Doctor Who wird 10: Ein Besuch in Cardiff

Zeit, das haben wir bei Doctor Who gelernt, ist ziemlich wibbly-wobbly. Stand vor kurzem also noch das 50. Jubiläum an, feiern wir heute den 10. Geburtstag. Also, den von New Who. Also der Staffel von 2005, welche die Serie aus ihrem Tiefschlaf riss und fulminant wiederbelebte. Drüben auf Moviepilot findet eine Blogparade zum Thema statt, dort könnt ihr auch von mir einen Beitrag finden. Für meinen Blog hab ich mir etwas anderes überlegt, nämlich eine Art Reisebericht.

Torchwood-Fans dürfen hier nach dem Eingang suchen
Letztes Jahr hatte ich das Glück, 6 Wochen in London leben und arbeiten zu dürfen. Und an einem schönen, sonnigen Wochenende kam mein Freund zu Besuch und wir sind zusammen nach Cardiff gefahren. Dafür hatten wir uns ein Auto gemietet, und wir haben dann direkt noch einen Umweg über Stonehenge gemacht und in Cardiff übernachtet. Denn Stress will ja auf Reisen eh niemand haben (und die Betten von Premier Inn sind wirklich sehr bequem). Der Mietwagen war übrigens günstiger als eine Zugfahrt gewesen wäre, ich weiß wirklich nicht was da drüben mit den Zugtickets los ist. Wenn ihr mit dem Zug anreisen wollt, bucht am besten so weit wie möglich im Voraus. Tipps zur Anreise nach London gibt es demnächst in einem weiteren Artikel, dort werd ich euch dann die Drehorte von Sherlock zeigen. Haltet also die Augen offen.

Jedenfalls, Cardiff. Klein und beschaulich liegt es direkt am Meer, und an diesem Sonntag im Herbst war kaum etwas los. Die BBC hat dort ein paar ziemlich große Gebäude verteilt, aber wir waren ja nur aus einem Grund dort:

Exterminate!

Meiner Meinung nach das Beste Straßenschild, dass ich je gesehen habe! Ganz kurz hab ich überlegt, ob ich es klauen sollte, letztendlich hat dann aber doch die Vernunft gesiegt :D

Nach einem ganz kurzen Fußweg (Cardiff ist wirklich klein) ist man dann auch schon am Hafen, und dort wartet sie: die Doctor Who Experience. Ich war dort, als sie gerade mit dem aktuellen Doctor neu eröffnet hatte, und es war ziemlich leer. Man gelangt im Inneren zunächst an die Kasse und darf seinen Eintritt bezahlen. Ich kopiere euch an dieser Stelle mal die Infos von der Homepage:

Adult: £14* (£16 on the door)
Child (5-16 yrs): £9.75* (£11.75 on the door)
Family £41* (£49 on the door)
Under 5s: Free*

Studenten bekommen 20% Rabatt, allerdings nur während der britischen Vorlesungszeiten. Zu beachten ist auch, dass für die Online-Buchung nochmal Gebühren pro Ticket draufkommen, die Ersparnis ist also nur sehr gering, wenn überhaupt vorhanden. Es wird empfohlen 2 Stunden für den Besuch einzuplanen. Wir haben nur wenige Minuten warten müssen, waren am Ende aber mehr als drei Stunden im Gebäude unterwegs.

Wenn wenig los ist, dann darf man sich der nächsten Tour anschließen. Bei vollem Betrieb kann es sein, dass man warten muss. Die Angestellten halten die Gruppen relativ klein, damit auch wirklich jeder seinen Aufenthalt genießen kann. Im Wartebereich gibt es auch ein kleines Café und Toilettenräume. Der Kaffee ist vermutlich auch besser als der in der BBC-Kantine. Und natürlich warten hier schon ein paar eindrucksvolle Ausstellungsstücke, z.B. einen riesigen Lego-Dalek oder einen Triceratops. 

Kurz bevor die Tour dann losgeht bekommt man seinen Kristall ausgehändigt. Kristall? Ja, richtig gelesen. Jeder Besucher bekommt einen Pass mit einem Kristall, der dann "aktiviert" werden muss. Er ist eure Eintrittskarte in das Museum von Gallifrey, welches man besuchen wird. Bei Gefahr leuchtet er auf, aber hey, man besucht ja nur das Museum von Gallifrey, was soll da schon passieren? Und dann geht es auch schon los. 

