Posts mit dem Label Komödie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Komödie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

gesehen: Pirates of the Caribbean: Salazars Rache

© The Walt Disney Company Switzerland GmbH

Story


Als der grausame Captain Salazar (Javier Bardem) mit seiner untoten Besatzung aus dem Teufelsdreieck entkommt, sinnt er auf Rache und schwört, alle noch lebenden Piraten auf See zu töten – allen voran Captain Jack Sparrow (Johnny Depp). Hilfe kommt aus unerwarteter Richtung.

gesehen: Small Town Killers

© DCM

Story


Die Ehen der beiden Handwerker Ib und Edward haben schon bessere Zeiten gesehen. Ihre Frauen Ingrid und Gritt halten ihre Männer nur für Witzfiguren, flirten ständig mit dem Tanzlehrer und schlafen lieber auf dem Sofa als mit dem Gatten. Ein Neuanfang muss her, doch die Männer sitzen auf so viel Schwarzgeld, dass eine Scheidung sie bettelarm machen könnte. Ein Auftragskiller soll die ungeliebten Ehefrauen loswerden. Doch die Damen haben längst Wind von dem Plan der Männer bekommen und sich eine eigene britische Profikillerin besorgt.


FIlmkritik: T2 Trainspotting

© Sony Pictures Releasing GmbH

Story


Zuerst war da eine Gelegenheit… dann passierte ein Verrat. 20 Jahre sind inzwischen vergangen. Vieles hat sich geändert, vieles ist auch völlig gleich geblieben. Mark Renton kehrt zurück an den einzigen Ort, den er jemals sein Zuhause nennen konnte. Und sie warten auf ihn: Spud, Sick Boy, und Begbie. Aber auch andere gute, alte Freunde warten bereits: Leid, Verlust, Freude, Rache, Hass, Freundschaft, Liebe, Sehnsucht, Angst, Reue, Diamorphin, Selbstzerstörung und Lebensgefahr, alle stehen Schlange, um ihn zu begrüßen, bereit zum Tanz. 

gesehen: Voll Verkatert

Plötzlich Katze © Universum Film


Story


Nach einem mysteriösen Unfall fällt Milliardär Tom Brand ins Koma und findet sich zu seinem allergrößten Entsetzen im Körper des Katers Mr. Kuschelpuschel wieder. Während sein labiler Gesundheitszustand in der Geschäftswelt zu wilden Spekulationen und unglaublichen Intrigen mit schwerwiegenden Folgen führt, kämpft Tom mit allen tierischen Mitteln um sein Leben und seine Firma. Hilfe erhofft er sich dabei von Felix Perkins, dem Besitzer einer mysteriösen Tierhandlung. Wird Tom Brand einen Weg zurück in seinen menschlichen Körper finden? Werden seine Frau Lara und seine Tochter Rebecca die Verschwörungen durchschauen und zu ihm halten? Und wird es seinem älteren Sohn David gelingen, das drohende Unheil von der Firma abzuwenden?

gelesen: Trollhunters

© Heyne > fliegt

Guillermo del Toro, einer meiner liebsten Regisseure, schreibt nebenbei auch Bücher. "Trollhunters" richtet sich, man erkennt es unschwer schon am toll gestalteten Cover, eher an ein jüngeres Publikum. Das hält mich natürlich keinesfalls vom Lesen ab. Wer lieber anschauen mag, der findet die passende Serie übrigens auf Netflix. Nun aber fix hinein ins Buch, bevor die Sonne aufgeht....

Das steht drin


An Monster unter dem Bett glaubt der 15-jährige Jim schon lange nicht mehr. Er hat ganz andere Probleme und Träume, wie z. B. seinen Loserstatus an der Schule zu verlieren, in Mrs.Pinktons Matheunterricht möglichst nicht an die Tafel gerufen zu werden und endlich, endlich, endlich die Aufmerksamkeit von Claire Fontaine, dem schönsten und coolsten Mädchen der Schule, zu erregen. Das ändert sich jedoch, als eines Abends eine gewaltige, haarige Pranke mit Krallen, so lang wie ein Unterarm, unter Jims Bett hervorschießt und ihn an den Füßen packt... 

Filmkritik: Doctor Strange

© Marvel Studios

Story


Das Leben des weltberühmten Neurochirurgen Dr. Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ändert sich unwiederbringlich, als er nach einem schweren Autounfall seine Hände nicht mehr benutzen kann. Da die klassische Medizin ihm nicht helfen kann, sucht er Heilung an einem ungewöhnlichen Ort – dem geheimnisvollen Kamar-Taj. Schnell merkt er, dass es sich dabei nicht nur um ein Heilungszentrum handelt, sondern von hier der Kampf gegen unsichtbare dunkle Mächte gefochten wird, die unsere Realität zerstören möchten. Ausgestattet mit neuerworbenen magischen Fähigkeiten, muss Dr. Strange sich entscheiden: Kehrt er in sein altes Leben als angesehener reicher Arzt zurück, oder gibt er dieses auf, um als mächtigster Magier aller Zeiten die Welt zu retten…

Filmkritik: Findet Dorie

© Disney / Pixar

Story


„Doch, ich vergess immer alles sofort, das liegt bei uns in der Familie. Ähm, das heißt, zumindest glaube ich das...hmmm...wo sind die eigentlich?“ Warum Dorie wohl allein im Ozean unterwegs war an dem Tag an dem sie Marlin traf? Diese Frage stellt sich bereits in "Findet Nemo". Und endlich gibt es auch die Antwort darauf. Denn in "Findet Dorie" macht sich die unfassbar vergessliche Paletten-Doktorfisch-Dame nun gemeinsam mit Nemo und Marlin auf die Suche nach ihren Wurzeln. Einmal quer durch das Riff vor der kalifornischen Küste, zwischen versunkenen Schiffen und Riesenalgenwäldern hindurch, trifft das Trio auf altbekannte Gefährten wie die Aquariumbande, aber auch viele neue, lustige und liebenswerte Meeresbewohner und schwimmt spektakulären Abenteuern und aufregenden Überraschungen entgegen…

Filmkritik: Bad Moms

© Tobis

Story


Amy Mitchell (Mila Kunis) steckt mittendrin im Alltagswahnsinn. Die attraktive 32-Jährige strampelt sich ganz schön ab, um Kids und Karriere unter einen Hut zu bringen. Als sie herausfindet, dass sie von ihrem Mann Mike (David Walton) auch noch betrogen wird, ist Schluss mit Nettigkeit und Perfektion. Ab sofort pfeift Amy auf alle Regeln, setzt den untreuen Gatten kurzerhand vor die Tür und lässt es mit ihren neuen Freundinnen, der braven Kiki (Kristen Bell) und der frivolen Carla (Kathryn Hahn), so richtig krachen: Supermom war gestern – jetzt regieren die Bad Moms! So viel unverschämte Freizügigkeit ruft umgehend Gwendolyn James (Christina Applegate) auf den Plan. Die spießige Übermutter der Schule hält nämlich gar nichts von Spaßkultur und setzt ein böses Intrigenspiel in Gang, was Amy nur noch mehr in Fahrt bringt: Ring frei für den „Battle of the Moms“ ...

Filmkritik: La La Land


© Studiocanal

Sieben gewonnene Golden Globes bei sieben Nominierungen, und vermutlich wird es bei den diesjährigen Oscars ähnlich gut für "La La Land" laufen. Höchste Zeit also, kurz vor dem offiziellen Kinostart mal über diesen absolut magischen Film zu sprechen, der sich auf direktem Weg in mein Herz gesungen und getanzt hat.

Story

In Los Angeles begegnen sich zwei Träumer: Die leidenschaftliche Mia ersehnt sich den Durchbruch als Schauspielerin, leidet aber an ihrer großen Einsamkeit. Der charismatische Sebastian arbeitet derweil an seiner Karriere als Jazz-Musiker, hat es aber noch nicht über kleine Auftritte hinausgebracht. Der Zufall will es, dass sich die beiden eines Tages begegnen – und verlieben. Für beide ist es von Anfang an nicht leicht, ihre Liebe in der rauen, vom Konkurrenzkampf beherrschten Atmosphäre der Stadt zu leben. Als sich erste Erfolge einstellen, wird ihre noch frische Beziehung umso mehr auf die Probe gestellt.

Filmkritik: Paterson

© Weltkino

Story


Paterson arbeitet als Busfahrer in einem Ort namens Paterson. Sein Leben verläuft relativ ereignislos, die Alltagsroutine hat ihn fest im Griff. Die Stadt mit ihren Bewohnern inspiriert ihn zu allerhand Gedichten, die er niemandem zeigen will. Er schreibt vor seiner Schicht am Lenkrad seines Buses oder in der Mittagspause auf der Parkbank. Abwechslung in sein Leben bringt seine Frau Laura. Jeden Tag hat sie ein neues künstlerisches Projekt, dem sie nachgehen will. Trotz ihrer Unterschiede lieben die beiden sich innig und bestreiten ihren Alltag gemeinsam. 

Filmkritik: Schrotten!

