu nehmen.


Story: Japan im frühen Mittelalter. Der junge Krieger Ashitaka tötet in Notwehr einen dämonischen Eber und wird darauf mit einem Fluch belegt. Auf der Suche nach Heilung durchstreift Ashitaka das Land und stößt schließlich auf die von Wölfen großgezogene Kriegerin San. Vor langer, langer Zeit, als Japan noch von Göttern regiert wurde, lebte in einem riesigen Wald die wilde Prinzessin Mononoke bei den Wölfen. Doch das friedliche Miteinander von Mensch und Tier ist bedroht: Immer weiter frisst sich die Zivilisation in die Natur hinein. Erstmals werden Waffen aus Eisen geschmiedet, Gewehre, deren Kugeln bereits den Panzer einer Samurai-Rüstung durchschlagen können. Nun wollen die Menschen die alte Ordnung endgültig umstürzen und machen Jagd auf den mächtigen Waldgott. Die Tiere aber wollen sich nicht kampflos ergeben und sammeln sich zu einer letzten großen Schlacht. Mitten hinein in diesen tödlichen Konflikt gerät der junge Krieger Ashitaka. Er und Mononoke finden sich zwischen den Fronten wieder - und nur in ihren Händen liegt die Macht, die drohende Katastrophe abzuwenden …
© Universum Film GmbH
Kritik: Zimperlich geht es hier nicht zu. Bereits in den ersten Minuten kämpft Ashitaka gegen einen monströsen Eber. Sein alles überwältigender Hass betäubt das Tier emotional, der Hass manifestiert sich im tropfenden Schleim und madenähnlichen Schlieren. Der Prinz gewinnt den Kampf, doch fortan lastet ein Fluch auf ihm. Sein Arm wird von einem seltsamen Muster verziert, immer wieder bricht er in unkontrollierbare Krämpfe aus. Helfen kann ihm nur der Waldgott, also bricht Ashitaka auf zu neuen Ufern. 

Der Konflikt, in den er folglich hineingezogen wird, ist universell. In einer Stadt mühen sich die Menschen ab. Unter der Leitung der eigenwilligen Lady Eboshi, die zahlreiche Frauen aufnimmt um sie vor dem Schicksal im Bordell zu bewahren und Leprakranken eine Chance gibt ihren Teil zur Gesellschaft beizutragen, wird hier am Rande der Zivilisation nach Erz gesucht. Der Kaiser ist weit entfernt, und der Umbruch zur Industrialisierung hin ist nicht aufzuhalten. So recht will sich das Dorf unter ihrer Leitung dann auch nicht einfügen. Das Matriarchat regiert hier, und zunächst scheint es als würde es mit eiserner Hand gegen die Natur vorgehen. Es sind elementare Themen, die an diesem kleinen Dorf vorgeführt werden. Die Entwicklung einer Gesellschaft in der alle einen Platz finden können, der Umgang mit Fortschritt: Themen, die niemals an Aktualität verlieren, die auch heute noch präsent sind.

Doch so einfach ist es natürlich nicht. Auf der Gegenseite stehen die tierischen Götter und ihr Gefolge, welches den Wald bevölkert. Sture Wildschweine, majestätische und weise Wölfe sind hier zu finden. Und bei den Wölfen lebt San, ein verwildertes Mädchen welches die Menschen zutiefst verabscheut. Ihre Welt gerät aus den Fugen als Ashitaka den Wald betritt und sich schnell als Vermittler zwischen den verhärteten Fronten findet. Die animalischen Götter wollen ihr Reich natürlich nicht aufgeben und bekämpfen die Menschen. Beide Seiten fahren unentwegt Verluste ein, Deeskalation wäre dringend notwendig. Man bedient sich alter Legenden um die verfeindete Stimmung anzuheizen. Und so werden zahlreiche Spannungsfelder erschaffen, in denen sich die weitere Handlung abspielt. Mensch gegen Natur, Tradition gegen Fortschritt, Frau gegen Mann, und sie alle greifen ineinander über.
© Universum Film GmbH
Was sich als langweilige Variante der immer gleichen Geschichte hätte entwickeln können wird in den fähigen Händen von Hayao Miyazaki zu einer mitreißenden und vielschichtigen Angelegenheit. Keine einzige Figur bleibt eindimensional, und nach der strikten Unterteilung in Gut und Böse kann man lange suchen. Sicher, die Situation eskaliert, doch einen Schuldigen ausmachen? Dürfte hier schwer werden. Die einen Menschen sind gierig, kommen aber auch nicht sonderlich sympathisch rüber. Die anderen wollen das Beste für ihre Gemeinschaft, wer will das nicht? Und auf der anderen Seite steht die wunderschöne und noch unberührte Natur, die von teilweise recht kriegerischen und auch extrem sturen und stolzen Tieren bevölkert wird. Kommt es zum Konflikt wird auch auf explizite Darstellung von Brutalitäten nicht verzichtet und diverse Körperteile gehen in hohem Bogen verloren. Und jedes einzelne Mal sitzt der Schreck darüber tief, tiefer als man zunächst annehmen würde. Als Zuschauer sind wir ganz andere Brutalitäten gewohnt, doch hier nimmt jeder Pfeil der sein Ziel trifft mit. Unweigerlich wird man in das Geschehen hineingezogen, fiebert mit obwohl man sich nur schwer für eine Seite entscheiden kann. Die Figuren tun Schlechtes, aber die Beweggründe sind nachvollziehbar und entziehen sich somit wenigstens anteilig einer Bewertung von außen. Das Bedürfnis nach einem Kompromiss wird unerträglich hoch, einfach weil man mit jeder Fraktion mitfiebern kann.

