Recap: True Blood Season 7, Episode 9: Love is to Die

True Blood geht in seine vorletzte Episode. Wer jetzt allerdings denkt, dass daraus automatisch gute, spannende Folgen oder sogar sowas wie Charakterentwicklung entstehen, der irrt. Gewaltig. Stattdessen wird die Zeit genutzt, um sich in Seelenruhe von den Figuren zu verabschieden. Und so schön es auch ist, wenn lose Enden zusammengefügt werden, ein bisschen Spannung darf dann doch aufkommen. Es folgt ein Aufreger, in der Hoffnung dass es nächste Woche besser wird und ich meine Wut bis dahin los geworden bin. Nehmt diese Woche teil an meiner sehr therapeutischen Sitzung zum Wutabbau...äh, meinem Recap. 

© HBO
Fangen wir mit dir an, mein lieber Bill. Du hattest eine ganze verdammte Woche Zeit, um dir zu überlegen, wieso genau du nun auf einmal einen Abgang machen willst. Eine Woche. Und dann kommst du mit "I can't..." und "There are no words..." daher? Billshit. Was du abziehst ist Billshit. Du akzepierst also dein scheinbares Schicksal? Zuviel Star Wars geschaut oder was? Und wieso schleppst du dich dann erst dramatisch in den Keller des Fangtasia, statt deine Entscheidung direkt zuhause bekannt zu geben? Ich meine, ich bin ja immer für ein gutes Drama zu haben, aber wenn es mir so lieblos und offensichtlich präsentiert wird, hab nichtmal ich Bock drauf. Und wenn wir schon dabei sind, es ist auch nicht grad nett zu seinem Nachkommen in etwa zu sagen, dass sie ein Unfall war. Schade nur, dass diese ganze "as your maker, I release you" Sache in den letzten 12 Folgen schon zweimal Thema war und irgendwie auch ausgelutscht ist. Ich habe das Gefühl, Eric spricht für die meisten Zuschauer wenn er zu Bill sagt "Get over yourself". Und das alles nur, damit Sooookeeeeeh endlich mal jemand anderes lieben kann? Bäm, tretet dem armen, toten Alcide doch noch mehr in die Eier. In einem so wichtigen Moment sollten die Figuren einer Serie in der Lage sein, ihr Handeln nachvollziehbar zu machen. Dass später daraus eine tolle Szene zwischen Eric und Bill resultiert ist zwar eine kleine Entschädigung, es lässt den Beginn der Folge aber trotzdem als katastrophal dastehen. Es bleibt der Eindruck, dass Bill Sookie nur nichts erklärt hat, damit sich alle noch ein bisschen länger unterhalten können, denn hey, wir haben noh 120 Minuten Sendezeit in dieser Staffel mit dieser lahmen Story zu füllen. Ganz abgesehen davon dass Sookie langweilig und schrecklich ist, und wenn der einzige scheinbare Beweggrund für den Selbstmord ihre Rettung ist...nein, einfach nein. 

Tara's Abgang und die überbelichtete Wiederkehr sowie der unwürdige Tod von Alcide werden in dieser Folge durch Sam's Abgang aus Bon Temps getoppt. Ein Brief an Sookie, in dem er erklärt dass er nichtmehr in der Stadt leben kann, weil er ja jetzt Frau und Kind hat. Eine formelle Kündigung an Andy. Wow. Einfach nur Wow. Ich hoffe, er kommt in der nächsten Folge wieder, denn Sam war immer in Ordnung. Ich fühle mich, gelinde gesagt, verarscht. 

Jessica nutzt ihre Freiheit auch direkt und zerstört Hoyts Beziehung zu Bridget. Nicht, dass das ein Drama wäre, Hoyt benimmt sich Bridget gegenüber sowieso wie der letzte Idiot. Und Jessica ist egoistisch wie immer. Keine großen Veränderungen hier. Dass sie ihn aber daran erinnert, wie glücklich die beiden zusammen waren? Wenn ich mich korrekt erinner, dann war das immer mehr Drama als alles andere. Aber naja, Erinnerungen sind ja ne subjektive Sache. 

Zeit für Jason. Und verdammt, neben Arlene, die auch in dieser Folge wieder mindestens drei von vier Figuren die Show stiehlt, ist Jason einfach eine der besten Figuren in dieser Staffel. Und in dieser Folge macht er wohl die meiste Charakterentwicklung durch. Er schafft es nämlich, keinen Sex mit Bridget zu haben. Jason wirkt bisweilen wie eine wandelnde Karikatur, aber wenigstens hat er sowohl Herz als auch Verstand. Letzteres scheint den meisten Bewohnern von Bon Temps erschreckend oft abzugehen.Und wer hätte gedacht, dass man über Jason mal sagt, er habe Verstand?
© HBO
Pam gerät derweil mal wieder in Stress, denn die Yakuza bekommen mit, dass Eric Sookie von dem Gegenmittel erzählt hat. Bedroht vom eindrucksvollsten, weil größten Pfahl in der Geschichte von True Blood, muss Eric die Wahrheit gestehen und die Yakuza brechen auf, um Sookie einen Besuch abzustatten. Wir dürfen also in der letzten Folge vermutlich gespannt verfolgen, wie sie ein langes, umsichtiges Gespräch mit Sookie führen, es eine Menge Umarmungen geben wird und sich alle liebhaben. Oder sie rücken an, erschießen sie und irgendwer macht sie zu einem Feen-Vampir-Überwesen. So gern ich letzteres sehen würde, denn dann kann sie auf alle Ewigkeit die anderen Vampire nerven, die erste Möglichkeit ist nach den lahmen letzten Folgen auch nicht unwahrscheinlich. 

Die Szene der Woche gehört allerdings Eric und Ginger. Nach 7 Staffeln lässt Eric sich endlich dazu herab, Sex mit ihr zu haben. Er kommt aber nichtmal dazu, sich die Hose auszuziehen, da ist es um Ginger auf seinem Schoß schon geschehen. Wenigstens sie schien danach auch sehr zufrieden. Armer Eric. 

Wahllose Gedanken zum Schluss: 
  • Es gibt keine. True Blood ist weiterhin so offensichtlich und so tiefgründig wie ein unbeschriebenes Blatt Papier. Da fällt mir nix zu ein.