© Port Au Prince Pictures

Inhalt 


Mirko Talhammer (Lucas Gregorowicz) ist fassungslos, als zwei sonderbare Typen in seinem feinen Hamburger Versicherungsbüro auftauchen und ihn per Kopfnuss daran erinnern, wo er eigentlich herkommt: von einem Schrottplatz in der Provinz. In dieser Welt zählt nicht die große Karriere, hier sind andere Dinge wichtig: das Schrotten, die Familie und ab und zu eine gepflegte Schlägerei. All das hatte Mirko hinter sich gelassen, doch sein Vater macht ihm noch im Tod einen Strich durch die Rechnung und vererbt ihm den heruntergewirtschafteten Schrottplatz ¬- zusammen mit seinem Bruder Letscho (Frederick Lau). Der ist immer noch stinksauer, dass Mirko den Clan damals im Stich gelassen hat. Schnell wird den Brüdern allerdings klar, dass die Talhammers nur eine Zukunft haben, wenn sie sich zusammenraufen und den letzten waghalsigen Plan ihres Vaters gemeinsam verwirklichen: einen Zugraub im ganz großen Stil! Der Coup an sich ist schon ein Himmelfahrtskommando, doch dann kriegt auch noch Kercher (Jan-Gregor Kremp), der ärgste Konkurrent der Talhammers, Wind von der Sache...

Lucas Gregorowicz spielt Mirko © Port Au Prince Pictures

Kritik


Irgendwo zwischen Familiendrama, Bruderkonflikt, verlorener-Sohn-Thematik und Kumpelkomödie, so lässt sich "Schrotten!" wohl am besten einordnen. Mit dem Schauplatz Schrottplatz hat Regisseur Max Zähle für seinen ersten Langspielfilm dann gleich noch einen sträflich unterrepräsentierten Handlungsort für die sich entfaltende Geschichte gewählt. Ein vom Aussterben bedrohtes Terrain, wenn man so will. Denn wer geht heute noch zum Schrottplatz, um sich Ersatzteile für irgendetwas zu besorgen? Zumindest bei den aktuell produzierten Autos ist es ja schon ein mittelschweres Drama auch nur kleinere Reparaturen erledigt zu kriegen, ohne gleich drei Diagnostiker in der Werkstatt zu beschäftigen.

Letscho (Frederich Lau) gibt nicht einfach auf © Port Au Prince Pictures
In diese Untergangsstimmung gerät Mirko, der bis dato im feinen Anzug in einem Versicherungsbüro den Leuten am anderen Ende der Leitung meist nicht nötige Zusatzversicherungen aufschwatzt. Bis sein Bruder Letscho vor der Tür steht, und in die Vergangenheit und Familienzugehörigkeit mit einer saftigen Kopfnuss wieder einholt. Das setzt den Grundton für den restlichen Film, denn auf dem Schrottplatz geht es nicht zimperlich zu. Dafür aber herzlich, wenn man denn erst einmal seine Loyalität bewiesen hat. Klar, das sind klischeebehaftete Rollen an allen Ecken und Enden, aber Zähle, der auch das Drehbuch schrieb, schafft es dennoch, dass man sie alle ins Herz schließt.

Das liegt sicher auch an den Darstellern. Lukas Gregorowicz ist nach wie vor furchtbar unterbeschäftigt, wenn es ums Kino geht, denn sein Talent ist eigentlich offensichtlich. Und über Frederick Lau lässt sich wohl spätestens seit "Victoria" nichts Negatives mehr sagen, der junge Mann ist einfach gleichzeitig verdammt talentiert und sympathisch. Zwischen den beiden fliegen gut und gerne mal die Fetzen, was durchaus unterhaltsam ist. Doch der Ernst der familiären Lage bleibt jederzeit spürbar. Unvorhersehbares passiert am Ende nicht, die Geschichte bleibt gefällig, vielleicht etwas zu brav für das Umfeld, in dem sie spielt. Dafür, und das kann man "Schrotten!" gar nicht hoch genug anrechnen, hält sich der Film meilenweit entfernt von dümmlichen Witzen, Niveaulosigkeiten, dämlichen Geschlechterklischees und anderen Peinlichkeiten. Erfrischend ist das, zeigt es doch, dass es eben auch anders geht, als das deutsche Kino, um mal generell auszuholen, dem Zuschauer vormachen will.

Einigkeit auf'm Schrottplatz © Port Au Prince Pictures

Fazit


"Schrotten" sticht angenehm aus der breiten, gefühlt durch Schweiger-Schweighöfer dominierten Masse an deutschsprachigen Filmen hervor. Irgendwelche Risiken geht Regisseur Max Zähle zwar weder inhaltlich noch inszenatorisch ein, dafür präsentiert er liebenswerte Figuren und eine Annäherung an das Thema Familie, die ausnahmsweise mal nicht aufs Auseinandernehmen aus ist. Heimliches Highlight ist, wie so oft, Frederick Lau, der hier gemeinsam mit Lukas Gregorowicz richtig brilliert.

Die DVD


Die DVD im Vertrieb von Port au Prince Pictures ist seit dem 21. Oktober im Handel erhältlich. Die deutschsprachige Tonspur in Dolby Digital kann sich wirklich hören lassen. Der räumliche Klang wird gut genutzt, im Gesamtbild ist die Tonspur ausgewogen abgemischt, besonders im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Dialogen, Musik und Hintergrundgeräuschen. Audiodeskriptive Untertitel für Schwerhörige können bei Bedarf hinzugeschaltet werden. Das Bild ist detailliert und kontrastreich, wenn auch stellenweise ein wenig körnig. Das passt aber gut zur Geschichte und stört daher nicht wirklich. Einzig bei schnellen Kamerafahrten verwackelt das Bild kurzzeitig, diese kommen aber selten vor. Auch an Bonusmaterial wurde gedacht. Sieben entfallene Szenen werden vom Regisseur kommentiert. Obendrauf gibt es noch ein Musikvideo mit dem Namen "Ich glaub nicht an Wunder" von Kalli Struck, der auf dem Cover als singender Schrotthändler vorgestellt wird. Ein paar Trailer liegen ebenfalls vor und Sammler dürfen sich über ein FSK-Logo freies Wendecover freuen.

Infos zum Film


Originaltitel: Schrotten!
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Drama, Komödie
FSK:6
Laufzeit: 96 Minuten
Regie: Max Zähle
Drehbuch: Max Zähle, Johanna Paff, Oliver Keidel
Darsteller: Lukas Gregorowicz, Frederick Lau, Anna Bederke, Heiko Pinkowski, Lars Rudolph, Jan-Gregor Kemp u.a.

Trailer


Filmkritik: Ein Mann namens Ove

© Concorde
Story: So einen Nachbarn wie Ove kennt jeder: Schlecht gelaunt, grantig, in die Jahre gekommen. Einer der jeden Morgen seine Kontrollrunde in der Reihenhaussiedlung macht, Falschparker aufschreibt und Mülltonnen auf korrekte Mülltrennung überprüft. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist, sieht er keinen Sinn mehr im Leben und trifft praktische Vorbereitungen zum Sterben. Doch dann zieht im Reihenhaus nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet …

Kritik: Besonders zu Beginn macht Ove einen furchtbar unsympathischen Eindruck. So ziemlich jeder hat irgendwo in seiner Nähe einen dieser Hobby-Polizei-Rentner wohnen. Sie wissen stets über alles Bescheid und haben ihren Fensterplatz (von dem aus sie die Nachbarschaft im Auge behalten) schön fein mit Kissen ausstaffiert. Um genau so einen Zeitgenossen scheint es auch hier zu gehen, doch natürlich steckt mehr dahinter.

In Rückblenden erfährt der Zuschauer, was Ove antreibt. Hier wird es emotional, eine Tatsache, auf die weder Cover noch Klappentext so richtig hinweisen wollen. Wer also eine rein bitterböse Beobachtung erwartet, der wird sicher überrascht. Der Film drückt stellenweise heftig auf die Tränendrüse, immer im steten Wechsel mit der nächsten, zynischen Einlage. Das Thema des Suizides als Aufhänger für die weitere Geschichte zu nehmen scheint da auf den ersten Blick unpassend und vielleicht sogar ein wenig geschmacklos, doch es geht vielmehr um Sehnsucht als solche, nicht unbedingt nur nach dem Tod.
© Concorde
Rolf Lassgård, den die meisten wohl als Wallander kennen, schafft es dabei mit nuancierter Mimik, Oves Gefühlswelt auch ohne viele Worte nach außen zu tragen. Er rettet so auch den Film davor, permanent auf der Kitschwelle mitzureiten. Natürlich handelt es sich hier am Ende trotzdem um Wohlfühlkino, bei dem es darum geht, Anteil am Schicksal seiner Hauptfigur zu nehmen. Das ist ohne große Ausfälle oder besondere, inszenatorische Meisterleistungen in Szene gesetzt, wird dem Thema an sich aber durch seine Unaufgeregtheit vollkommen gerecht. Und wer weiß, vielleicht betrachtet der eine oder andere Zuschauer den griesgrämigen Oberaufseher der eigenen Straße in Zukunft ja mit anderen Augen. Dass hinter jeder Fassade eine Geschichte steckt, das dürfte dann auch die schönste Botschaft des Filmes sein.

