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gesehen: Mindhunter Staffel 1

© Netflix

Story


Ende der 70er Jahre versuchen die beiden FBI Agenten Holden Ford (Jonathan Groff) und Bill Tench (Holt McCallany) in Gesprächen mit verschiedenen Serienmördern herauszufinden, was sie zu ihren Taten motivierte, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern.

gesehen: Das Gesetz der Familie

© Koch Films


Story


Seit Generationen leben die Familienmitglieder des Cutler-Clans als Outlaws in der Landschaft um Gloucestershire in England. Was sie zum Leben brauchen, stehlen sie von den reichen Bewohnern der Gegend. Chad (Michael Fassbender) bewundert seinen Vater, Clan-Oberhaupt Colby (Brendan Gleeson), dafür ein Freigeist zu sein und sein Leben in absoluter Unabhängigkeit verbracht zu haben. Aber er weiß auch, dass das Leben abseits der Regeln nur bedingt Freiheit bietet, denn der Rückweg in die zivile Gesellschaft ist verbaut. Doch die Unabhängigkeit hat ihren Preis: die Polizei liegt stets auf der Lauer, in der Gruppe herrscht Chaos und das Geld ist immer knapp. Chad liebt seinen Vater, aber er möchte auch für seine Kinder ein Zuhause schaffen, in dem sie sicher aufwachsen können. Für Colby jedoch ist jede Abweichung vom Rebellenalltag Verrat an der Familientradition.

Serienkritik: Modus Staffel 1

© Edel Germany GmbH

Story


Während der Weihnachtszeit ereignet sich eine Reihe verstörender Todesfälle in Schweden. Als Stina, die autistische Tochter der ehemaligen FBI-Profilerin Inger Johanne Vik (Melinda Kinnaman), unfreiwillig zur Zeugin eines Mordes wird, gerät sie ins Visier des Serienmörders. Um ihre Tochter zu schützen, schließt Inger sich den Ermittlungen der Stockholmer Polizei an. Während Kommissar Ingvar Nyman (Henrik Norlén) den schockierenden Mord an der Bischöfin Elisabeth Lindgren in Uppsala untersucht, tauchen in Stockholm weitere Leichen auf. Trotz unterschiedlicher Todesursachen dauert es nicht lange, bis Inger Johanne ein Muster bemerkt: Die Morde haben eine Verbindung zu einem fundamentalistischen internationalen Netzwerk. Eine verzweifelte Jagd nach dem Mörder beginnt.
© Edel Germany GmbH

Serienkritik: The Killing - Die komplette Serie

© 20th Century Fox / Studiocanal / Pandastorm
Wäre man gemein, dann würde man sagen: Die Amerikaner können mit fremdsprachigen Filmen und Serien nichts anfangen und produzieren deswegen laufend Remakes. Oft reichen diese Remakes in keinster Weise an ihr Original heran. Im Falle der Serie "The Killing", die auf der dänischen Serie "Förbrydelsen" (im deutschen Raum: "Kommissarin Lund") beruht, sieht das ein wenig anders aus. Nun gibt es alle vier Staffeln in einer schicken Box zu kaufen. Grund genug, euch die Serie mal näher vorzustellen. 

Story: Die ersten beiden Staffeln drehen sich um den Mordfall an der jungen Rosie Larsen. Detective Sarah Linden und Stephen Holder müssen den Fall gemeinsam aufklären. Dreh- und Angelpunkte sind einerseits die Auflösung des Falls, dann die zerschlagene Familie des Mordopfers sowie der Wahlkampf um das Bürgermeisteramt von Seattle, der durch den Mord ins Stocken gerät. In der dritten Staffel ermittelt Holder in einem Fall, der erschreckende Parallelen zu einem bereits abgeschlossenen Fall von Linden aufweist. Doch der Täter wurde damals gefunden und verurteilt. Wurde ein Fehler gemacht? Die vierte Staffel behandelt den Mord an einer Familie.
© 20th Century Fox / Studiocanal / Pandastorm
Kritik: Um "The Killing" gab es eine ganze Reihe Probleme. Der Sender AMC produzierte die ersten beiden Staffeln und setzte die Show danach ab. Fox Television mischte sich ein und suchte nach einem Produktionspartner. Den fand man dann in Netflix, und eine dritte Staffel wurde ausgestrahlt. Danach setzte AMC die Serie erneut ab, Netflix gab nach 2 Monaten bekannt, dass sie eine vierte und letzte Staffel mit sechs Folgen produzieren würden. In Deutschland fristete die Serie ein Nischendasein auf dem Pay-TV Sender RTL Crime, die Staffeln 3 und 4 wurden von Netflix gezeigt. Es ist also nicht besonders verwunderlich, dass kaum jemand "The Killing" wirklich auf dem Radar hatte.

