Serien-Recap: Game of Thrones Season 4 Episode 6: The Laws of God and Men

Und wieder einmal ist es Zeit, sich nach Westeros zu begeben. Nachdem letzte Woche die Puzzleteile neu angeordnet wurden, die Spielfiguren an den richtigen Platz gerückt wurden und wir einiges an Neuigkeiten erfahren haben, nimmt das Schiff diese Woche wieder Fahrt auf.

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 Erster Halt ist in Braavos, eine Stadt, von der wir bisher nicht wirklich etwas gesehen haben. Stannis und Davos erbitten sich Geld von der Iron Bank, die von Mark Gatiss vertreten wird. Davos bekommt endlich mal wieder die Chance, Fremde davon zu überzeugen, wie großartig Stannis doch ist, auch wenn er bisher nicht in der Lage ist seine 4000 Männer und die 32 Schiffe zu versorgen. Es gibt auch ein Wiedersehen mit Salladhor Saan. Es wird auch klar, dass die Iron Bank rein interessengeleitet ist: Sobald Tywin Lannister nicht mehr Teil des Spiels ist, sind die Lannisters als Partner für diese Bank ohne Wert. Dies lässt Stannis tatsächlich als die unterstützenswerte Fraktion dastehen, mit Hilfe des wortgewandten Davos der exakt den Nerv der Bank trifft.

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 Von Braavos aus geht es weiter zur Dreadfort. Dort dürfen wir uns zunächst Ramsay Snow mit seiner aktuellen Gespielin anschauen. Während er also beschäftigt ist, macht sich Theons Schwester Yara an einen Rettungsversuch. Doch Theon, der seine neue Rolle als Reek mittlerweile vollständig verinnerlicht hat, will sich nicht retten lassen. Yara wird mit ihren überlebenden Männern aus der Dreadfort gejagt und Reek bekommt als Belohnung für seine Loyalität ein Bad und einen Auftrag. Sowohl Alfie Allen als auch Iwan Rheon kriegen in dieser Staffel bisher wenige Szenen ab. Dies ist im Grunde wirklich schade, die beiden haben eine tolle Chemie zusammen und spielen ihre Szenen wirklich großartig. Und es ist beinahe unnötig, Worte darüber zu verlieren wie heftig es ist, von Reek nun zu verlangen, Theon Greyjoy zu spielen.

Es geht ungewöhnlich friedlich weiter. Ein kleiner Junge wirft Steinchen in einen Abgrund, sein Vater passt auf eine Herde Ziegen auf. Aber wir sind immerhin bei Game of Thrones, der Frieden hält also nicht lang an. Aus dem Abgrund steigt ein sichtlich gewachsener Drogon empor. Er grillt sich ein paar der Ziegen und Daenerys darf sich nun in ihrem Thronsaal mit den verkohlten Überresten herumschlagen. Als nächstes wird ein neuer Charakter eingeführt: Hizdahr zo Loraq. Er bittet Daenerys darum, die Traditionen der Stadt zu bewahren. Genauer gesagt will er seinen Vater und die restlichen Meister, die nach wie vor an den Wegweisern vor der Stadt hängen, beerdigen lassen. Nach einigem hin und her willigt Daenerys ein. Sie erweckt allerdings den Eindruck als habe sie sich das regieren irgendwie anders, nämlich spannender, vorgestellt. Allerdings erfährt sie auch, dass ihre Aktionen, selbst wenn sie ihr gerecht erscheinen, ein Gesicht haben. Dies ist ein gut gelungener Rückverweis auf die gekreuzigten Kinder. Sie wollte jedes ihrer Gesicher sehen, nun sieht sie das Gesicht eines Mannes, der seinen Vater verloren hat. Handlungen haben immer Konsequenzen, dessen muss sich Daenerys bewusst werden. Gerechtigkeit ist eine Sache, aber es wird auch deutlich, dass Gnade manchmal der bessere Weg ist. Zumindest, wenn man auf dem Thron bleiben möchte.

Die komplette zweite Hälfte der Folge spielt dann in Kings Landing. Bei einem Treffen des Small Council erfahren wir, dass man auch in Kings Landing darüber informiert ist, dass Daenerys sowohl eine Armee als auch Drachen hat. Jorah Mormont scheint sich nicht länger als Spion für die Lannisters verantwortlich zu fühlen. Cersei wird daran erinnert, wie dumm es war, Ser Barristan Selmy aus seinem Dienst zu entlassen. Doch Tywin geht die Sache pragmatisch an. Seine Armee ist größer, und Drachen haben schon lange keinen Krieg mehr gewonnen. Oberyn unterhält sich außerdem mit Varys, den man endlich mal wieder zu Gesicht bekommt.

