Messebericht: German Comic Con in Dortmund, 5./6.12.2015

Und da ist sie auch schon vorbei, die German Comic Con, die dieses Jahr zum ersten Mal stattgefunden hat. In insgesamt drei der Dortmunder Westfalenhallen war Großes angekündigt, aber nach einem Besuch am Sonntag ist mein Eindruck doch eher durchwachsen, um nicht zu sagen negativ. Dass auf der Facebook Seite sämtliche Posts mit durchaus konstruktiver, sachlich formulierter Kritik einfach so entfernt werden, den ganzen Abend schon, ist übrigens eine verdammte Frechheit und es spricht Bände über das, was dort ablief. Dafür tauchen die "alles geil, gerne wieder" Postings reihenweise auf. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Aber fangen wir von vorne an. Fotos sind alle selbstgemacht, ich erspar euch die Copyrightangaben darunter also mal ;)

Vor der Con


Als bekannt wurde das in Dortmund eine Comic Con stattfinden wird wurde ich natürlich hellhörig. Nachdem ich früher eher unregelmäßig auf Conventions ging war ich letztes Jahr in London auf der Comic Con und hatte dort ordentlich Blut geleckt. Und San Diego steht auf meiner Bucket List recht weit oben. Mir war vorher klar dass solche Ausmaße hier natürlich nicht erreicht werden, und ein Besuch der Fantasy Basel, die dieses Jahr ebenfalls zum ersten Mal stattfand ließ mich davon ausgehen dass vermutlich nicht alles reibungslos laufen wird. Aber irgendwann muss ein Erstes Mal ja stattfinden. und so plante ich ein bisschen Chaos vorher mit ein. Das unschön anmutende Hin und Her zwischen Dortmund und Stuttgart, die beide schwer damit beschäftigt sind klarzumachen dass der jeweils andere natürlich nichts mit San Diego zu tun hat lasse ich mal außen vor, ich würde nach dem Besuch heute allerdings vermuten das Stuttgart weit weniger chaotisch wird, denn dort haben die Veranstalter dank FedCon und RingCon genug Erfahrung. Jedenfalls, genug abgelenkt, schauen wir uns an was auf der Con so los war. 
Finn und Jake waren auch da.
Nachdem ich am Samstagabend völlig verängstigt vor dem PC saß rechnete ich am Sonntag wirklich mit dem schlimmsten. Auf Twitter sammelten sich die Fotos von einer Schlange vor dem Gebäude, die zwischenzeitlich auf gut einen Kilometer anwuchs. Leute standen an die zwei Stunden in der Kälte, was im Angesicht von anwesenden Kindern und den obligatorischen leichtbekleideten Cosplay-Damen irgendwie besonders bitter war. Besonders böse erwischte es scheinbar die VIP-Tickets, die in ihrer gesonderten Schlange irgendwann kurzzeitig gar nicht mehr abgefertigt wurden. Aus dem Inneren hörte man dass die Panels eine akustische Katastrophe waren, die teuren Fotos teilweise verwackelt waren und die Fotoausgabe am Abend auch nach drei Stunden noch kein System innehatte mit dem man die bereits bezahlten Bilder an die Kunden bringen konnte. Auf der Facebook Seite mehrten sich die verärgerten Kommentare, einige wurden sang- und klanglos von den Betreibern gelöscht, natürlich mit einhergehender Sperre der User. Über beispielsweise die Absage von Michael Madsen wurde gar nicht über Social Media informiert, und nachdem bereits Ryan Hurst abgesagt hatte machte ich mir echt Sorgen ob James Marsters auftauchen würde. Mit gemischten Gefühlen ging ich also Samstagabend ins Bett, denn Sonntag sollte es ja früh losgehen. 

Eine der Hallen um kurz nach 10, also noch leer.

