Serien-Recap: Game of Thrones Season 4 Episode 8: The Mountain and the Viper

Nach zwei Wochen Pause gibt es endlich ein Wiedersehen mit unserer Lieblingsserie und mit vielen Charakteren, die mehr oder weniger beliebt sind. Leider bedeuten Wiedersehen auch oft Abschied, und so ist es in dieser Woche Zeit gewesen, uns von einer geliebten Person zu verabschieden. Lest noch einmal nach, was genau in dieser Folge passiert ist. 

Obwohl die Folge "The Mountain and the Viper" heißt, müssen wir uns bis fünf Minuten vor Schluss gedulden, um diese Konfrontation beobachten zu dürfen. Zunächst fallen die Wildlinge in Mole's Town ein. Die Stadt wird von Bewohnern befreit, einzig Gilly überlebt mit ihrem Baby. Ygritte entdeckt sie zwar, lässt sie aber davonkommen. An der Wall macht sich vor allem Sam bittere Vorwürfe, während die restlichen Brüder sich der Auswegslosigkeit der Lage bewusst werden. 

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Daenerys erfährt währenddessen von Jorahs Verrat aus der ersten Staffel. Ohne ihn wirklich zu Wort kommen zu lassen verweist sie ihn aus der Stadt und droht im mit dem Tod, sollte er zurückkehren. Eine klare Angelegenheit. Jorah hätte ihr vermutlich besser direkt die Wahrheit erzählen sollen. Andererseits hat ihm wohl die Tatsache, dass er Dany mehrmals gerettet hat, sein Leben gerettet.
Auch Petyr Baelish sieht sich bedroht. In der letzten Folge verhalf er seiner Frau Lysa zu einem Trip aus der Moon Door, nun sind die Lords aus Lysas Gefolgschaft zu Besuch und wollen erfahren, was geschehen ist. Auch Sansa, die zunächst wieder Alayne spielt, wird befragt. Und hier dürfen wir nun einen raren Moment erleben. Sansa wird von der Spielfigur zum Spieler. Sie kündigt die Wahrheit an, nur um den Lords zunächst  zu erzählen, wer sie wirklich ist. Sie erzählt die Geschichte um Lysas Tod, verdreht aber ein, zwei Details und lässt Baelish so in einem guten Licht stehen. Und natürlich glauben ihr die Lords und der Frieden ist vorerst gesichert. Nur Robin hat Pech, er muss die schützende Burg verlassen und sich sein kleines Reich genauer ansehen. Spätestens wenn Sansa die Treppe herunterkommt und von Grund auf verändert erscheint, ist klar: sie hat ihre passive Rolle verlassen. Sie hat in all der Zeit gelernt, wie man Menschen manipuliert und mit Baelish an ihrer Seite kann sie nun vom Meister persönlich lernen.

Weniger gut geht es Arya und dem Hound. Sie stehen vor den Toren der Eyrie, nur um zu erfahren dass sie knapp drei Tage zu spät sind, da Lysa Arryn gestorben ist. Aryas Reaktion ist göttlich: sie bricht in einen Lachanfall aus. Wie ein roter Faden zieht sich die Zuspätkommerei durch ihre ganze Geschichte. Und so, meine lieben Leser, werden wahre Wahnsinnige erschaffen. Zu viel Pech auf einmal. Und wenn wir ehrlich sind, welche Hoffnung besteht für ein kleines Mädchen, dass nur dann gute Laune hat, wenn sie jemanden von ihrer Liste streichen kann?

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Theon, beziehungsweise Reek, bekommt von Ramsay endlich einen großen Auftrag. Er soll sich als Theon Greyjoy ausgeben und Moat Cailin für seinen Herren erobern. In typischer Bolton-Manier bekommen wir also mal wieder ein paar Psychospielchen, einige gehäutete Leichen und wir werden Zeuge von Ramsays größtem Moment: sein Vater erkennt ihn als Sohn an, er ist also nun kein Bastard mehr. Es wird auch klar, dass Theon in keiner guten Verfassung ist. Seine Verkleidung hält jedenfalls keine fünf Minuten. Immerhin darf er sich am Ende wieder Dingen zuwenden, die er sicher kann. Beispielsweise Badewasser vorbereiten.