Mit der Komplettbox kann sich dies nun ändern. Wie schon beim dänischen Original gilt: Das Suchtpotenzial ist ziemlich hoch. Vor allem die ersten beiden Staffeln, die in insgesamt 26 Episoden einen einzigen Mordfall auflösen, wissen zu fesseln. Ich bin ja vor allem, wenn es draußen auf Herbst und Winter zugeht, immer für Krimis zu begeistern, aber wenn mir jede Folge ein neuer Fall vorgesetzt wird fühlt sich das oft zu überhastet an. Hier konnte ich kaum schnell genug die nächste Folge auswählen. Besonders faszinierend ist auch, dass die Spannung sich kontinuierlich aufbaut. Am Anfang wirkt das düstere, dauerverregnete Setting in Seattle vielleicht noch etwas abschreckend, doch man wird schnell in diesen Sog hineingerissen. Es geht dann auch weniger um den Mord an sich, sondern vielmehr darum, welche Auswirkungen dieser hat: Auf die Polizei, die Familie, die Politik.
´© 20th Century Fox / Studiocanal / Pandastorm
Klar, über vier Staffeln hinweg und insgesamt drei aufzuklärende Morde kann "The Killing" nicht alle Stolperfallen des Genres umgehen. Irgendwann wird jeder mal verdächtigt, und als Zuschauer rätselt man munter mit, muss sich aber gedulden bis es zur Auflösung kommt. Jeder Funken Kritik wird aber locker dadurch aufgewogen, dass die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren unglaublich stimmig ist. Mireille Enos und Joel Kinnaman liefern tiefgehende Portraits ihrer Figuren ab. Vor allem Sarah Linden ist eine faszinierende Figur. Sie spricht nur, wenn es unbedingt etwas zu sagen gibt, sie ist das ruhige Zentrum in einem Sturm, den kaum jemand bändigen kann. Der Fokus auf die wenigen Fälle sorgt auch dafür, dass man als Zuschauer nicht mit banalen Nebenschauplätzen belästigt wird, die effektiv nur dazu da wären, um Zeit totzuschlagen. Alles, was hier passiert, trägt zur Geschichte bei und ist wichtig.

Staffel 3 bringt nicht nur eine Nebenrolle für Jewel Staite (Kaylee aus "Firefly" und somit mein persönliches, kleines Highlight in der Staffel) und einen umwerfenden Auftritt vom ewig unterschätzten Peter Saarsgard, sondern auch einen neuen Mordfall. Und einen Subplot über Kinderprostitution, der er tatsächlich schafft, dass man sich aufrichtig für die Kids interessiert. Der Fokus liegt nun auf einem Serienkiller, was zwar eine Abwendung von der willkommenen Abwechslung der ersten beiden Staffeln darstellt, aber immer noch faszinierend geschrieben ist. So wird die Serie ein bisschen konventioneller, ohne dabei langweilig zu wirken.
© 20th Century Fox / Studiocanal / Pandastorm
Die vierte Staffel bringt dann in knackigen sechs Episoden die ganze Serie zu einem würdigen Abschluss. Zu viel kann ich ja nicht darüber schreiben, besonders bei Krimis will man ja niemandem die Spannung verderben. Offene Fragen werden beantwortet, ab und an scheint sogar mal die Sonne. So ganz rund ist der Abgang nicht geworden, dafür sind sechs Folgen auch irgendwie zu wenig. Die Verbindung des Mordfalles mit dem Innenleben der beiden liebgewonnenen Ermittler ist ebenfalls lückenhaft. Andererseits ist es wohl auch ziemlich schwierig, eine so komplexe Serie in so kurzer Zeit zu Ende zu bringen. Für das Gesamtpaket ist die finale Staffel unerlässlich, auch wenn sie mit Abstand die schwächste der vier ist. Wer sich trösten will kann ja aber nun jederzeit die anderen drei Staffeln ansehen und dort in trist-trüb-grauer Erinnerung schwelgen.

Fazit: Krimifans, die nicht jede Woche einen neuen Fall vorgesetzt bekommen wollen, sollten hier unbedingt zugreifen. Aber auch Freunde des herkömmlichen Krimis dürfen mutig sein und sich auf die komplexe Geschichte von "The Killing" einlassen. Mit genug Änderungen dem dänischen Original gegenüber kommen auch Kenner der ursprünglichen Story noch auf ihre Kosten. Vor allem die beiden Hauptdarsteller wissen zu begeistern und trösten über kleinere Längen in der Laufzeit ganz leicht hinweg. Wegen akuter Suchtgefahr sollte man vielleicht allerdings am besten an einem Freitagnachmittag mit dem Anschauen beginnen, denn selten lud eine Serie so dazu ein, gleich mehrere Folgen am Stück wegzuschauen.

Die Blu-rays: Pandastorm veröffentlicht die Komplettbox (seit dem 15. September 2016 im Handel erhältlich) im schicken Pappschuber ohne FSK-Aufkleber. Wer lieber die Keepcases einzeln im Regal stehen haben möchte, findet in allen vier Hüllen jeweils Wendecover vor. Jede Staffel kommt mit einem kleinen Falt-Booklet daher, in dem sich jeweils ein Episodenguide befindet, damit die Übersicht nicht verloren geht. Insgesamt befinden sich 11 Discs in der Box, die Gesamtlaufzeit beträgt stattliche 1948 Minuten.