Auf der Con


Nachdem die Einweisung auf den Parkplatz (5€ Gebühr, naja) reibungslos lief gab es ein erstes Aufatmen: im Park zwischen den Hallen und dem Signal Iduna Gebäude war schon mal keine Schlange. Nach einer kleinen Reise um die Hallen herum fanden wir dann die anderen Besucher schön ordentlich aufgestellt. Doch zu meiner Überraschung ging es wirklich zügig vorwärts. Hinter uns befanden sich zwei recht spontan angereiste Mädels die sich beklagten dass man offensichtlich erst ab 16 allein auf das Gelände durfte, die Leute vor uns hatten komplett andere Infos und so blieb festzuhalten dass niemand so richtig Bescheid wusste. Doch die Aufregung war umsonst, denn eine Alterskontrolle beim Einlass erfolgte nicht. Direkt hinter dem Eingang bildete sich eine Schlange vor der Garderobe, die irgendwann von einem laut rumbrüllenden Hühnen aufgelöst wurde, man solle sich doch bitte in der zweiten Schlange anstellen. Die war allerdings nicht vorhanden, und das bilden einer solchen Schlange ließ die insgesamt drei Mitarbeiterinnen der Garderobe sichtlich verzweifeln. 

Ein Vortrag auf der Comicbühne. Umzingelt von Lärm und Durchgangsverkehr.
 Die darauf folgende Taschenkontrolle kann man getrost als Witz bezeichnen, denn für Taschen hat sich da einfach niemand interessiert. Ich hätte Gott weiß was in meiner Handtasche reinschmuggeln können, wär niemandem aufgefallen. Sicherheit geht anders, aber das war ein Problem das sich durchgezogen hat. Spätestens als deutlich als minderjährig zu erkennende Personen im FSK18 DVD-Bereich herumliefen hätte jemand mal kontrollieren müssen, aber der zuständige Mitarbeiter starrte lieber auf die Rückansichten der leichtbekleideten Elfchen die vorbeiliefen. Ein absolutes No-Go. Da muss für die nächste Veranstaltung ein System her. Meinetwegen mit farblich codierten Bändchen für Tagestickets/Wochenendtickets/VIPs und wenigstens nach U18 und Ü18 sortiert. Vor allem da der Veranstalter die langen Schlangen gestern mit den ausführlichen Sicherheitschecks rechtfertigte. Von wegen.

Auch ein Programmheft musste man erst suchen gehen. Lagepläne hingen sporadisch aus, in der Halle mit den Panels gab es überhaupt keinen Aushang mit dem Programm. Den Infopoint musste man ebenfalls suchen, und dort gab es dann Heftchen, in denen teilweise noch Schauspieler enthalten waren die schon lange abgesagt hatten. Aber verkaufen, das konnte man am Infopoint gut. Hier eine limitierte, 350€ teure Waffenreplik aus Halo, dort dubiose Funko-Figuren die angeblich exklusiv waren, allerdings in jedem Onlineshop für deutlich weniger Geld zu erwerben sind. Aber der Sticker auf der Verpackung, der rechtfertigt natürlich 5€ Aufpreis. Aber es besteht ja kein Kaufzwang, also zog ich weiter um mir einen generellen Überblick zu verschaffen. 

Die Person mit dem Zettel ist der einzige Versuch Ordnung und Infos in die Schlange zu bringen.
Das wurde allerdings immer wieder erschwert, denn es fand keinerlei Besuchermanagement statt. Die Schlangen vor den Fotoshooting-Locations gingen jeweils quer durch die Halle, und als Besucher musste man sich zwischen den Leuten irgendwie durchzwängen. Am Abholpunkt für die Fotos standen Kartons herum in denen sich Bilder befanden, aber auch hier gab es kein Abholsystem. Aber einen USB-Stick konnte man sich für 20€ kaufen, um die Bilder dann darauf ziehen zu lassen. Die teils unverschämt hohen Preise für die Bilder musste man aber trotzdem voll zahlen. Auch am Sonntagabend standen die Besucher teilweise zwei bis drei Stunden an um an ihre Bilder zu kommen. Ein absolutes Unding. Beim Versuch sich die angebotenen Panels der Stargäste anzuschauen verzweifelte ich. In der Halle herrschte reges kommen und gehen, an der Rückseite wurde Essen ausgegeben, es gab viel zu wenig Sitzplätze und der Lärm der Besucher die nur zum Essen kamen vermischte sich mit dem aus der Nachbarhalle. Man verstand kaum was auf der Bühne gesagt wurde. 