Erzählt wird all dies in Bildern, die als Standbild in jedem großen Kunstmuseum dieser Welt unterkommen könnten. Prächtige, intensive Farben untermalen den Konflikt, dessen Lösung im Zugehen aufeinander liegen würde. Die Welt innerhalb des Films ist unglaublich lebendig, bevölkert von faszinierenden Wesen. Doch der Fokus liegt nie auf ihnen, und man sieht sich dementsprechend an keinem Bild jemals satt. Hervorzuheben ist hier auch die Detailgenauigkeit in der Bewegung der Figuren. Dazu gesellen sich Landschaftsaufnahmen, die das Prädikat "episch" bei aller Überstrapazierung des Wortes wirklich verdient haben. Der verträumte, aber auch dramatische Soundtrack von Joe Hisaishi umspielt das Geschehen und lädt durchaus auch zum Träumen ein.
© Universum Film GmbH
Fazit: "Prinzessin Mononoke" lässt sich Zeit mit dem Aufbau und der Einführung der Figuren. Strikt darauf bedacht keine Partei zu ergreifen präsentiert Hayao Miyazaki ein Epos, welches seinesgleichen sucht. Visuell atemberaubend gestaltet wird der Zuschauer auf eine Reise mitgenommen, die er nicht ohne Veränderung durchmachen kann. Was am Ende bleibt und auch immer wieder vom Soundtrack unterstrichen wird ist die Hoffnung. Auf Linderung des Schmerzes, auf ein friedvolles Miteinander, eine Lösung für diesen ewig anhaltenden Konflikt. Auf wessen Seite man sich hier letztendlich schlagen will, oder ob man neutral bleibt? Das wird jedem selbst überlassen.

Infos zum Film

Originaltitel: Mononoke Hime
Erscheinungsjahr: 1997
Genre: Animation, Abenteuer, Fantasy
FSK: 12
Laufzeit: 134 Minuten
Regie: Hayao Miyazaki
Drehbuch: Hayao Miyazaki
Darsteller: Originale Stimmen: Yoji Matsuda, Yuriko Ishida, Yuko Tanaka u.a. Deutsche Stimmen: Alexander Brem, Stefanie von Lerchenfeld, Marietta Meade u.a.


Trailer: 


Filmkritik: Mein Nachbar Totoro

© Universum Film GmbH
Story: Der zweite Film aus dem berühmten Studio Ghibli dreht sich ganz um Familie, Natur und Kindheit. Der Mutter von Satsuke und ihrer kleinen Schwester Mei geht es nicht besonders gut, weshalb man in diesem Jahr den Sommer auf dem Land verbringt, ganz in der Nähe jener Klinik, wo die Mutter liegt. Dort hat der Vater, von Beruf her Archäologe, ein kleines Haus mit großem Garten gemietet, wo er schreiben kann und die Kinder Platz haben zum toben. Was keiner ahnt: Das Haus wird von schüchternen, geradezu schreckhaften Aschegeistern heimgesucht. Doch damit nicht genug. Im Wald, der sich nahtlos an den großen Garten anschließt scheinen mysteriöse Gestalten zu leben. Doch weder der Vater noch seine beiden Töchter haben Angst vor den Geistern, und schon bald lässt Totoro sich häufiger blicken. 
© Universum Film GmbH
Kritik: Mit "Mein Nachbar Totoro" begebe ich mich erst zum zweiten Mal auf Ghibli-Gebiet, der erste Ausflug erfolgte mit "Die letzten Glühwürmchen", und der hat mich mit seiner bedrückenden Thematik zunächst tatsächlich abgeschreckt. Doch dieser Totoro, der sah knuffig aus, und so schnappte ich mir den Film, nicht vorbereitet auf das was da folgen würde. Bemühe ich mich sonst immer um einen sachlichen Stil sehe ich hier keine andere Möglichkeit, als mal so richtig persönlich zu werden. Ich hoffe ihr bleibt trotzdem bis zum Ende. 

Als Kind hatte ich eigentlich immer irgendwie einen Wald in der Nähe meiner Wohnorte. Zuhause war es häufig mal stressig, und so verbrachte ich einen guten Teil meiner Kindheit draußen. Baute geheime Höhlen aus Ästen, folgte dem Lauf des kleinen Flusses, entdeckte Tiere und führte ausgiebige Selbstgespräche. Manchmal veränderten sich Dinge, wenn ich ein oder zwei Tage meinen geheimen Verstecken fernblieb, und für mich stand schnell fest: das müssen die Waldgeister sein. Ich machte mir meine eigene kleine Welt, in der die triste Außenwelt nichts zu suchen hatte. 

Und genau dieses Gefühl vermittelt "Totoro" von der ersten Minute an. Sobald die Familie ihr neues Haus betritt wird unbändig entdeckt, jede noch so verstecke Ecke wird erkundet. Schnell tauchen die kleinen Aschegeister auf, und man ist sich einen Moment lang unsicher ob die nun tatsächlich existieren oder sich eingebildet werden. Doch so schnell dieser Gedanke aufkam, so schnell verschwindet er auch wieder. Viel zu spannend ist die Entdeckungsreise. Nach und nach öffnet sich der Spielraum der Kinder, der Garten wird erkundet, nur vor dem Wald hält man noch ehrfürchtigen Abstand. 
© Universum Film GmbH
Doch dann taucht ein kleines Wesen auf, das sich zeitweise unsichtbar machen kann. Die kleine Mei folgt dem putzigen Tierchen, und ehe sie sich versieht führt der Weg durch das Unterholz und in das innerste der Wurzel eines gigantischen Baumes. Und dort schlummert Totoro. Gleichzeitig extrem niedlich und irgendwie auch ein bisschen bedrohlich entpuppt er sich als freundlicher Waldgeist, der nur von Kindern gesehen werden kann. Oft ist er im Film nicht zu sehen, doch wenn er auftaucht weiß er zu begeistern. Schön ist hier auch die Einstellung der Erwachsenen, welche die Kinder in ihrem Glauben an die übernatürlichen Wesen bekräftigen, auch wenn sie selbst nur noch Erinnerungen an ihre eigene Kindheit haben und Totoro selbst nicht richtig wahrnehmen können. Was ihnen bleibt ist der Wind, der durch das Reisfeld weht. 

