Filmkritik: Mission: Impossible 5 - Rogue Nation

© Paramount
Story: Nachdem das Pentagon die IMF (Impossible Mission Force) aufgelöst hat, ist Ethan Hunt ohne jegliche Unterstützung der Regierung dem geheimnisvollen „Syndikat“ auf der Spur. Dieses erweist sich bald als sein bislang mächtigster Gegner. Oberstes Ziel der Untergrundorganisation aus hochqualifizierten Spezialagenten ist es, die ehemaligen Mitglieder der IMF auszulöschen und durch skrupellose Anschläge eine neue Weltordnung zu schaffen. Um das „Syndikat“ aufzuhalten, muss Hunt sein einzigartiges Team erneut versammeln.

Kritik: Tom Cruise. Entweder man hasst ihn, oder man liebt ihn. Egal zu welcher Gruppe man sich zählt, es ist kaum zu bestreiten dass der Mann für seine Filme alles gibt. Motorrad fahren, auf Hochhäuser klettern, sich an Flugzeuge hängen: Kein Thema für Cruise. Der "Mission Impossible" Reihe tut das ziemlich gut, weil man sich kaum fragen muss wie die Actionszenen nun zustande kamen, man hat zu keiner Zeit diese nervigen "und das haben jetzt 20 Stuntmen für ihn machen müssen" Gedanken. Und mit "Rogue Nation" wird natürlich wieder bewiesen, was Cruise alles kann. Es handelt sich aber keinesfalls um eine One-Man-Show, und auch das ist erfreulich. 

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Die Story ist dabei natürlich irgendwie nebensächlich. Eine große Organisation taucht auf, niemand glaub Ethan Hunt und ehe er sich versieht ist der IMF aufgelöst, er ist staatenlos und wird gesucht. Aber Tom Cruise lässt sich nicht so einfach fangen. Bei seiner eigenen Mission trifft er auf Ilsa Faust, mit viel Raffinesse von Rebecca Ferguson gespielt. Sie ist ein perfektes Ebenbild für Ethan Hund, ähnlich vielseitig begabt wie er. Zu Beginn spielt die Oper "Turandot" eine wichtige Rolle, und die Musik daraus wird im weiteren Soundtrack immer wieder verwendet. Eine schöne Idee, die das Verhältnis der beiden Figuren gut wiederspiegelt. Überhaupt, die Oper. Bereits der unterschätzte "Ein Quantum Trost" nutzte das Opern-Setting gekonnt für sich aus, und auch hier wird der Opernbesuch zur nervenzerfetzenden, sekundengenau getakteten Angelegenheit. Regisseur McQuarrie hat verstanden wie man eine Kulisse wirklich gut nutzt und es macht verdammt viel Spaß zuzuschauen. Hier wurde auch schon bei der Werbung clever gehandelt. Die Flugzeugszene aus dem Trailer eröffnet den Film und sie ist natürlich einfach nur da um zu zeigen dass Tom Cruise nicht nur an Wolkenkratzern hochklettern kann, sondern eben auch an einem Flugzeug hängen kann. Man behält in den Actionszenen einen guten Überblick, selbst wenn es in ein Gefecht mit Messern geht weiß man jederzeit wo man gerade ist. Die Schnitte sind schnell, aber nicht zu hektisch, und man fiebert mit, hat aber nicht dieses ätzende Gefühl gleich vom Stuhl zu kippen weil die Hektik sich mal wieder unkontrolliert ausbreitet. Für möglichst spektakuläre Kulissen wird natürlich wieder um die halbe Welt gereist, was eigentlich ja totale Nebensache ist. Aber wenn man schon die Chance hat eine spektakuläre Verfolgungsjagd in Casablanca zu inszenieren, wieso sollte man dann woanders hingehen? Eben.

