gespielt: Beat Saber (VR)


© Hyperbolic Magnetism
Seit dem Frühling 2018 hat ein HTC Vive ein liebevolles Zuhause in unserem Wohnzimmer gefunden. Und noch bevor sich genauer damit auseinandergesetzt wurde, landete schon Beat Saber im Einkaufskorb und wurde fleissig gespielt.

Worum geht es?


Das Spiel ist denkbar einfach gehalten: Rote und blaue Blöcke mit einem Richtungspfeil fliegen auf den Spieler zu. Sie müssen mit den Controllern, die hier aussehen wie farblich passende Lichtschwerter, in der darauf angegebenen Richtung zerschnitten werden. Ab und zu erscheinen Hindernisse, wie etwa Bomben, die bei Berührung mit den Schwertern explodieren, oder Wände, denen man zur Seite oder nach unten hin ausweichen muss. Das ganze findet im Takt zu Musik statt.


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Mit steigendem Schwierigkeitsgrad gibt es nicht nur mehr Hindernisse, sondern vor allem mehr Boxen, die zerteilt werden müssen. Im einfachen Schwierigkeitsgrad sollten auch Ungeübte schnell mit dem Spiel zurechtkommen, mit steigendem Niveau ist dann wirklich Reaktionsvermögen und eine gute Koordination zwischen Händen und Augen nötig, um die einzelnen Songs überhaupt fertig zu spielen. Wer lieber üben will, der kann eine no-fail Option einschalten. Der Einstieg ist also denkbar einfach, das Spiel zu meistern ist allerdings eine zeitintensive Aufgabe.

Und das macht Laune?


Aber so richtig! Das Spiel kommt mit insgesamt zehn Songs, die vom Entwicklerstudio Hyperbolic Magnetism extra komponiert wurden. Ganz wie auch bei seinen Eltern im Geiste, Guitar Hero, Sing Star und wie sie alle heißen, gerät der Spielende hier sehr schnell in eine Art Flow. Die besten Songs lassen einen im eigenen Wohnzimmer beinahe schon eine eigene Choreografie aufführen, und es macht höllischen Spaß, sich einen Platz in den Bestenlisten zu erspielen. Beat Saber ist dabei unglaublich immersiv. Wo andere VR Games oft das Problem haben, dass sie sich nicht echt, nicht richtig greifbar anfühlen, brilliert Beat Saber.

© Hyperbolic Magnetism
Die einzelnen Level sind stylisch designt, lenken aber nicht vom Spielgeschehen ab. Die Farben sind atemberaubend schön, Screenshots werden hier ausnahmsweise der realen Erfahrung kaum gerecht. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen, die sich eher darauf fokussieren, einem stillstehenden Spieler eine Erkundungserfahrung zu verpassen, skaliert Beat Saber auf die volle Fläche, die man seinem Vive zugesteht. In unserem Wohnzimmer ist diese mindestens 2x2 Meter groß und ich brauche diese beim spielen auch tatsächlich, weil ich sehr schwunghaft ausweiche und zuschlage. Ein bisschen fühlt man sich dabei fast, als würde man die coolsten Fights aus Star Wars nachspielen können. Die Konnektivität ist ebenfalls sehr gut, mit den zwei Kameras, die beim Vive mitgeliefert sind, ist die Abdeckung für dieses Spiel immer komplett gegeben.

Wem die zehn vorinstallierten Songs nicht ausreichen, der hat seit einer Weile direkt im Spiel die Möglichkeit, auf die Datenbank von Beat Saver zuzugreifen. Dort programmieren engagierte Spielerinnen und Spieler eigene Songs. Das sieht dann beispielsweise so aus:


Natürlich sind dort nicht alle Songs gelungen, doch es befinden sich definitiv ein paar Perlen in dieser Sammlung, auf die man kostenlos zugreifen kann. Der Song im Video gehört definitiv dazu und lässt sich mit ein paar Übungsrunden schnell meistern, weil sämtliche Bewegungen sehr fließend passieren und man wunderbar abschalten kann um in eine Art Flow zu gelangen. Von allen VR Games, die ich bisher spielen konnte, fühlt sich wirklich keines so gut, so vollständig an wie Beat Saber. Ich kann mich völlig in diese andere Welt einfinden und zu keinem Zeitpunkt schaltet sich das Hirn ein, um zu hinterfragen, wieso wir gerade stillstehen, obwohl wir uns bewegen sollten. Auch die gefürchtete Motion Sickness bleibt hier vollständig aus. Dafür entpuppt sich das Game gerade bei längeren Sessions als durchaus anstrengendes Cardioworkout und wer vielen Mauern ausweichen muss, der wird am nächsten Tag sicherlich auch die Muskeln an der Rückseite der Oberschenkel deutlicher spüren als sonst.

Fazit


Beat Saber ist für mich auch nach einem halben Jahr regelmäßiger Spielzeit der absolute Favorit in Sachen VR. Das Spiel macht Spaß, bleibt mit nahezu unendlich hinzufügbaren Songs abwechslungsreich und herausfordernd und sieht dabei noch wirklich toll aus. Bonuspunkte würde ich dafür geben, dass ich beim spielen das Gefühl habe, mindestens ein Teilzeitjedi zu sein. Für wenig Geld können Besitzer von HTC Vive, Oculus Rift und Playstation VR hier bedenkenlos zuschlagen.

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