Vordergründig sind es diese zauberhaften Momente, die den Film dominieren. Doch unter dem, was zunächst als Alltagsbeobachtung zweier Kinder durchgehen würde, liegt so viel mehr vergraben. Miyazaki legt allerdings keinen Wert darauf, die vielen Schichten mit Dialogen zu erläutern. Stattdessen wird der aufmerksame Zuschauer hier und da Hinweise finden. So erfährt man zwar, dass die Mutter im Krankenhaus liegt, doch was sie genau hat wird nicht benannt. Aber es bringt das Leben der restlichen Familie gehörig aus dem Konzept. Der Vater verschusselt Dinge, Mei sucht die Nähe ihrer Familie und Satsuke gibt sich alle Mühe, erwachsen zu sein und sich mit ihren Freundinnen abzulenken. Es ist mehr als die kleinen Mädchen ertragen sollten, doch auf dem Leid wird nie verharrt. Stattdessen fiebern die Mädchen der Genesung der Mutter entgegen. unerschütterlich optimistisch. Totoro wird zum Sinnbild für die eigene, kindliche und unschuldige Phantasie und zu einer Möglichkeit, dem Alltag zu entkommen.

Zum Ende hin gerät dann all dies in Gefahr. Mei rennt davon, will ihre Mutter im Krankenhaus besuchen. In ihren Armen trägt sie einen Maiskolben, denn die freundliche Nachbarin hat ihr erzählt dass ihre Mutter sicher gesund wird, wenn sie frisches Gemüse essen kann und mit Vitaminen versorgt wird. Die kindliche Idylle zerbricht, die Verzweiflung macht sich breit. Wer erinnert sich nicht daran wie hilflos man sich als Kind fühlt, wenn etwas mit den eigenen Eltern nicht in Ordnung ist? Wer hat nicht schon mal versucht ein krankes Familienmitglied mit einem selbstgemalten Bild, einem Strauß gepflückter Blumen oder ähnlichen kleinen, kindlichen Zaubereien zu heilen? Doch außerhalb des sicheren Gartens lauert eine andere Welt, und Mei verschwindet. Panik bricht im Dorf aus, und als ein kleiner Kinderschuh in einem Teich auftaucht scheint alles verloren. 
© Universum Film GmbH
Doch Totoro ist da, wenn man ihn braucht. Wenn man nur stark genug an ihn glaubt, wenn man gute und reine Absichten hat. Weil es für ihn einen Platz in unserer Welt gibt, auch wenn wir ihn nicht sehen können. Er ist da wenn der Wind weht, wenn es abends stürmisch ist und ein Gewitter aufzieht. Aber auch wenn die Sonne scheint. Riesengroß, aber mit kindlicher Naivität ausgestattet. Beinahe schon diebische Freude kommt auf, wenn Totoro im strömenden Regen entdeckt wie witzig Regentropfen klingen wenn sie auf den Regenschirm prasseln. So wird dem Schrecken des Alltags, sei es Krankheit, Armut oder Verlust, stets etwas Positives entgegengesetzt. Die Konfrontation wird somit erträglich gemacht, und das ist dem Film hoch anzurechnen. 

Obwohl "Mein Nachbar Totoro" schon beinahe 20 Jahre alt ist muss er sich nirgends verstecken. Wunderschön gezeichnet und mit lichtdurchfluteten Bildern nimmt Miyazaki uns auf eine Reise mit, von der man eigentlich nicht zurückkehren möchte. Auch der Soundtrack ist toll. Verspielt plätschert er dahin, und der Titelsong frisst sich unweigerlich in den Gehörgang und verschwindet so schnell nicht wieder von dort.

Fazit: Man sagt, dass Bilder mehr sagen als Worte es je könnten. "Mein Nachbar Totoro" bietet Bild für Bild überwältigende Schönheit und eine stimmige Mischung aus kindlicher Unschuld, Naivität und dem bitteren Ernst des Lebens. Die Natur und die Phantasie werden zu den größten Verbündeten welche die Kinder besitzen, und alle Erwachsenen respektieren dies. Groß und Klein dürften von dem plüschigen Totoro begeistert sein, der nicht umsonst zum Maskotten für Studio Ghibli wurde. Und während Kinder vermutlich vorrangig Spaß an der Entdeckungsreise der beiden Mädchen haben tut sich für den aufmerksamen größeren Zuschauer eine ganz andere Welt auf. Eine Reise zurück in die eigene Kindheit, aber auch eine Reise in eine ganz magische Welt, die direkt vor unserer Nase ist. Wir müssen nur genau hinschauen.

Infos zum Film


Originaltitel: Tonari no Totoro
Erscheinungsjahr: 1988
Genre: Animation, Abenteuer, Fantasy
FSK: Ohne Altersfreigabe
Laufzeit: 86 Minuten
Regie: Hayao Miyazaki
Drehbuch: Hayao Miyazaki
Darsteller: Originale Stimmen: Noriko Hidaka, Chika Sakamoto, Hitoshi Takagi u.a. Deutsche Stimmen: Marea Sedlmeier, Pauline Rümmelein, Gerhard Hilka 



Trailer: 


Blogparade: Buch vs. Film

Miss Booleana ruft zur Blogparade auf, und dieses Mal geht es um Literaturverfilmungen. Die häufen sich ja in letzter Zeit doch recht massiv an, und wenn man in die nahe Zukunft blickt scheint der Trend anzuhalten. Bryan Fuller adaptiert Neil Gaiman's "American Gods" (welches ich grad lese und es ist verdammt nochmal großartig!), Ridley Scott schickt Mark Watney aka "Der Marsianer" aka Matt Damon ins Weltall... Zeit also, mal Bilanz zu ziehen. Sind die Bücher besser als ihre Verfilmungen? Können Verfilmungen den Büchern noch etwas hinzufügen? Gibt es Fälle in denen beides gleich gut ist? Fragen über Fragen, ich versuche mich an Antworten. Auf 10 Filme und Bücher bin ich nicht gekommen, doppelte Autorennennung wollte ich ebenfalls weitestgehend vermeiden. 

