#Horrorctober 2015 - Ein Resümee

Und da ist er auch schon wieder vorbei, der Oktober. Und mit ihm auch der Horrorctober,an dem ich in diesem Jahr zum ersten Mal teilgenommen habe. Dementsprechend gibt es heute eine kleine Zusammenfassung, einen Rückblick wenn man so will. Ich werde kurz über die Filme berichten die ich mir angeschaut habe, packe euch noch einmal alle Specials in den Beitrag, gebe den Gewinner des "Altar" Gewinnspiels bekannt und ziehe so generell ein Fazit. Also, schnappt euch eure Süßigkeiten und blickt gemeinsam mit mir zurück. 

Meine Filme für den Horrorctober

© Deutsches Institut für Filmkunde

Horrorctober, da musste ich schon kurz überlegen bevor ich mich zur Teilnahme entschied. Als Jugendliche hab ich Horrorfilme verschlungen, zu groß war der Reiz des Verbotenen. Später nahm dieses Interesse dann ab und eine Weile konnte ich Horror wirklich gar nichts abgewinnen. Erst als ich lernte dass hinter Horrorfilmen viel mehr stecken kann als nur der kurze Kick für den Augenblick wuchs das Interesse wieder. Für den Horrorctober wollte ich mir also eine ausgewogene Mischung aus Klassikern und neuen Filmen zusammenstellen. Und das war meine Liste: 
  • "Das Cabinett des Doktor Caligari", 1920, Regie: Robert Wiene 
  • "Nosferatu", 1922, Regie: F.W. Murnau
  • "Evil Dead 2", 1987, Regie: Sam Raimi
  • "House of Wax", 1953, Regie: André de Toth
  • "House of Usher", 1960, Regie: Roger Corman
  • "Suspiria", 1977, Regie: Dario Argento
  • "Aliens", 1986, Regie: James Cameron
  • "Dawn of the Dead", 1978, Regie: George A. Romero
  • "The Fly", 1986, Regie: David Cronenberg
  • "Orphan", 2009, Regie: Jaume Collet-Serra
  • "You're next", 2011, Regie Adam Wingard
  • "The Innkeepers", 2011, Regie: Ti West
  • "Under the Skin", 2013, Regie: Jonathan Glazer
 Zu "Suspiria" und "Under the Skin" findet ihr die Kritiken schon verlinkt, wenn ich Zeit finde folgen sicher noch ein oder zwei weitere. Für Cronenbergs "The Fly" hat es diesen Monat nicht gereicht, den werde ich aber zeitnah nachholen. Und "Dawn of the Dead" hab ich in der völlig gewaltbefreiten 2 1/2 Stunden langen Fassung erwischt, die mich nach knapp 30 Minuten ernsthaft zum einschlafen brachte. Auch hier wird nachgeholt sobald ich eine weniger verstümmelte Version zu fassen kriege, denn das hat der Film nun wirklich nicht verdient. 

Die größte Überraschung im Horrorctober war vermutlich "Das Cabinet des Doktor Caligari". Den gab ich mir stilecht im Double Feature zusammen mit "Nosferatu", und ich war begeistert. Der Film hat ja beinahe 100 Jahre auf dem Buckel, hebt sich aber durch seine Erzählweise, die surrealistische Optik und vor allem das Ende wirklich aus der Mssse ab. Stummfilme sind generell eine Sache zu der ich erst in diesem Jahr so richtig Zugang fand, dementsprechend bin ich froh dass ich jetzt zwei richtige Klassiker unter "gesehen" verbuchen kann. 

Ein erfreuliches Wiedersehen gab es mit "Aliens" von James Cameron. Ellen Ripley gehört noch immer zu meinen großen filmischen Vorbildern und der Film ist von der ersten bis zur letzten Sekunde spannend. Ein bisschen an Glanz verloren hat hingegen "Evil Dead 2", da hab ich gemerkt dass mir die ernsten Töne des ersten Teils doch mehr zusagen als das eher komödienhafte Flair von Teil 2. Das Ash aber trotzdem Kult bleibt ist ja klar. 