Die Sicht vom hintern Ende der Halle auf die Panels. War recht voll.
 Panels gehören wenigstens in einen Raum in dem nicht gleichzeitig noch Restaurantbetrieb herrscht. Dass dann noch dieser schräge Besucher mit seinem lauten Dinosaurier im Schlepptau seine eigene Show abziehen musste und so ebenfalls das Programm störte ist einfach nur rücksichtslos, doch Personal welches für Ruhe sorgte gab es weit und breit nicht. Auf der Comicbühne kämpften die Zeichner tapfer gegen die laute Musik der umliegenden Stände an, ebenfalls nicht besonders schön. Die vorne reservierten Plätze für VIP-Ticketinhaber wurden ebenfalls von anderen Besuchern besetzt, Kontrollen fanden auch hier nicht statt. Hier besteht eine Menge Nachholbedarf. So nervig es dieses Jahr auf der RingCon war das man als Pressevertreter mehrmals quer durch den Raum gejagt wurde weil die Helfer teilweise nicht wussten wo man sitzen soll, dort hatte wenigstens jeder seinen Platz. 

Über das breit gefächerte Angebot will ich mir nicht einmal unbedingt ein Urteil bilden. Das "Comic" im Titel sollte man allerdings nicht wörtlich nehmen, denn Stände an denen tatsächlich Comics verkauft wurden gab es kaum. Eingekauft hab ich natürlich trotzdem, und mit ein bisschen vergleichen konnte ich auch feststellen dass die Preisunterschiede für Merch teilweise gravierend waren. Das gute Gefühl hier und da ein Schnäppchen gemacht zu haben ist allerdings trotzdem schön, und die Tasche von Jessica Jones ist mal ein schickes Messegoodie gewesen. Ein persönlicher Gruß  geht noch raus an den Händler der die komplette Außenseite des FSK18 Bereichs bekleidete: Woher soll ich wissen dass der herrenlose Tisch 5 Meter von deinem Stand entfernt zu dir gehört wenn Drumherum jeder den gleichen Kram verkauft wie du? Dachtest du ernsthaft ich kaufe bei dir noch was nachdem du auf die höfliche Nachfrage ob die Waren dort zu dir gehören so kackendreist reagierst und mich anbrüllst? Ich sag's mal mit Calcifer weil ich mich sonst im Nachhinein doch noch vergesse: 


Aber natürlich gibt es nicht nur negatives zu berichten. Wie beinahe auf jeder Con waren die zahlreichen Cosplayer wirklich eine Augenweide. Wie viel Mühe und Arbeit einige in ihre Kostüme stecken ist wirklich der Wahnsinn. Auch die anwesenden Profis, wie beispielsweise Kamui oder Lightning waren freundlich, unterhielten sich mit ihren Fans und gaben Tipps, von irgendwelchen Starallüren war keine Spur zu sehen. Die Anzahl an anwesenden Deadpools, Harley Quinns und Jokern war allerdings überdurchschnittlich hoch. Auch das Personal gab sich weitestgehend Mühe und blieb freundlich. Größtenteils toll waren auch die anwesenden Stargäste. Über die Autogrammpreise kann man sicherlich streiten, und ob Nebendarsteller aus "Game of Thrones" jetzt tatsächlich 35€ für ihre Unterschrift verlangen sollten ist irgendwie diskutabel. 
Ein paar Gäste: Manu Bennett, Nathalie Emmanuel, James Marsters, Sylvester McCoy, Rory McCann, William Baldwin
Ich hatte mir im Vorfeld ein Autogramm von James Marsters gesichert und war zunächst von der Abfertigung dort angetan. Man gab seinen Ausdruck ab, suchte sich ein Bild aus, der Name für die Widmung wurde mit einem Post-It angebracht und dann durfte man weiter zum jeweiligen Star. Da kam dann klar das Fangirl durch und ich wusste erstmal gar nicht was ich sagen soll. James war allerdings wirklich zauberhaft und wir hatten kurz Gelegenheit uns zu unterhalten, bevor ich dann mit einem Puls von 180 weiterzog. Die Auswahl an Merchandise war ebenfalls recht gut gelungen, auch wenn der Anime-Anteil recht hoch war. Mich persönlich hat's gefreut, andere schienen eher genervt. Auf Twitter gab es bereits gestern allerdings Beschwerden dass im FSK18 Bereich auch Nazikram verkauft wurde, aber das würde allerhöchstens ins Gesamtbild der nicht vorhandenen Kontrollen passen. 
Beute! Unter anderem meine erste Funko-Pop. Wer kann schon "nein" zu Rey sagen?

