gelesen: Projekt Luna


© Heyne

Das steht drin


Wir schreiben das Jahr 1959. Satelliten entdeckten ein rätselhaftes Gebilde auf dem Mond, das jetzt unter strengster Geheimhaltung untersucht wird. Es scheint ein gewaltiges Labyrinth zu sein, das offenbar von einer außerirdischen Zivilisation errichtet wurde. Als die Wissenschaftler, neugierig geworden, das Bauwerk betreten, erwartet sie dort ein grauenvoller Tod. Der Physiker Dr. Edward Hawks und der todesmutige Abenteurer Al Barker wollen das Rätsel des Labyrinths lösen, doch so leicht gibt der Mond seine Geheimnisse nicht preis ...


Kritik


Science Fiction ist ja immer eine feine Sache. Besonders interessant finde ich ältere Geschichten, einfach um zu sehen, wie sich der Autor die Zukunft vorgestellt haben könnte. "Projekt Luna" erschien erstmals 1965 und wurde nun im Rahmen der "Meisterwerke der Science Fiction" Reihe des Heyne Verlages neu aufgelegt. Sicherlich handelt es sich hier um das bekannteste Buch des Autors, mir allerdings hat es nicht sonderlich zugesagt.

Der Einstieg gestaltet sich recht zäh, unzählige Seiten gehen für Dialoge drauf, die später nicht unbedingt mit der eigentlichen Handlung zu tun haben. Es hilft auch nicht, dass die Figuren durch die Bank weg oberflächlich gezeichnet bleiben. So fehlt der Zugang zur Geschichte auf der persönlichen Ebene, als Leser bleibt man als Beobachter außen vor, statt die Geschichte durch die Augen einer der Figuren zu erleben. Der Klappentext, der sich ähnlich wie die Zusammenfassung weiter oben liest, ist darüber hinaus etwas irreführend, denn am Ende steht ein moralisches Dilemma einer ganz anderen Art.

Hier kann das Buch dann auch wieder Punkte sammeln. Denn die ursprünglichste aller Sci-Fi Ideen, das konsequente Ausdenken eines Szenarios, einer Idee, wird hier eindrücklich durchexerziert. Aus unserer heutigen Warte mag sich vieles davon belustigend lesen, doch Budrys fabuliert sich teils wirklich ausgeklügelte Fantasien zurecht. Da werden die guten, alten Kassetten schnell mal zum futuristischen Speichermedium. Zwischenzeitlich darf es auch mal ein bisschen wissenschaftlich zugehen, hier bleibt es aber meistens an der Oberfläche. Da hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht.

Fazit: 

 

Ob es sich bei "Projekt Luna" nun wirklich um ein Meisterwerk der Science Fiction Literatur handelt? Ganz sicher bin ich mir da nicht, denn das Buch hat doch ziemlich viele Längen und schafft es dabei, niemals zu tief an der Oberfläche zu kratzen. Doch die ursprüngliche Idee ist durchaus faszinierend, und hartgesottene Sci-Fi Leseratten können hier ruhig mal reinschnuppern.

Fakten zum Buch


Projekt Luna von Algis Budrys | Verlag: Heyne | erschienen am 11. Juli 2016 | Übersetzer: Wulf Bergner, Elisabeth Bösl | Softcover | 272 Seiten | 8,99€

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