True Blood Season 7 Episode 4: Death is not the End

So, das Recap kommt, sobald ich mit "Bela Lugosi's Dead" durchbin. Wer mithören will, so als Einstimmung: Bitteschön!

Jedenfalls, ich hab heute Lust so richtig großzügig zu sein, und deswegen bin ich der Meinung, dass sich True Blood mit dieser Folge ein ganzes Stück nach oben gearbeitet hat. Klar, es gab wieder eine Menge überflüssiger Momente, die nur dazu da waren, die Handlung später zu rechtfertigen. Aber! Zur Abwechslung ist mal niemand wichtiges gestorben, und es gab ein, zwei Momente in dieser Folge, die wirklich grandios waren. Also, legen wir mit dem Recap los. 

Die Folge startet mit einer ihrer stärksten Szenen. Sookie ruft Alcides Vater an, um ihn über den Tod seines Sohnes zu informieren. So weit, so gut. Wirklich herausragend ist allerdings das Telefongespräch, welches Jason führt. Er ruft seinen ehemals besten Freund. Hoyt, an, um ihn über den Tod seiner Mutter zu informieren. Wer sich nichtmehr erinnert: Hoyt wurde ja dazu gebracht, die ganze Geschichte um Jason und Jessica zu vergessen, er hat also keine Ahnung, wer ihn dort anruft. Jason weiß indes kaum, was er zu Hoyt sagen soll, er erinnert sich ja noch an alles. So ist er nach dem Gespräch sichtlich aufgelöst. 

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Sookie scheint durch den Tod von Alcide endlich mal aus ihrer Lethargie aufgewacht zu sein. zunächst besucht sie die beiden Kinder von Arlene und verspricht ihnen, dass ihre Mutter zurückkommen wird. Man soll ja nichts versprechen, was man nicht auch halten kann... Jedenfalls stürmt sie als nächstes mit Jason und Sam im Gepäck das Haus von Andy, um Holly zu befragen. Die erinnert sich, gut für sie, an garnichts. Sookie wühlt ein wenig in ihren Gedanken herum, findet das nach wie vor anscheinend völlig unnachvollziehbare Versteck der infizierten Vampire und lässt eine völlig aufgelöste Holly bei Andy zurück. Ihr nächster Weg führt sie zu Bill. Sam und Jason geraten derweil in Sams Auto aneinander. Sam will aus einer Blitzreaktion heraus zum Fangtasia fahren. Davon hält ihn ausgerechnet Mister "Erst schießen, dann fragen" Stackhouse ab. Mit einer Waffe, die er Sam an den Kopf hält. Das funktioniert sogar. Die beiden fahren stattdessen einfach zu Rosie (bitte, wer?), und erzählen ihr, dass ihr Mann Kevin (der Typ der im Fangtasia-Keller gefangen war) verstorben ist. Es wird ein wenig Zeit damit verschwendet, einem völlig fremden Charakter beim weinen zuzusehen. Aber immerhin gilt: das Ganze wird im späteren Verlauf der Geschichte nochmal wichtig.

In Bills Haus sitzt derweil Jessica ihre Essstörung aus. Die Gute plagt sich mit enormen Schuldgefühlen, weil sie Andys Töchter getötet hat, und seitdem hat sie nichtmehr gegessen. Deswegen heilt sie auch nicht. Ihr Freund kriegt sie nicht zum Essen motiviert, und auch Bill scheint ratlos. Wie gut, dass Sookie in diesem Moment auftaucht. Jessica will aber auch kein Blut von ihr, also wird kurzerhand Lafayette gerufen. Sookie rückt Jessica mit einer menge harten Worten wieder halbwegs auf die grade Bahn. Der Löwenanteil geht allerdings an Lafayette, der sich mit Jessica unterhält und dabei wirklich tief blicken lässt. Jessica will keine Unschuldigen mehr beissen, das trifft sich wunderbar, denn Lafayette sieht sich nicht als unschuldig. Als Jessica ihn fragt, ob er jemanden getötet hat, antwortet er nach einigem zögern, dass er den Mann getötet hat, den er liebte. Dass er genug Dinge getan hat, für die er sich selbst hassen müsste. Jessica reicht das aus, um von Lafayette zu trinken. James, der schweigend daneben stand und sichtlich mit sich zu kämpfen hatte, formt ein stummes"thank you" mit den Lippen. In erster Linie ist Jessica wieder auf der richtigen Spur, aber ganz ehrlich: wenn überhaupt, dann bringt diese Szene Lafayette und James näher zusammen. Die beiden werden hier noch zu meinem Lieblingspaar für diese Staffel. 