Heeeeeereeeee's Johnny! © Warner Bros.
"The Shining" vs "The Shining"

Nicht dass ich Stanley Kubrick hier irgendwie etwas negatives nachsagen möchte, der Mann war ein Genie. Aber bei seiner Verfilmung von Stephen King's Roman "The Shining" frage ich mich jedes Mal wieder, ob er das Buch genau gelesen hat. Also, man weiß ja dass Kubrick gerne Bücher einfach Wort für Wort abfilmt. Aber hier legt er den Fokus viel zu sehr auf die Horrorelemente. Das Buch ergründet den Verfall der geistigen Gesundheit von Jack Torrance so meisterhaft, wie es halt nur King hinkriegt. Im Film ist er einfach von Anfang an irre, und das Thema ist durch. Was keinesfalls bedeutet dass der Film mies ist. Er ist einfach anders. Aber hier gefällt mir das Buch eindeutig besser. Bevor ich jetzt alle anderen Verfilmungen von Stephen Kings Büchern einzeln seziere: mir ist keine bekannt, die ihre Buchvorlage übertreffen konnte. Jedenfalls bisher nicht. Vielleicht habt ihr ja Tipps?
And the winner is: Buch

Ist auch stressig im Weltall © Buena Vista
 "Per Anhalter durch die Galaxis" vs "Per Anhalter durch die Galaxis"

Den Film finde ich wirklich charmant. Man bringt ein paar eigene Dinge mit, behält den Geist des Buches aber bei. In die Mischung packt man Martin Freeman und Sam Rockwell, und fertig ist ein unterhaltsamer, kurzweiliger Film. Der, egal wie gut er ist, trotzdem nicht an das Buch rankommt, weil die ganze Reihe einfach über allem anderen steht. 
And the winner is: Buch

Gruppenfoto mit Schwert © Warner Bros.
 "Der Herr der Ringe" vs "Der Herr der Ringe"

An den Herren der Ringe habe ich mich erst herangetraut als die Filme im Kino liefen. Schnell wurde ich in den Bann der Bücher gezogen und wollte mehr entdecken. Eine bis heute anhaltende Liebesbeziehung mit Tolkiens Werken nahm ihren Anfang. Und auch die Filme liebe ich, denn ich verbinde viele gute Erinnerungen mit ihnen und schaue sie auch heute noch gerne an. Die Detailverliebtheit, die Darsteller... es fühlt sich immer wieder an als ob man nach Hause kommen würde. Bruchtal für den Zuschauer sozusagen. Mich hier zwischen dem einen oder dem anderen Medium zu entscheiden würde ich echt nicht fertig bringen. Beide sind unterschiedlich, ergänzen sich aber ganz wunderbar. 
And the winner is: Unentschieden

 Portrait mit Schwert? © Warner Bros.
 "Der Hobbit" vs "Der Hobbit"

Die "Hobbit" Trilogie zeigte in den vergangenen Jahren eindrücklich, wie man ein Kinderbuch mit 200 Seiten Umfang nicht verfilmt. Aufgeblasen auf drei Filme, randvoll mit Nebenschauplätzen um möglichst viele Gastauftritte von Darstellern aus der "Herr der Ringe" Trilogie und Special Effects die vor allem zum Ende hin einfach nur zum Fremdschämen waren. Eine dazuerfundene und recht peinliche Liebesgeschichte hat die Sache auch nicht besser gemacht. Da konnte auch Benedict Cumberbatch als Drache nichts mehr retten. Viele zweifelten danach ernsthaft an Peter Jacksons Talent, und ich finde: durchaus mit Recht. Aus einem kurzen Buch für Kinder ein neunstündiges CGI-Overkill-Werk zu machen kann doch nicht die Lösung sein.
And the winner is: Buch

Mega romantische Vampire © Concorde
 "Twilight" vs "Twilight"

Ja, ich habe alle vier Twilight Romane gelesen. Ja, ich habe alle fünf Filme gesehen, vier davon im Kino. Nein, ich bereue nichts. So, nachdem wir das geklärt hätten kommen wir zum Wesentlichen. Sicher, die Bücher sind keine Glanzleistung. Ja, das propagierte Frauenbild löst Würgereize aus und ja, niemand in den Filmen konnte zum Zeitpunkt der Dreharbeiten irgendwie schauspielern. Kristen Stewart und Robert Pattinson kriegen grad die Kurve und die Autorin der Bücher ist meines Wissens nach in der Versenkung verschwunden. Alles ist gut im dauervernebelten Städtchen Forks. 
Aber was ist nun besser? Ganz ehrlich, ich hab keine Ahnung. Ich fand beides recht kurzweilig, beides hat null Anspruch und die Geschichten unterscheiden sich auch wirklich kaum. Die Bücher waren klasse weil man alle vier leicht in einer Woche runterlesen konnte, die Filme haben zumindest stellenweise durchaus nette Schauwerte gehabt. Da nimmt sich keiner etwas.
And the winner is: Unentschieden

Nathan Fillion macht sein Ding © Edel:Motion
 "Much Ado about Nothing" vs "Much ado about Nothing" 

Shakespeare gehört zu meinen absoluten Favoriten. Wie kaum ein zweiter wusste er mit Worten umzugehen. Und heute haben Schauspieler, die sich in einem Shakespeare-Stück beweisen können, bei mir schonmal einen extra Stein im Brett. "Much ado about Nothing", oder auf deutsch "Viel Lärm um Nichts" behandelt die typischen Irrungen und Wirrungen, Liebe und Hass, Intrigen und Ränkeschmiedereien die bei Shakespeare so geläufig sind. 2012 drehte Regisseur Joss Whedon innerhalb von 12 Tagen in seinem Privathaus mit befreundeten Schauspielern eine Adaption, in der nur wenige Dinge verändert wurden. Alles was in seinen Serien Rang und Namen hat spielt mit, egal ob Clark Gregg, Nathan Fillion oder Amy Acker. Ein Wechselbad zwischen Spaß und bitterem Ernst entspringt, und es macht diebisch viel Freude, zuzuschauen. So sehr ich das geschriebene Wort auch liebe, aber hier steckt im Film einfach so viel Spaß und Herzblut, da kann ich nicht anders. 

