Unterwegs: Bar Luce in Mailand, designet von Wes Anderson

Alles wundervoll pastellfarben in der "Bar Luce" © Sandra Scholz

Heute ist es mal wieder Zeit für einen etwas anderen Beitrag. Aber keine Angst, er hat trotzdem mit Film zu tun, auch wenn die Bilder durchaus einen anderen Eindruck erwecken.

Manchmal kommt es vor, dass sich zwei meiner liebsten Hobbies miteinander verbinden lassen: Filme und Reisen. Dank meines Umzuges in die Schweiz bin ich jetzt ja auch ein gutes Stück näher an Mailand dran. Kurz vor Ostern habe ich mir dann noch einen lang gehegten Wunsch erfüllt und mir endlich eine anständige Kamera zugelegt. Eine wunderschöne, toll in der Hand liegende Canon Eos 750D ist es geworden. Und die musste natürlich im Urlaub eingeweiht werden. Vor kurzem bekam ich mit, dass einer meiner liebsten Regisseure, Wes Anderson, in Mailand in der Fondazione Prada um genau zu sein, ein Café designet hat. Die Osterpläne waren also schnell geschmiedet und ich war hocherfreut, mein neues Spielzeug gleich an einem so schicken Ort ausprobieren zu können.


Wieso gerade eine Bar, Wes?

 

Ja, das mag man sich wohl fragen. Die Filme von Wes Anderson (u.a. Moonrise Kingdom oder Grand Budapest Hotel) fallen durch ihr feines Gespür für Symmetrie und Bildkomposition auf. So richtig erklären kann ich euch das auch nicht, aber wenn ihr einen Film von Wes Anderson seht, dann merkt ihr recht schnell, was gemeint ist. Alternativ dazu könnt ihr euch dieses wunderschöne Video anschauen, in dem der Symmetrie auf den Grund gegangen wird. Zu finden ist es auf dem Vimeo-Kanal von Kogonada:

Das Faible für Symmetrie findet sich auch in der "Bar Luce" wieder. Diese ist im wunderschönen Mailand zu finden, genauer in der Fondazione Prada. Während das sehenswerte Kunstmuseum Eintritt kostet ist der Zugang zur Bar gratis möglich: Ihr müsst einfach in den Innenhof laufen, direkt links abbiegen und am Ende seht ihr auf der linken Seite schon die Bar. Die naheliegendste Metrostation dürfte Lodi T.i.b.b. sein, von dort aus sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zur Bar. 
 
Die Einrichtung erinnert an typische Mailänder Cafes der 50er und 60er. Zusätzlich ist sie klar an zwei Filmen orientiert: "Miracolo a Milano" (1951) und "Rocco e i Suoi Fratelli" (1960). Es ist nicht das erste Mal, dass die Fondazione Prada mit Wes Anderson zusammenarbeitet: Bereits 2013 unterstützen sie ihn beim Kurzfilm "Castello Cavalcanti" mit Jason Schwartzman. Ich hab euch den Film mal herausgesucht:
 
Im Gebäude mit den hohen Decken ist dann auch alles in etwa so eingerichtet, wie man es von Wes Anderson erwarten würde. Color-Blocking spielt eine zentrale Rolle, die Farben sind pastellig gehalten und alles schwenkt in Richtung Kitsch, ohne dabei übertrieben zu wirken. Ein Ort, an dem man sich gerne aufhält. Und als solcher ist die Bar Luce auch explizit gedacht. Wes Anderson hat folgendes dazu zu sagen: "There is no ideal angle for this space. It is for real life, and ought to have numerous good spots for eating, drinking, talking, reading, etc. While I do think it would make a pretty good movie set, I think it would be an even better place to write a movie. I tried to make it a bar I would want to spend my own non-fictional afternoons in." (Quelle: Homepage der Fondazione Prada)
Auch an Besucher, die allein kommen, wurde besonders stilvoll gedacht © Sandra Scholz
("Es gibt keine ideale Perspektive für diesen Platz. Er ist für das reale Leben gemacht und sollte mehrere gute Möglichkeiten haben um zu essen, zu trinken, zu reden, zu lesen und so weiter. Ich denke die Bar würde ein gutes Set für einen Film abgeben, aber sie wäre ein noch besserer Ort, um einen Film zu schreiben. Ich habe versucht eine Bar zu entwerfen, in der ich meine eigenen, realen Nachmittage verbringen wollen würde")

Ich hätte nicht dagegen, in dieser Bar zu leben © Sandra Scholz
 "Castello Cavalcanti" und "Steve Zissou" finden sich als Flipperautomaten neben einer Jukebox wieder © Sandra Scholz 
Natürlich ist auch der Weg zum WC pure Kunst © Sandra Scholz

Kaffee, Kuchen, kleine Snacks

Aber natürlich war ich nicht nur zum Gucken dort. Vor dem Besuch habe ich mir ein paar Sorgen in Bezug auf die Preise gemacht, das war aber völlig umsonst. Einen guten Kaffee bekommt man für unter 2 Euro, für Cappuccino oder Café Latte legt man immer noch unter 3 Euro auf den Tisch. Der Milchschaum auf dem Cappuccino ist übrigens göttlich, fluffig-fest und generell ganz wunderbar. Reichhaltig belegte Paninis gibt es auch für kleines Geld, mein Highlight war aber ganz klar der pastellige Kuchen. Bitte sehr:
Schmeckt so gut wie er aussieht © Sandra Scholz
 Kaffee und Kuchen als zweites Frühstück: So lässt es sich leben © Sandra Scholz
Die Gabel ist übrigens einfach eine normal große Gabel gewesen, auch wenn das Stück Kuchen im Bild arg klein aussieht. Es ist aber enorm reichhaltig und ich hatte knappe 2 Stunden nach dem Frühstück wirklich meine Mühe damit. Und wer mich kennt weiß, wie verfressen ich sein kann wenn es um Süßkram geht.

Ihr merkt also, ein Besuch in der Bar Luce lohnt sich. Um die Mittagszeit herum ist es allerdings sehr gut besucht. Ihr solltet also entweder etwas früher da sein, oder die Haupt-Fütterungszeiten meiden.

Wart ihr vielleicht auch schon in der Bar Luce? Würdet ihr dort gerne mal essen gehen? Welcher Regisseur würde sich wohl noch als Designer für Restaurants und Cafés eignen? Hinterlasst doch einen Kommentar!

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