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Natürlich dreht sich aber nicht alles um Cruise. Sein Team braucht zwar einen Moment bis es vollzählig um ihn herum versammelt ist, das Zusammenspiel stimmt dann aber. Simon Pegg darf als Benji auch mal ins Feld. Jeremy Renner ergänzt sich vor allem mit Alec Baldwin sehr gut und legt einen herrlich trockenen Humor an den Tag. Ving Rhames ist irgendwie anwesend, seine Rolle bleibt ein wenig schwammig. Sean Harris ist ein aalglatter Gegenspieler, der einem durch seine schleimige Art die Haare zu Berge stehen lässt. Besonders schön ist das allen Beteiligten bewusst ist was für ein Drahtseilakt Agentenfilme sind. Mit den kunstvollen Portraits die Hunt in zehn Sekunden von seinen Gegnern anfertigen kann, den Masken, den Gadgets und der Tatsache dass Cruise nicht der größte aller Menschen ist (also, rein auf die Körpergröße bezogen, niemals würde ich mich trauen Tom Cruise irgendwie zu beleidigen. Der Mann hängt sich an Flugzeuge, verdammt!) wird eine ganze Armada an potentiell lächerlichen Begebenheiten aufgefahren. Aber genau wie die Figuren im Film nimmt man die meisten Sachen einfach als gegeben hin, immerhin ist Ethan Hunt seit 20 Jahren im Geschäft und vermutlich kann er mittlerweile wirklich alles. Ich bin mir nicht sicher ob irgendein anderer Schauspieler diese Rolle übernehmen könnte und sie glaubwürdig rüberbringen könnte. Hier und da wird dann auch eine etwas schräge Schiene von Humor bedient, so wird die ganze Sache dann zu einer recht lockeren Angelegenheit, bei der man entweder mit der großartigen Action mitfiebert oder wirklich mal was zu lachen bekommt. Ein Sommerblockbuster durch und durch, da verzeiht man auch gerne dass zum Finale hin die Luft ein wenig fehlt und die Action sich teilweise zu wiederholen droht.

Fazit: "Mission Impossible: Rogue Nation" fährt große Geschütze auf. Die Action ist stimmig inszeniert, Cruise macht seine Stunts wie gewohnt selbst. Sein Team harmoniert wunderbar mit ihm und sorgt dafür dass aus "Rogue Nation" keine Ein-Mann-Show wird. Neuzugang Rebecca Ferguson überzeugt ebenfalls, der Gegenspieler ist zwar austauschbar, das wird aber durch einige durchaus pointierte Aussagen, die der Film machen will, gut wettgemacht. Nein, um die unmöglichen Missionen muss man sich wirklich keine Sorgen machen, hier wird viel geboten und etwaige Schwächen werden gekonnt einfach ignoriert. Spaß macht die Sache auch noch, was will man mehr?

Die Blu-ray: Die englische Tonspur kommt in DTS-HD MA 5.1 Ton daher, die deutsche (und zahlreiche weitere) Tonspuren liegen in Dolby Digital 5.1 vor. Beide Tonspuren sind aber klangstark gelungen und nutzen alle gegebenenfalls vorhandenen Boxen raumfüllend aus. Die Abmischung ist ebenfalls gut gelungen und die Dialoge sind klar verständlich und werden kaum von der Musik übertönt. Untertitel gibt es in zehn verschiedenen Sprachen. Das Bild ist schön scharf, die Farben sehr kontrastreich, auch die Schwarztöne sind satt und dunkel gelungen und flimmern vor allem nicht. Auch mit Extras wird nicht gegeizt. Mehr als 45 Minuten Bonusmaterial warten darauf, entdeckt zu werden. Es gibt Audiokommentare von Tom Cruise und Regisseur Christopher McQuarrie, besonders sehenswert sind aber die zahlreichen Featurettes die sich unter anderem mit den verschiedenen Stunts des Films beschäftigen. Für Sammler liegt darüber hinaus ein Wendecover bei.


Infos zum Film

Originaltitel: Mission: Impossible 5 - Rogue Nation
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Action, Abenteuer, Thriller
FSK: 12
Laufzeit: 132 Minuten
Regie: Christopher McQuarrie
Drehbuch: Christopher McQuarrie, Bruce Geller
Darsteller: Tom Cruise, Simon Pegg, Jeremy Renner, Rebecca Ferguson, Ving Rhames, Alec Baldwin, Sean Harris

Trailer 


1 Kommentar:

  1. Wieder mal ne schöne Rezension, du kannst das echt immer gut auf den Punkt bringen :) Ich fand den Film auch sehr unterhaltsam, hat mir auch gut gefallen!

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