And the winner is: Film


Die Bilanz ist recht eindeutig:
Einmal konnte sich der Film durchsetzen.
Zweimal gab es ein Unentschieden.
Dreimal gewann das Buch.

Doch was sagt uns das jetzt? Sind Bücher immer besser? Sicher nicht. Können Filme Büchern etwas neues hinzufügen? Wenn cleveres Personal an der Umsetzung beteiligt ist: klar. Lohnt es sich, Bücher zu Filmen zu lesen? In meinen Augen auf jeden Fall. Ob vor oder nach dem Film? Schätze das muss jeder für sich herausfinden.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr eine Lieblings-Buchverfilmung?

Filmkritik: Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche

© Warner Bros.
Mit "Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche" arbeitet Regisseur Tim Burton bereits zum fünften Mal mit Johnny Depp zusammen. Auch seine damalige Ehefrau Helena Bonham Carter ist hier mit an Bord, ebenso hat Christopher Lee eine kleine Rolle. Der Film, der auf einem alten russischen Folkloremärchen basiert ist darüber hinaus Burtons erste eigene Regiearbeit im Stop-Motion Verfahren. Bei diesem Verfahren, welches seit mehr als 100 Jahren verwendet wird (unter anderem von Georges Méliès), werden Objekte animiert, indem sie für jedes Bild im fertigen Film nur unwesentlich verändert werden. So entsteht der Eindruck, es handle sich um ein tatsächlich bewegtes Bild mit flüssigen Abläufen. Mittlerweile werden auch hier Computer eingesetzt. "A Nightmare before Christmas" wurde zwar von Tim Burton produziert und vor "Corpse Bride" veröffentlicht, allerdings führte er dort nicht Regie. "Corpse Bride" war 2006 in der Kategorie "bester Animationsfilm" für einen Oscar nominiert. Gedreht wurde der Film von Tim Burton und Mike Johnson, wobei Burton zeitgleich mit den Dreharbeiten zu "Charlie und die Schokoladenfabrik" beschäftigt war und hier eher einem persönlichen Hobby nachging.

Story: Im viktorianischen Zeitalter des 19. Jahrhunderts steht der schüchterne, aus ärmlichen Verhältnissen stammende Victor Van Dort kurz vor der Vermählung mit der reichen und anmutigen Victoria Everglot. Als er jedoch durch Zufall eine geheimnisvolle Leichenbraut zum Leben erweckt und diese sich prompt in ihn verliebt, steht Victor vor einer schweren Wahl. Entweder ein Leben in der grauen und tristen Welt der Lebenden oder ein Dasein voller Spaß und Frohsinn im unerwartet bunten Totenreich. Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu Victoria und seiner Treue zur modrigen Leichenbraut Emily, muss Victor letztendlich eine Entscheidung treffen...
© Warner Bros.
Kritik: Auf den ersten Blick klingt "Corpse Bride" nach absolut typischem Burton-Material. Und der Eindruck trügt nicht, denn knappe 70 Minuten gibt es einen grotesken, musikalischen und bunten Ausflug in die Unterwelt. Wer "Nightmare before Christmas" mochte kann theoretisch jetzt aufhören zu lesen, denn er oder sie dürfte auch hier Spaß haben. Egal ob es schräge Gesangsnummern, Stop-Motion Technik in auf den ersten Blick düsterer Kulisse sind, die Parallelen sind vorhanden. Auch der für Burton typische Hund hat eine Rolle. So weit ist alles beim alten im Hause Burton.

Und doch hat sich einiges getan, vor allem im technischen Bereich. Die Effekte sind ausgereifter, die Figuren wirken wunderbar lebendig, auch wenn die meisten von ihnen lange tot sind. So fällt es nicht schwer, sich sofort in die Figuren zu verlieben und mit ihnen mitzufühlen. Leider sind neben Victor, Victoria und der Leichenbraut die Nebencharaktere kaum mit Eigenheiten ausgestattet, weswegen viele von ihnen im Verlauf des Films zu schablonenhaften Karikaturen verkommen. Da wäre mehr drin gewesen. Doch die drei Hauptfiguren sind wirklich gelungen, und man findet sich schnell im gleichen Dilemma wie Victor wieder: welcher der beiden Bräute, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich dabei doch so ähnlich sind, wünscht man die Ehe mit dem schusseligen aber gutherzigen Victor? Und ehe man sich versieht fiebert man mit, wünscht sich ein gerechtes Ende für die Protagonisten.

Das liegt zu einem großen Teil auch an den Synchronsprechern. Victor ist auch optisch an Johnny Depp angelehnt, und der beweist ja immer wieder, dass er auch als Synchronsprecher einen wirklich guten Job macht. Wer noch skeptisch ist, der möge sich "Rango" ansehen. Victor kommt schüchtern, aber nuanciert herüber, blüht im Verlauf des Films auf. Helena Bonham Carter ist wie gewohnt souverän, so auch als untote Braut mit unschöner Vergangenheit. In einer Nebenrolle ist Christopher Lee zu hören, dessen Stimme immer eine Wohltat für die Ohren ist. 
© Warner Bros.
In typischer Burton-Manier wird nicht lange bei dem eigentlichen Thema verweilt, stattdessen ist der Zuschauer eingeladen auf Entdeckungsreise zu gehen. Die einzelnen Sets platzen vor Details, die man unmöglich beim ersten Anschauen alle aufnehmen kann. Die blasse viktorianische Oberwelt wirkt kühl und abschreckend, während die Unterwelt eine wahre Farbexplosion bietet. Dementsprechend passt sich die Musik von Danny Elfman an, der die Unterwelt in furiose Jazzklänge tauchen lässt, bei denen man nur schwerlich die Füße ruhighalten kann. Dass hier und da die Logik mal eine kurze Pause macht fällt dann auch weniger auf, denn mit seinen 70 Minuten ist der Film beinahe so schnell vorbei wie er angefangen hat. Durchaus könnte man ab und an den Eindruck bekommen dass Burton mehr mit seinen Bildern anzufangen weiß und Figuren und Geschichte nur Transportmittel sind, um andere an diesen Bildern teilhaben zu lassen. Aber wer würde ihm das vorwerfen wollen, wenn die Bilder so atemberaubend und schön anzusehen sind?

