gesehen: Guardians of the Galaxy 2


© Walt Disney

Story


"Guardians of the Galaxy 2" erzählt weitere epische, mit Action vollgepackte Abenteuer des respektlosen Draufgängers Peter Quill alias Star-Lord, und seiner Bande exzentrischer Helden. Nachdem sie den Planeten Xandar und seine Bewohner gerettet und dadurch Popularität und Ruhm erlangt haben, fliegen die Guardians als Söldner durchs All, um das Universum zu beschützen. Dabei lernt vor allem Peter etwas über seine Herkunft und Vergangenheit. 



Kritik


"Guardians of the Galaxy" schickte sich seinerzeit an, die Space Opera wieder zurück ins Kino zu bringen. Und während das auf den ersten (ok, und zweiten, dritten und vierten, so oft war ich damals nämlich im Kino) Blick Spaß bereitete, hatte der Film auch mit einigen Baustellen zu kämpfen. Der absolut farblose Antagonist, der beinahe schon typisch für Comicverfilmungen ist. Oberflächliche Figuren, der Umgang mit den wenigen weiblichen Charakteren. Und trotzdem machte Teil 1 fast schon unanständig viel Spaß.

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Teil 2, ganz unzeremoniell mit "Vol. 2" betitelt, verbessert viele Fehler des ersten Teils. Statt langweiliger Gegner (oder noch schlimmer, großen, bösen Löchern im Himmel) wird es persönlich. Die Charaktere bekommen mehr Tiefe und es sind auch mehr Frauen anwesend als noch im ersten Teil. Die Beziehung zwischen Gamora und Nebula wird weiter ergründet und ohne zuviel verraten zu wollen ist es absolut erfreulich, mal ein anderes Frauenbild als "wir finden uns gegenseitig richtig mies" serviert zu bekommen. Generell ist Familie ein Thema, das hier großgeschrieben wird, und es tut der Geschichte enorm gut. Was zeichnet Familie aus, wer ist eigentlich Familie, und kann man sich seine Familie aussuchen? Zumindest bei mir bleibt gegen Ende des zweiten Teils kein Auge so wirklich trocken.

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Aber auch sonst gibt sich der zweite Teil alle Mühe, um aus dem Kreislauf belangloser Fortsetzungen auszubrechen. Marvel als Cinematic Universe ist schon lange an dem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr scheitern kann und sich eigentlich auf dem Status Quo ausruhen könnte. Trotzdem strotzt Guardians 2 vor aufregenden Setpieces und wirklich grandiosen Special Effects. Knallige Farben überströmen das Bild und es wurde ordentlich in die Trickkiste gegriffen. Auch animationstechnisch muss der Film sich nicht verstecken. Rocket Raccoon wirkt noch lebendiger als im ersten Teil und Baby Groot stiehlt so ziemlich jede Szene, in der er vorkommt. Einige Szenen wie beispielsweise der Moment, in dem Yondu eindrucksvoll demonstriert, wie gut er mit seinem fliegenden Pfeil umgehen kann, sorgen da schon mal für Kontakt zwischen Unterkiefer und Boden.

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Natürlich darf auch das wirklich allerwichtigste nicht fehlen: Die Musik. Noch mehr als schon im ersten Teil ergänzt und untermalt der Soundtrack die Geschichte und bringt sie vorwärts. Etwas überraschender wirkt da schon, dass der Film kaum nennenswert auf den anstehenden "Infinity War" im Hause Marvel hinarbeitet, bei dem die Guardians definitiv eine Rolle spielen werden. Nicht einmal Thanos ist hier zu sehen, einzig Gamora und Nebula verfolgen in dieser Hinsicht ein Ziel. Das ermöglicht natürlich aber auch die volle Konzentration auf diese nicht immer reibungslos funktionierende Familie, und das muss man James Gunn wirklich zu Gute halten. Zwar ist alles bombastisch und groß und laut, doch das Herz haben die Guardians nach wie vor und vielleicht sogar mehr denn je am richtigen Fleck.

Fazit


"Guardians of the Galaxy 2" präsentiert sich als kurzweiliges Weltraumspektakel, das humortechnisch aus allen Rohren feuert. Ab der zweiten Hälfte des Films setzt dann die Handlung mit ein und überrascht zum Ende hin mit unerwartetem Tiefgang. Die Figuren sind beinahe alle besser geschrieben als im ersten Teil, und wenn auch nicht alle Makel vollständig korrigiert wurden, so macht dieser zweite Teil doch durchgängig Laune.

Die Blu-ray


Die Blu-ray im Vertrieb von Disney ist seit Herbst 2017 im Handel erhältlich. Standardmäßig kommt sie im Amaray-Keepcase ohne Wendecover ins Haus, auch das Steelbook im schicken Design mit Baby Groot ist für Sammler einen Blick wert. Neben der deutschen Tonspur in sattem DTS-HD HR 5.1 liegt noch die englische Originaltonspur in klangstarkem DTS-HD MA 7.1 vor. Die Dialoge sind in beiden Spuren gut verständlich wiedergegeben und auch sonst kann der Film sich hören lassen. Auch das Bild ist aufgeräumt, kontrastreich und die wirklich ziemlich bunten Farben kommen schön zur Geltung.
Natürlich finden sich auch wieder zahlreiche Extras mit an Bord. Neben einer Einführung und einem Audiokommentar von Regisseur James Gunn und einigen erweiterten, zusätzlichen Szenen und einem spannenden Making-of bedienen die restlichen Extras vor allem das Bedürfnis nach humorvoller Unterhaltung. Die Outtakes in Form von Drehpannen sind gewohnt witzig. Den Vogel abgeschossen hat allerdings das Musikvideo "Guardians Inferno", in dem niemand geringeres als David Hasselhoff persönlich zum Mikrofon greift.

Infos zum Film


Originaltitel: Guardians of the Galaxy Vol. 2
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Fantasy, Abenteuer, Sci-Fi
FSK: 12
Laufzeit: 136 Minuten
Regie: James Gunn
Drehbuch: James Gunn u.a.
Darsteller: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Michael Rooker, Karen Gillan, Bradley Cooper, Vin Diesel, Pom Klementieff u.a. 
 

Trailer

 

 

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