Fazit


Selbst wenn man mit einbezieht dass es die erste Veranstaltung dieser Art war ist mein persönliches Fazit ernüchternd. Kommunikation fand im Vorfeld kaum statt, über Absagen wurde teilweise gar nicht informiert. Vor Ort gab es keinerlei Sicherheitskontrollen die ich mitbekommen habe. Das Händlerangebot war in Ordnung, die Stargäste teilweise arg demotiviert. Wobei sich bei Gästen wie William Baldwin auch ein wenig die Frage stellt weswegen er überhaupt da war, denn viel zu tun oder zu erzählen hatte er nicht. Selbst Thomas "Der Punisher" Jane schien zwischendurch an seinem Platz zu schlafen. Die Infrastruktur war verbesserungswürdig (immerhin gab es zwischen den Hallen draußen halbwegs günstiges Essen), die Panels unschön organisiert. 

Leider nicht Lola, trotzdem hübsch.
Alles in allem bleibt das bittere Gefühl dass es hier nur darum ging schnell ein bisschen Geld zu verdienen mit einer Veranstaltung, an der man selber auch ein bisschen Spaß hat. Muss ja auch toll sein wenn man sich mit dem Geld anderer Leute ein paar Stars querbeet einladen kann. Noch eine Amateur-Wrestlingbude aufgebaut, lieblos ein paar Zeichner an die Ränder quetschen, alles mit dem immer gleichen Merch auffüllen und fertig ist die Con. Das ist der Eindruck, der nach diesem Erstversuch in Dortmund bleibt. Wie wenig die Veranstalter mit der berechtigten Kritik umgehen zeigt sich auf der Facebook Seite, auf der seit Sonntagabend rigoros alles gelöscht wird was nicht "war total geil, gerne wieder" aussagt. Ein bisschen wie Ebay-Bewertungen klingt das alles. Man liest von verwackelten Fotos, von bezahlten Fotos die nicht herausgegeben wurden. Von dubiosen Rückerstattungen, die nur vor Ort stattfinden können. Das Debakel mit dem Einlass von Samstag entbehrt jeder vernünftigen Grundlage. Selbst wenn sich bis zum kommenden Jahr, wo die Con erneut stattfinden wird, all diese Dinge ändern würde ich aus Prinzip nicht hingehen. Wer sich selbst trotz solcher eklatanten Mängel in den höchsten Tönen gelobt sehen will verdient einfach keine Gäste.


Kommentare:

  1. Ich kann zu allem wo Funko draufsteht "Nein" sagen :), denn gut aussehen ist anders.
    Den FSK-Bereich hab ich mir gar nicht angeschaut, da mich sowas ned wirklich interessiert. Was mich gestört hat, waren die zwei Schwerthändler. Und ja, der Händler an der Comic-Bühne ging gar nicht, der Dino störte mich hingegen kaum. Ansonsten sind wir uns in einigen Punkten sehr einig.

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    1. Rey ist tatsächlich klar als solche erkennbar, sonst wär sie auch direkt da geblieben. Werd sie wohl die Tage mal genauer unter die Lupe nehmen. Viele andere Figuren sind ja echt nicht voneinander zu unterscheiden, würde da der Name nicht draufstehen...

      Die Schwerthändler fand ich vor allem witzig weil man theoretisch ja am Eingang echt alles abgeben musste, ich hab am Samstag Abend von Leuten gelesen denen die Deo-Sprühflasche abgenommen wurde ^^ Ist schon alles sehr seltsam.

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  2. Danke für den ehrlichen Bericht! Eine durchaus differenzierte Meinungen, zu den meisten anderen Lobeshymnen. Interessant!

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    1. Wie gesagt, die löschen zB auf der Facebookseite jeden, aber auch wirklich jeden Beitrag der nicht zu 100% aus Lob besteht. Ich versteh auch wenn Leute begeistert waren, viele waren vermutlich auch zum ersten Mal auf einer Con und schauen vielleicht weniger genau hin. Oberflächlich betrachtet war es auch cool, ich freu mich ja auch über mein Autogramm, die Fotos und mein gekauftes Zeug ^^ jetzt bin ich auf Stuttgart gespannt, mal sehen was da abläuft.