Fazit: "Corpse Bride" versprüht seinen burtonesken Charme und seine Bildgewaltigkeit auf überaus liebenswerte Weise. Die schwarzweisse, triste Welt der Lebenden ist ein krasser Kontrast zur bunten, lauten und enorm fröhlichen Unterwelt. Kleinere und größere Schwächen innerhalb der Erzählung kommen vor und auch die Figuren hätten in ihrer Gesamtheit ein wenig detaillierter ausfallen dürfen. Diese verzeiht man allerdings als Fan von Burtons Arbeit sowieso, denn es gibt unendlich viel zu entdecken. Wer bisher mit dem Trio Infernale aus Burton, Depp und Bonham Carter nichts anfangen konnte, wird allerdings auch hier seine Probleme haben. Dennoch entführt der Film für knappe 70 Minuten in andere Welten und lädt nicht zuletzt auch wegen der facettenreichen Musik von Haus- und Hofkomponist Danny Elfman zum träumen und verweilen ein.

Infos zum Film

Originaltitel: Corpse Bride
Genre: Musical, Fantasy, Animation
FSK: 6
Laufzeit: 77 Minuten
Regie: Tim Burton, Mike Johnson
Darsteller: Johnny Depp,Helena Bonham Carter, Emily Watson, Christopher Lee, Albert Finney
Trailer

Filmkritik: Edward mit den Scherenhänden

© 20th Century Fox
1990 veröffentliche Tim Burton seinen vierten Spielfilm. Nach seiner Ausbildung in Kalifornien und vier unfruchtbaren Jahren bei Disney konnte er für "Beetlejuice" einen Oscar für das Beste Make-Up mit nach Hause nehmen. Danach wandte er sich mit "Batman" dem comichaften zu und erschuf mit Jack Nicholsons Joker und Michael Keatons Version des beliebten DC Helden wahre Leinwandikonen. Doch 1990 sollte es viel, viel persönlicher werden. Burton, der sich selbst schon früh als missverstandenen Außenseiter sah, lieferte mit "Edward mit den Scherenhänden" ein düsteres Märchen ab, das auch den Auftakt der Zusammenarbeit zwischen Tim Burton und Johnny Depp markierte. Werfen wir also einen Blick auf die frühe Arbeit eines Regisseurs, der für seine unendliche Fantasie bekannt wurde, den Blick auf die Andersartigen inner- und außerhalb der Gesellschaft aber niemals verloren hat.




Story: Peg kommt aus dem Staunen kaum heraus. Als Kosmetikberaterin hat sie sich zu dem geheimnisvollen Schloss aufgemacht, das über dem pastellfarbenen Kleinstädchen thront. Dort findet sie Edward, einsam und verlassen. Statt Händen besitzt er Scheren, und er war das letzte Experiment des ansässigen Forschers. Der verstarb, bevor er Edward fertigstellen konnte. Peg nimmt das Wesen mit in die Stadt und will ihn in die Gesellschaft integrieren, doch das ist leichter gesagt als getan. Als Edward sich dann in ihre Tochter Kim verliebt ist das Chaos perfekt.
© 20th Century Fox
Kritik: "Edward mit den Scherenhänden" ist eines der frühesten Werke von Tim Burton, doch es destilliert die Essenz seines Schaffens nahezu kristallklar heraus. Edward wurde erschaffen und allein gelassen, es liegt an ihm selbst, seinen Platz in der Welt zu finden. Dass er keine Hände, sondern Scheren an deren Stelle besitzt, erschwert den ganzen Prozess natürlich. Dass sein Erschaffer schon längst das zeitliche gesegnet hat ist ein weiteres Problem. Und so scheitert Edward an den banalsten Dingen. Doch auch er besitzt einzigartige Talente, die Heckenskulpturen im Schlossgarten sind der eindeutigste Beweis dafür. Wenn man so will, dann hält er sich in einer sicheren Welt auf, gut geschützt vor den Menschen da draußen. 

Doch als Peg in diese Luftblase hereinbricht und Edward aus seinem gewohnten Leben herausreisst offenbaren sich menschliche Abgründe. In der pastellfarbenen Welt der geordneten Vorgärten, dem vorstädtischen Alptraum offenbart sich das Gesicht der Menschenherde. Edward gilt als Kuriosität, als etwas das zum bestaunen da ist. So richtig hinsehen will aber niemand, und das vernarbte Gesicht lädt ja auch kaum dazu ein. Aber Hecken schneiden, das darf er. Immerhin ist er dann auch abgelenkt, damit weiter über ihn gelästert werden darf. So offenbart sich nach dem märchenhaft-schaurigen Anfang des Films das wahre Drama um einen Außenseiter. Und auch um einen Jugendlichen, der sich in einer Welt voller Erwachsener zurecht finden muss, der seinen Platz finden will. 