Alle vier Staffeln können sowohl in der englischen Originalversion als auch in der deutschen Synchronfassung angesehen werden. Beide Tonspuren liegen in DTS-HD MA 5.1 vor. Die Abmischung ist sauber, die Dialoge sind jederzeit gut verständlich und auch sonst ist der Ton schön räumlich und satt. Untertitel sind in Deutsch und Englisch ansehbar. Das Bild ist kontrastreich, trotz der recht düsteren Farbgebung der Serie werden keine Bildelemente verschluckt. Auch die Schärfe ist gut gesetzt.

Eine ganze Menge Bonusmaterial findet sich ebenfalls in den einzelnen Staffelboxen. Es gibt neben den Episodenguides in den Booklets noch eine Extended Episode 13 aus Staffel 1 sowie einen Audiokommentar zu Episode 1 und 13 der ersten Staffel. Die zweite Staffel bringt zwei Featurettes mit: Rosie’s letzter Video Blog und eine Autopsie von The Killing. Dazu gibt es noch ein paar Deleted Scenes. Staffeln eins und zwei haben darüber hinaus noch eine Bildergalerie mit an Bord.   

Infos zur Serie

Originaltitel: The Killing
Erscheinungsjahr: 2011 - 2014
Genre: Krimi
FSK: 16
Laufzeit: ~ 1948 Minuten (44 Episoden insgesamt, Staffel 1–3: 45 Minuten, Staffel 4: 60 Minuten pro Folge)
Regie:Ed Bianchi, Nicole Kassell, Phil Abraham u.a.
Drehbuch: Veena Sud, Dan Nowak, Dawn Prestwich u.a.
Darsteller: Mireille Enos, Joel Kinnaman, Billy Campbell, Michelle Forbes, Brent Sexton, Kristin Lehman, Eric Ladin, Jamie Anne Allman, Joan Allen u.a.

Serienkritik: Kommissarin Lund Staffel 1

© Edel Germany GmbH
Story: Ein brutaler Mord erschüttert Kopenhagen. Wer hat Nanna Birk Larsen getötet? Im Verlauf von insgesamt 10 fesselnden Episoden verfolgen Sarah Lund und ihr Team den Mörder des Mädchens. Für die Eltern ist ein Albtraum wahr geworden. Nichts ist mehr, wie es vorher war. Sie wollen Rache, sie wollen Gerechtigkeit. Die Fahndung beginnt. Diverse Verzweigungen bei der Aufklärung des abscheulichen Verbrechens scheinen sich durch ganz Kopenhagen und alle gesellschaftlichen Milieus zu ziehen. In der Familie und der Politik, bei Lehrern und Mitschülern – immer neue Abgründe tun sich vor den Augen der jungen Kommissarin auf.

Kritik: Ich glaube, ich kann gar nicht häufig genug betonen, wie sehr ich skandinavische Krimis mag. Diese Mischung aus düster angehauchter Story, kühlen Bildern und verwobener Erzählung nimmt mich immer wieder voll in ihren Bann. Aktuelles Objekt meiner Schwärmerei ist "Kommissarin Lund". Und ja, ich weiß, dass die Serie schon etwas älter ist. Doch Ende September kommen alle drei Staffeln des dänischen Erfolges in einer Komplettbox auf den Markt, und ich stelle euch heute die erste Staffel vor und erkläre euch, wieso ihr einen Blick riskieren solltet.
© Edel Germany GmbH
In insgesamt 1000 Minuten wird hier ein einziger Mordfall aufgeklärt. Das spannende daran ist, dass sich, ausgehend von diesem Mord an der 19 Jahre alten Schülerin Nanna Birk Larsen, auf drei Ebenen konzentriert wird. Da wären einmal die Ermittlungen, die Sarah Lund gemeinsam mit ihrem Nachfolger durchführt. Daneben wird sich ungewöhnlich ausgiebig mit der hinterbliebenen Familie des Mordopfers auseinandergesetzt. Und dann ist da noch die politische Ebene. Durch die lange Laufzeit schafft die erste Staffel es wirklich gut, richtig ins Detail zu gehen. Selbst Nebenfiguren bekommen hier eine Menge Raum zugeteilt, so entsteht ein dichtes Netz, und man rätselt schnell mit, wer denn nun den Mord begangen haben könnte. Zuviel will ich gar nicht verraten, jeder kleine Spoiler wäre hier einer zu viel.

