gesehen: Pirates of the Caribbean: Salazars Rache

© The Walt Disney Company Switzerland GmbH

Story


Als der grausame Captain Salazar (Javier Bardem) mit seiner untoten Besatzung aus dem Teufelsdreieck entkommt, sinnt er auf Rache und schwört, alle noch lebenden Piraten auf See zu töten – allen voran Captain Jack Sparrow (Johnny Depp). Hilfe kommt aus unerwarteter Richtung.


Kritik


Nachdem die "Fluch der Karibik" Reihe drei recht schicke Teile und einen relativ drastischen Ausfall mit Meerjungfrauen verbuchen konnte, wurde es eine Weile still um das Franchise, das auf einer Disneyachterbahn basiert. Mit "Salazars Rache" kehrt die Reihe nun zurück. Dabei wird vor allem auf die Stärken der ersten paar Teile der Reihe gesetzt.
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Das bedeutet vor allem: recht spektakuläre Effekte. Der Opener, in dem im wahrsten Sinne des Wortes eine Bank geraubt wird, ist wahnsinnig gut in Szene gesetzt und wirklich mitreißend gelungen. Auch sonst sind die Effekte größtenteils gelungen. Ein paar verwesende Haie, die sich an ihrem unappetitlichen Zustand kaum zu stören scheinen, fallen ins Auge. Und dann ist da natürlich Captain Salazar, gespielt von Javier Bardem. Seine Haare wogen wie Seegras oder Algen vor sich hin, seine Haut fällt permanent von seinem Gesicht, treibt nach oben und zerfällt langsam. Er ist eine furchteinflößende Erscheinung und sowohl gut animiert als auch hervorragend gespielt. Zar redet er ein bisschen viel, was dem englischen Originaltitel, "Dead Men tell no Tales" nicht unbedingt entspricht, doch "Fluch der Karibik" bekommt so endlich wieder einen nachvollziehbar motivierten Bösewicht. Die ganz großen Momente bleiben für ihn leider aus, hier wäre es vielleicht schön gewesen, wenn man nicht eine quasi wieder aufbereitete Version der Gegner aus den ersten Teilen serviert hätte. Dennoch, über Javier Bardem lässt sich am Ende des Tages nichts Schlechtes sagen, dafür ist der Darsteller einfach zu talentiert.
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Auch die beiden Neuzugänge, Kaya Scodelario und Brenton Thwaites, überzeugen. Vor allem Scodelarios Carina ist clever und eigenwillig und lässt sich auf ihrem Weg nicht beirren. Thwaites fällt dahinter ein bisschen ab und vor allem die erzwungen wirkende Liebesgeschichte zwischen den beiden hätte es bei all den verschiedenen Handlungssträngen nicht gebraucht. Doch auch hier sind prinzipiell beide Einzelgeschichten sinnvoll erzählt. Nimmt man Jack Sparrows und Captain Barbossas Anteile der Geschichte noch mit hinzu, ergeben sich zahlreiche Handlungsschauplätze. Vor allem Barbossa sorgt für Spannung und hält besonders gegen Ende hin den Film beisammen. Geoffrey Rush hat auch nach wie vor ziemlich Freude an dieser Rolle, so macht es zumindest den Eindruck. Auch Johnny Depp gibt sich sichtlich Mühe und wirkt zumindest wacher und anwesender als noch im vierten Teil. Hier und da wären vielleicht weniger individuelle Geschichten passender gewesen, doch immerhin sollte so jeder Zuschauer einen Handlungsstrang finden, dem er gerne folgt.
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Was bleibt ist ein durchaus unterhaltsames, stellenweise wirklich lustiges Piratenabenteuer. Klar, nicht alle Gags zünden, allerdings ist die Humordichte recht hoch, so dass unterm Strich doch genug witzige Momente bleiben. An den bahnbrechenden ersten Teil knüpft "Salazars Rache" nicht an, dafür wurde zu vieles wieder aufgewärmt. Auch wäre es erfreulich gewesen, wenn vor allem im Finale etwas mehr Licht zur Verfügung gestanden hätte, dort war es teilweise wirklich schwer, etwas zu erkennen. Doch spätestens, wenn die altbekannte Musik ertönt und die liebgewonnene Crew auf der Black Pearl unterwegs ist, wird klar: Mit dieser Crew sticht man doch eigentlich ganz gern in See. Sollte es einen weiteren Teil geben, dürfen allerdings gerne mehr und längere Gefechte auf See eingebracht werden, die habe ich schmerzlich vermisst. 


Fazit


"Pirates of the Caribbean: Salazars Rache" schickt den vierten Teil hinab in Davy Jones Locker und besinnt sich auf die Stärken der ersten drei Teile der Reihe. Gut aufgelegte Darsteller, schicke Effekte und eine ordentliche Portion Humor sorgen für ein kurzweiliges Piratenabenteuer.  

Die Blu-ray 


Die Blu-ray im Vertrieb von Disney ist in der Schweiz seit dem 2. Oktober 2017 erhältlich, in Deutschland muss sich bis zum 5. Oktober geduldet werden. Sie kommt im Amaray-Keepcase ins Haus, ein Wendecover liegt leider nicht bei. Bei den Tonspuren kann zwischen der englischen Originalversion sowie der deutschen oder italienischen Synchronfassung ausgewählt werden. Wer auf Englisch schaut, der kommt in den Genuss einer DTS-HD MA 7.1 Tonspur, die anderen liegen in DTS-HDHR 5.1 (deutsch) sowie DTS Digital Surround 5.1 (italienisch) vor. Die Dialoge sind gut verständlich und der generelle Ton ist sauber abgemischt und macht einen klaren Eindruck. Auch das Bild überzeugt, die Farben sind satt und frisch. Einzig zum Ende hin wird der Film etwas dunkel, dies wirkt auf der Blu-ray allerdings weniger extrem als in der 3D Fassung im Kino.  Fans von Bonusmaterial dürfen sich auf ein paar zusätzliche Szenen, ein spannendes Fototagebuch von Jerry Bruckheimer, ein wirklich interessantes Making-of sowie Pannen vom Dreh freuen.


Infos zum Film


Originaltitel: Pirates of the Caribbean: Dead Men tell no Tales
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Horror, Abenteuer, Action, Komödie, Fantasy
FSK: 12
Laufzeit: 129 Minuten
Regie: Espen Sandberg, Joachim Rønning
Drehbuch: Jeff Nathanson, Terry Rossio, Ted Elliot u.a.
Darsteller: Johnny Depp, Javier Bardem, Kaya Scodelario, Brenton Thwaites, Geoffrey Rush, Orlando Bloom u.a.
 

Trailer

 

 

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