Doch dies kann nicht gelingen. Edward, der Hybrid aus Mensch und Maschine ist ein herzensguter Kerl, der anderen hilft und keine schlechten Gedanken kennt. Doch das macht seine Umwelt mehr als nur wett. Das anfängliche Interesse legt sich, und die volle Gewalt der amerikanischen Vorstadt bricht auf ihn herein. Ablehnung, offener Hass dem andersartigen Gegenüber: es sind Themen, die niemals aus der Mode kommen werden. Das streben nach Anerkennung in einer Gesellschaft, die sich nur darin auskennt diese Anerkennung zu verweigern führt zum zerbrechen, rennt auf das unvermeidliche zu. Auch hier spiegelt sich das komplexe Thema des Erwachsenwerdens, das zurechtfinden in einer völlig fremden Welt. Diese Momente sind dann auch die stärksten des Films, der stellenweise dann doch ein klein wenig zu althergebracht wirkt mit seinem drohend erhobenen Zeigefinger in Richtung Gesellschaft. Doch die Nachricht an sich ist richtig und wichtig. 
© 20th Century Fox
Johnny Depp brilliert in der Rolle des beinahe wortlosen Edward. All der Schmerz der Welt, das Leid des Erwachsenwerdens liegt in seinen Augen. Er haucht diesem nahezu leblosen Wesen eine Seele ein, drückt der Figur seinen eigenen Stempel auf. Es ist kein Wunder, dass Darsteller und Regisseur später noch oft zusammen arbeiteten, denn die beiden passen zusammen wie Topf und Deckel. Winona Ryder ist das nette Mädchen aus der Nachbarschaft, und die beiden harmonieren gut miteinander. In seinen wenigen Szenen ist Vincent Price natürlich beeindruckend. Auch der Soundtrack von Danny Elfman, der später ebenfalls zu einem regelmäßigen Gast in Burtons buntem Zirkuszelt der Skurrilitäten werden sollte weiß zu begeistern. Der musikalisch ausgedrückten Tragik stehen dabei stets aufmunternde, hoffnungsvolle Töne zur Seite, die einen dann doch irgendwie an das Gute im Menschen glauben lassen. Oder wenigstens an das Gute im Außenseiter, der so viel Ablehnung erfahren musste. 

Und auch visuell weiß der Film zu begeistern. Das düstere Schloss thront bedrohlich über der freundlichen, pastelligen Vorstadt, doch die Bedrohung kommt von der hellen Seite. Die Rückblenden auf den Erschaffer und seine Arbeiten sind herrlich skurril und der Stil, der später als "burtonesk" seinen Weg ins Allgemeinwissen fand, ist deutlich zu erkennen. Gebündelt wird all dies in einem stimmigen Gesamtpaket, dessen Magie man sich nur schwer entziehen kann.

Fazit: Man merkt sicher an der ein oder anderen Stelle, dass "Edward mit den Scherenhänden" eher ein Sammelsurium an Eigenheiten ist, und weniger eine wirklich zu 100% durchstrukturierte Geschichte. Doch das macht überhaupt nichts. Fantasy-Story im einen Moment, Drama im nächsten, und dann wieder Gesellschaftskritik: Durch alle Genres tanzt der Film nahezu unbeschwert, wie die Schneeflocken am Ende. Und so fühlt er sich auch an: fragil, sensibel, wunderschön schimmernd und doch so zerbrechlich. Es handelt sich um einen der persönlichsten Filme für Burton, der sich selbst mit den Außenseitern in seinen Werken am meisten identifizieren kann. Diese Liebe und Hingabe zu Edward ist in jeder Minute spürbar, atmet dem Film sein Leben ein und hebt ihn aus den starren Fesseln eines Märchens auf eine viel privatere und gleichzeitig doch größere Bühne. Abgerundet durch den herzerweichenden Soundtrack von Danny Elfman und überbordend mit der Kreativität seines Erschaffers durchzogen ist "Edward mit den Scherenhänden" ein Klassiker, der niemals wirklich altern wird. Ein im wahrsten Sinne des Wortes fantastisches Drama, welches man immer wieder neu entdecken kann.


Infos zum Film


Originaltitel: Edward Scissorhands
Genre: Drama, Fantasy
FSK: 6
Laufzeit: 101 Minuten
Regie: Tim Burton
Darsteller: Johnny Depp, Winona Ryder, Dianne Wiest, Vincent Price, Alan Arkin, Kathy Baker, Anthony Michael Hall
 
Trailer
 
 

Filmkritik: Horns

© Universal
Über die Verfilmung eines Buches zu reden, ohne das Buch dabei zu thematisieren und als Vergleichsmöglichkeit heranzuziehen ist beinahe unmöglich. In diesem Fall noch viel mehr, denn "Horns" gehört zu meinen liebsten Büchern der jüngeren Vergangenheit. Geschrieben von Joe Hill, der sich zunächst seine eigenen Sporen verdiente bevor er bekannt gab, dass niemand geringeres als Stephen King sein Vater ist, ist "Horns" oberflächlich betrachtet eine Horrorgeschichte. Doch darunter gibt es viel mehr zu entdecken, und bevor der Film nun besprochen wird kann ich wirklich jedem ans Herz legen, mal in das Buch reinzuschauen. Besonders Freunde des schwarzen Humors dürften auf ihre Kosten kommen. In den Händen von Alexandre Aja ist solches Material dann auch augenscheinlich in guten Händen, beweist er doch immer wieder ein ausgesprochen gutes Händchen für stimmigen Horror. So ist sein Remake "The Hills have Eyes" nach wie vor einer der effektivsten Horrorfilme der Neuzeit, in dem der Terror förmlich greifbar aus jeder Szene tropft. Man werfe nun noch Daniel Radcliffe mit in diesen illustren Kessel, der sich seit seiner Zeit als Harry Potter alle erdenkliche Mühe gibt, vielseitig zu sein, und heraus kommt dann eben "Horns". 

Story: Für Ig Parrish könnte es nicht viel schlechter laufen. Vor einem Jahr kam seine große Liebe, Merrin Williams, auf mysteriöse Weise ums Leben. Man fand sie im Wald unter dem Baumhaus, in dem das Paar viel Zeit verbrachte.Den Schädel hat man ihr eingeschlagen, vergewaltigt wurde sie auch. Da sie und Ig kurze Zeit vorher heftig stritten beschuldigt man ihn nun, und Ig versucht vergeblich, seine Unschuld zu beweisen. Nach einer durchzechten Nacht wacht er auf, und etwas ist ungewöhnlich: Ihm wachsen Hörner aus dem Schädel. Was sich zunächst anfühlt wie ein Fluch, wird schnell zum Segen als er merkt, dass die Hörner seine Mitmenschen zwingen, schonungslos die Wahrheit zu sagen. Kann er Merrins Mörder auf diesem Weg finden?
© Universal
Kritik: Auf den ersten Blick weiß "Horns" durchaus zu gefallen. Statt sich in tristen Grautönen zu ergehen wirken vor allem die Szenen im Wald sehr satt und farbhaltig. Juno Temples Figur Merrin wird zum ätherischen Wesen heraufstilisiert, dass durch die Vegetation tanzen darf, und Merrin und Ig haben ein paar durchaus schöne Momente zusammen. Dass hier mit Frederick Elmes ein absoluter Profi am Werk war ist in jeder Szene deutlich. Die Horrortöne sind auf ein Mindestmaß heruntergeschraubt, dafür gibt es eine gute Portion Nachbetrachtung einer beendeten Beziehung. Hier und da mischen sich Flashbacks in eine unbekümmerte Jugend mit ein. Und auf dem Papier klingt all das wie eine ansprechende Mischung.

