Serienkritik: Doctor Who - Sechster Doctor, Volume 2

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Story: So bunt sein neues Kostüm, so farbenfroh sind auch die neuen Abenteuer des Doktors: Auf seinen Reisen durch Raum und Zeit trifft er diesmal auf seine persönliche Vergangenheit in Form seiner zweiten Inkarnation und seines damaligen Begleiters Jamie. Zusammen treffen sie auf die menschenfressende Rasse der Sontaraner und einen verrückten Wissenschaftler, der den Doktor für seine Zwecke missbrauchen will. Keine Zeit zum Durchatmen: In weiteren Folgen geraten der Doktor und die amerikanische Studentin Peri in einen Zeitkorridor zwischen der Erde des 19. Jahrhunderts und dem Planeten Karfel, auf dem der entstellte Borad eine Schreckensherrschaft führt. Und im spannenden Staffelfinale entdeckt der Doktor hinter der Fassade einer kryogenetischen Einrichtung ein teuflisches Komplott seiner Erzfeinde, der grausamen Daleks und ihres skrupellosen Schöpfers Davros. 
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Kritik: Nach der Originalzählweise befinden wir uns jetzt mitten in Staffel 22. Diese war für die BBC in mehrerer Hinsicht ein Experiment. Man reduzierte die Anzahl der Folgen auf 13, dafür dauerte eine Episode 45 Minuten. Dies brachte seinerzeit allerdings nicht mehr Zuschauer, und so stand für kurze Zeit sogar im Raum "Doctor Who" abzusetzen. Nach ausufernden Protesten der Fans entschied man sich dann aber für 18 Monate Pause. Volume 2 umfasst insgesamt sieben Episoden die in drei übergeordneten Geschichten angesiedelt sind. "Androiden in Sevilla", oder "The Two Doctors" bringt den letzten offiziellen Auftritt des zweiten Doctors Patrick Throughton in der klassischen Ära. Auch die Sontarans tauchen zum letzten Mal in Classic Who auf, gleichzeitig besuchen sie hier zum ersten Mal die Erde. Die Geschichte ist eine der brutalsten: Menschen und Aliens werden mit Messern attackiert, es fließt eine Menge Blut und der Kannibalismus der Sontarans ist ebenfalls, zumindest für die damalige Zeit, recht explizit. Allerdings ist das Pacing recht unausgeglichen und man sieht recht wenig von Sevilla und dem zweiten Doctor.

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"Das Amulett" ("Timelash") ist die letzte Classic Folge die sich um eine historische Persönlichkeit dreht. Persönlich stellt sie für mich die schwächste der drei Geschichten dar. Das liegt aber sicherlich daran dass sie zwischen zwei guten bis starken Erzählungen eingebettet ist. Und Fans kennen das ja bereits aus anderen Staffeln: einige Folgen zünden, während andere eben einfach nett anzuschauen sind, aber nicht so lange in Erinnerung bleiben. "Timelash" lässt sicher den einen oder anderen Zuschauer mit der Frage zurück warum Peri überhaupt mit dem Doctor unterwegs ist. Sie jammert die ganze Zeit, er ist furchtbar gemein zu ihr. Auf Dauer ist das wirklich nervig. Das große Finale gehört dann Davros und seinen Daleks. Ihr kennt mich ja, ich liebe die Daleks einfach, und so ist "Planet der Toten" aka "Revelation of the Daleks" ganz klar mein Favorit in der Box. Es gibt zum ersten Mal einen transparenten Dalek zu sehen, außerdem wird hier zum ersten Mal gezeigt dass die Daleks und Davros schweben können. Wenn ihr bei New Who ganz am Anfang eingestiegen seid (wie man das machen sollte, Christopher Eccleston al #9 ist fantastisch!) erinnert ihr euch vielleicht daran wie überrascht der Doctor war das Daleks plötzlich Treppen benutzen können. Vorher war es ja unter Fans immer wieder für einen Lacher gut, dass die Daleks einfach nicht vom Boden wegkommen. Insgesamt machen natürlich auch diese Folgen mit Colin Baker richtig Laune. Die Special Effects sind für die damalige Zeit betrachtet anständig, die Kostüme waren schon vor 30 Jahren bei der BBC enorm aufwändig. Colin Baker ist sicher nicht der von Anfang an zugänglichste aller Doktoren, aber er wächst einem doch ans Herz. Er ist übrigens auch heute noch sehr aktiv, besucht liebend gern Conventions, ist fleißig bei Twitter unterwegs und gegenüber Fans wirklich extrem freundlich.

Die DVD: Wie bereits bei anderen Classic-Who Veröffentlichungen wurden Bild und Ton sorgfältig digital remastered. Wer auf deutsch schaut bekommt sauberen Dolby Digital 2.0 Sound auf die Lauscher, die englische Tonspur kommt zusätzlich zum 2.0 noch in klangstarkem Dolby Digital 5.1 daher. Das Bild ist konstrastreich und die Farben sind satt, hier wurde ganze Arbeit geleistet. Untertitel liegen in deutsch und englisch vor. Wie schon in Volume 1 sind auch hier die Extras eine wahre Freude. Mehr als fünf Stunden Bonusmaterial wurden auf die insgesamt fünf Discs gepackt. Audiokommentare, Bildergalerien, Deleted und Extended Scenes oder doch lieber eines der zahlreichen Featurettes? Mit den Extras lässt sich ein ganzer Nachmittag sinnvoll verbringen. Zusätzlich gibt es wieder ein dickes Booklet obendrauf. Ein Vorwort von Niola Bryant gibt Einblicke in die Wirkung von "Doctor Who" auf das Bewusstsein der Menschen. Die einzelnen Episoden werden vorgestellt und es gibt, wie immer, Wissenswertes aus der Tardis-Datenbank. Pandastorm zeigt erneut, wie viel Herzblut in eine DVD-Veröffentlichung fließen kann wenn man nur mit genug Hingabe am Thema bleibt. Diese DVDS sollten wirklich in keiner Sammlung fehlen.

Infos zur Serie
Originaltitel: Doctor Who
Erscheinungsjahr: 1984/85
Genre: Sci-Fi
FSK: 12
Laufzeit: 7 Episoden mit je 45 Minuten + 328 Minuten Bonusmaterial

Regie: Peter Moffatt, Pennant Roberts, Graeme Harper
Drehbuch: Anthony Steven, Paula Moore 
Darsteller: Colin Baker, Patrick Troughton, Nicola Bryant, Frazer Hines, John Stratton, Robert Ashby, Denis Carey, Paul Darrow, Terry Molloy, Eleanor Bron, Hugh Walters u.a.

Trailer

1 Kommentar:

  1. Die Classic Staffeln kenne ich leider (noch) nicht. Stehen aber auf jeden Fall auf der Agenda.

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