Filmkritik: The Model

© Koch Media
Story: Die junge und wunderschöne Dänin Emma (Maria Palm) kämpft um ihren Einstieg ins hart umkämpfte internationale Model-Business. Als sie in Paris auf den charismatischen Fotografen Shane (Ed Skrein) trifft, ist das der Beginn einer gefährlichen Obsession, in deren Folge Emma zum Opfer von Ehrgeiz und einer skrupellosen Industrie zu werden droht.

Kritik: 2016 scheint das Jahr der Models zu sein. Erst lieferte Nicolas Winding Refn mit "The Neon Demon" einen brettharten Horrortrip in die Abgründe der Schönheit, nun liefert Mads Matthiesen für das Heimkino die dänisch-französische Variante. Und doch sollten Vergleiche zwischen beiden Werken an dieser Stelle auch schon aufhören, denn das war es mit Gemeinsamkeiten auch schon. "The Model", das wird schnell klar, schafft es ganz gut, auf eigenen Beinen zu stehen.
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Mit Maria Palm konnte ein richtiges Model für die Hauptrolle gewonnen werden, und sie meistert ihren ersten Schauspieljob dann auch sehr souverän. Ed Skrein, der sich mittlerweile häufiger in kleineren Produktionen sehen lässt, aber durchaus auch im Blockbustersegment (zuletzt beispielsweise in "Deadpool") sehen lässt, darf hier mal eine ruhigere, dafür aber umso hinterlistigere Rolle spielen. Steht ihm ebenfalls gut zu Gesicht. Auch die weiteren Nebenrollen sind passend besetzt. Inszenatorisch ist die Kameraführung an einigen Stellen beinahe schon betörend ruhig, so wird ganz wundervoll ein falsches Gefühl der Sicherheit erzeugt, bevor dann der nächste Knaller in diesem heftig umkämpften Business geboten wird.
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Ein bisschen mehr Drama hätte es hier und da durchaus sein dürfen, denn "The Model" nimmt sich am Ende etwas zuviel Zeit, um seine Figuren einzuführen und lange bei ihnen zu verharren. Das wäre in Ordnung, wenn diese dann wirklich tiefgründig wären und die ihnen gebotene Fläche ausfüllen könnten. Doch das Modelgeschäft ist ein oberflächliches, und allzu viel lernen wir über Emma am Ende doch nicht. Wenn es dann am Ende aber zur Sache geht, dann so richtig. Hier schöpft "The Model", ohne zuviel verraten zu wollen, seine Möglichkeiten optimal aus und liefert einen Einblick in eine Szene, den man vielleicht lieber nicht gehabt hätte. Jedenfalls, wenn man gerne Model-Castingshows anschaut oder selbst von einem eigenen Platz in dieser schillernden Welt träumt. Denn unter all dem Glitzer und Glamour steckt eben doch eine hässliche Fratze.

Fazit: In kühlen Farbtönen wird hier eine alternative Version der "Naivität vom Lande verirrt sich in die Stadt, um Karriere zu machen" Geschichte erzählt. Darstellerisch ist das überzeugend gelungen, und die Prämisse ist ebenfalls hochspannend. Doch bis der Film in Fahrt kommt, vergeht ein klein wenig zu viel Zeit. Dafür knallt es dann am Ende umso mehr. Der Blick auf die Modelwelt ist ungeschönt, und wer sich dafür interessiert, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

Die Blu-ray: "The Model" befindet sich im Vertrieb von Koch Media und ist seit dem 25. August 2016 für das Heimkino zu haben.Bei den Tonspuren kann zwischen Deutsch, Englisch und Dänisch gewählt werden, alle kommen in gut abgemischtem DTS-HD MA 5.1 Sound daher, die Dialoge sind gut verständlich. Das Bild ist kontrastreich, an den Kanten sind stellenweise leichte Unschärfen auszumachen, das zentrale Bildgeschehen ist aber scharf gehalten. Die Farben wirken ein wenig entsättigt, dies passt aber gut zum kühlen Feeling des Filmes. Als Extras gibt es nur ein paar Trailer. Die Blu-ray selbst kommt mit einem Slipcover ins Haus, von dem sich der FSK-Aufkleber entfernen lässt. Wer sich lieber nur die Plastikhülle ins Regal stellt, wird darüber hinaus noch mit einem Wendecover versorgt, was wirklich vorbildlich ist.

Infos zum Film

Originaltitel: The Model
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Drama, Thriller
FSK: 16
Laufzeit: 101 Minuten
Regie: Mads Matthiesen
Drehbuch: 
Darsteller: Maria Palm, Ed Skrein u.a.

Trailer


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