Richtig Laune machen auch die Darsteller. Vor allem Sofie Gråbøl als Sarah Lund liefert eine großartige Leistung. Sie ist verbissen wenn es drauf ankommt, kann aber durchaus auch einfühlsam sein. Auch die restlichen Beteiligten schaffen es, gemeinsam ein tiefgehendes Bild zu zeichnen. Es geht nicht nur um die Aufklärung des Mordes, sondern eben auch um den Umgang auf der zwischenmenschlichen Ebene. Wie arrangiert man sich mit einem solchen Verlust? Wie schafft man es, bei einem solchen Mordfall als Ermittler nicht aus der Fassung zu geraten? Was zählt mehr, die eigenen Ideale, oder doch das große Ganze? "Kommissarin Lund" lädt mit solchen, großen Fragen auch zur Auseinandersetzung mit sich selbst ein. Gewohnt qualitativ hochwertig sind auch die Kulissen und die Requisiten, die Locations sind stimmig und es fällt leicht, sich auf die Geschichte einzulassen. Minimale Abstriche in Sachen Logik könnte man machen, wenn man Rosinen picken wollen würde. Klar wäre die Arbeit leichter, wenn die Polizisten mehr miteinander kommunizieren würden. Und natürlich wird erstmal jeder irgendwie verdächtigt, bevor der Täter dann identifiziert werden kann. Dinge, die eigentlich jede Krimiserie so mit sich bringt, die hier aufgrund der langen Auseinandersetzung mit einem Fall aber vielleicht ein wenig mehr ins Auge fallen. Doch im Angesicht der konsequenten und gut erzählten Geschichte lässt sich leicht über solche kleinen Makel hinwegschauen.
© Edel Germany GmbH
Fazit: Krimifans, besonders diejenigen, die auf skandinavisches Material stehen, sollten hier unbedingt einen Blick riskieren, so dies noch nicht geschehen ist. Eine dicht verwobene Story erstreckt sich auf mehreren Ebenen, und die Macher nehmen sich alle Zeit der Welt, das Geschehen aus zahlreichen Blickwinkeln zu beleuchten. Abgerundet wird das durch richtig gut aufgelegte Darsteller, die in ihren Figuren voll aufgehen. Hier stimmt beinahe alles, und kleinere Makel verblassen rasch im Angesicht all der Dinge, die "Kommissarin Lund" richtig, richtig gut macht.

Die Blu-ray: Die Blu-ray im Vertrieb von Edel (erschien am 22. Oktober 2015 erstmals) liefert ein gelungenes Komplettpaket. Auf insgesamt 5 Discs verteilen sich die zehn Episoden mit je 100 Minuten Laufzeit. Im Gegensatz zur Ausstrahlung im ZDF liegen die Folgen hier auch ungeschnitten vor. Wer sich auf dänischen Originalton gefreut hat (so wie ich, dänisch ist eine wundervolle Sprache), der schaut hier allerdings in die Röhre. Einzig die, wenn auch wirklich gut gemachte, deutsche Synchronfassung sowohl in Dolby Digital 2.0 als auch DTS-HD 2.0 hat es auf die Blu-ray geschafft. Wie sowas heutzutage noch möglich ist, kann ich mir absolut nicht erklären. Das Bild ist scharf, die kühlen Farben kommen gut zur Geltung. Als Extras gibt es ein spannendes Making-of, ein paar Szenen vom Casting und einige Interviews zu bestaunen. Ein Wendecover liegt leider nicht bei.

Infos zur Serie

Originaltitel: Forbrydelsen
Erscheinungsjahr: 2007 (Dänemark) / 2008 (deutsche Erstausstrahlung)
Genre: Krimi
FSK: 16
Laufzeit: ~ 1000 (10 Folgen mit je 100 Minuten Laufzeit)
Regie: Kristoffer Nyholm, Henrik Ruben Genz, Hans Fabian Wullenweber, Birger Larsen
Drehbuch: Søren Sveistrup
Darsteller:  Sofie Gråbøl, Bjarne Henriksen, Ann Eleonora Jørgensen, Søren Malling, Lars Mikkelsen u.a.

Trailer



Filmkritik: Zoomania

© Disney
Story: Zoomania ist eine Metropole wie keine andere, eine Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten und Schmelztiegel der unterschiedlichsten Tierarten aus aller Welt: Wüstenbewohner leben in Sahara-Wolkenkratzern neben Eisbären in coolen Iglu-Appartements. Hier scheint für jeden einfach alles möglich, egal ob Spitzmaus oder Elefant. Doch als Polizistin Judy Hopps – jung, ehrgeizig, erster Hase bei der Polizei überhaupt – nach Zoomania kommt , stellt sie schnell fest, dass es gar nicht so einfach ist, sich als einziges Nagetier in einer Truppe aus knallharten und vor allem großen Tieren durchzubeißen. Eben noch dazu verdonnert, Knöllchen zu schreiben, erhält die aufgeweckte Hasendame vom Polizeichef ihren ersten großen Auftrag: Sie soll eine zwielichtige Verschwörung aufdecken, die ganz Zoomania in Atem hält. Ihr erster richtiger Fall erweist sich bald als eine Nummer größer als gedacht, doch Hopps ist fest entschlossen, allen zu zeigen, was sie drauf hat! Auch wenn sie dafür notgedrungen mit dem großmäuligen und ziemlich ausgefuchsten Trickbetrüger Nick Wilde zusammenarbeiten muss…