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  3. Dein Bericht fällt ja noch ziemlich nett aus, finde ich. Aber vielleicht hattest Du Dich nur zum Zeitpunkt des Berichtverfassens wieder etwas abgeregt?! Dass die negativen Kommentare gelöscht werden, spricht auch nicht gerade dafür, dass die Veranstalter für Verbesserungsvorschläge zu haben sind, oder?

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    1. Das Löschen find ich fast am schlimmsten, wie ein Haufen beleidigter kleiner Kinder ist das. Sowas kann man doch unmöglich irgendwie ernst nehmen.

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  4. Ich war an beiden Tage da und der Eingang am Samstag war an einer anderen Stelle, so dass man direkt zum Infostand kam. Der Eingang war jedoch viel zu schmal und die Garderobe nicht gut auffindbar. Der Eingang vom Sonntag war viel besser, wobei man sich da fragen muss, wieso der Veranstalter den Infopunkt nicht zum neuen Eingang verlegt hat. Samstag waren die Schlangen vor den Photoshootings noch schlimmer (am Sonntag haben wenigstens ein paar Mitarbeiter eine Schlange in den Nebengang verlegt). Die Preise für die Autogramme haben auch die Veranstalter festgelegt - und sich damit echt vertan. Viele Stars saßen rum und keiner kam für ein Autogramm - wären die Autogramme für 5€ oder 10€ rausgegangen (was etwa dem Verkaufspreis der Fotos entspricht), hätten sich ganz sicher auch mehr Fans angestellt. So war bei Sylvester McCoy immer was los und bei Stanislaw Janewski so gut wie nichts. Man traute sich auch kaum mit Stars zu plaudern, bei denen nichts los war - es war halt nicht gerne gesehen, dass Kontakt ohne Bezahlen da war. Immerhin hat z.B. Sylvester McCoy sich da kaum drum geschert, ist viel durch die Halle gegangen und hat mit Fans gequatsch, ist bei seinem Panel runter von der Bühne und hat sich direkt von Fans fragen stellen lassen. Der Moderator am Panel war ja auch oft überfordert, hat Fragen komisch übersetzt (indem er irgendwas semi-lustiges zugefügt hat) oder Zuschauer mit Fragen ignoriert - kein Wunder, dass da manche Gäste das Panel selbst in die Hand nahmen. Die Moderatorin vor Ort war dafür wirklich gut, die Vermittlung zwischen Fans und Gästen hat fast immer gestimmt, und sie hat die Zeit immer im Auge behalten.

    Dann noch was zu den Comics: große Verläge mit Messepreisen hat man vergeblich gesucht. Es gab viele Zeichner vor Ort, leider alles kaum bekannte. Man konnte dafür gut mit ihnen plauschen, sich was zeichnen lassen (hier waren die Preise von den Künstlern festgelegt) oder vor Ort was günstig kaufen. Schöner hätte ich es gefunden, wenn Zeichnungen und Widmungen umsonst gewesen wären, wenn man ein Heft oder Buch kauft (so wie auf Comic-Messen in Frankreich) - aber das etwas amerikanischere Zeichnungen-Verkaufen war schon in Ordnung, immerhin haben die Künstler oft nur 10€ verlangt und nicht 3€. Warum hier keine Web-Comic-Zeichner anwesend waren, bleibt mir ein Rätsel. Haben die Veranstalter das verpennt oder wollte keiner kommen?

    Noch ein Punkt: Das Essen war schlecht organisiert. Am Samstag stand man für Pommes über eine halbe Stunde an, je nach Halle auch eine ganze Stunde. Es gab Samstag nur 3 Orte an denen man Essen bekam, 2 weitere mit jeweils Popcorn und Nachos und 3 Stände mit Getränken. Sonntag kamen zwei Imbisswägen in den Außenbereich, was eine große Verbesserung darstellte. Da fragt man sich: War keiner der Veranstalter jemals auf einer Messe? Bei der Spiel etwa gab es einen Bereich, der nur für Essen da war. Da bekam man innerhalb von 5min sein Essen und musste nicht in der Halle zwischen den Ständen anstehen. Ein gesonderter Imbissbereich hätte auch verhindert, dass überall Popcorn und Pommes zwischen den Verkaufsständen rumlagen. Er hätte auch die überfüllten Mülleimer verhindert. Vielleicht wird das ja nächstes Jahr anders geregelt.