Fazit: Überlasst es den Skandinaviern, in diesem Fall den Schweden, bitterbösen und tiefschwarzen Humor so gekonnt mit einer herzerweichenden Lovestory zu verknüpfen, dass man als Zuschauer permanent zwischen Lachen und Mitweinen schwankt. "Ein Mann namens Ove" ist stellenweise nichts für zarte Gemüter, doch wer auf die Mischung aus herzhaft fiesem Humor und einer guten Dosis Romantik steht, der sollte hier unbedingt einen Blick riskieren.

Die Blu-ray: Die Blu-ray ist seit dem 10. August 2016 im Verleih von Concorde im Handel erhältlich. Die Hülle kommt mit einem Wendecover, als weitere Extras gibt es leider nur ein paar Trailer. Das ist schade, hätte es sich doch gerade bei einer Literaturverfilmung angeboten, in diesem Bereich ein Making-of zu produzieren. Bei den Sprachen kann zwischen dem schwedischen Originalton in DTS-HD MA 5.1 oder einer deutschen Tonspur, entweder in DTS-HD MA 5.1 oder Dolby Digital 2.0 ausgewählt werden. Alle Kanäle verfügen über gut abgemischten Ton, die Dialoge sind jederzeit gut verständlich. Das Bild ist ebenfalls schön ausgewogen, die Kontraste und Schwarzwerte überzeugen.


Infos zum Film

Originaltitel: En man som heter Ove
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Komödie, Drama
FSK: 12
Laufzeit: 112 Minuten
Regie: Hannes Holm
Drehbuch: Hannes Holm
Darsteller: Rolf Lassgård, Bahar Pars, Filip Berg, Ida Engvoll, Tobias Almborg u.a.

Trailer


Filmkritik: The Boss

© Universal Pictures
Story: Vom Büro mit Panoramablick direkt hinter schwedische Gardinen: Nachdem die extrem erfolgreiche Unternehmerin Michelle Darnell beim Handeln mit Insiderinformationen erwischt wird, wandert sie direkt ins Gefängnis. Das wiederum ist so gar nicht nach ihrem Geschmack. Wieder auf freiem Fuß, will sie sich der Welt nun als ehrbar und rechtschaffen präsentieren – als die Sünderin, die aus ihren Fehlern gelernt hat… Doch die Chefin steckt noch in ihr und alte Angewohnheiten schwinden nicht einfach so. Außerdem ist nicht jeder, der von Michelle damals aufs Kreuz gelegt wurde, bereit, ohne weiteres zu vergeben und zu vergessen.

Kritik: Komödien sind ein Minenfeld, ich glaube, das kann man gar nicht oft genug sagen. Fast nichts ist so individuell wie Humor. Worüber der eine lachen kann, zeigt sich der nächste entsetzt und schüttelt ungläubig mit dem Kopf. Eine Komödie, in der jeder Witz zündet? Ich persönlich kenne keine. Und doch schau ich mir gern Komödien an, denn wenn sie funktionieren, dann hat man am nächsten Tag Muskelkater im Bauch vor lauter lachen.
© Universal Pictures
Leider ist "The Boss" keine solche Komödie geworden. Das liegt nicht an den Darstellern, die legen sich hier schon ins Zeug. Melissa McCarthy ist in ihrer gewohnten Art und Weise zu sehen, da muss jeder für sich entscheiden ob er das so mag. Ich finde sie nach wie vor super. Kristen Bell spielt weitestgehend nett-naiv, zeigt aber zwischendurch, dass sie auch anders kann. In Nebenrollen tauchen Peter Dinklage (nach Pixels schon wieder eine extrem fragwürdige Rolle, was ist da los?) und Kathy Bates auf, so richtig zünden will das aber alles nicht. Immerhin die ausgefallenen Kostüme überzeugen und gehen gut als Parodie auf die eine oder andere Prominente Ratgeber-Persönlichkeit durch. Doch der Schuldige für die restliche Misere lässt sich hier zügig finden: es ist das Drehbuch.

Komödien mit Drama zu vermischen ist immer eine gewagte Sache, aber hier geht das einfach mal so richtig in die Hose. Dabei sind die Drama-Anteile an sich durchaus gelungen, die Gegenüberstellung von hart erarbeitetem Reichtum auf der einen Seite, der auf Kosten von Familie und Geborgenheit auf der anderen Seite geht, stimmt zwischendurch nachdenklich und gibt McCarthy Raum, ihre ernste Seite zu zeigen. Und die beherrscht sie dann auch. Doch die derben, stellenweise einfach so gar nicht lustigen Einlagen lenken davon ab und lassen mich ratlos zurück. Klar, hier und da zünden die Gags. Ich bin immer froh, wenn vor allem frauenspezifische Themen humoristisch aufgenommen werden, ich denke jede Frau, die vor einem Date schon mal verzweifelt durch ihre Unterwäschen-Schublade gewildert ist, weil jeder BH entweder 10 Jahre alt ist, komisch aussieht oder eine seltsame Oberweite formt (liebe Männer, richtig passende BHs sind eine komplizierte Wissenschaft, lasst euch das gesagt sein), das funktioniert hier auch sehr gut und sorgte bei mir für die meisten Lacher. Über Erwachsene, die sich in Zeitlupe mit Kindern prügeln, werde ich vermutlich allerdings auch in zehn Jahren nicht lachen können. Aber hey, jedem das seine, und wie gesagt, Humor ist individuell. Hier geht die Rechnung allerdings nicht auf, dafür ist "The Boss" am Ende einfach zu unausgewogen und zu weit über verschiedene Felder verteilt, die so gar nicht zusammenpassen wollen. 
© Universal Pictures
Fazit: "The Boss" wandelt relativ unsicher irgendwo zwischen Komödie und Drama hin und her. Die Hauptfigur ist die meiste Zeit über herrlich unsympathisch, was einerseits erfrischend ist, andererseits aber stellenweise einfach nur anstrengend ist. Weitestgehend fehlt Gespür und Timing für die Comedy, was natürlich bei einer Komödie fatal ist. Einige gut gestreute Lacher gehen in Absurditäten über, die man mit einem besseren Drehbuch hätte vermeiden können. Dramaanteile werden willkürlich eingestreut und verpuffen deshalb fast gänzlich ohne jede emotionale Reaktion. Und darstellerisch wurde hier mit Kathy Bates, Peter Dinklage und Kristen Bell wirklich Alles verschwendet. Und Melissa hat schon mehrfach bewiesen, dass sie besser spielen kann, als es hier der Fall ist. Eine gute Idee, bestenfalls mittelmäßig umgesetzt, und das auch nur, wenn man gnädig sein will. "The Boss" hätte vermutlich als reines Drama deutlich besser funktioniert.

Infos zum Film

Originaltitel: The Boss
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Komödie, Drama
FSK: 12
Laufzeit: 99 Minuten
Regie: Ben Falcone
Drehbuch:  Ben Falcone, Melissa McCarthy
Darsteller: Melissa McCarthy, Kristen Bell, Peter Dinklage, Kathy Bates, Ella Anderson u.a.

Trailer

Filmkritik: Ghostbusters (2016)

© Sony Pictures Releasing GmbH
Story: Erin Gilbert steht kurz vor der Promotion an der Columbia University. Doch es taucht unliebsamer Ballast aus ihrer Vergangenheit in Form eines Buches über Geister auf, welches sie mit ihrer damaligen, besten Freundin Abby zusammen geschrieben hat. Die steckt nach wie vor mitten in ihrer Forschung über Geister, gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Jillian Holtzman. Doch plötzlich wird die unfreiwillige Gruppe mit einem richtigen Geist konfrontiert. Die Vorkommnisse häufen sich. Unterstützung bekommt das Team von Patty, die sich wie keine andere in New York auskennt, und dem Sekretär Kevin, der in erster Linie sein Aussehen im Kopf hat. Können die "Ghostbuster" New York retten?