Kritik: Disney erforscht sich, so scheint es jedenfalls, aktuell immer wieder selbst. "Tangled" brachte eine moderne Version von Rapunzel, "Frozen", "Big Hero 6" und "Wreck it Ralph" bewegten sich in dem Spannungsfeld zwischen traditioneller Disney-Erzählung und moderner Herangehensweise. "Zoomania", oder wie er im Original (und deutlich sinnvoller) heißt, Zootopia, ist dabei zuerst einmal wunderschön anzuschauen. Spätestens wenn Judy mit dem Zug in die große Stadt fährt und wir als Zuschauer alle Bereiche zu sehen bekommen (eisige Welten gleich neben der Sahara und einem saftigen, satten Dschungel), macht sich staunen breit. Auch der Aufbau der Welt ist gewohnt liebevoll bis in die kleinsten Details durchdacht. Es mag sich um eine Welt handeln, in der nur Tiere leben, aber alles wirkt so, als ob dieser Ort tatsächlich existieren könnte. Hier finden sich dann auch schon die ersten Seitenhiebe auf unsere Gesellschaft, die für den einen oder anderen Lacher sorgen. Ebenso unterhaltsam sind zahlreiche Anspielungen seitens Disney auf aktuelles, popkulturelles Geschehen.
© Disney
Neu, oder zumindest relativ neu für Disney, ist der überdeutliche Bezug zu aktuellen Themen. An die immer wiederkehrende "Du kannst alles sein, was du willst" Botschaft haben wir uns bereits gewöhnt, und eine Armee von einzigartigen, speziellen Schneeflocken bevölkert momentan die Welt, nur um zu lernen, dass sie alle nicht so besonders sind wie ihre Eltern ihnen das eingeredet haben. Doch hier wirkt das alles ein wenig eindringlicher, und vor allem wird es dank der tierischen Protagonisten erfolgreich auf weitere Themengebiete ausgeweitet. Und genau hier begibt sich der Film auf eine Gratwanderung, die ihm nicht immer gelingt.

Denn es wird rasch deutlich, dass auch hier die Tiere stellvertretend für Menschen stehen. Und während die Kernaussagen des Films, nämlich dass Stereotype schlecht sind, dass jedem alle Möglichkeiten offen stehen und so weiter, innerhalb der geschlossenen (Tier-)Welt des Filmes noch angehen mögen, wird der Vergleich mit den Menschen kompliziert. Denn der Film nutzt schlicht die falschen Beispiele. Dass Hasen sich beispielsweise recht zügig vermehren, wenn das Umfeld es zulässt, dass Raubtiere niemals ganz gezähmt werden können und unberechenbar bleiben, sind Tatsachen, die sich nicht wegdiskutieren lassen. Und "Zoomania" liefert genügend Beispiele für beide Richtungen und spart sich die Differenzierung. Würde man hier zwei Menschen mit komplett unterschiedlicher Gesinnung ins Kino schicken, sie beide würden sich am Ende in ihrer komplett entgegensetzten Meinung bestätigt fühlen. Doch vordergründig ist die Botschaft des Films natürlich wunderbar umgesetzt und auch wichtig.
© Disney
Ansonsten gibt es hier für Disney doch eher untypische Kost, "Zoomania" entwickelt sich nämlich über seine Laufzeit hinweg durchaus zu einem Krimi mit Noir-Elementen. Ich will nichts verraten, aber wer sich für das Genre interessiert wird sich über ein paar witzige Anspielungen freuen. Ansonsten ist die Geschichte um Freundschaft und den Glauben an sich selbst schön erzählt, toll animiert und randvoll mit Anspielungen in alle Richtungen. Kurz gesagt: Kurzweilig, lustig, nachdenklich und mal wieder ein Volltreffer aus dem Haus mit der Maus.

Fazit:"Zoomania" hat ganz klar das Herz am rechten Fleck und thematisiert aktuelle Geschehnisse. Da wird anhand von Hasen und Füchsen die ganze Bandbreite von Sexismus, Rassismus, Benachteiligung und Stereotypen abgearbeitet, und das oftmals ziemlich eindeutig. Das ist, vor allem für Disneyverhältnisse, neu, wertet den Film aber ungemein auf. Dass er sich dann am Ende selbst wenigstens ein bisschen in die Pfanne haut, weil die angeführten Beispiele im Bezug auf Menschen mal so gar nicht funktionieren, ist zu verschmerzen. Darüber hinaus sieht "Zoomania" atemberaubend schön aus, steckt randvoll mit popkulturellen Hinweisen und weiß, wie man sein Publikum bei Laune hält, egal wie alt es ist.

Infos zum Film

Originaltitel: Zootopia
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Animation, Krimi, Drama, Komödie
FSK: 0
Laufzeit: 108 Minuten
Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush
Drehbuch: Jared Bush, Phil Johnston
Sprecher (englisch): Ginnifer Goodwin, Jason Bateman, Idris Elba, Jenny Slate, J.K. Simmons, Alan Tudyk, Bonnie Hunt u.a.

