BlizzCon 2018: Meine Highlights und eine Enttäuschung

BlizzCon 2018 Key Art © Blizzard Entertainment
Die BlizzCon 2018 ist vorbei und auch in diesem Jahr gab es eine Menge Ankündigungen und neues Videomaterial für die Fans der traditionsreichen Spieleschmiede. Als Spielerin, die seit etwas mehr als der Hälfte ihres Lebens von Blizzards Games begleitet wird, ist die BlizzCon für mich immer ein ganz besonders spannendes Wochenende.  

Und auch in diesem Jahr überzeugte mich die BlizzCon weitestgehend. Meine Highlights und eine Enttäuschung fasse ich hier nun zusammen.


World of Warcraft Classic kommt im Sommer 2019

Erntegolems in Westfall © Blizzard Entertainment
2017 kündigte Blizzard an, dass Classic Server für World of Warcraft kommen werden, auf denen man das Spiel beinahe so spielen kann, wie es zur Veröffentlichung im Jahr 2005 ausgesehen hat. Wer bereits damals dabei war, der weiß: Heute spielen wir beinahe ein komplett anderes Spiel. Dieses Jahr verkündete Blizzard, dass es im Sommer 2019 losgehen wird. Außerdem wird der Zugang zu Classic mit dem regulären Abo abgedeckt sein.

Ich persönlich freue mich sehr auf die Classic Server. WoW war damals mein erstes Onlinegame und ich habe unendlich viele schöne und lustige Erinnerungen an meine Zeit als menschliche Hexenmeisterin. Inwiefern die teilweise doch aus heutiger Sicht arg veralterten Mechaniken dann langfristig noch Spaß machen, bleibt abzuwarten. Ausprobieren werde ich es auf jeden Fall, allein der Nostalgie wegen.

Warcraft III Reforged

Szene aus dem Warcraft III Reforged Cinematic © Blizzard Entertainment
Warcraft III war damals eines der wenigen Spiele, die ich hatte. Es fehlte einfach an Geld, und mein Taschengeld wollte gut investiert sein. Warcraft III sah ansprechend aus und lief gerade so auf dem alten, gebrauchten PC in meinem Zimmer. Der überhitzte recht schnell und ich konnte maximal 45 Minuten am Stück spielen, aber das war es absolut wert. Leider ging er kaputt, bevor ich mit dem Spiel je fertig wurde und auf dem Familienrechner war meine Zeit limitiert, also freue ich mich sehr, in eine aufpolierte Version eines meiner ersten Games zurückkehren zu können.
Schaut euch hier den Trailer zur Ankündigung an:


Overwatch: McCrees Cinematic und Ashe als neue Heldin


McCree habe ich bei Overwatch fest ins Herz geschlossen. Ich bin zwar wirklich nicht gut mit ihm, aber wie könnte man diesen Cowboy nicht mögen? Dementsprechend hat mich sein Cinematic wirklich gefreut. Mit Ashe, der Anführerin der Deadlock Gang, hat Blizzard auch gleich noch die nächste Heldin vorgestellt. Ich freue mich sehr über sie, McCree hat in meinen Augen als einziger Cowboy nie so wirklich komplett zu den restlichen Helden gepasst und es ist cool zu sehen, dass er nicht alleine unterwegs ist. Auch wenn die beiden sich ja offensichtlich nicht mehr allzu gut verstehen.


Mein Tiefpunkt: Die Ankündigung von Diablo Immortal

Szene aus dem Diablo: Immortal Cinematic: © Blizzard Entertainment
Bevor nun das Geflame wieder losgeht: Die Sache mit Diablo Immortal ist simpel: Wenn man keine Lust auf ein Game fürs Smartphone hat, dann lässt man es einfach bleiben. Ist nicht besonders schwer. Nein, an Diablo Immortal stören mich ganz andere Dinge, vornehmlich die Art und Weise, wie präsentiert wurde, sowie das "warum".