Kritik: Beinahe, aber nur beinahe, hätten ja all die Menschen, die sich im Vorfeld so auf den Film eingeschossen haben, meine Vorfreude auch getrübt. Schlimmer aber war noch, dass der erste Trailer ja nun wirklich einfach mies war. Ich musste also massive Überzeugungsarbeit leisten, um die bessere Hälfte ins Kino zu bewegen. Arbeit, die sich aber gelohnt hat, denn er fand den Film fast genauso grandios wie ich. Aber fangen wir mal von vorne an. Und ich werde versuchen, nicht weiter auf das ganze negative Gehacke einzugehen, einfach weil es keinerlei Grund für die Negativität gibt. Wenn überhaupt, dann erleben die "alten" Ghostbuster grad einen riesigen Aufschwung, und das ist doch super. Die Filme ranken recht weit oben bei Amazon und der Markt wird mit Merchandise überschwemmt. Eine ganz neue, junge Generation entdeckt Ghostbuster grad neu. Yay! So, nun aber wirklich genug, ab zur Kritik. Wo soll ich nur anfangen? Hmm...
© Sony Pictures Releasing GmbH
Reden wir über die Figuren und vor allem über die Darstellerinnen. Klar, nicht jeder mag Melissa McCarthy (was vollkommen ok ist, aber bitte mögt sie nicht, weil ihr sie unlustig findet, und nicht weil ihr Aussehen euch nicht passt, niemand schuldet irgendwem Schönheit, ok?), ich finde sie grandios. Nicht nur in lustigen Rollen, sondern vor allem auch, weil sie eine gewisse Wärme in ernstere Rollen mitbringt. Kristen Wiig, Kate McKinnon (meine klare Favoritin, Holtzman ist pure Liebe) und Leslie Jones sind ebenfalls komödiantische Schwergewichte und mir von Grund auf sympathisch. Ich war also gespannt, wie diese vier Ladies harmonieren würden. Und das Ergebnis kann sich weitestgehend auch sehen lassen. Vor allem McKinnon als grenzgeniale, aber irgendwie auch leicht debil-gefährliche Jillian Holtzman, ist eine Offenbarung. Irgendwo im Film macht sie sich über eine Dose Pringles her, so ganz am Rande des Geschehens, und es wäre genug Material für einen eigenen Film. Der Wahnsinn schlummert bei ihr ganz nah unter der Oberfläche, und hier und da blitzt er durch, und es sorgt jedes Mal für teils ungläubige Lacher. Leslie Jones bringt als Stadtkennerin und Metro-Angestellte Patty die nötige Bodenhaftung mit und gibt skeptischen Zuschauern eine Chance, in die ganze Geisterangelegenheit so schmerzlos wie möglich reinzurutschen.
© Sony Pictures Releasing GmbH
Kristen Wiig spielt Erin Gilbert, die gerne ihre geisterlastige Vergangenheit hinter sich lassen würde und auf eine Beförderung an ihrer Uni wartet. Doch ihre Jugendfreundin Abby (McCarthy) zieht sie, wenn auch unfreiwillig, wieder mitten ins Geschehen rein. Auch die beiden sind sympathisch. Wiig stellt sich schnell als eine Art Ghostbuster-Mutter heraus, die immer ein Auge auf das restliche Team hat. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass die Freundschaft und das Geisterjagen vielleicht nicht gerade auf traumatischen Kindheitserinnerungen fußt. Lasst die Ladies doch einfach unbeschwert ihren Job erledigen, Frauen und Figuren im Allgemeinen können auch andere Motivation als "Trauma" für ihr Handeln haben. Abseits davon harmonieren die vier aber wirklich gut miteinander, es werden erstaunlich oft ruhige Töne angeschlagen. Das verpasst dem Film eine schöne, persönliche Note und setzt einen guten Kontrast zum unweigerlichen Haudrauf-Finale, vor dem uns in diesem Sommer irgendwie kein Blockbuster verschonen will.

Der Film schafft es dabei, ganz wie das Original, eine tolle Mischung aus Humor und Grusel zu liefern. In meiner Kinovorstellung (in den USA, am frühen Nachmittag und ein paar Wochen nach dem Starttermin) waren um die 30 Leute, bunt gemischtes Publikum: Paare, Einzelgänger, Eltern mit Kindern, ich schätze die Besucher waren zwischen 10 und 45 Jahren alt. Ein guter Schnitt also. Und es wurde sich bei einigen Stellen schön im Kollektiv erschreckt. Natürlich muss man hier keine expliziten Splatterszenen oder ausgefeilte Schockeffekte erwarten, der Film richtet sich ja an ein gemischtes Publikum. Und auf der Humorschiene trift er dabei wirklich ins Schwarze. Ein paar Slapstick-Einlagen fanden besonders bei den jüngeren Besuchern großen Anklang, einige Sprüche erfreuten dafür die Erwachsenen im Saal umso mehr. Es ist ja typisch für Komödien, dass nicht jeder Gag sitzt, dass nicht jeder Zuschauer über jeden Witz lacht und so weiter, aber hier würde ich die Mischung als gut ausgewogen bezeichnen. Ich hätte mir klar gewünscht, dass die bereits im Trailer so herübergekommen wäre, da hat man sich im Hause Sony meiner Meinung nach echt selbst ins Bein geschossen. Hätten die Witze darüber hinaus gerne noch eine Spur krasser sein dürfen? Bei den Darstellerinnen auf jeden Fall, so fühlt es sich zwischenzeitlich ein wenig gedämpft an. Ich schiebe das mal auf die breit gestreute Zielgruppe, oder anders gesagt: es sind Kinder anwesend. Wobei sich tatsächlich der eine oder andere Witz südlich der Gürtellinie eingeschlichen hat, der Eltern vielleicht in Erklärungsnot bringen könnte.
© Sony Pictures Releasing GmbH
Voll in die Humorschiene fällt auch der Auftritt von Chris Hemsworth als liebenswert-trotteliger Sekretär Kevin. Wer ihn nur als hammerschwingenden Donnergott kennt, der dürfte hier sein blaues Wunder erleben. Sein Timing in Sachen Comedy ist jedenfalls präzise und er scheint sich auch nicht zu schade, Witze auf Kosten seines guten Aussehens mitzutragen. Das ist erfreulicherweise aber niemals herablassend, und die Ghostbuster setzen alles daran, klarzumachen, dass niemand Kevin irgendwas antun darf. Jedenfalls stiehlt er beinahe jede Szene, in der er vorkommt, und es ist herrlich. Frisch aus dem New York Urlaub zurückgekommen lasse ich mich mal dazu hinreißen zu behaupten, dass New York (wo der Film spielt, auch wenn vieles in Boston gedreht wurde) voll von Typen wie Kevin ist.  Und wer sich davon nicht überzeugen lässt, der kriegt im Abspann eine Tanzszene serviert, die... ach, bleibt einfach zum Abspann sitzen, er ist sehr gut. Auch, weil es dort einen Cameo hat, der mich in höchstem Maße erfreut hat.

Cameo ist generell ein gutes Stichwort, denn "Ghostbusters" ist voll davon. Fast alle Darsteller aus dem Original tauchen auf, und Billy Murray ist tatsächlich nicht der witzigste von ihnen (die Rolle würde ich Dan Aykroyd mit seiner herrlichen "fuck this" Attitüde zuschreiben). Irgendwo taucht Andy Garcia auf, und Steve Higgins demonstriert eindrucksvoll, wie beschissen ein Chef sein kann. Als jemand, der mit dem alten Film aufgewachsen ist, war dieses Wiedersehen toll, auch weil die Darsteller gut in die Geschichte eingebunden werden. Es gibt einen oder zwei Momente, wo auf einen Cameo hingearbeitet wird, nur um dann dem Zuschauer vorzugaukeln, dass er nicht kommen wird, und man fiebert automatisch mit. Doch bis auf Murray, der seltsam lustlos daherkommt, sitzen die Gastauftritte. Teilweise bremsen sie die Handlung des Films ein wenig aus, dafür feuern sie aus allen Rohren pure Nostalgie. Hier wurde vermutlich versucht, einen Kompromiss zu finden, in meinen Augen sehr gelungen. Dies gilt generell für die meisten Teile des Films. Die Geschichten sind sich ähnlich, aber es handelt sich nicht um eine exakte Kopie. Vielmehr wird eine andere, mögliche Version gezeigt. Statt sich auf nur eine Figur zu konzentrieren (sind wir ehrlich, damals drehte sich alles um Bill Murray), steht hier das Team als Ganzes im Vordergrund. Und da ist sie dann auch wieder zu spüren, diese Wärme, die den meisten anderen Blockbustern zurzeit einfach fehlt. 
© Sony Pictures Releasing GmbH
Und dann wäre da noch die generelle Optik des Films. Hier offenbart sich eine schicke Mischung aus Oldschool-Look, mit sanften Updates. Es gibt viel, viel mehr Gadgets, weil Holtzman einfach nicht aufhören kann, neues Zeug zu entwickeln, jetzt wo sie ihren Freiraum gefunden hat. Hab ich schon erwähnt, wie sehr ich Holtzman liebe? Ehm, ja. Ihre neuen Gadgets machen die Geisterjagd dann auch deutlich mobiler und vielseitiger. Die Geister sind zu Beginn noch eine Mischung aus irgendwie liebenswert-schrullig-altmodisch, zum Ende hin wird dann aber das Gaspedal durchgedrückt und es wird richtig schön abgedreht. Die Effekte sind wirklich schick gelungen. Wenn man jetzt wollen würde, könnte man "Ghostbusters" vermutlich vorwerfen, dass die Geschichte altbacken ist. Missverstandener Kerl beschwört die Hölle auf Erden, weil... aus Gründen eben. Natürlich hat es irgendwann diesen einen Moment, in dem ein hell leuchtendes Etwas in den Himmel emporsticht. Aber kommt es darauf wirklich an? Oder steht vielleicht viel mehr im Vordergrund, dass die vier Ladies sich behaupten, Freundschaft schließen, aufeinander aufpassen? Und das (und hier kommt eines meiner persönlichen Highlights!) ganz ohne krampfhaft eingebaute Lovestory, unpraktische Kostüme und mit High Heels und Tonnen von Make-up verdeckt. Ich weiß, für viele Leser mögen das seltsame Kritikpunkte sein. Für mich persönlich erdet er die Ghostbusters und macht deutlich, dass es sich dort in erster Linie um normale Menschen handelt, die gemeinsam ein Problem lösen. Find ich in höchstem Maße sympathisch, und wenn ich mich an all die begeisterten Kinder nach der Kinovorstellung erinnere, die nun auch unbedingt Ghostbuster werden wollen, dann kann ich nur sagen: Alles richtig gemacht. 
© Sony Pictures Releasing GmbH
So richtig meckern möchte ich am Ende aber doch noch: Der Titelsong ist ein Verbrechen an der Menschheit, in all seinen Variationen, die im Film vorkommen. Ganz furchtbare Sache, dürfte gerne durch etwas anderes ersetzt werden. Irgendwas. Meinetwegen auch Stille. Das wäre es dann aber auch schon, ich bin fest davon überzeugt, dass man an dem Film viel liebenswertes entdecken kann, wenn man nicht schon mit einer vorgefertigten Meinung an die Sache rangeht.