Trailer


Serienkritik: NCIS: New Orleans Staffel 1*

© Paramount

Story: New Orleans, pulsierende Metropole. Dort werden kriminelle Fälle untersucht, die das Militär betreffen. Leiter des Teams ist Special Agent Dwayne Cassius Pride aka „King“ (Scott Bakula), der in New Orleans aufwuchs und dem es besonders wichtig ist, immer das Richtige zu tun. Zusammen mit Pride arbeiten Special Agent Christopher LaSalle (Lucas Black), der sich zu vergnügen weiß, aber umso härter arbeitet, sowie Special Agent Meredith „Merri“ Brody (Zoe McLellan), die im Verhör besonders taff und nach einer Versetzung aus dem Great Lakes Office auf der Suche nach einem Neustart ist. Unterstützt wird das Team von der Rechtsmedizinerin Dr. Loretta Wade (CCH Pounder), die ebenso exzentrisch wie clever ist. Diese bunte Stadt, die auch eine dunkle Seite birgt, ist Anziehungspunkt für beurlaubtes Militärpersonal. Und wenn übermäßiger Genuss zu Schwierigkeiten führt, ist Prides Team stets zur Stelle.

Kritik: Erst CSI, dann NCIS: Krimiserien, gerne auch mit zahlreichen Spin-Offs die dann verschiedene Städte bedienen, boomen nach wie vor. Nun kommt also "NCIS: New Orleans" daher und buhlt um die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Das frische Team wurde bereits in der elften Staffel der Mutterserie vorgestellt, nun geht es also an eigene Fälle, die gelöst werden müssen. Zu Beginn lernen wir das Team wenigstens in groben Zügen ein wenig kennen. Pride ist sozusagen der Vater des Teams, er kümmert sich um seine Kollegen, macht ihnen Frühstück und hat stets ein offenes Ohr für Probleme. Als Zuschauer ist schnell klar: es handelt sich um eine eingeschworene Truppe. Damit man einen Zugangspunkt findet gibt es Meredith. Sie kommt von außerhalb neu dazu und muss ihren Platz im Team erst finden. Ihre Figur dient dem Zuschauer als Fixpunkt, mit ihr kann man sich identifizieren und den Zugang zur Gruppe finden. 

Doch es handelt sich um NCIS, also müssen wir nicht lang auf den ersten Mord warten. Bei dem besteht gleich eine Verbindung zum Team, es wird also emotional richtig gut investiert. Die folgenden Episoden funktionieren dann in typischer Manier für solche Serien vollkommen alleinstehend. Immer wieder werden aber Verknüpfungspunkte eingebaut, so dass auch die Zuschauer, welche vor allem an den Figuren interessiert sind voll auf ihre Kosten kommen. Und Interesse an den Figuren wird man hier beinahe automatisch entwickeln. Vielleicht nicht gerade weil sie so herausragend geschrieben sind, es handelt sich ja doch eher um allseits bekannte Stereotypen. Aber die Darsteller, allen voran Scott Bakula und CCH Pounder, die wohl jedem aus zahlreichen anderen Serien bekannt sein dürften, spielen bemerkenswert sympathisch. Persönliche finde ich es toll CCH Pounder nach ihrem tollen Auftritt bei "Sons of Anarchy" mal in einer etwas entspannteren und humorvollen Rolle zu sehen, denn sie kann wirklich vielseitig und immer überzeugend spielen. 
© Paramount
Heimlicher Star ist aber natürlich das Setting. Besonders zu Beginn der ersten Staffel wird manchmal noch ein wenig übertrieben mit den Anspielungen, so als ob der Zuschauer wirklich mit aller Gewalt daran erinnert werden müsste dass er sich nun in New Orleans befindet. Pride ist besonders stolz auf sein Gumbo, jeder steht total auf Jazz: hier werden erstmal Klischees abgearbeitet. Doch das hört recht zügig auch wieder auf und man kann die wirklich wunderschönen Kulissen bewundern. Die Farben sind knallig und bunt, die ganze Stadt scheint zu pulsieren. Atmosphärisch überzeugt "NCIS: New Orleans" absolut. Die zu lösenden Fälle sind nicht immer absolute Hochkaräter, aber bei dem Überangebot an Kriminalserien ist es vermutlich mittlerweile auch schwer sich noch großartig abzuheben. Dennoch bleiben die allermeisten Fälle recht spannend und man rätselt gerne mal mit.

Fazit: Vor einer toll in Szene gesetzten Kulisse darf ein grundsympathisches Team ermitteln: Innovativ sind Serien wie "CSI" und "NCIS" wohl schon seit einer Weile nicht mehr. Aber "NCIS: New Orleans" sollte euch dennoch einen Blick wert sein. Toll aufgelegte Darsteller, größtenteils spannende Fälle und ein Team welches man schnell ins Herz schließt verschmelzen gemeinsam mit dem abenteuerlichen New Orleans zu einer Krimiserie, bei der man ruhig einen Blick riskieren darf. 