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    1. Hey, vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht, das ergänzt sich ja doch zu einem wirklich unstimmigen Gesamtbild.

      Mich würde wirklich interessieren wie das mit den Comiczeichnern ablief, hier und da hörte man dass die vom Veranstalter aus gar keine Gage bekommen und eben mitnehmen, was sie vor Ort verdienen können, im Gegenzug wurde dann gar keine Werbung für sie gemacht. Das erklärt vielleicht warum sie ein wenig offensiver vorgegangen sind, das ganze Wochenende umsonst herumsitzen ist ja nun auch nicht wirklich schön. Falls von euch jemand hier mitliest darf er/sie sich da bitte gerne zu äußern!

      Die Schlange vor der Pommesbude war der pure Horror. Die Imbisse draußen waren ja auch nicht ausgeschildert, so wie der Rest eben auch. Der Boden am Sonntag bei den Panels sah aus wie aus einem Horrorfilm.

      Bei manchen Stars wurde man richtig vertrieben wenn man kurz hallo sagen wollte. Da war weit und breit niemand der ein Autogramm wollte, man war also auch nicht im Weg. Kenn ich von anderen Cons auch ein wenig anders, aber naja. Einer von vielen Punkten die komisch geregelt waren.

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  5. Ich bin kein Comic Con "Typ", daher würde ich dort auch nich hingehen, aber für echte Fans klingt das ganze Spektakel nach einer herben Enttäuschung. :/ Dank deines ausführlichen und flüssigen Berichts konnte ich mir das alles gut vorstellen. E scheint ja wirklich fast alles schief gegangen zu sein was schief gehen konnte.

    Und 35€ für eine einzige Unterschrift?! Wahnsinn! Aber das Autogramm von James Masters ist cool – "Bite me", hihi, Sinn für Humor hat er. ^^

    Mich würde noch interessieren, wie teuer die Eintrittskarten waren.

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    1. Ein Tagesticket hat 20€ gekostet, das Wochenendticket waren, glaube ich, 35. Dann gab es noch so Silber, Gold und Platinvarianten wo alle möglichen Goodies dabeiwaren, die scheinbar teilweise nicht bei allen eingelöst wurden ^^

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  6. Man man man.... Du sprichst mir aus der Seele. Ich habe die Con jetzt mal ein paar Tage sacken lassen. Trotzdem ändert sich nichts an meiner Meinung. Was war wirklich gut? Tja. Diese Frage gilt es zu beantworten. Leider bleibe ich mir selber eine Antwort schuldig. Denn das was dort geboten wurde, hat mit "comic" nicht viel zu tun gehabt. Vieel zu wenig independend Publisher und viel zu viel Cosplay und Anime-Gedöns. Wenn man eine Con mit dem Thema "Comic" veranstaltet, dann doch bitte richtig. Und nicht einfach einen Mix aus Merch/Cosplay/Merch/Filme/Merch.
    Einfach die San Diego Comic Con kopieren - falscher Ansatz. Diese hat sich dahin "entwickelt"! Cosplay und co. kamen erst später hinzu. Aber nein. Wir schmeißen einfach alles zusammen und nennen es dann "Comic Con". Irgendwie traurig, irgendwie ... tja Thema verfehlt.

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  7. Hallo zusammen,

    erstmal vielen Dank für den ausführlichen und authentischen Bericht!

    Mein Freund und ich hätten uns auch für die German Comic Con interessiert, mussten aber arbeiten.

    Ich wollte ihm nun zum Geburtstag u.a. Karten für Stuttgart schenken, bin aber aufgrund der negativen Berichte von Dortmund verunsichert, ob sich das Geschenk inkl. 5 Stunden Anreise aus den o.g. Gründen nicht im Nachhinein als Flop herausstellt.

    Die Comic Con Germany wird ja von einem Con-erfahreneren Veranstalter organisiert, soweit ich weiß. Wir waren selbst noch nie auf einer Comic Con. Was meint ihr?

    Ich freue mich, auf eure Antworten!

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