Fazit: Meine Kindheit ist noch intakt, meine Blu-ray der beiden alten Teile ist nicht zu Staub zerfallen. Paul Feig und sein Team schaffen es, gleichzeitig respektvoll mit dem Ursprungswerk umzugehen und etwas Eigenes zu erschaffen. Humortechnisch richtet sich der Film an ein breites Publikum: Slapstick für die Kleineren, Witze der etwas härteren (und teilweise vielschichtigen) Art für die Erwachsenen. Tolle visuelle Effekte, vor allem aber sowohl die vier Hauptdarstellerinnen (hab ich eigentlich schon erwähnt, wie sehr ich Holtzman...oh, never mind) als auch so ziemlich jede einzelne Nebenrolle sind perfekt besetzt. Da entsteht so viel Verbundenheit im Team, harmonieren die Ladies so herrlich miteinander, dass es glatt über die ein bisschen zu langweilige Story hinwegtäuscht. Macht aber nichts, ich habe mich prächtig unterhalten gefühlt und hier meinen perfekten Sommerblockbuster gefunden.

Infos zum Film

Originaltitel: Ghostbusters
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Komödie, Horror, Action
FSK: 12
Laufzeit: 117 Minuten
Regie: Paul Feig
Drehbuch:  Paul Feig, Katie Dippold
Darsteller: Kate McKinnon, Melissa McCarthy, Leslie Jones, Kristen Wiig, Chris Hemsworth, Andy Garcia, Charles Dance, Neil Casey u.a.

Trailer

Filmkritik: Suicide Squad

 © Warner Bros.
Story:  Nach den jüngster Ereignissen rund um Superman ist für die Regierungsbeamte Amanda Waller klar: eine Verteidigungsmaßnahme muss her. Möglichst günstig und vor allem austauschbar. Sie wirft ihren Blick auf ein paar Gefängnisinsassen der anderen Art. Die Bande aus Verbrechern muss sich schon bald einer unvorstellbaren Gefahr stellen. Werden sie ein Team, oder ist sich am Ende jeder selbst der Nächste?

Kritik: "Suicide Squad" macht es einem nicht unbedingt leicht. Wirft man einen Blick hinter die Kulissen, so wird schnell klar, dass Nachdrehs und Drehbuchänderungen das ursprüngliche Werk verwässert haben. Eine ähnliche Produktionsgeschichte also wie "Fantastic 4" sie zuletzt durchlitt, und mit einem durchwachsenen Ergebnis. Das macht den Film nun nicht schlecht, aber gewöhnungsbedürftig. Denn für jede spaßige Szene gibt es eine, bei der sich Fremdscham einstellt.
© Warner Bros.
Fangen wir bei der Besetzung an. Darsteller wie Viola Davis, die hier herrlich bösartig sein darf, sind natürlich über alle Zweifel erhaben. Will Smith glänzt ebenfalls, besonders wenn er gemeinsame Szenen mit seiner kleinen Leinwandtochter hat. Und auch Margot Robbie überzeugt als ikonische Harley Quinn im Rahmen der ihr vom Drehbuch gegebenen Möglichkeiten. Adam Beach hingegen ist wohl die größte Verschwendung im ganzen Film (und tatsächlich ist der Umgang mit seiner Figur, Slipknot, extremst ärgerlich), und was Jai Courtney dazu antreibt, seine beste Imitation einer australischen Variante von Tom Hardy zu liefern, weiß der Teufel allein. Ebenfalls gefallen hat mir Cara Delevingne als Echantress, vor allem ihre erste Verwandlungsszene ist toll inszeniert. Jai Hernandéz als pyromanischer Diablo ist ebenfalls faszinierend, über seine Figur hätte ich gerne noch mehr erfahren. Adewale Akinnuoye-Agbaje hingegen erkennt man unter all dem Make-Up kaum. Immerhin wurde er aber tatsächlich in der Maske verwandelt und ist nicht komplett animiert.

Tja, und dann wäre da noch Jared Letos Version des Jokers. Vergleiche sind ja häufig unfair, schauen wir also rein auf diese aktuelle Version des berühmten Widersachers. Wobei, viel gibt es da nicht zu betrachten, denn der Joker qualifiziert sich höchstens als Nebenrolle. Seine Leinwandpräsenz bleibt im einstelligen Minutenbereich, größtenteils ist er in der Hintergrundgeschichte für Harley Quinn anzutreffen. Und dort benimmt er sich wie ein reiches Instagram-Kind mit Zugang zu Waffen. Nie war der Titel "Clown Prince of Crime" für eine Leinwandversion treffender. Das kann man mögen, ich persönlich fand diesen Joker furchtbar nervig. Die mechanische Lache setzte dem ganzen die Krone auf. Aber man muss ihn ja nur kurz aushalten, was die ganze Sache klar erträglicher macht. Scheinbar wurden auch viele Szenen mit dem Joker aus dem fertigen Film geschnitten, vielleicht kommt der unrunde Eindruck daher.
© Warner Bros.
Unrund beschreibt dann den kompletten Film auch recht treffend. Einige Momente sind klasse gelungen, beispielsweise die Szene in der Bar, die auch im Trailer zu sehen ist. Und auch zwischendurch gibt es coole Kleinigkeiten zu entdecken. Ich fand besonders spannend, Batman mal aus der Perspektive der Bösen zu sehen. Kleine Easter-Eggs sind im ganzen Film verstreut. Und wenigstens zwischendurch bleibt David Ayer genug Platz, um seinen eigenen Stil durchschimmern zu lassen. In diesen Momenten wird eine düstere, von Neonfarben und bizarren Absurditäten durchzogene Welt offenbart, von der ich gerne mehr gesehen hätte. Doch dann wird wieder auf Nummer sicher gespielt. Wäre der restliche Film im Stil der jeweiligen Charaktereinführungen (minus dir Musik, spätestens nach dem dritten Kultsong in Folge hat wohl jeder Depp kapiert, wie cool die Figuren doch alle sein sollen) weitergegangen, es wäre so viel besser geworden. Stattdessen gibt es eine Menge düsterer Bilder, literweise Regen bei Nacht und zwischendrin hat man alle Mühe zu erkennen, was eigentlich gerade los ist.

Ich bin mir nicht mal sicher, ob man speziell "Suicide Squad" nun vorwerfen kann, dass ein generischer Bösewicht ein generisches, leuchtendes Ding in den Himmel schießt, welches dann zerstört werden muss. Nebenbei gibt es generische Horden unkenntlicher Gegner, damit das große Metzeln kinderfreundlich bleibt. Die Konkurrenz fährt in gefühlt jedem zweiten Film eine Version des Helicarriers-ex-machina auf, die Abwendung davon kommt erst in den letzten Filmen, und DC hängt mit seinem Cinematic Universe immernoch hinterher. Blockbuster laufen aktuell nach einem gewissen Schema ab. Ein Schema, dass ab und an mal eine erfreuliche Überraschung auf die Leinwand zaubert und ansonsten eben Stangenware produziert.
© Warner Bros.
Und zur Stangenware gehört auch diese, am Ende völlig zahme Truppe. Da fehlt mir dann auch die Lust, detailliert darauf einzugehen wie fehl an Platz dieses Fetisch für Schusswaffen in seiner glorreichen Inszenierung hier ist. Oder was für hohler Fanservice für den kleinsten gemeinsamen Nenner Harley Quinns übersexualisierte Darstellung bietet. Oder wie viel mehr man hier mit spannenderen Figuren, einer nicht ganz so wirren und lieblosen Story und ein bisschen hellerer Beleuchtung hätte herausholen können. Keine komplette Bruchlandung, aber in seinem ungenutzten Potezial ziemlich unerreichbar.