Doch leider hapert es dann an der Umsetzung. Die einzelnen Teile des Baukastens wissen für sich durchaus zu überzeugen. Die zarte Coming-of-Age Geschichte erinnert in ihren besten Momentan an Genreklassiker wie "Stand by Me", auch die Drama-Elemente sitzen größtenteils und das Rätsel um das Ableben von Merrin hat durchaus Anleihen bei "Gone Girl", auch wenn beide Filme in etwa zeitgleich veröffentlicht wurden. Doch das Potential rund um die Kraft der Hörner wird unerfreulich verschenkt. Hier und da springt ein Lacher dabei herum, wenn genervte Mütter gestehen ihr schreiendes Kind am liebsten zurücklassen zu wollen oder Ärzte genervt von ihren Patienten sind. Und wenn Igs Eltern unter dem Einfluss der Hörner zugeben, wie sehr ihnen ihr Sohn zur Last fällt, dann reagiert man durchaus betroffen und fühlt mit Ig mit. Doch darüber hinaus wird das Potential verschenkt. Sicher, man wird mit einer eindrücklichen Eskalation eines Drogentrips zugedröhnt, doch spätestens mit dem Auftauchen von Heather Grahams Figur übernimmt die Lächerlichkeit. Hätte man sich an dieser Stelle mehr auf die tiefschwarzen Gedanken der vorbildlichen Bürger konzentriert hätte man mehr und interessanteres zu erzählen gehabt.

Und auch das Erzähltempo leidet. Egal, welcher Erzählstrang dem Zuschauer am besten gefällt, er kommt garantiert zu kurz. Die Idee, dass die Hörner die Mitmenschen nicht nur dazu bewegen ihre intimsten Gedanken mitzuteilen, sondern sie auch sehr offen für neue Vorschläge machen hätte das Potential gehabt, wirklichen Horror auf die Leinwand zu zaubern. Doch stattdessen klärt Ig nur den Mord an seiner Freundin auf. Sein restliches Gebaren, das Umarmen der neuen Fähigkeiten, widerspricht dann dem Einsetzen eben dieser. Einer richtigen, inneren Logik folgen die Filmhörner dann ebenfalls nicht. Das Flickwerk an verschiedenen Einflüssen sorgt außerdem dafür, dass sich vor allem die wenigen, visuell wirklich brutalen Szenen nicht ins Gesamtgebilde einfügen wollen. Zum Finale hin wird es dann je nach Einstellung entweder komplett lächerlich, oder man freut sich dass nun endlich nicht mehr hinter dem Berg gehalten wird mit dem Wahnsinn. Hier kommt es ganz auf den Zuschauer an. 
© Universal
Daniel Radcliffe macht dabei durchaus einen akzeptablen Job. Für mich persönlich ist es immer schwer die Erinnerung an Harry Potter vollständig abzulegen, doch Radcliffe gibt sich wirklich Mühe. Hier nimmt man ihm das Wechselbad der Gefühle zwischen Wut und Verzweiflung meistens ab, nur in manchen Szenen ist eine leichte Tendenz zum Overacting zu erkennen. Juno Temple hingegen wurde völlig verschenkt, sie ist nur in wenigen Flashbacks zu sehen. Joe Anderson, der momentan auch in der dritten Staffel von "Hannibal" mit an Bord ist, überzeugt als Igs Bruder, und David Morse zu sehen ist sowieso immer eine Freude. Abschließende Worte gehören dem Soundtrack, der mir ein bisschen zu offensichtlich daherkam. Da wird munter mit "Heroes" von David Bowie um sich geworfen wenn das Paar in Rückblenden auftaucht, Igs Transformation wird von Marilyn Mansons "Personal Jesus" begleitet und Rückblenden in die Kindheit der Protagonisten werden von "Where is my mind" von den Pixies untermalt. Es sind durchaus gute Songs, keine Frage. Doch ihr Einsetzen reisst allzu oft für einen kurzen Moment aus der Handlung, und mit fortschreitender Laufzeit beginnt genau das zu nerven.

Fazit: "Horns" bleibt leider hinter seinen eigenen Möglichkeiten doch sehr deutlich zurück. An den Darstellern liegt das nicht, die machen das beste aus ihrer Lage und überzeugen. Doch zu viele Köche verderben den Brei, und dies gilt auch für zu viele Arten von Geschichten, die man mit einem Film erzählen kann. So springt "Horns" munter von einem Genre ins nächste, und die einzelnen Versatzstücke sind auch durchaus gut erzählt. Doch als großes Ganzes überzeugt das weniger, einfach weil kaum etwas wirklich zusammenpasst. Besonder im Anbetracht der guten Vorlage tut das weh, denn das Potential, das wäre hier durchaus vorhanden gewesen. Schade drum, aber für einen netten Abend zuhause trotzdem gut zu gebrauchen.

Infos zum Film

Originaltitel: Horns

Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Horror, Thriller, Drama, Fantasy
FSK: 16
Laufzeit: 120 Minuten
Regie: Alexandre Aja
Drehbuch: Keith Bunin
Darsteller: Daniel Radcliffe, Juno Temple, Joe Anderson, Max Minghella, David Morse, James Remar, Kathleen Quinlan, Heather Graham


Trailer