gespielt: Animal Crossing Pocket Camp

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Mit "Animal Crossing: Pocket Camp" bringt Nintendo eines seiner erfolgreichsten Spiele auf unseren täglichen Begleiter, das Smartphone. Meine bisherigen Erfahrungen mit Animal Crossing belaufen sich darauf, anderen Spielern mal kurz über die Schulter geschaut zu haben und zahlreichen Schwärmereien zugehört zu haben. Entsprechend neugierig war ich also, als es endlich eine Version fürs Handy geben sollte. Würde ich die Charme-Offensive, welche die anderen Spiele darstellen, nun auch endlich mal erleben? Und das auch noch gratis?


Worum geht es im Spiel?


In Pocket Camp ist es die Aufgabe des Spielers, einen kleinen, unscheinbaren Campingplatz erfolgreich zu leiten und zu vergrößern. Es gibt zwei Wohnflächen, einen Platz für ein Zelt und ab Level 10 einen weiteren Platz für ein Bauprojekt nach Wahl. Von eurem Campingplatz aus könnt ihr insgesamt sieben Welten besuchen. In vier davon warten andere Camper, denen ihr Wünsche erfüllen müsst. Als Belohnung stellen sie ab einem gewissen Punkt Anforderungen an eure Einrichtung. Erfüllt ihr diese, besuchen sie euren Campingplatz. Dann gibt es noch einen Basar, auf dem ihr Kleidung und Einrichtung kaufen könnt, die Schaufelgrube und das Team von OK Motors, die euer Wohnmobil aufrüsten.

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Diese Wünsche zu erfüllen ist relativ einfach. Auf den vier Inseln, auf denen sich die Camper befinden, gibt es entweder Früchte, Fische oder Insekten, die ihr einsammeln könnt. Das geht alles ziemlich leicht von der Hand, mit zwei Klicks zur richtigen Zeit ist jeweils der Vorgang beendet. Für eure Geschenke bekommt ihr Spielmünzen, sogenannte Sternis, und seltene Materialien, mit denen ihr eure Einrichtung anfertigen könnt. Ausflüge in die Schaufelgrube können ebenfalls unternommen werden. Und ab da heißt es dann: Wiederholung führt zum Erfolg. Denn wirklich mehr hat das Spiel nicht zu bieten. Ihr könnt Freunde hinzufügen und deren Campingplätze besuchen, das war es dann aber auch schon.

Spielmechanik


"Animal Crossing: Pocket Camp" zieht ganz schön am Akku. Darüber hinaus ist eine permanente Internetverbindung notwendig, spielen z.B. im Zug ist daher nicht immer ganz einfach. Spätestens, wenn ich in einem der vielen Tunnel in der Schweiz hänge, bricht die Verbindung ab.
Als störend empfinde ich auch, dass teilweise zu viele Schritte in den Menüs gemacht werden müssen. Will ich Freude für die Schaufelgrube anfragen, muss ich für jeden einzelnen mehrere Klicks tätigen, was Zeit kostet. Hier könnte man beispielsweise eine Option anbieten, einfach alle Freunde mit einem Klick anzufragen. Die Belohnung für all die Einzelklickerei fühlt sich jedenfalls so nicht gut genug an.

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Schnell wird das Spiel darüber hinaus monoton. Dinge einsammeln, Wünsche erfüllen, Möbel bauen, mehr ist nicht zu tun. Mit jedem neuen erreichten Level kommt ein neuer Camper hinzu, bei dem sich das Spiel dann wiederholt. Das sieht alles sehr niedlich aus, keine Frage. Das Spiel läuft auch sowohl auf einem Samsung Galaxy S6 als auch einem Galaxy S8 absolut flüssig. Aber der Punkt, an dem man sich sattgesehen hat, ist zügig erreicht.

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Und auch der erste Eindruck, den das Spiel vermittelt, täuscht. Statt Ruhe und Erholung stellt sich eine Art von Druck ein. "Animal Crossing: Pocket Camp" wirkt stressig, weil einerseits alles so harmonisch aussieht, andererseits aber fette, rote Zahlen darüber informieren, wie lange ein Camper noch da ist, wie lange man noch Zeit hat in die Schaufelgrube zu kommen und Dailies zu erfüllen. Hier hätten etwas dezentere Hinweise schon ausgereicht, um nicht dauernd das Gefühl zu vermitteln, man müsse sich jetzt unbedingt abhetzen, um möglichst noch viel zu erreichen. Sicher, der Zwang dazu besteht natürlich nicht, man kann auf die Schaufelgrube, die täglichen Aufgaben und das abklappern aller Camper verzichten. Empfehlenswert ist es aber nicht, wenn man vorwärtskommen will. Denn mit fortschreitender Spielzeit wird das Spiel zu einem richtigen Grind: Wo am Anfang noch Materialien im Überfluss vorhanden waren, spart man später tagelang, um einfachste Ausstattung bauen zu können.

Free to play?

 

Im Prinzip handelt es sich bei "Animal Crossing: Pocket Camp" um ein kostenfreies, also free-to-play Spiel. Allerdings gibt es eine Ingame-Währung, sie nennt sich Blattbons. Diese erleichtert den Fortschritt im Spiel. Es gibt sie in geringen Mengen als Belohnung für erfüllte Aufgaben und natürlich gegen Echtgeld im Shop. Und hier tritt ein wirklicher Störfaktor auf die Bühne: Es wird permanent Werbung dafür gemacht, diese Währung zu kaufen. Die einzelnen Camper weisen dauernd darauf hin, wie bequem das ist. Es wird darüber hinaus regelmäßig Werbung für den Kauf eingeblendet.

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Was ich persönlich besonders schade finde: K.K. Slider und Tom Nook stecken hinter dieser Paywall. Es ist betrüblich, dass so bekannte Figuren aus der Reihe nur durch Echtgeld erhältlich sind, denn ihre Kosten übersteigen bei weitem, was man so an dieser Währung nebenbei bekommt

Fazit


"Animal Crossing: Pocket Camp" macht für eine Weile wirklich Spaß. Das Spiel sieht niedlich aus, ist leicht zu verstehen und motiviert zu Beginn, Zeit zu investieren. Leider gerät es aber schnell an einen Punkt, ab dem alles irgendwie monoton wirkt und zu viele Materialien gebraucht werden, um Baufortschritte zu erzielen. Die permanente Werbung für den Kauf von Ingame-Währung nervt zudem extrem. Für kurze Spieldauer im Alltag ist "Animal Crossing: Pocket Camp" aber durchaus in Ordnung.

1 Kommentar:

  1. Ich muss ja gestehen, ich war irgendwie immer zu dämlich für Animal Crossing...
    Ich bin da nie wirklich weiter gekommen...

    Mir geht es aber bei vielen Spielen fürs Smartphone so, das ich ne kurze Zeit spiele, dann wiederholt es sich und es wird langweilig. Am Ende lösche ich das Spiel wieder.

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