Die DVDs: Paramount Home Entertainment hat die Staffeln auf zwei DVD Boxen aufgeteilt, mit je 11 bzw. 12 Folgen. Besonders überzeugen kann das Bild, welches für DVD Verhältnisse wirklich ausgesprochen scharf und kontrastreich daherkommt. Auch die Farben überzeugen und New Orleans wirkt richtig schön knallbunt und lebendig. Neben der deutschen Tonspur gibt es noch englisch und französisch, alle drei kommen in satten Dolby Digital 5.1 daher. Der Klang verteilt sich gleichmäßig auf die Lautsprecher, die Stimmen sind auch in der OV noch deutlich zu hören und werden kaum von den Hintergrundgeräuschen übertönt. Besonders toll ausgefallen sind die Extras. Einblicke hinter die Kulissen, zahlreiche Featurettes rund um die Episoden, entfernte Szenen und Promo-Trailer laden zum stöbern ein. Ebenfalls mit in der ersten der beiden Boxen sind die Backdoor-Pilotepisoden aus der Mutterserie, NCIS, gelandet. Diese liefen unter dem Titel "Crescent City" in der elften Staffel.

Infos zur Serie

Originaltitel: NCIS: New Orleans
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Krimi
FSK: 16
Laufzeit: ~ 922 Minuten (475 Minuten in Box 1, 447 Minuten in Box 2)
Regie: James Whitmore Jr., Tony Wharmby
Drehbuch: Gary Glasberg
Darsteller: Scott Bakula, Lucas Black, Zoe McLellan, Rob Kerkovich, CCH Pounder

Trailer

    

*Es handelt sich um einen Sponsored Post. Für diesen Artikel wurden mir beide DVD-Boxen über Hashtaglove zur Verfügung gestellt. Die Kritik spiegelt vollumfänglich meine eigene Meinung wieder, eine anderweitige Bezahlung fand nicht statt.

Filmkritik: Horns

© Universal
Über die Verfilmung eines Buches zu reden, ohne das Buch dabei zu thematisieren und als Vergleichsmöglichkeit heranzuziehen ist beinahe unmöglich. In diesem Fall noch viel mehr, denn "Horns" gehört zu meinen liebsten Büchern der jüngeren Vergangenheit. Geschrieben von Joe Hill, der sich zunächst seine eigenen Sporen verdiente bevor er bekannt gab, dass niemand geringeres als Stephen King sein Vater ist, ist "Horns" oberflächlich betrachtet eine Horrorgeschichte. Doch darunter gibt es viel mehr zu entdecken, und bevor der Film nun besprochen wird kann ich wirklich jedem ans Herz legen, mal in das Buch reinzuschauen. Besonders Freunde des schwarzen Humors dürften auf ihre Kosten kommen. In den Händen von Alexandre Aja ist solches Material dann auch augenscheinlich in guten Händen, beweist er doch immer wieder ein ausgesprochen gutes Händchen für stimmigen Horror. So ist sein Remake "The Hills have Eyes" nach wie vor einer der effektivsten Horrorfilme der Neuzeit, in dem der Terror förmlich greifbar aus jeder Szene tropft. Man werfe nun noch Daniel Radcliffe mit in diesen illustren Kessel, der sich seit seiner Zeit als Harry Potter alle erdenkliche Mühe gibt, vielseitig zu sein, und heraus kommt dann eben "Horns". 

Story: Für Ig Parrish könnte es nicht viel schlechter laufen. Vor einem Jahr kam seine große Liebe, Merrin Williams, auf mysteriöse Weise ums Leben. Man fand sie im Wald unter dem Baumhaus, in dem das Paar viel Zeit verbrachte.Den Schädel hat man ihr eingeschlagen, vergewaltigt wurde sie auch. Da sie und Ig kurze Zeit vorher heftig stritten beschuldigt man ihn nun, und Ig versucht vergeblich, seine Unschuld zu beweisen. Nach einer durchzechten Nacht wacht er auf, und etwas ist ungewöhnlich: Ihm wachsen Hörner aus dem Schädel. Was sich zunächst anfühlt wie ein Fluch, wird schnell zum Segen als er merkt, dass die Hörner seine Mitmenschen zwingen, schonungslos die Wahrheit zu sagen. Kann er Merrins Mörder auf diesem Weg finden?
© Universal
Kritik: Auf den ersten Blick weiß "Horns" durchaus zu gefallen. Statt sich in tristen Grautönen zu ergehen wirken vor allem die Szenen im Wald sehr satt und farbhaltig. Juno Temples Figur Merrin wird zum ätherischen Wesen heraufstilisiert, dass durch die Vegetation tanzen darf, und Merrin und Ig haben ein paar durchaus schöne Momente zusammen. Dass hier mit Frederick Elmes ein absoluter Profi am Werk war ist in jeder Szene deutlich. Die Horrortöne sind auf ein Mindestmaß heruntergeschraubt, dafür gibt es eine gute Portion Nachbetrachtung einer beendeten Beziehung. Hier und da mischen sich Flashbacks in eine unbekümmerte Jugend mit ein. Und auf dem Papier klingt all das wie eine ansprechende Mischung.

