Filmkritik: Lego Movie

© Warner

Lego dürfte bei vielen Menschen ein elementarer Bestandteil der Kindheit gewesen sein. Und nicht wenige machen damit auch im Erwachsenenalter einfach weiter. Die bunten Steinchen erfreuen sich seit Jahrzehnten an einer enormen Beliebtheit. Nun wagt man seitens Lego also den Großangriff auf das Kino. Das ist, und damit habe ich wirklich nicht gerechnet, ziemlich gut geworden. 

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Story: Emmet ist ein ganz normaler Bauarbeiter. Absolut nichts an ihm ist irgendwie besonders, niemand weiß etwas nettes oder schlechtes über ihn zu sagen. Eines Abends findet er beim verlassen der Baustelle eine mysteriöse, herumschleichende Frau. Ehe er sich versieht, fällt er (buchstäblich) in ein tiefes Loch, an dessen Boden ein seltsames Bauteil liegt, welches fortan an seinem Rücken klebt. Die mysteriöse Frau, die sich selbst Wildstyle nennt, erklärt ihm, dass er ein Meisterbauer sei, und es eine Prophezeiung zu erfüllen gilt. Der böse Lord Business will nämlich die Welt zerstören, und das muss verhindert werden. Und so bricht Emmet auf zur Reise seines Lebens. 

Kritik: So weit, so gut. Klingt nach einer typischen "from zero to hero" Story, wie sie schon tausendmal erzählt wurde. Aber das muss nichts schlechtes sein. Die Macher von Lego Movie haben sich alle Mühe gegeben und holen aus diesem Konzept das Beste heraus. Aber wenn wir ehrlich sind, sind wir doch eh alle nur hier, weil wir die bunten Steinchen in Action sehen wollen. 

Und was soll man sagen? Es gibt Action bis zum Umfallen, und dann noch ein bisschen obendrauf. Mit einem Kasten voller Legosteine kann man sich ganze Welten erschaffen, wenn man ein wenig kreativ ist. Genau dieses Konzept, die Tatsache dass Alles möglich ist, machen sich die Köpfe hinter Lego Movie zu schaffen. Die Protagonisten brauchen ein Motorrad? Sie bauen es aus der Umgebung. Das Motorrad muss auf einmal fliegen können? Kein Problem, es wird einfach umgebaut. Und weil es keinerlei Regeln gibt, an die man sich halten muss, kann eben auch Batman mal den Wilden Westen besuchen. Oder ein Katzeneinhorn (!) mit seinen Aggressionsproblemen kämpfen. Han Solo kann zum feiern vorbeischauen, Gandalf und Dumbledore können Freunde sein. Zwei (!!) Michelangelos machen auch noch mit. Und endlich erfahren wir, was Superman von Green Lantern hält. Wem das alles noch nicht cool genug ist, der kann sich auf Laserhaie (!!!) freuen. Man muss es sich vorstellen wie eine große Box, in die jemand alles, was jemals bei Lego lizensiert war, hineingeworfen hat. Diese Box wurde dann einmal gut durchgeschüttelt, und heraus kommt Lego Movie. Beinahe jedes Spielzeug seit den 80er Jahren findet seinen Weg in den Film, man hat also eine riesige Freude wenn man "sein" Spielzeug entdeckt.
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Lego Movie ist dabei kein reiner Kinderfilm. Sicherlich werden die Kleinen ihre Freude an den bunten Steinchen haben. Doch die unzähligen Referenzen auf die Popkultur, die dürften ihnen entgehen. Auch kann man bei genauerem Hingucken durchaus die ein oder andere gesellschaftskritische Ader an dem Film entdecken. Und dass ein wahnsinniger Herrscher alles in seinem Staat, von der alltäglichen Routine bis hin zum völlig überzogenen Kaffeepreis, reguliert und kontrolliert und sowieso am liebsten für immer stillstehen lassen will, kann guten Gewissens auch in die Orwellsche Ecke eingeordnet werden. Klar, letztendlich ist auch Lego Movie nichts anderes als eine 100 Minuten lange Werbung für ein Spielzeugprodukt. Aber im Gegensatz zu Vertretern wie Battleship (Schiffe versenken) oder Transformers hat man sich hier wirklich alle erdenkliche Mühe gegeben, und diese Mühe zahlt sich aus. Nicht nur ist der Film unglaublich erfolgreich in den weltweiten Kinos, er ist es, meiner Meinung nach, auch vollkommen zurecht.

Infos zum Film
Originaltitel: Lego Movie
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Abenteuer, Animation, Komödie
FSK: 0
Laufzeit: 100 Minuten
Regie: Phil Lord, Christoph Miller
Drehbuch: Phil Lord, Christoph Miller
Darsteller: Chris Pratt, Will Ferrell, Elizabeth Banks, Morgan Freeman, Liam Neeson, Will Arnett, Nick Offerman, Chaninng Tatum, Cobie Smulders u.a.

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