Horrorctober 2018: Halbzeit

Mehr oder weniger pünktlich zur Mitte des Monats ist es Zeit, auch im diesjährigen Horrorctober ein Zwischenfazit zu ziehen. Bisher habe ich es geschafft, sechs meiner ausgesuchten 13 Filme anzuschauen und ich bin ganz zuversichtlich, in diesem Jahr tatsächlich alle Kandidaten sehen zu können. Es wäre eine Premiere!

Deswegen folgt nun hier eine kurze Besprechung der bisher gesehenen Filme. Bisher ist die Ausbeute wirklich gelungen. Kein einziger Totalausfall war dabei, dafür aber ein paar Filme, die mich wirklich begeistern konnten. Sei es durch die Darsteller oder die Atmosphäre oder die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird. Aber lest selbst.


Lights Out


Der gleichnamige Kurzfilm gehört zu meinen absoluten Favoriten. Der Spannungsaufbau und die Ausführung des Jumpscares sind beispielhaft und wirklich gruselig. Ich war also wirklich gespannt auf meinen Auftaktfilm. Ganz so gut wie der Kurzfilm hat er mir dann allerdings nicht gefallen. Vieles war vorhersehbar und insgesamt plätscherte der Streifen für mich so vor sich hin. Die Darsteller gefielen mir allerdings und die Geschichte um eine zerrissene Familie hat mir ebenfalls zugesagt. Nein, schlecht ist der Streifen auf keinen Fall. Für einen unterhaltsamen Abend scheint er mir wirklich geeignet zu sein.  
"Lights Out" © Warner Bros. Pictures

The Autopsy of Jane Doe


Über diesen Film hatte ich im Vorfeld viel Gutes gehört. Entsprechend gespannt war ich, und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Langsam entfaltet sich hier der Terror und es wird richtig unangenehm zuzusehen. Die Darstellerin der Jane Doe gefiel mir besonders gut. Den ganzen Film über eine Leiche zu spielen, die sich an sich ja nicht verändert, und trotzdem von Szene zu Szene mehr Unbehagen zu verströmen ist eine enorme Leistung! Mir gefiel auch das Ende wirklich gut und ich war wirklich erfreut, dass bereits mein zweiter Film in diesem Horrorctober sich als Highlight entpuppte.
"The Autopsy of Jane Doe" © Universum Film

Mama


Bisher habe ich noch keinen Film mit Jessica Chastain gesehen, der mich nicht begeistert hat. Das hat sich mit Mama auch nicht geändert. Die Geschichte ging mir wirklich nah, die Darsteller machen durch die Bank weg einen tollen Job und ich habe mich wirklich gegruselt und ein paar Mal auch wirklich heftig erschreckt. Ein Film, den ich wirklich jedem weiterempfehlen würde. 
"Mama" © Universal Pictures

Winchester


Winchester ist definitiv der schwächste Film in der ersten Hälfte. Helen Mirren ist wie gewohnt wunderbar, aber die Geschichte kommt nicht wirklich vorwärts. Der Film macht auch direkt klar, dass es sich tatsächlich um Geister handelt und ich fand es recht mühsam, dem Charakter von Jason Clarke dann noch auf seiner Reise zur Erkenntnis folgen zu müssen. Ein paar gute Schreckmomente sind vorhanden, auch wenn sie in der Ausführung eher vorhersehbar sind. Wunderschön hingegen fand ich die einzelnen, ausgestatteten Räume. Das Gesamtbild des Spukhauses war allerdings für mich als Zuschauerin zu unübersichtlich, was mich bei solchen Filmen wirklich stresst. Vor allem in Hinblick auf die realen Begebenheiten, die dem Film als Basis dienten, wäre da sicher eine etwas mutigere Geschichte möglich gewesen.
"Winchester" © Splendid / 24 Bilder

Blair Witch


Als Blair Witch Project damals im Kino lief, gehörte ich zu den Menschen, die wirklich lange geglaubt haben, dass es sich um einen realen Film handelt. Viele sagen heute, es handle sich um den ersten viralen Marketingschachzug, entsprechend beeindruck war ich damals. Auf den Nachfolger war ich wirklich gespannt, Adam Wingard hat einen festen Platz in meinem Herzen für seine bisherige Regie- und Soundarbeit. Und was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

Found Footage ist ja doch ein schwieriges Genre, weil es selten konsequent durchgezogen wird. Auch Blair Witch verliert oft diese Illusion, doch der Film entpuppt sich als in allen Belangen größer als sein Vorgänger. Besonders beeindruckt hat mich der Sound des Films, der sich wirklich in den Gehörgang schleicht und dort seine ganz eigene Hölle entfesselt. Die Mythologie um die Blair Witch wird erweitert und deutlicher gemacht und der Film spielt heftig mit dem, was man nicht sieht. Ich musste jedenfalls danach sämtliche Specials auf der Blu-ray anschauen, um erstmal wieder runterzukommen. Etwas, das ich wirklich selten mache.
"Blair Witch" © Studiocanal GmbH Filmverleih

A Quiet Place


A Quiet Place wirft seinen Zuschauer gnadenlos und ohne Eingewöhnungsphase mitten ins Geschehen. Die Ausgangslage wird kaum erklärt, einzig ein paar Hinweise im Hintergrund lassen wenigstens grob erahnen, was vor sich gegangen ist. John Krasinski erweist sich als cleverer Weltenerschaffer, der beinahe ganz ohne Dialoge eine packende Geschichte erzählen kann. Die Bilder sind beeindruckend und ruhig zusammengestellt, man bekommt schnell ein Gefühl für die räumliche Lage, in der sich die Figuren befinden. Sich aus einer Welt, in der für die meisten von uns alles über Geräusche funktioniert, in eine vollkommen stille Umgebung anpassen zu müssen scheint eine Mammutaufgabe und für uns wohl so gut wie unmöglich. Dieses Szenario spielt A Quiet Place von der ersten bis zur letzten Sekunde konsequent durch. Ich habe selten so erleichtert aufgeatmet, als die letzte Szene eines Filmes vorbei war, denn die Anspannung wurde wirklich beinahe unerträglich heftig für mich.
"A Quiet Place" © Paramount Pictures

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