Fazit: Gute Absichten, ein talentierter Regisseur und motivierte Darsteller nutzen nur wenig, wenn das Studio am Ende einen massenkonformen Film haben will und deswegen massiv eingreift. "Suicide Squad" hätte ein herrlich bissiger Spaß werden können. Stattdessen ist er ein zahnloses, altes Krokodil, bei dem ab und an das Potenzial vergangener Zeiten durchschimmert. In diesen wenigen Momenten macht der Film dann auch Laune. Über weite Teile ist er aber einfach nur in jeder Form lieblos zusammengeflickt. Wirklich schade drum.

Infos zum Film

Originaltitel: Suicide Squad
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Comicverfilmung, Action
FSK: 16
Laufzeit: 130 Minuten
Regie: David Ayer
Drehbuch:  David Ayer
Darsteller: Margot Robbie, Viola Davis, Will Smith, Cara Delevigne, Jai Courtney u.a.

Trailer



Filmkritik: Zoomania

© Disney
Story: Zoomania ist eine Metropole wie keine andere, eine Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten und Schmelztiegel der unterschiedlichsten Tierarten aus aller Welt: Wüstenbewohner leben in Sahara-Wolkenkratzern neben Eisbären in coolen Iglu-Appartements. Hier scheint für jeden einfach alles möglich, egal ob Spitzmaus oder Elefant. Doch als Polizistin Judy Hopps – jung, ehrgeizig, erster Hase bei der Polizei überhaupt – nach Zoomania kommt , stellt sie schnell fest, dass es gar nicht so einfach ist, sich als einziges Nagetier in einer Truppe aus knallharten und vor allem großen Tieren durchzubeißen. Eben noch dazu verdonnert, Knöllchen zu schreiben, erhält die aufgeweckte Hasendame vom Polizeichef ihren ersten großen Auftrag: Sie soll eine zwielichtige Verschwörung aufdecken, die ganz Zoomania in Atem hält. Ihr erster richtiger Fall erweist sich bald als eine Nummer größer als gedacht, doch Hopps ist fest entschlossen, allen zu zeigen, was sie drauf hat! Auch wenn sie dafür notgedrungen mit dem großmäuligen und ziemlich ausgefuchsten Trickbetrüger Nick Wilde zusammenarbeiten muss…

Kritik: Disney erforscht sich, so scheint es jedenfalls, aktuell immer wieder selbst. "Tangled" brachte eine moderne Version von Rapunzel, "Frozen", "Big Hero 6" und "Wreck it Ralph" bewegten sich in dem Spannungsfeld zwischen traditioneller Disney-Erzählung und moderner Herangehensweise. "Zoomania", oder wie er im Original (und deutlich sinnvoller) heißt, Zootopia, ist dabei zuerst einmal wunderschön anzuschauen. Spätestens wenn Judy mit dem Zug in die große Stadt fährt und wir als Zuschauer alle Bereiche zu sehen bekommen (eisige Welten gleich neben der Sahara und einem saftigen, satten Dschungel), macht sich staunen breit. Auch der Aufbau der Welt ist gewohnt liebevoll bis in die kleinsten Details durchdacht. Es mag sich um eine Welt handeln, in der nur Tiere leben, aber alles wirkt so, als ob dieser Ort tatsächlich existieren könnte. Hier finden sich dann auch schon die ersten Seitenhiebe auf unsere Gesellschaft, die für den einen oder anderen Lacher sorgen. Ebenso unterhaltsam sind zahlreiche Anspielungen seitens Disney auf aktuelles, popkulturelles Geschehen.
© Disney
Neu, oder zumindest relativ neu für Disney, ist der überdeutliche Bezug zu aktuellen Themen. An die immer wiederkehrende "Du kannst alles sein, was du willst" Botschaft haben wir uns bereits gewöhnt, und eine Armee von einzigartigen, speziellen Schneeflocken bevölkert momentan die Welt, nur um zu lernen, dass sie alle nicht so besonders sind wie ihre Eltern ihnen das eingeredet haben. Doch hier wirkt das alles ein wenig eindringlicher, und vor allem wird es dank der tierischen Protagonisten erfolgreich auf weitere Themengebiete ausgeweitet. Und genau hier begibt sich der Film auf eine Gratwanderung, die ihm nicht immer gelingt.

Denn es wird rasch deutlich, dass auch hier die Tiere stellvertretend für Menschen stehen. Und während die Kernaussagen des Films, nämlich dass Stereotype schlecht sind, dass jedem alle Möglichkeiten offen stehen und so weiter, innerhalb der geschlossenen (Tier-)Welt des Filmes noch angehen mögen, wird der Vergleich mit den Menschen kompliziert. Denn der Film nutzt schlicht die falschen Beispiele. Dass Hasen sich beispielsweise recht zügig vermehren, wenn das Umfeld es zulässt, dass Raubtiere niemals ganz gezähmt werden können und unberechenbar bleiben, sind Tatsachen, die sich nicht wegdiskutieren lassen. Und "Zoomania" liefert genügend Beispiele für beide Richtungen und spart sich die Differenzierung. Würde man hier zwei Menschen mit komplett unterschiedlicher Gesinnung ins Kino schicken, sie beide würden sich am Ende in ihrer komplett entgegensetzten Meinung bestätigt fühlen. Doch vordergründig ist die Botschaft des Films natürlich wunderbar umgesetzt und auch wichtig.
© Disney
Ansonsten gibt es hier für Disney doch eher untypische Kost, "Zoomania" entwickelt sich nämlich über seine Laufzeit hinweg durchaus zu einem Krimi mit Noir-Elementen. Ich will nichts verraten, aber wer sich für das Genre interessiert wird sich über ein paar witzige Anspielungen freuen. Ansonsten ist die Geschichte um Freundschaft und den Glauben an sich selbst schön erzählt, toll animiert und randvoll mit Anspielungen in alle Richtungen. Kurz gesagt: Kurzweilig, lustig, nachdenklich und mal wieder ein Volltreffer aus dem Haus mit der Maus.

Fazit:"Zoomania" hat ganz klar das Herz am rechten Fleck und thematisiert aktuelle Geschehnisse. Da wird anhand von Hasen und Füchsen die ganze Bandbreite von Sexismus, Rassismus, Benachteiligung und Stereotypen abgearbeitet, und das oftmals ziemlich eindeutig. Das ist, vor allem für Disneyverhältnisse, neu, wertet den Film aber ungemein auf. Dass er sich dann am Ende selbst wenigstens ein bisschen in die Pfanne haut, weil die angeführten Beispiele im Bezug auf Menschen mal so gar nicht funktionieren, ist zu verschmerzen. Darüber hinaus sieht "Zoomania" atemberaubend schön aus, steckt randvoll mit popkulturellen Hinweisen und weiß, wie man sein Publikum bei Laune hält, egal wie alt es ist.

Infos zum Film

Originaltitel: Zootopia
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Animation, Krimi, Drama, Komödie
FSK: 0
Laufzeit: 108 Minuten
Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush
Drehbuch: Jared Bush, Phil Johnston
Sprecher (englisch): Ginnifer Goodwin, Jason Bateman, Idris Elba, Jenny Slate, J.K. Simmons, Alan Tudyk, Bonnie Hunt u.a.

Trailer


Filmkritik: Whiskey Tango Foxtrot

© Paramount
Story: TV-Reporterin Kim Baker (Tina Fey) sucht nach einer neuen Herausforderung in ihrem Leben: Thunfischsalat im Großraumbüro und Beziehungsweichei an ihrer Seite können doch nicht alles gewesen sein. Als der Kabelsender, für den sie arbeitet, unter den unverheirateten, kinderlosen Mitarbeitern kamerataugliches Kanonenfutter für die Berichterstattung von der afghanischen Reporter-Front sucht, meldet sie sich kurzerhand freiwillig. Völlig überfordert von sich und Kabul, erlebt die Journalistin, dass es irgendwann keinen Unterschied mehr macht, ob man den Presseausweis um den Hals oder auf der Kevlar-Weste trägt. Fest entschlossen, die beste Story zu finden, lässt sich Kim auf die neuen Regeln ein.

