Filmkritik: The Rezort

© Ascot Elite

Story: Seit der großen Zombie-Apokalypse ist die Welt eine andere geworden. 2 Milliarden Tote und unzählige traumatisierte Seelen hat die Pandemie gekostet. Doch selbst aus unvorstellbaren Katastrophen kann man Profit schlagen. Mit „The ReZort“ wurde ein einzigartiger Ort geschaffen, der Luxusferien auf einer Trauminsel mit dem Nervenkitzel von Zombie-Jagd verbindet. Ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem hält die zum Abschuss freigegebenen Untoten dabei in Schach – bis es versagt. Eine Gruppe von Amateur-Jägern wird plötzlich zu Gejagten. Bei dem Versuch, sich vor der untoten Meute zu retten, kommen die Zombie-Touristen zufällig dem ungeheuerlichen Geheimnis von „The ReZort“ auf die Spur. Denn das wahre Monster ist kein bissiger Untoter.

Kritik: Zombiefilme erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Kein Wunder, im besten Fall sind die Horden von meist hirnlosen, dafür aber sehr verfressenen Untoten ja auch gruselig wie sonstwas."The Rezort" schickt sich an, blutig-bissige Zombieaction mit Ferienlaune zu vermischen. Und das gelingt überraschend gut, denn wenn man sich anschaut, was im B-Movie Sektor und besonders im Bereich der Horrorfilme sonst so produziert wird, dann ist "The Rezort" tatsächlich eine angenehme Abwechslung.
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Mit Dougray Scott, der zuletzt unter anderem in der Netflix-Serie "Hemlock Grove" für Unterhaltung sorgte, konnte ein solider Hauptdarsteller gewonnen werden. Seine Präsenz ist klar genug, um auch über die etwas längere Anlaufzeit hinweg zu helfen, die der Film sich gönnt. Statt uns nämlich gleich ins Gemetzel zu werfen, gibt es erst einmal eine ausgedehnte Vorstellungsrunde. Hier wäre wünschenswert gewesen, dass die Figuren sich ein wenig von der all zu starren Schablone der Horrorstereotypen abheben. Einige tun dies auch, der Rest ist, wie es das ungeschriebene Buch der Horrorfilmregeln so will, leichtes Kanonenfutter.

Auf der Insel zeigen sich die Menschen dann von ihrer besten Seite. "The Rezort" bemüht sich, aus allen möglichen Kanälen Gesellschaftskritik zu üben. Back to the Roots sozusagen, wenn man bedenkt aus welcher Motivation die Zombiefilme zu ihren Anfangszeiten entstanden sind. Das wirkt hier und da ein wenig zu übertrieben, wenn den Zombies von Aktivisten auf Teufel komm raus gleiche Rechte zugeschrieben werden sollen. Andererseits, wer weiß? Vielleicht wollen auch Zombies einfach nur in Ruhe futtern? Auch die Touristen, die nach Herzenslust auf die Untoten ballern dürfen, sind jederzeit auf der sicheren Seite. Die Distanz ist weit, in Häuserschluchten sind die Zombies angekettet. In etwa so mutig und herausfordernd wie Gummienten in der Badewanne angeln ist also das Jagen. Bis die Brut dank eines Comupterfehlers ausbricht. Anleihen an "Jurassic Park" sind hier nicht von der Hand zu weisen.

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Aber auch hier gilt: Lieber gut inspirieren lassen als schlecht selber ausdenken. Und wenn die Biester dann endlich ausbrechen, dann geht es gut rund auf der Insel. Überraschend gut gelungen sind auch die Effekte, bis auf ein paar ganz wenige Aussetzer in Sachen Computerblut sieht das Gemetzel sehr anständig aus. Auch die Zombies selbst sehen wunderbar unappetitlich aus. Sobald die Action losgeht folgt "The Rezort" dann brav den bereitgestellten Genrepfaden. Seitenhiebe auf die Tourismusindustrie, die aktuelle Flüchtlingskrise und die generelle Rücksichtslosigkeit der Menschen werden großzügig eingestreut und heben den Film so doch deutlich vom splattrig-matschigen Einheitsbrei ab. 

Fazit: "The Rezort" macht Laune. Gute Effekte, deutliche Seitenhiebe auf die weltpolitische Lage und die generelle Idee an sich, Zombies als Ferienunterhaltung zum Abschuss freizugeben sorgen für einen guten Zugangspunkt. Die Figuren sind etwas hölzern geraten, die Schauspieler überzeugen aber in den ihnen vorgegebenen Möglichkeiten. Nach einer etwas zu langen Anlaufphase fetzt es dann so richtig und dürfte Zombiefans zumindest vorübergehend sattmachen.

Die Blu-ray: Die Blu-ray im Vertrieb von Ascot Elite ist seit dem 16. September 2016 im Handel erhältlich. Sie kommt in einem schicken Pappschuber ins Haus, auf den leider ein FSK-Aufkleber aufgedruckt ist. Wer diesen Anblick gar nicht erträgt, der findet im inneren des Schubers ein Wendecover für das Amaray-Keepcase. Die Extras sind nett geraten. Es gibt einen Einblick hinter die Kulissen, ein Featurette zu den visuellen Effekten, dazu noch ein paar Trailer. Bei den Tonspuren kann zwischen dem englischen Original und der deutschen Synchro ausgewählt werden, beide liegen in sauber abgemischtem DTS-HD MA 5.1 vor. Untertitel gibt es ebenfalls, wenn auch nur in deutscher Sprache. Das Bild ist ebenfalls ausgewogen, die Kontraste sind gut gelungen und auch die Schärfe überzeugt.

Infos zum Film

Originaltitel: The Rezort
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Horror, Thriller
FSK: 16
Laufzeit: 91 Minuten
Regie: Steve Barker
Drehbuch: Paul Gerstenberger
Darsteller: Dougray Scott, Jessica De Gouw, Martin McCann, Elen Rhys Jassa Ahluwalia, Lawrance Walker u.a.

Trailer


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