Die restliche Episode dreht sich dann um Tyrion und die unvermeidliche Gerichtsverhandlung, immerhin muss aufgeklärt werden, wer Joffrey getötet hat. Auf makabere Weise ist es eine Art Best-Of von Tyrion. Meryn Trant, Maester Pycelle, Cersei, Varys, sie alle dürfen aussagen. Tyrion bleibt nichts außer dort zu sitzen, und sich die Geschichten anzuhören, die über ihn erzählt werden. Das Bittere daran: ein Funken Wahrheit steckt in allen Geschichten, doch der Kontext um die Geschichten herum, der wird verschwiegen. Unterbrochen wird die Verhandlung, als Jaime sich mit seinem Vater darauf einigt, Tyrion die Möglichkeit zu geben ein Teil der Nights Watch zu werden. Jaime will dafür seine Rolle in der Kings Guard aufgeben und das Erbe der Lannisters weitertragen. So weit, so gut. Natürlich kommt der Gedanke auf, dass Tywin das sorgfältig geplant hat und wusste, dass Jaime sich sozusagen für seinen Bruder opfern würde. Immerhin gibt es nichts, was Tywin nicht schon lang vorher geplant hat.

Aufmerksame Beobachter des Intros dürften Sibel Kekillis Namen schon zu Beginn der Episode entdeckt haben. Dass Shae dann allerdings Tyrion so in den Rücken fällt ist mehr als nur ein Schlag ins Gesicht. Sie beschuldigt Tyrion und Sansa, Joffrey vergiftet zu haben. Weil das aber noch nicht ausreicht, gibt sie eine Horrorversion ihrer Beziehung zu Tyrion wieder, sehr zur Freude des anwesenden Publikums. Natürlich wird sie dafür auf irgendeine Art und Weise bezahlt, aber auf eine gewisse Art ist es für sie zunächst auch eine Möglichkeit, sich diese Beziehung auszureden. Dass sie Tyrion liebte, haben wir über mehrere Staffeln gemerkt, und genau wie wir es geglaubt haben, hat auch Shae an diese Liebe geglaubt. Dass sie sich nun eine solche Variante dieser Beziehung ausmalen kann, vermag ihr vielleicht dabei zu helfen, die Trennung zu verarbeiten. Wir werden sehen, wie das ausgeht.

Für Tyrion ist all dies zuviel. Sein ganzes Leben lang lebt er mit dem Makel, ein Zwerg zu sein. Er muss sich gegen seine Schwester, seinen Vater, die ganze Stadt durchsetzen. Er rettet Kings Landing, und alles was er dafür bekommt ist Spott und Hohn, im besten Falle Nichtbeachtung. Er wird eines Verbrechens angeklagt, dass er nicht begangen hat, und er hat keinerlei Aussicht auf eine faire Verhandlung. Also packt er aus, holt zum Rundumschlag aus, nur um letztendlich sein Recht auf eine Entscheidung durch Zweikampf durchzusetzen.

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Tyrion hat bisher den Großteil der Staffel in einer Gefängniszelle verbracht. Nun, wo man ihn hinauslässt, zeigt er, was er kann. Und Peter Dinklage spielt, wie eigentlich immer, unfassbar. Dass er vor Gericht steht, weil er ein Zwerg ist, hätte in so vielen Versionen einfach nur kitschig wirken können. Doch er schafft es, die anwesenden Leute dazu zu zwingen, ihn zu sehen. Nicht als Zwerg oder den Mörder des Königs, den sowieso jeder lieber tot gesehen hätte. Er zwingt sie, ihn als menschliches Wesen zu sehen. Wir als Zuschauer haben schon lange eine Idee davon, wie es wirklich in Tyrions Innerem aussieht. In dieser letzten Szene packt er all dieses unterschwellige, den ganzen Hass, die Bitterkeit die er mit sich herumträgt, aus, breitet es vor dem anwesenden Publikum aus, zwingt alle, hinzusehen. Er weiß, dass er hier keinerlei Gerechtigkeit erfahren wird, wieso also noch irgendetwas zurückhalten? Mit diesem letzten Satz zerschmettert Tyrion all die sorgfältig vorbereiteten Pläne seines Vaters mit einem einzigen Schlag. Während der Verhandlung durften wir schon sehen,dass Margaery mit dem Verlauf nicht zufrieden war, sie kennt ja die Wahrheit. Wir konnten auch sehen, dass Jaime langsam merkte, dass es sich eher um eine Farce als eine gerechte Sache handelt. Tyrion macht dies mit seinen letzten Worten für wirklich jeden deutlich.    

Wahllose Gedanken zum Schluss:
  • Offensichtlich sind die letzten 5 Minuten dieser Folge Peter Dinklages Bewerbungsvideo für die nächsten Emmys. Aber ist noch jemandem aufgefallen, wie großartig Alfie Allen (Theon) spielt? Er geht ja beinahe komplett unter, dabei macht er einen super Job. 
  • Iwan Rheon (Ramsay Snow) kann auch ganz anders: Iwan Rheon singt!
  • Sherlockians dürften sich über Mycroft Holmes aka Mark Gatiss aka Tycho Nestoris aka der Typ von der Bank freuen. 
  • Danaerys hat eine ganze Menge Titel.
  • Offensichtlich ist Jaime nun nichtmehr der alleinige Träger des Kingslayer - Titels.
  • Braavos, endlich! Inklusive Koloss, der ziemlich eindrucksvoll aussah.

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