"House of Usher" und "House of Wax" waren meine ersten Begegnungen mit Vincent Price, und was soll ich sagen? Ich bin ihm hoffnungslos verfallen. Besonders "House of Usher" ist eine visuelle Pracht gewesen! Visuell stark ging es dann auch mit "Suspiria" weiter, dem ich eine eigene Kritik gewidmet hab. Argentos Meisterwerk ist auch frisch vom Index runter, es lohnt sich also die Augen offen zu halten. Lasst nur die Finger von der normalen Blu-ray weg, die ist nach wie vor geschnitten. Was hier aufgefahren wird ist nicht weniger als die perfekte Symbiose von Bild und Ton zu einem wahrlich verstörenden Alptraum. Hat mich begeistert und wird sicher nicht das letzte Mal im Player gelandet sein. Wer gerne mal in die verstörend-geniale Musik von Goblin reinhören will darf hier auf "play" drücken: 


Neuere Filme waren natürlich auch vertreten. "Orphan" überzeugte mit einer wahnsinnigen und wahnsinnig guten Kinderdarstellerin und einer erfrischenden Direktheit. "You're Next" entpuppte sich als clevere Home Invasion die mich mitfiebern ließ. Ti West's "The Innkeepers" war über weite Teile sehr ruhig, wusste dann aber wie man das Publikum so richtig verstört. Ich denke den werden viele langweilig finden, ich fand ihn sehr überzeugend. Definitiv war das nicht meine letzte Begegnung mit West. Mein ganz persönlicher Favorit war dann aber, und das hat mich selbst überrascht, "Under the Skin". Was hier geboten wird ist überragend, so vielseitig und klug gemacht und herausragend gespielt. Da hat's mich echt vom Hocker gehauen. Anders lässt sich die knapp 2500 Wörter lange Analyse des Films, die ich danach geschrieben hab, wohl auch kaum erklären.  

Und zu guter Letzt habe ich mir im Oktober auch eine thematisch passende Serie herausgesucht. Wer sich meine ausführliche Kritik zur ersten Staffel "Hemlock Grove" durchlesen will kann dies bei Moviebreak tun. Alle anderen können sich auf eine Serie freuen, bei der man entweder nach 2 Folgen genervt abschaltet weil es zäh vorwärts geht, oder man bis zum Ende durchsuchtet weil es so verdammt atmosphärisch ist. Als weiteren Bonus gibt es zwei tolle männliche Hauptdarsteller und eine wundervoll biestige Famke Janssen obendrauf. Das innere Fangirl ist jedenfalls sehr beglückt dank "Hemlock Grove".

Specials

© Edel Germany GmbH

Jeweils zu den Wochenenden gab es Specials, die sich mit verschiedenen Aspekten des Horrorfilms beschäftigt haben. Ich habe mir die schlimmsten Frauenklischees im Horrorgenre angeschaut und man muss kein Hellseher sein um zu erraten dass es da nicht besonders gut drum bestellt ist. In der Folgewoche stellte ich die recht plakative Frage "Ist der Horrorfilm am Ende?",worauf die Antwort natürlich "nein" lautet. Aber ich denke ich konnte doch ein, zwei Schwachstellen aufdecken und benennen, die momentan überhand nehmen. Besonders freu ich mich, dass der Artikel auch bei Moviepilot veröffentlicht wurde und dort ein breites und überwiegend positives Echo hervorrief. In der dritten Woche schaute ich mir dann unter dem Titel "Menschen, Monster, Misanthropen" an, wie der Mensch als Mörder im Horrorfilm dargestellt wird. Und zum Abschluss stellte ich mir die Frage "Warum schauen wir eigentlich Horrorfilme?". Dazu ging ich zurück bis in die Antike, schaute mir an was Wissenschaftler dazu zu sagen haben und wollte auch von euch wissen, wieso ihr euch gern vor dem TV gruselt. Eine Blu-ray gab es auch zu gewinnen, ich gratuliere an dieser Stelle "Jacker", den ich heute morgen bei einer guten Tasse Kaffee aus dem Lostopf gezogen habe. Der Umschlag wandert nachher in den Briefkasten und sollte dann zum Wochenanfang ankommen.  

Fazit

Ja, falls euch diese ganze Horrorsache enorm genervt hat heißt es an dieser Stelle: tief durchatmen, denn der Horrorctober ist vorbei. Ich hab viele tolle neue Leute auf Twitter kennengelernt, konnte vielleicht den einen oder anderen Leser dazu animieren sich mit einem sonst doch eher vernachlässigten Genre zu befassen. Ich habe ein paar tolle Filme kennengelernt, endlich mal ein paar Klassiker nachgeholt und viel über Horror gelernt. Ein dickes Danke geht auch an das Team der CineCouch, die den Horrorctober nun schon zum dritten Mal veranstaltet haben. Ich hoffe man sieht sich im kommenden Jahr wieder!

1 Kommentar:

  1. Na, das klingt doch nach einem wunderbar schaurigen Monat, der bei dir ja viel Produktivität freigesetzt hat. Leider kam ich bislang noch gar nicht zum Lesen deiner ganzen Texte. Aber die Links werde ich in den kommenden Tagen auf jeden Fall noch anklicken und gespannt lesen!

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