Kritik: Manchmal sitzt man vor einem Film und weiß einfach nicht, was man davon halten soll. "Whiskey Tango Foxtrot" ist so ein Fall. Denn sein Potenzial ist beinahe unerschöpflich. Tina Fey beweist mit jedem Auftritt, was für ein grandioses Gespür für Comedy sie hat. Martin Freeman habe ich bisher auch in keiner schlechten Rolle gesehen, Margot Robbie aktuell nicht in einem Film zu haben scheint auch wie ein Verbrechen. Kriegsfilme erfreuen sich aktuell auch großer Beliebtheit, und ein Film über Journalisten hat zuletzt den Oscar gewonnen. Dieser hier beruht dann auch noch auf einem Buch ("The Taliban Shuffle"), man könnte also meinen, hier kann nur ein wenigstens guter Film herauskommen.
Erst mal schön alle in Gefahr bringen. © Paramount
Dem ist leider nicht so. Stattdessen entwickelt sich "Whiskey Tango Foxtrot" bereits in den ersten Minuten zu einem abstrusen Selbstfindungstrip einer Frau in ihren Vierzigern. Kinderlos und Unverheiratet, der Freund ist ebenfalls häufig unterwegs und sowieso nicht wirklich vertrauenswürdig. Wie geschaffen also für einen dreimonatigen Aufenthalt in Afghanistan. Jetzt ist Afghanistan an sich bereits ein schwieriges Pflaster in Sachen Filme, denn mittlerweile sind andere Schauplätze im Bewusstsein der Allgemeinheit relevanter. Immerhin ist New Mexico ein schöner Kulissenersatz, das war es dann aber auch schon. Denn statt sich mit den sicherlich spannenden Problemen einer Reporterin im Nahen Osten zu befassen, geht der Film den einfachen Weg. Und der führt über dämliche Klischees, jede Menge Anzüglichkeiten, aber keinesfalls über irgendeine Form von Charakterentwicklung. Positiv könnte man höchstens anrechnen, dass wirklich jeder hier auf nervig-dümmliche Art sein Fett wegkriegt. Sobald Figuren hier sprechen dürfen, geben sie flachen Unsinn von sich. Wenn Kim in Kabul ankommt und von einer verschleierten Frau angebrüllt wird, sie solle sich doch bitte verhüllen, sie Hure, dann soll das vermutlich witzig sein, irritiert allerdings in höchstem Maße. Alfred Molinas Charakter fällt ohne weitere Umschweife in das "alle muslimischen Männer sind wilde Tiere, die nur vögeln wollen und sich dabei dumm benehmen" Klischee. Davon, dass die beiden afghanischen männlichen Sprechrollen mit weißen Darstellern besetzt wurden, will ich eigentlich gar nicht erst anfangen. Scheinbar reicht es, sich einen langen Bart wachsen zu lassen, ein bisschen afghanische Kleidung (was auch immer das sein soll) anzuziehen und drei bis vier dicke Schichten Bronzer aufzutragen, um zu überzeugen.
Eine 15, weil sie weiß ist. © Paramount
Das wirklich ätzende ist allerdings, dass ich mich tatsächlich mies fühle, diesen Film auseinanderzunehmen. Das beruhen auf wahren Tatsachen, auf der Autobiografie einer tatsächlichen Journalistin, macht es schwierig, mit dem Thema umzugehen. Das Buch habe ich bisher nicht gelesen, doch diverse Besprechungen im Internet deuten auf eine Lektüre, die voller Selbstbewusstsein für das eigene Privileg steckt. Auf eine kluge Frau, die mit messerscharfem Verstand ihre Umgebung und ihr Wirken darin versteht. Nun vertragen sich Buch und Film nicht immer, vieles geht verloren. Aber wäre es wirklich so schwer gewesen, nicht permanent die Fickbarkeit (sorry, not sorry) der beiden weißen Frauen in diesem Film zu thematisieren? Ist es zu viel verlangt, nicht permanent hören zu müssen, dass Tina Fey "fast eine 10 ist", weil um sie herum nur vollverschleierte und somit scheinbar automatisch hässliche Frauen sind? Muss betont werden, dass nur weiße Frauen wirklich schön sein können, dass es eine Art geografische Grenze für etwas subjektives wie Schönheit gibt? Ist es wirklich notwendig permanent zu wiederholen, dass die beiden Journalistinnen die Finger von ALLEN Männern im ganzen Land lassen sollen? Braucht es automatisch Rom-Com Elemente, nur weil die Hauptfigur eine Frau ist? Ist das die Message, die wir an junge Frauen senden wollen? Hey, du kannst sicherlich eine Reporterin in einem Krisengebiet sein, es wird dich fickbarer machen als du es zuhause je warst! Dass die einzige andere Frau im Film dann auch gleich zur beruflichen Konkurrenz wird ist da nur logisch, denn jeder weiß ja, dass Frauen nicht gemeinsam arbeiten können, weil sie einfach gemeine Biester sind, die sich nur gegenseitig ausstechen wollen. Für die anwesenden Männer sind die beiden ja sowieso keine Konkurrenz, sondern nur niedliche kleine Mädchen, die sich auch mal an einem Job für richtig harte Jungs versuchen wollen.
Doctor Watson ist wieder in Afghanistan. © Paramount
Richtig bitter wird diese Mischung, weil an anderen Ecken, wenigstens in ein, zwei Augenblicken, durchaus sowas wie Spaß hervorblitzt. Allerdings kommen die Witze, die wirklich zünden, hauptsächlich von Missverständnissen, egal ob in sprachlicher oder kultureller Hinsicht. Abgesehen von den zahlreichen Problemfeldern, die der Film erfolglos beackert, liefern die Darsteller durch die Bank weg gute Leistungen. Billy Bob Thornton ist herrlich emotionslos, Martin Freeman darf mal so richtig frech sein. Natürlich verliebt Frau sich dann ausgerechnet in das Arschloch, aber hey, wir Mädchen können halt einfach nicht anders. Doch die Mischung aus Kriegsfilm, Drama und Romanze sowie Komödie erweist sich als unmöglich. Die wenigen Actionsequenzen sind unterirdisch schlecht gemacht. Die Drama-Elemente werden wahllos eingestreut, während das Timing in Sachen Comedy an eine Katastrophe grenzt. Der Film sorgt nicht einmal dafür, dass man am Ende mehr über den Afghanistankonflikt wissen will. Und das ist vielleicht das schlimmste daran: bei all den negativen Aspekten, die hier zutage kommen, ist er einfach nur vergessenswert.

Fazit: Nichts anderes als "Eat Pray Love" vor Kriegskulisse, setzt sich "Whiskey Tango Foxtrot" einfach selbst in den Sand. Eine Bindung zu den Figuren will so gar nicht gelingen, mit einer Ausnahme, nämlich dem Fahrer von Kim. Dämliche Klischees werden munter in jede erdenkliche Richtung reproduziert, es gibt keinerlei Grundlagen für die Handlungen der Figuren. Eine Frau in der Hauptrolle bedeutet scheinbar immer noch, dass der Film automatisch zu einer Romanze werden muss. Dass es scheinbar auch keine Nicht-Weißen Darsteller für afghanische Sprechrollen gab verkommt da schon fast zum Nebenschauplatz, denn hier stimmt auch sonst schon einfach nichts. Möglicher Alternativtitel: Foxtrot.Uniform.Bravo.Alfa.Romeo. 

Infos zum Film

Originaltitel: Whiskey.Tango.Foxtrot
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Komödie, Biopic, Drama, Kriegsfilm, Romanze
FSK: 12
Laufzeit: 112 Minuten
Regie: Glen Ficarra, John Requa
Drehbuch: Robert Carlock.
Darsteller: Tina Fey, Margot Robbie, Martin Freeman, Billy Bob Thornton, Christopher Abbott, Alfred Molina u.a.

Trailer


Filmkritik: Kung Fu Panda 3


© Twentieth Century Fox of Germany GmbH
Story: Nachdem Panda Po sich damit arrangiert hat, der auserwählte Drachenkrieger zu sein, steht er vor neuen Aufgaben. Aus dem Schüler soll ein Lehrer werden. Als plötzlich sein leiblicher Vater auftaucht und ihm von einem Dorf voller Pandas erzählt ist die Freude zunächst groß. Doch der legendäre Ochsenkrieger Kai kehrt aus der Geisterwelt zurück und sammelt das Chi der anderen großen Meister ein, um stärker zu werden. Po muss seine Aufgabe als Lehrmeister erfüllen, wenn er seine Freunde und das Tal retten will.

Kritik: Auch das dritte Wiedersehen mit dem knuffigen Panda sorgt für eine Menge Spaß. Mit dem sympathischen Vielfraß mitzufiebern ist leicht, denn ganz klar hat der pelzige Geselle das Herz am rechten Fleck. Das altbekannte Team mit Tigress, Viper, Mantis und wie sie alle heissen ist ebenfalls vollzählig vertreten. Und auch wenn es sich um Nebenrollen handelt, so hat doch jeder seinen kleinen Moment und liefert einen wichtigen Beitrag. Die Wertevermittlung, die sich natürlich vornehmlich an ein jüngeres Publikum richtet, ist dezent, aber vorhanden. Freundschaft, Mut, der Glaube an sich selbst, sie alle spielen eine zentrale Rolle. Denn Po ist nicht mehr länger nur Schüler, er soll nun auch unterrichten. Und das ist leichter gesagt als getan. Dabei bleibt der Humor aber keinesfalls auf der Strecke, und wie in den vorherigen Teilen richtet er sich gleichzeitig an die Jüngsten im Saal, und an die Erwachsenen. Bei den Animationen wurde auch nochmals eine Schippe draufgelegt, jede Szene sieht fantastisch aus und macht Lust auf mehr.  
© Twentieth Century Fox
Der vermutlich größte Coup gelingt "Kung Fu Panda 3" aber dort, wo auf den ersten Blick wohl fast niemand hinschaut. Denn im dritten Teil taucht Pos leiblicher Vater auf. Mit immer mehr Patchworkfamilien und vielen Adoptiveltern und offenen Adoptionen sicher ein Thema, das Fingerspitzengefühl verlangt. Und genau das beweisen die Autoren. Zwar lügen beide Väter ihren Sohn in manchen Situationen an, und ich hätte mir eine andere Lösung für diese kleinen Lügen gewünscht. Im großen und ganzen entstehen aber alle Konflikte aus der simplen Tatsache, dass beide Väter das beste für Po wollen. Mr. Ping ist dazu noch extrem unsicher, denn mit Pos leiblichem Vater hat er wohl einfach nicht gerechnet. Po wird aus diesen Streitereien aber weitestgehend herausgehalten. Er wird auch niemals vor die Wahl gestellt, ohne viel Aufheben arbeiten Ziehvater und leiblicher Vater zusammen, um Po so gut es geht zu helfen. In schön miteinander verflochtenen Szenen entdeckt Po seine Gemeinsamkeiten mit all den anderen Pandas. Und Mr. Ping, sein Ziehvater, erkennt dass die anderen Pandakinder sind wie Po und somit sein eigener Sohn. Ein kleiner, aber wichtiger Beitrag in Sachen Interkulturalität.
© Twentieth Century Fox
Da stresst es auch kaum, dass die Geschichte stellenweise doch sehr vorhersehbar ist. Unvorhersehbares und überraschende Wendungen bleiben komplett aus. Pos Vater ist in seiner Handlung ein besonders extremes Beispiel für diese Vorhersehbarkeit. Aber da sich die Reihe nach wie vor in erster Linie an Kinder richtet ist dies wohl zu verschmerzen. Mit Kai hat man einen zunächst eindrucksvollen Gegenspieler entworfen, der dann aber doch in der endlosen Masse an farblosen, schnell vergessenen Bösewichten untergeht.