Doch leider hapert es dann an der Umsetzung. Die einzelnen Teile des Baukastens wissen für sich durchaus zu überzeugen. Die zarte Coming-of-Age Geschichte erinnert in ihren besten Momentan an Genreklassiker wie "Stand by Me", auch die Drama-Elemente sitzen größtenteils und das Rätsel um das Ableben von Merrin hat durchaus Anleihen bei "Gone Girl", auch wenn beide Filme in etwa zeitgleich veröffentlicht wurden. Doch das Potential rund um die Kraft der Hörner wird unerfreulich verschenkt. Hier und da springt ein Lacher dabei herum, wenn genervte Mütter gestehen ihr schreiendes Kind am liebsten zurücklassen zu wollen oder Ärzte genervt von ihren Patienten sind. Und wenn Igs Eltern unter dem Einfluss der Hörner zugeben, wie sehr ihnen ihr Sohn zur Last fällt, dann reagiert man durchaus betroffen und fühlt mit Ig mit. Doch darüber hinaus wird das Potential verschenkt. Sicher, man wird mit einer eindrücklichen Eskalation eines Drogentrips zugedröhnt, doch spätestens mit dem Auftauchen von Heather Grahams Figur übernimmt die Lächerlichkeit. Hätte man sich an dieser Stelle mehr auf die tiefschwarzen Gedanken der vorbildlichen Bürger konzentriert hätte man mehr und interessanteres zu erzählen gehabt.

Und auch das Erzähltempo leidet. Egal, welcher Erzählstrang dem Zuschauer am besten gefällt, er kommt garantiert zu kurz. Die Idee, dass die Hörner die Mitmenschen nicht nur dazu bewegen ihre intimsten Gedanken mitzuteilen, sondern sie auch sehr offen für neue Vorschläge machen hätte das Potential gehabt, wirklichen Horror auf die Leinwand zu zaubern. Doch stattdessen klärt Ig nur den Mord an seiner Freundin auf. Sein restliches Gebaren, das Umarmen der neuen Fähigkeiten, widerspricht dann dem Einsetzen eben dieser. Einer richtigen, inneren Logik folgen die Filmhörner dann ebenfalls nicht. Das Flickwerk an verschiedenen Einflüssen sorgt außerdem dafür, dass sich vor allem die wenigen, visuell wirklich brutalen Szenen nicht ins Gesamtgebilde einfügen wollen. Zum Finale hin wird es dann je nach Einstellung entweder komplett lächerlich, oder man freut sich dass nun endlich nicht mehr hinter dem Berg gehalten wird mit dem Wahnsinn. Hier kommt es ganz auf den Zuschauer an. 
© Universal
Daniel Radcliffe macht dabei durchaus einen akzeptablen Job. Für mich persönlich ist es immer schwer die Erinnerung an Harry Potter vollständig abzulegen, doch Radcliffe gibt sich wirklich Mühe. Hier nimmt man ihm das Wechselbad der Gefühle zwischen Wut und Verzweiflung meistens ab, nur in manchen Szenen ist eine leichte Tendenz zum Overacting zu erkennen. Juno Temple hingegen wurde völlig verschenkt, sie ist nur in wenigen Flashbacks zu sehen. Joe Anderson, der momentan auch in der dritten Staffel von "Hannibal" mit an Bord ist, überzeugt als Igs Bruder, und David Morse zu sehen ist sowieso immer eine Freude. Abschließende Worte gehören dem Soundtrack, der mir ein bisschen zu offensichtlich daherkam. Da wird munter mit "Heroes" von David Bowie um sich geworfen wenn das Paar in Rückblenden auftaucht, Igs Transformation wird von Marilyn Mansons "Personal Jesus" begleitet und Rückblenden in die Kindheit der Protagonisten werden von "Where is my mind" von den Pixies untermalt. Es sind durchaus gute Songs, keine Frage. Doch ihr Einsetzen reisst allzu oft für einen kurzen Moment aus der Handlung, und mit fortschreitender Laufzeit beginnt genau das zu nerven.

Fazit: "Horns" bleibt leider hinter seinen eigenen Möglichkeiten doch sehr deutlich zurück. An den Darstellern liegt das nicht, die machen das beste aus ihrer Lage und überzeugen. Doch zu viele Köche verderben den Brei, und dies gilt auch für zu viele Arten von Geschichten, die man mit einem Film erzählen kann. So springt "Horns" munter von einem Genre ins nächste, und die einzelnen Versatzstücke sind auch durchaus gut erzählt. Doch als großes Ganzes überzeugt das weniger, einfach weil kaum etwas wirklich zusammenpasst. Besonder im Anbetracht der guten Vorlage tut das weh, denn das Potential, das wäre hier durchaus vorhanden gewesen. Schade drum, aber für einen netten Abend zuhause trotzdem gut zu gebrauchen.

Infos zum Film

Originaltitel: Horns

Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Horror, Thriller, Drama, Fantasy
FSK: 16
Laufzeit: 120 Minuten
Regie: Alexandre Aja
Drehbuch: Keith Bunin
Darsteller: Daniel Radcliffe, Juno Temple, Joe Anderson, Max Minghella, David Morse, James Remar, Kathleen Quinlan, Heather Graham


Trailer 

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