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Ich bin der Meinung, dass hier viel Potential verschenkt wurde. Bisher wusste niemand, wieso Jessica nicht isst, und nun ist das Thema so schnell wieder vom Tisch, wie es draufkam? Da hätte man mehr draus machen können. Aber hey, jede Szene mit Lala und James ist eine gute Szene, deswegen: Schwamm drüber.

Kommen wir zum eigentlichen Highlight der Folge: Eric und Pam. Ganz ehrlich, egal wie sehr der restliche Karren vor jede erdenkliche Wand gefahren wird, die beiden, in dieser Staffel, sind Gold wert. Während sie sich im Flieger befinden, werden wir mit dem ersten inhaltlich sinnvollen Flashback der Staffel beglückt. Wir erfahren, dass das Fangtasia früher mal eine Videothek war, immerhin mit der größten Pornosammlung der Umgebung! Pams ganz persönliche Hölle ist die Strafe für Erics Fehlverhalten der Authority gegenüber. Im Keller befindet sich neben der Pornosamlung auch ein unterirdischer Tunnel, der später nochmal wichtig wird. Und wir haben ein freudiges Wiedersehen mit Scream-Queen Ginger! Die war vor ihrer Zeit als Scream-Queen nämlich begeisterte Horrorfilmguckerin und hat sich an der Uni mit Vampiren und ihrer Rolle in der Gesellschaft befasst. Das es wirklich Vampire gibt, war damals aber noch garkein Thema. Sie unterhält sich also mit Pam und kriegt ihren ersten von vielen Kreischanfällen, als Eric den Raum betritt. Kann man ihr auch nicht übel nehmen, Eric Northman sieht selbst in diesen schrecklichen Klamotten aus den 90ern unverschämt gut aus. Überhaupt, die Klamotten von Pam und Eric über die Zeit hinweg in dieser Staffel sind klasse. Und wer auch immer die Videothek eingerichtet hat, verdient ein dickes Lob dafür. Als die Vampire sich einige Jahre später outen, kommt Ginger mit der grandiosen Idee daher, aus der Videothek den Club zu machen, der als Fangtasia so lange Zeit das Zentrum der Handlung von True Blood war. Pam, fies wie immer, lässt sie diese Idee ganz fix wieder vergessen und gibt sie als ihre eigene aus. 

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Als Eric und Pam dann endlich in Shreveport landen und wenig später vor Bills Tür stehen (Pam tells me you wrote a book in which you claim to not be an asshole anymore. Is this true?)
gibt es endlich ein Wiedersehen zwischen Eric und Sookie. Pam ist zwar, wie immer, mies drauf deswegen, aber egal. Der Moment zwischen Eric und Sookie ist einfach zu schön und perfekt inszeniert. Man spürt, dass Eric ihr nah sein will, aber auch wie er sich zurückhält. Er umarmt sie, weil er merkt dass es genau das ist, was ihr in diesem Moment fehlt. Zeigt Stärke, wo es nötig ist. Unterbrochen wird dieser intime Moment von Willa, die ziemlich wütend ist, weil Eric sie nach zwei Wochen allein gelassen hat. Verständlicherweise ist ihr auch egal was grad mit Sookie los ist, aber Eric bringt sie dazu, das Thema erstmal unter den Tisch fallen zu lassen. 