Fazit: Auch im dritten Teil bewegt sich Panda Po auf zuverlässigem Gebiet. Die Witze zünden, die Story ist zwar nicht neu, mit dem sympathischen Panda fiebert man aber natürlich trotzdem mit. Und im dritten Teil sind die Animationen, das muss festgehalten werden, wirklich atemberaubend schön gelungen.Da stört es auch kaum, dass die Geschichte sich doch das eine oder andere Mal unnötig selbst ein Bein stellt. Schön wäre es gewesen, einen etwas bedrohlicheren Gegenspieler zu erschaffen, Kai wirkt doch relativ häufig eher harmlos. Andererseits steht natürlich die Frage im Raum, wie böse es in einem Familienfilm zugehen darf.   
© Twentieth Century Fox
Infos zum Film

Originaltitel: Kung Fu Panda 3
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Komödie, Abenteuer, Animation
FSK: 0
Laufzeit: 96 Minuten
Regie: Jennifer Yu, Alessandro Carloni
Drehbuch: Glenn Berger, Jonathan Aibel
Sprecher: originale Stimmen: Jack Black, Bryan Cranston, J.K. Simmons, Dustin Hoffmann, Angelina Jolie, Lucy Liu, Seth Rogen, David Kross, Jean-Claude Van Damme u.a. deutsche Sprecher: Hape Kerkeling, Gottfried John, Bettina Zimmermann, Cosma Shiva Hagen, Ralf Schmitz u.a.

Trailer

Filmkritik: The Dressmaker

© Ascot Elite
Story: Nach Jahren als Schneiderin für die exklusivsten Modehäuser von London, Mailand und Paris kehrt die stilsichere Schönheit Myrtle „Tilly“ Dunnage (Kate Winslet) in ihre australische Heimat zurück, aus der sie als Jugendliche einst vertrieben wurde. Willkommen im Städtchen Dungatar – irgendwo im Nirgendwo. Mit einer Nähmaschine bewaffnet, räumt das glamouröse Ausnahmetalent mit ihrer Vergangenheit auf und begibt sich auf einen süssen Rachefeldzug. Schlagfertig legt sie den alten Zwist mit ihrer Mutter „Mad“ Molly (Judy Davis) beiseite, gewinnt durch ihre Handwerkskunst die Gunst der misstrauischen Dorfbewohner – und scheint bei Teddy (Liam Hemsworth), einem Adonis von Mann, weiche Knie zu bekommen.

Kritik: Mit "The Dressmaker" kehrt Regisseurin Jocelyn Moorhouse nach beinahe 20 Jahren Abstinenz wieder auf den Regiestuhl zurück. Und das mit einer Buchadaption, in diesem Falle nach dem gleichnamigen Roman von Rosalie Ham aus dem Jahr 2000. Und die Voraussetzungen sind fantastisch. Kate Winslet geht sowieso immer und erst Recht, wenn sie auf Rache aus ist, Liam Hemsworth wächst als Darsteller auch konstant weiter, Hugo Weaving ist routiniert wie eh und je, und Judy Davis als Mutter überzeugt in ihren Szenen ebenfalls. Doch die Bühne hier gehört klar Kate Winslet. Bereits ihre ersten Worte, "I'm back, you bastards", während sie fast schon lasziv an der Kippe zieht, versprechen Aufregung im kleinen Kuhdorf, irgendwo im australischen Outback. Stellenweise nimmt das schon fast klassische Westernzüge an, zumindest die Prämisse der Rückkehr um sich zu rächen, sowie das kleine Dorf würden in jedem Western eine gute Figur machen. 
© Ascot Elite
Und in diesem Dorf geht es ordentlich zur Sache. Da wird keine Gelegenheit ausgelassen, um zu zeigen wie verkommen die Dorfbewohner sind. Da gibt es den Ehemann, der seine Frau zu jeder Gelegenheit betrügt, und sie zwischendurch mit Drogen ruhigstellt, um sich dann an ihr zu vergehen wenn sie bewusstlos ist. Es gibt die lästernde Damenschaft und zwischendrin steckt Hugo Weaving als crossdressender Polizist, der zwar für Ordnung sorgt und irgendwie auf Tillys Seite ist, aber eben doch nicht aus der Konformität des Dorfes ausbrechen kann. Tillys Mutter hingegen, Molly, lebt einsam und allein und kann sich scheinbar nicht immer an ihre Tochter erinnern. Sie ist fast die spannendste Figur, da ihre Motivation lange im Unklaren bleibt. Und dann ist da noch Teddy, der nichts auf die Gerüchte gibt, die besagen, dass Tilly in der Schule einen Mitschüler umgebracht hat.  All diese Handlungsfäden warten auf ihre Aufklärung.

Heimlicher Star sind allerdings die Kostüme. Was hier an Liebe und Detailreichtum in leuchtende Farben und fließende Stoffe fabriziert wurde, ist atemberaubend schön. Die Optik lenkt dann auch klar davon ab, dass vor allem ab der zweiten Hälfte des Filmes der Fokus irgendwie abhandenkommt. Zwischen der Aufklärung der Vergangenheit, der Versöhnung mit der Mutter, der Liebesgeschichte und dem Rachefeldzug an den restlichen Dorfbewohnern springt das Script munter hin und her. Das sorgt für einige, im wahrsten Sinne des Wortes, zündende Momente, und vollendete Rache ist natürlich auch hier vollauf befriedigend. Und die Darsteller tragen jede noch so wirre Szene mit Würde auf ihren Schultern. So ganz schlau wird man allerdings am Ende nicht aus der Angelegenheit, auch wenn alle Handlungsfäden schickt versäumt und vernäht werden, um bei der Schneidersprache zu bleiben. Dafür wird einfach zu vieles in einen Topf geworfen und die disharmonischen Töne sind stellenweise zu laut. 
© Ascot Elite
Fazit: "The Dressmaker" zeigt Darsteller in Bestform, allen voran Kate Winslet, die sowieso alles spielen könnte und dabei eine wundervolle Figur machen würde. Inhaltlich kann die Geschichte sich nicht ganz mit sich selbst einig werden. So werden Rachethriller, Familiendrama, Liebesgeschichte und skurriles Dorfleben zu einer Mischung, die nicht immer ganz rund ist. Wunderschön anzusehen ist das aber allemal, für Fans von Kate führt kein Weg an der Sache vorbei und alle anderen dürfen bei diesem skurrilen kleinen Film ruhig einen Blick riskieren.

Die Blu-ray: Die Blu-ray im Vertrieb von Ascot Elite (Veröffentlichung am 29. April 2016) kommt im eleganten Pappschuber ins Haus. Auf dem ist ein FSK-Aufkleber aufgedruckt, das Amaray Case kommt aber mit Wendecover daher. Deutsche und englische Tonspur liegen in DTS-HD MA 5.1 vor. Die englische Tonspur leidet stellenweise unter etwas zu lauter Musik im Vergleich zu den Dialogen, ansonsten ist der Ton aber klar. Untertitel gibt es ebenfalls, allerdings leider nur auf Deutsch. Neben den Trailern zum Film und einigen weiteren Trailern zu aktuellen Veröffentlichungen von Ascot Elite gibt es noch ein paar kurze Featurettes, eine B-Roll und Interviews zu bestaunen.


Infos zum Film

Originaltitel: The Dressmaker
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Komödie
FSK: 12
Laufzeit: 119 Minuten
Regie: Jocelyn Moorhouse
Drehbuch: Jocelyn Moorhouse, P.J. Hogan
Darsteller: Liam Hemsworth, Kate Winslet, Hugo Weaving, Sarah Snook u.a.

Trailer


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...