Und natürlich geht schief, was nur schief gehen kann. Eh man sich versieht ist man mitten in einem Abenteuer mit dem Doctor selbst! In unserer Gruppe waren eine Menge sehr junger Zuschauer, aber sie waren bei weitem nicht die Einzigen, die ihren Spaß hatten. Zu viel verraten will ich auch nicht, aber wer schon immer mal die Tardis steuern wollte, den Daleks aus nächster Nähe gegenübertreten will und in einem Wald voller Engel die Nerven behalten kann, der wird hier seine pure Freude haben. Auch bei den erwachsenen Besuchern machte sich zwischendurch die Angst breit, und zu Recht! Wann hat man schon die Gelegenheit in seinem eigenen Abenteuer mit dem Doctor unterwegs zu sein? 

Die Tardis von 9. und 10.
Nachdem hoffentlich alle ihr Abenteuer gut überstanden haben, kommt mein persönliches Highlight: Das Museum. Hier ist auf zwei Etagen alles versammelt, was man sich nur erträumen kann. Die untere Etage hat komplette Innen-Sets der verschiedenen Tardis (Tardisse?), von der ersten Tardis bis Tennant und Smith sind sie vertreten. Man kommt auch unglaublich nah an die Sachen heran und die Beleuchtung ist gut genug, um anständige Fotos machen zu können. Auch die verschiedenen Außenmodelle sind zahlreich vertreten, und zwischen ihnen kann man sogar K-9 entdecken, wenn man aufmerksam nach ihm schaut. 
 
Der obere Bereich des Museums ist dann den Companions, den Gegnern und den verschiedenen Doctoren selbst gewidmet. Ihr wolltet schon immer mal sehen, wie sich die Daleks und die Cybermen im Verlauf der Jahre entwickelt haben? Ihr wolltet schon immer mal diesen unglaublich schicken Mantel von #10 oder die sexy Lederjacke von #9 bewundern? Oder Amy's Polizistinnen-Outfit aus nächster Nähe bewundern? Oder doch lieber alle Sonic Screwdriver nebeneinander in einer Vitrine sehen? Dann stellt sich an dieser Stelle nur noch die Frage: womit wollt ihr anfangen? 

Das Outfit von #10.
Die Ausstellung wächst stetig und wird immer wieder durch aktuelles Material ersetzt. Zum Zeitpunkt meines Besuches hatten die bis dahin gelaufenden Episoden der ersten Staffel mit Peter Capaldi jeweils ihren eigenen kleinen Bereich. Dort konnte man sogar Rusty treffen:

Rusty, der freundliche Dalek.
Und wenn man dann mit der Ausstellung fertig ist landet man... nicht vor der Tür, nein: direkt im Shop. Hier erwartet den Besucher eine gigantische Auswahl an Merchandise. Shirts, Poster, Kunstdrucke, Tassen, Bücher, Figuren...nichts, was es nicht gibt. Ich habe sicherlich fast eine Stunde Waren durch die Gegend getragen und überlegt, was ich in meinen viel zu vollen Koffer quetschen kann, und was mit meinem Budget noch vereinbar ist. Am Ende verließ ich den Shop mit einem Notizbuch, einem Stift, Postkarten und diesem widerwärtigen Gefühl, vernünftig gewesen zu sein, auch wenn unvernünftig sein viel mehr Spaß gemacht hätte. Die Sachen sind auch nicht übermäßig teuer, man muss also nicht unbedingt überlegen ob es woanders billiger wäre. Und einige Sachen sind auch exklusiv für die Experience hergestellt und nur dort zu kaufen.

So, ich hoffe mein kleiner Reisebericht hat euch gefallen. Wart ihr auch schon in Cardiff und habt die Doctor Who Experience besucht? Wenn ja, mit welchem Doctor? Oder habt ihr diese Reise noch vor euch? Und feiert ihr den Geburtstag des Doctors? Hinterlasst doch einen Kommentar :)

Ein Making of mit Peter Capaldi auf dem offiziellen Youtube-Kanal von Doctor Who


Alle Fotos © by me.


Kommentare:

  1. ich muss gestehen, dass ich bis jetzt einen großen Bogen um den Doctor gemacht habe, der anscheinend sehr polarisiert. Jetzt würde ich der Serie mal eine Chance geben, da es 8 Staffeln davon auf Netflix. Wo kann man denn am besten anfangen ?

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    1. Ich würde empfehlen einfach mit New Who ab 2005 anzufangen. Dann hast du eine etwas arg trashige erste Staffel mit einem tollen Christopher Eccleston vor dir, danach kommt dann Everybody's Darling David Tennant für drei Staffeln (und er ist soooo gut). Viele empfehlen auch, erst mit der ersten Staffel von Matt Smith einzusteigen, da sieht die Serie dann auch so rein optisch hochwertiger aus. Halte ich persönlich für ein mittelschweres Verbrechen ^^

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