Nun wird es Zeit, im Fangtasia einzufallen. Eric und Pam schließen sich der Gruppe an, sehr zu Pams Missvergnügen. Der vorher erwähnte unterirdische Tunnel wird dabei als Zugang benutzt. Sam schleicht in Rattengestalt vor, um die Gefangenen zu warnen. Arlene kriegt einen ihrer berühmten Anfälle als Sam sich erneut in eine Ratte verwandelt. Eric ist derweil draußen zu schwach, um die Betonwand niederzureissen, die den Tunnel versiegelt. Bill übernimmt, und gemeinsam mit Pam stürmt er in den Keller. Die infizierten Vampire haben derweil Arlene als nächstes Opfer ausgesucht und fallen gierig über sie her. Doch Eric und Sookie haben einen Plan in der Hinterhand: Eric klopft ganz freundlich an der Tür und stellt sich und seinen mitgebrachten Menschen vor. Er ist sogar bereit, zu teilen. 

In genau diesem Moment trifft allerdings der allseits beliebte Möchtegernbürgermeister, Vince mit seiner Miliz ein. Die zieren sich nicht und bombardieren das Fangtasia mit selbstgebastelten Molotovcocktails und schießen außerdem wahllos in die Menge. Die infizierten Vampire verlassen das Gebäude, und liefern sich einen Zeitlupenkampf mit den guten Vampiren auf dem Parkplatz. Als die infizierten Vampire der Geschichte angehören, wird sich gleich noch um Vince und seine Truppe gekümmert. Die Guten überleben, aber Eric ist verschwunden. Nach einem kurzen Schockmoment taucht er im Wagen der Miliz auf, wo er Rosie leergetrunken hat. Tja, das kommt davon wenn man sich als miese Petze betätigt. 

In der Bar kämpft Arlene um ihr Leben. Nur Vampirblut kann sie noch retten, aber es muss erstmal ein Vampir her, der nicht infiziert ist. Gut, dass James den Drummer seiner Band, Keith, mitgebracht hat. Der ist zur Stelle, um Arlene zu retten. Die sieht derweil kurz vor ihrem eigenen Tod den Menschen, den sie geliebt hat: Terry. Gnadenlos überbeleuchtet sagt er ihr, dass er sie vermisst, weist sie aber auch darauf hin dass sie Kinder hat und um deren Willen noch bleiben soll. Neben der Tatsache, dass die Szene trotz all ihrem Kitsch herzzerreissend war, konnte sich Arlene so endlich richtig von Terry verabschieden. Ein versöhnliches Ende für diese Folge. 

Der bittere Nachgeschmack von Taras und Alcides Ableben haftet nach wie vor ziemlich gut. In dieser Woche wurde dieses Thema zumindest für Arlene besser angegangen. Auch die nervige Truppe um Vince dürfte nun der Geschichte angehören. Nun stellen sich einige Fragen: Werden neue infizierte Vampire nachrücken, oder bleibt die Yakuza nun der Endgegner für diese Staffel? Brechen Eric und Pam nun auf, um Sarah Newlin zu finden? Und wo versteckt dieses Miststück sich wohl? Wird ein Heilmittel gefunden, und mit wem wird Sookie am Ende zusammensein? Ich wünsche mir ja beinahe, dass sie einfach Single bleibt, weil auf lange Sicht eh alle ihre Freunde sterben, aber naja. Wünschen kann man sich so einiges.

Wahllose Gedanken zum Schluss:
  •  Spinoffs nerven, ich weiß. Aber ich will eins mit Pam. Niemand kann so gleichgültig-angepisst gucken wie diese Frau. 
  • Und obwohl sie dauernd genervt ist, löscht sie das Feuer im Fangtasia und bleibt bei Eric. Die Frau ist verdammt loyal. 
  • Ginger scheint in den restlichen Folgen erneut aufzutauchen, man darf gespannt sein.
  • Falls sich jemand für die Filme interessiert, die Ginger ausleihen will: Polanskis The fearless Vampire Killers, Cronenbergs Rabid und Del Toros Cronos.
  • Eric hat also eine Lawine ausgelöst und es wurde ein wenig hektisch danach? Damit wissen wir dann wohl auch, wie er überlebt hat. Gefällt mir. 
  • Der Jason der Woche: "History is a bitch". Damn right you are, honey.
  • Die ganze Fangtasia-Sache fühlte sich stark nach Goodbye an. So langsam macht sich dieses letzte-Staffel-Feeling doch breit.