gesehen: Arsenal

© Universum Film

Story


Erzählt wird die geschichte der unterschiedlichen Brüder Mikey und JP. JP ist erfolgreicher Geschäftsführer einer Baufirma, während Mikey ein Leben mit kleinen Verbrechen und Drogen als Kleinganove führt. Als Mikey und seine Tochter Alexis jedoch von dem skrupellosen Gangsterboss Ediie King entführt werden, muss der ahnungslose JP mit der Hilfe eines alten Freundes alles riskieren, um seinen Bruder zu retten. Dabei entfesselt JP seine ganze Rache gegen Kings Gang...



Kritik


Arsenal begeht gleichzeitig sein größtes Verbrechen und seine Meisterleistung damit, Nicolas Cage im Film zu haben. Wir erinnern uns kurz daran, dass der gute Mann pleite ist und schon seit einer ganzen Weile einfach jede Rolle anzunehmen scheint, die man ihm anbietet. So dürfen wir ihn hier als Gangsterboss in deutlich zu wenigen Szenen bewundern. Und da dreht Cage völlig frei, Erinnerungen an "Deadfall" kommen bei Kennern auf. Wir alle wissen, dass Cage unter einem guten und willensstarken Regisseur Bestleistungen abliefern kann. Steven C. Miller gehört leider nicht zu diesen Regisseuren. Er schafft es, und das ist das ärgerlichste an "Arsenal", permanent einen Schnitt zu setzen, wenn Cage gerade warm geworden ist. So wird er zur verschenkten Möglichkeit, gemeinsam mit John Cusack, der auch irgendwie in diesem Film gelandet ist, bei dem aber noch weniger deutlich wird, was er da eigentlich sucht.
© Universum Film
Abseits von Cage und Cusack bietet "Arsenal" durch und durch Mittelmaß. Johnathon Schaech und  Adrian Grenier übernehmen die Hauptrollen in diesem Drama um zwei Brüder. Beide sind nicht unbedingt mit darstellerischem Talent gesegnet und auch die Geschichte hier ist überraschungsarm und vorhersehbar. Viel zu lange müssen wir Grenier's Charakter dabei zusehen, wie er im Dunklen umhertappt. Was der Film bietet, um die Zuschauer dennoch bei Laune zu halten, ist Gewalt. Da werden munter Schädel eingeschlagen, teilweise in Zeitlupe, und das sieht irgendwie auch gut aus. Zumindest die Choreografien sitzen, und die Übersichtlichkeit ist ebenfalls gegeben. Hier und da ist die gesamte Farbgebung des Films etwas dunkel, so dass man nicht immer alles sieht, doch im Großen und Ganzen überzeugt die Action hier und ist der FSK-Freigabe angemessen.
© Universum Film
Auffällig ist die unruhige Kamera. Ja, die Actionszenen sind gut strukturiert, doch die Kamera wackelt und zittert vor sich hin und macht es stellenweise schwierig, dranzubleiben. Auch der durchblitzende digitale Look, der sonst eher im Vorabendprogramm auflauert, wirkt hier irritierend. Spätestens im großen Finale fällt das auf und lenkt dort vom eigentlichen Geschehen ab. Bis es aber soweit ist, dauert "Arsenal" gefühlt 15 Minuten zu lang und bietet von der Geschichte her wenig Neues. Wer Cage gerne sieht und mit Filmen, denen man ansieht, dass sie fürs Heimkino produziert wurden, keine Probleme hat, der darf hier trotzdem einen Blick riskieren.


Fazit


"Arsenal" liefert altbekannte Actionkost im düsteren und blutigen Gewand. Die Geschichte, die erzählt wird, ist nichts Neues, die Darsteller machen ihren Job. Das man aber hingeht und Nicolas Cage eine potenziell richtig schön abgedrehte Rolle gibt, nur um ihm dann zu wenig Platz im Film einzuräumen, ist ärgerlich. Für Fans von Cage lohnt sich ein Blick sicherlich trotzdem, denn hier blitzt sein Talent für völlig durchgeknallte Figuren doch ganz gut durch.

Die Blu-ray


Die Blu-ray im Vertrieb von Univerum Film ist seit dem 10. November 2017 im Handel erhältlich. Dem Amaray-Keepcase liegt leider kein Wendecover bei. Neben der englischen Originaltonspur liegt ebenfalls eine deutsche Synchronisation bei, beide Tonspuren kommen in klangstarkem DTS-HD MA 5.1 aus den Boxen. Das Verhältnis von Dialogen, Effektgeräuschen und Soundtrack ist ausgewogen. Untertitel in deutsch für Hörgeschädigte liegen ebenfalls bei. Das Bild der Blu-ray überzeugt ebenfalls, trotz des düsteren Looks des Films wirken die Farben kräftig und satt. Die Schwarzwerte überzeugen ebenfalls und insgesamt macht das Bild einen scharfen Eindruck. Als Extras gibt es neben ein paar Trailern noch ein Behind the Scenes - Featurette, bei dem man einen spannenden Einblick in die Arbeiten am Set bekommt.


Infos zum Film


Originaltitel: Arsenal
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Thriller
FSK: 18
Laufzeit: 98 Minuten
Regie: Steven C. Miller
Drehbuch: Jason Mosberg
Darsteller: Nicolas Cage, John Cusack, Johnathon Schaech, Adrian Grenier, Lydia Hull u.a.
 

Trailer

 

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Bitte seid nett zueinander. Beleidigungen jeder Art, Spam und Kommentare die nichts zum Thema beitragen werden entfernt.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...