Serienkritik: Killjoys Staffel 1

© Pandastorm Pictures
Story: Das actiongeladene Weltraumabenteuer folgt einem Trio hartgesottener Kopfgeldjäger durch das Planetensystem Quad, das am Rande einer Revolution steht. Sie haben geschworen in interplanetarischen Konflikten unparteiisch zu bleiben und halten sich als treue Crew stets den Rücken frei. Doch ein dunkles Geheimnis droht das Trio für immer auseinanderzureißen…

Kritik: Mit "Killjoys" gibt es endlich eine weitere Sci-Fi Serie, die so richtig schnell ein hohes Level an Suchtpotential entfalten kann. Michelle Lovretta, die bereits "Lost Girl" schuf, liefert hier gemeinsam mit den Produzenten von "Orphan Black" eine in gleich mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte erste Staffel ab. Appetit angeregt? Dann erzähle ich euch, warum das so ist.
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Zunächst wäre da die Hauptfigur. Hannah John-Kamen spielt Dutch, und sie steht absolut im Zentrum. Ihr zur Seite stehen die Brüder John (Aaron Ashmore), der ein ziemlicher Technikfanatiker ist und Frauenheld D'avin (Luke Macfarlane), und zusammen sind sie wirklich ein eingeschworenes Team. Die Dialoge sind locker flockig, ein bisschen frech, hier und da wird unverbindlich geflirtet. Aber im Ernstfall sind die drei knallhart unterwegs. So entsteht von der ersten Minute an Sympathie, die sich verstärkt, sobald man tiefer in die Geschichte vordringt. Denn natürlich hat jede der Hauptfiguren ihr eigenes Geheimnis und ihre eigene Vergangenheit, die es zu ergründen gilt. Dieses Vordringen dauert ein wenig, denn es gibt eine große Welt zu entdecken, mit all ihren komplexen Geflechten. Wer nur auf Fast Food aus ist, der ist hier möglicherweise an der falschen Adresse.
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Optisch orientiert sich "Killjoys" ziemlich offensichtlich an den großen Vorbildern wie "Blade Runner", die CGI hinkt hier und da aber ein wenig hinterher. Dies wird durch das liebevolle Setdesign aber größtenteils gut aufgefangen und rückt so in den Hintergrund. Es kann sich voll und ganz auf das Erkunden der fremden Welten konzentriert werden. Diese sind recht detailreich, so dass man sich gerne und auch schnell darin verliert. Eine der zentralen Themen von Sci-Fi, nämlich das Spinnen einer Zukunftsversion und die gleichzeitige, damit einhergehende Kritik an den aktuellen Zuständen, vermischt "Killjoys" ebenso gekonnt. Klasse, Rasse, soziale Schichten und Unfairness sowie Benachteiligung sind allesamt Themen, die immer wieder angesprochen werden. Das führt hier und da dazu, dass vorhersehbar wird, wie die Figuren interagieren, aber so richtig böse kann man der Serie deswegen nicht sein, dazu ist sie am Ende einfach viel zu sympathisch.

Fazit: "Killjoys" genießt den Underdog Status, und im Vergleich mit den aktuellen Hochglanzproduktionen fällt ihr das Mithalten, zumindest rein objektiv betrachtet, etwas schwer. Wer sich aber auch nur ansatzweise für Sci-Fi begeistern kann, sympathische Helden mit Gewissen mag und den Verlust der Crew der Serenity noch immer nicht verkraftet hat, der findet hier kurzweilige, knackige Unterhaltung, die sich angenehm schnell schauen lässt und sich dabei heimlich, still und leise ins Herzchen einnistet. Und dort hat sich "Killjoys" seinen Platz dann auch redlich verdient.

Die Blu-ray: Die Blu-ray im Vertrieb von Pandastorm und Universal ist seit dem 23. September 2016 im Handel. Ins Haus kommt sie in einem schicken Hochglanzschuber geflattert, der fiese FSK-Flatschen ist außen auf der Plastikverpackung angebracht und hinterlässt so auch keine Rückstände auf dem Schuber selbst. Im Inneren wartet dann noch ein Wendecover für all diejenigen, die sich mit Schubern nicht anfreunden können. Die beiden Discs sind stabil untergebracht, in der Hülle befindet sich auch noch ein kleines Booklet mit kurzen Beschreibungen der Episoden. Auf Bonusmaterial auf den Scheiben selbst wurde leider verzichtet.
Das Bild kann sich sehen lasst, es gibt keine Unschärfen, die Farben und Kontraste überzeugen. Hier und da schimmert ein ganz leichter Grünstich durch, dies stört den guten Gesamteindruck aber keineswegs. Körniger wird es allein dann, wenn die Farben sehr dunkel werden, dies trägt aber durchaus zur Atmosphäre bei. Der Sound ist sowohl in der englischen als auch der deutschen DTS-HD MA 5.1 Tonspur sauber, das Verhältnis zwischen Dialogen und Geräuschen sowie Musik ist ausgewogen. Ein bisschen mehr Bass hätte die Sache vertragen dürfen, ansonsten gibt es beim Ton nichts zu bemängeln. Alles in allem eine sehr solide Veröffentlichung, die sich nicht verstecken muss.

Infos zur Serie

Originaltitel: Killjoys
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Sci-Fi
FSK: 16
Laufzeit:10 Folgen mit je 42 Minuten = ~ 420 Minuten Gesamtlaufzeit
Regie: Michelle Lovretta
Drehbuch: Michael Foster, Jeremy Boxen, Annmarie Morais
Darsteller: Hannah John-Kamen, Aaron Ashmore, Luke Macfarlane u.a.

Trailer

1 Kommentar:

  1. Ja, ich mag Killjoys! Auch die zweite Staffel ist sehenswert... und in einer potentiellen dritten geht es vielleicht sogar mal aus dem Quad raus? ;-)

    Ähnlich, aber doch anders, ist übrigens "Dark Matter", für alle, die SciFi in möglichst jeder Variation konsumieren mögen.

    Grüße
    Phonology

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