In bereits etablierter Arbeitsweise konzentriert sich das Ende der Folge abermals auf Kings Landing. Am Tag des trial by combat unterhalten sich Jaime und Tyrion über einen Cousin, der als Kind von der Amme fallen gelassen wurde und deswegen nicht ganz auf der Reihe war (Tyrion nennt ihn "Idiot"). Sein Lebensinhalt bestand darin, Käfer mit einem Stein zu töten. Den ganzen Tag lang, jeden Tag. Diese Szene verrät uns einiges über Tyrion. Dass er über diesen Cousin lachte, um sich wenigstens einmal normal zu fühlen macht deutlich, dass auch Tyrion kein Heiliger ist. Es zeigt aber auch, dass er sich nach Normalität sehnt. Dass er dann aber unvorstellbar viel Zeit investiert, um herauszufinden wieso sein Counsin all diese Käfer tötet, zeigt dass er sich in vielen Dingen von seiner restlichen Familie unterscheidet. Die Käfer sind für ihn ein Rätsel, eines dass es zu lösen gilt. Es entsteht der Eindruck, dass eine grundlegende Wahrheit erklärt werden könne, wenn man nur wüsste, wieso die Käfer sterben müssen. Doch der Lösung des Rätsels kommen wir vorerst nicht auf die Spur, denn es wird zum Kampf gerufen. 

Ich mag da auch garnicht genau drauf eingehen. Maske und Sound sollten für diese Szene wohl mit allem an Preisen, was es so gibt, überschüttet werden. Aber verdammt, allein das zusehen tat weh. Zumal es, zumindest für Nicht-Buchleser, wohl auch unerwartet kam. Oberyn sah von vornherein aus wie der klare Sieger. Er macht Witze mit Ellaria, er ist sich seiner Sache absolut sicher. Und beinahe den ganzen Kampf über sieht er weiterhin aus wie der klare Sieger. Bis er zu weit geht, sich seiner Sache zu sicher ist, die Befragung auf die Spitze treibt. Sein Geständnis bekommt er, aber vermutlich wird er nichtmehr viel davon mitbekommen haben. Und wir sind uns auch alle der Tatsache bewusst, dass man hier noch lange nicht sicher ist, nur weil man erst in dieser Staffel zur Gruppe gestoßen ist. Und so sehr ich persönlich Oberyn ja liebe, ein wirklich wichtiger Charakter war er letzten Endes nicht. Und es wäre wohl auch irgendwie lahm gewesen, Tyrion zwei Mal auf die gleiche Weise aus einem trial by combat entkommen zu lassen. Und trotzdem habe ich mir bis zur letzten Sekunde gewünscht, dass es anders kommt. Dass man eine Ausnahme macht und vom Buch abweicht. Dass irgendeiner der Verantwortlichen ein Herz für alle Oberyn-Anhänger hat. Festzuhalten bleibt, dass die ganze Szene unglaublich bedrückend gewirkt hat in ihrer Ausführung. Nach der Red Wedding für mich erneut der Beweis, dass es manchmal doch schrecklicher sein kann zu sehen, als nur zu lesen.

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Neben dem Abschied von Oberyn Martell fühlten sich einige der Handlungsstränge an wie ein vorzeitiger Abschied. Ramsay und Theon, Sansa, Daenerys, sie alle könnten sich für die restlichen zwei Folgen ruhig nicht mehr blicken lassen, ihre Geschichten wären an einem guten Punkt dafür angekommen. Nächste Woche wird sich wohl voll auf den Konflikt Wildings - Wall konzentriert werden, und in der letzten Folge darf man mit dem Aufsammeln der Scherben rechnen. Wieder einmal hatten wir Freude an einer großartigen Folge, welche das Finale dieser Staffel mehr als gebührend vorbereitet hat. Und nun werde ich wohl den restlichen Tag damit verbringen, Oberyn zu betrauern. Wir sehen uns in einer Woche hier wieder, hoffentlich reicht eine Woche um sich zu beruhigen.


Wahllose Gedanken zum Schluss
  • Glückwunsch für das Erschaffen der ersten Szene, bei der ich nichtmehr hinschauen konnte.
  • trial by combat. Ich finde keine deutsche Entsprechung, die nicht komplett grenzdebil klingt.
  • Die Antwort auf das Käfer-Rätsel kann man am Ende der Folge in Tyrions Gesicht ablesen. Menschen sind einfach grausam. 
  • Oberyn Martell scheint mir mit Inigo Montoya verwandt zu sein.
  • Sansa sah am Ende ihrer Mutter, vor allem dank der Beleuchtung, zum Verwechseln ähnlich. 
  • Ich hätte gerne eine Serie, in der sich Jaime und Tyrion die ganze Zeit nur unterhalten. Es wäre so fantastisch.

Kommentare:

  1. I read the text even i know what happend in the episode, because you just have a great writing skill. The Main reason i read every one of your GoT Recaps is because of your Wahlose Gedanken zum Schluss. Its just great that some things i wonder about i find there and other things i didnt catch i find also there and than start thinking about it. You do a great Job, keep it on.

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    1. Thanks a lot for your kind words, this really helps me going on :)

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    2. Sorry just fixed the Anonym thing, dint realize that its Posting as Anonym till this morning when you answered. Hope English is Ok for you, because German is a little Problem for me, because of the Keyboard and Correction Program.

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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