Diablo war immer eine Reihe, die ihre Fans auf dem PC hatte. Ich erinnere mich noch daran, wie viele wütende Stimmen es gab, als Diablo für Konsolen angekündigt wurde. Wer bei Blizzard dann ernsthaft davon ausgeht, dass diese doch sehr verwöhnte Spielergemeinde ein Spiel fürs Smartphone mit offenen Armen empfangen würde, hat wohl in den letzten Jahren nicht aufgepasst. Zumal die Zusammenarbeit mit NetEase auch etwas seltsam erscheint. Die chinesische Firma hat bereits ein exakt gleich aussehendes Spiel veröffentlicht und es entsteht durchaus der Eindruck, dass einfach ein Reskin dieses Spiels vorgenommen wurde. Dass China ein riesiger Markt für Handyspiele ist und Spiele von chinesischen Entwicklern dort ohne Zwischenprüfung veröffentlicht werden können hinterlässt einfach einen Geschmack von "wir machen schnell etwas Kohle und befriedigen die Aktionäre, die Mobile Gaming gerne mit im Portfolio hätten". Und dann haben wir noch nicht über die teilweise absolut süchtig machenden Mechaniken von Mobile Games gesprochen, die den Communityzusammenhalt nutzen, um aktiv Geld zu kassieren.

Wir hatten in diesem Jahr bereits mehrere Fälle, in denen eine solche Situation besser gehandhabt wurde. Bethesda stellte Elder Scrolls: Blades vor und versetzte die Fans danach mit einem zwanzig Sekunden langen Teaser für Elder Scrolls VI in helle Aufregung. Zuvor boten sie Fallout Shelter als Wartehäppchen für Fallout 4 an, angekündigt von Todd Howard persönlich. Auch der Backlash für Fallout:76 wurde durch weitere große Ankündigungen abgemildert. Selbst Microsoft kam mit seinem Funko Gears of War irgendwie durch, weil direkt danach ein richtiges Gears 5 angekündigt wurde. Und wie die Spielerschaft auf das allein vorgestellte Mobile Command and Conquer auf der E3 reagierte, ist uns auch allen im Gedächtnis geblieben: Nicht besonders gut.

Diablo Immortal © Blizzard Entertainment
Blizzard ließ 2018 mehrfach verlauten, dass Diablo Fans sich dieses Jahr auf Großes gefasst machen können, dass sie an mehreren Projekten arbeiten. Diablo III erschien bereits 2012 und ein mobile Game sowie eine Portierung auf die Switch für ein sechs Jahre altes Spiel sollen dann alles sein? Ich denke, niemand erwartet einen vollständigen Cinematic Trailer zu einem neuen Spiel, die fressen ja doch recht viele Ressourcen. Aber ein simples "wir arbeiten an Diablo 4" oder "wir stellen einen Remaster für Diablo II fertig" mit einem Titelbild hätte vollkommen ausgereicht. Ein "bis dahin haben wir für euch ein Spiel für eure Smartphones vorbereitet, viel Spaß damit" hätte der ganzen Angelegenheit die Angriffsfläche genommen. Man hätte ebenfalls deutlicher machen müssen, dass hinter Immortal und was auch immer sonst gerade entwickelt wird, komplett verschiedene Teams stecken.

Und wieso diese Ankündigung ans Ende packen? Menschen merken sich sowieso nur das, was ganz am Anfang und ganz am Ende passierte. Hätte man Wyatt Cheng irgendwo in der Mitte der Eröffnungsfeier untergebracht und danach Jeff Kaplan mit seinen Overwatch-Ankündigungen rausgeschickt, es hätte viel Ärger erspart. Zumal Anreise und Eintritt für die BlizzCon nicht gerade günstig sind. Ist man dann dort, weil Blizzard selbst unverhältnismäßig viele Hoffnungen auf eine große Ankündigung für das liebste Franchise geschürt hat, nur um dann mit Diablo Immortal abgespeist zu werden, dann finde ich den Ärger, der nun tobt, durchaus nachvollziehbar. Klar, auch dort gibt es Grenzen und manche Äußerungen sind wirklich unter aller Kanone, keine Frage. Niemand sollte die Mitarbeiter von Blizzard so persönlich angreifen, wie es aktuell passiert. Als Community sollten wir aktiv daran arbeiten, besser zu sein als das. Im Endeffekt sorgt all die Wut auch nur dafür, dass das Spiel Gesprächsthema Nummer eins unter den Spielern ist. Inwieweit Blizzard da nun drauf reagieren wird, bleibt abzuwarten.

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