gesehen: Colossal

© Universum Film

Story


Katastrophenalarm in Seoul: Ein gigantisches Monster taucht plötzlich nachts aus dem Nichts auf, verwüstet die Stadt und verschwindet wieder in der Dunkelheit. Als die rätselhaften Angriffe sich wiederholen, stellen sich alle die Frage, welchen Ursprung die Attacken haben könnten. Zur gleichen Zeit in den USA: Das Partygirl Gloria hat ihren Job verloren und wird von ihrem Freund Tim vor die Tür gesetzt. Gloria kehrt kurzerhand dem New Yorker Stadtleben den Rücken und zieht zurück in ihr Heimatstädtchen, um sich dort darüber klar zu werden, ob sie weiterhin ihre Zeit in schäbigen Bars verschwenden oder ihr Leben endlich verändern will. Die Entscheidung wird ihr abgenommen, als sie entsetzt feststellt, dass es eine Verbindung zwischen ihr und den Vorfällen in Seoul gibt: Das Ungeheuer reagiert auf Glorias Bewegungen!


Kritik


"Colossal" klingt zunächst einmal vor allem so richtig schön schrägt. Dieser erste Eindruck bestätigt sich dann auch beim Anschauen relativ schnell. Eine Warnung ist vielleicht für diejenigen notwendig, die hier irgendwie Monster-Action erwarten: Die gibt es nicht. Stattdessen konzentriert sich der Film vollkommen auf Glorias Probleme, das Monster ist eine Art Projektion dieser Probleme.
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Nach einer durchzechten Nacht, die auf eine schmerzhafte Trennung folgt, stellt Gloria fest, dass sie die Bewegungen eines über Nacht aufgetauchten Kaijus in Seoul steuern kann. Der Film gibt sich allerdings nicht damit ab, lang und breit die genaue Art der Verbindung der beiden zu ergründen, er setzt den Zuschauer vor vollendete Tatsachen. Stattdessen wird bis ins kleinste Detail erforscht, wie es Gloria mit dieser Entdeckung geht. Dass es sich bei ihr um eine nahbare und nachvollziehbare Hauptfigur handelt, hilft der zugegebenermaßen schrägen Geschichte enorm: Fast jeder kennt entweder eine Gloria, oder war sogar schon einmal in der gleichen Position. Sie kommt mit ihrem Handeln nur bis zu einem gewissen Punkt durch, sie ist in verschiedenen Formen abhängig, sie benutzt Menschen und sie weiß, dass sie all diese Dinge in den Griff kriegen muss, aber das Leben ist eben manchmal nicht so einfach, wie man das gerne hätte.
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Anne Hathaway spielt diese Figur wirklich überzeugend und mit der notwendigen Dringlichkeit. Auch Jason Sudeikis überzeugt in seiner Rolle. Das Kaiju sieht aus, als wäre es aus einem uralten Godzilla-Ableger entsprungen, was ebenfalls sympathisch wirkt. In meistens ruhigen Bildern (es gibt ein paar kaputte Gebäude und auch einige Todesopfer in Seoul, der Film wird hier aber niemals explizit) wird deutlich, dass Gloria ihre Probleme in den Griff bekommen muss. Etwas Schade finde ich, dass sich Glorias Probleme in Seoul manifestieren. Leider wird darauf nie wirklich eingegangen, dabei wäre dieser Effekt wirklich spannend gewesen. Das ist allerdings auch mein einziger Kritikpunkt an diesem wirklich feinfühligen und sympathisch-schrägem Drama.

Fazit


"Colossal" überzeugt durch seine schräge Prämisse und eine herrlich aufgelegte Anne Hathaway, die als schräge Protagonistin vollkommen überzeugen kann. Wer sich mit schrägen, liebenswerten Filmen gerne seine Zeit vertreibt, der sollte hier unbedingt einen Blick riskieren.

Die DVD


Die DVD im Vertrieb von Universum Film ist seit dem 1. Dezember 2017 im Handel erhältlich. Neben der englischen Originaltonspur liegt auch eine deutsche Synchronfassung vor, beide sind in Dolby Digital 5.1 sauber abgemischt, das Verhältnis von Dialogen zu Musik und Geräuschen ist stimmig, der Sound an sich klar und deutlich. Das Bild überzeugt ebenfalls, dem Format entsprechend ist es angemessen scharf, die Kontraste sind gut, die Schwarzwerte ebenfalls. Als Extra gibt es ein rund 20 Minuten langes Featurette, in dem ein spannender und auch witziger Einblick hinter die Kulissen geliefert wird. Ein Wendecover liegt leider nicht mit bei.




Infos zum Film 


Originaltitel: Colossal
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Komödie, Action
FSK: 12
Laufzeit:109 Minuten
Regie: Nacho Vigalondo
Drehbuch: Nacho Vigalondo
Darsteller: Anne Hathaway, Jason Sudeikis, Tim Blake Nelson, Austin Stowell, Dan Stevens u.a

Trailer



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